DE646640C - Verfahren zur Herstellung von giessbaren Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd bzw. dessen Polymeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von giessbaren Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd bzw. dessen Polymeren

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DE646640C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G12/00Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen
    • C08G12/02Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes
    • C08G12/04Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes with acyclic or carbocyclic compounds
    • C08G12/10Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen of aldehydes with acyclic or carbocyclic compounds with acyclic compounds having the moiety X=C(—N<)2 in which X is O, S or —N
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Description

Es ist bekannt, Harnstoff und Formaldehyd bzw. dessen Polymere in saurer bzw. alkalischer Lösung zu kondensieren. Es ist weiterhin bekannt, die Kondensation von Harnstoff und Formaldehyd in mehreren Stufen vorzunehmen; wobei die erste Stufe in neutraler bzw. schwach alkalischer, die zweite Stufe in saurer Lösung durchgeführt wird.· Dieses bekannte Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Bildung der ersten wasserlöslichen Phase durch kurzes Erwärmen beendigt ist, und daß die Bildung der zweiten Phase in Anwesenheit freier Wasser stoff ionen durch mehrstündiges Kochen vorgenommen wird.
1S Die gesamte Kondensation zerfällt also hierbei in eine Stufe von sehr kurzer Dauer, die in Abwesenheit von Wasserstoffionen durchgeführt wird, und in eine zweite Stufe von längerer Dauer, die in saurem Medium zur Durchführung kommt.
Es ist ferner bekannt, ein in alkalischer Lösung gebildetes Harz nach seiner Abscheidung aus der Kondensationsmasse in saurer Lösung zu härten. Schließlich ist es bekannt,
a5 während der Destillation des Wassers aus der Kondensationsmasse die Wasserstoffionenkionzentration durch Abstumpfen der Hydroxylionen derart einzustellen,, daß eine Abspaltung von Formaldehyd vermieden wird. Alle diese bekannten Verfahren ergeben jedoch entweder nicht hinreichend wasserbeständige oder durch die ganze Masse gleichmäßige Produkte.
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß man zu Kondensationsprodukten von besonders geringer Empfindlichkeit gegenüber Wasser und hoher Gleichmäßigkeit gelangt, wenn die Kondensation in wäßriger Lösung in der Wärme bis zur Bildung von in der Kälte gelatinierenden Kondensationsprodukten bei einer Wasser,-stoffionenkonzentration, die geringer als 10—7 ist, zu Ende geführt wird und der noch heißen Lösung unmittelbar vor dem Ausgießen so viel Säure zugesetzt wird, daß die Wasserstoffionenkonzentration höher als io~7 ist. Die fertigen Kondensatfonsprodukte erstarren beim Abkühlen innerhalb kurzer Zeit gelatinös, so daß sie leicht aus den Formen, in die sie eingegossen wurden, entfernt werden können. Durch den Zusatz der Säure zur noch heißen, homogen flüssigen Kondensationsmasse wird ferner eine völlig gleichmäßige Verteilung der Säure durch die ganze Masse " hindurch erreicht, was für die Homogenität der später durch Härtung gewonnenen Produkte von wesentlicher Bedeutung ist.
Die gemäß dem neuen Verfahren hergestellten Kondensationsprodukte unterscheiden sich unmittelbar nach der Herstellung sowie im Fertigzustand von solchen Kondensationsprodukten wesentlich, bei denen der nachträgliche Zusatz von Säuren unterlassen wurde. Nach der Gelatinierung tritt bei längerem Lagern eine mehr oder minder starke milchige Trübung auf, die aber beim nachfolgenden
Trocknen wieder verschwindet. Während die in alkalischer Lösung hergestellten Kondensationsprodukte langsam trocknen und auch nach dem vollkommenen Trocknen leicht in; Wasser quellen, zeichnen sich die nach dem vorliegenden Verfahren erhaltenen Produkte durch eine außerordentliche Beständigkeitgegenüber dem Angriff von Wasser aus. Die bei andersartiger Kondensation auftretende
ίο starke Neigung zur Rißbildung fehlt vollkommen bei den fertiggehärteten Kondensationsprodukten.
Die Produkte unterscheiden sich vorteilhaft auch von solchen, bei denen die Kondensation ausschließlich oder auch nur teilweise in schwach saurer Lösung durchgeführt wurde. Die Eigenschaften der Kondensationsprodukte können gegebenenfalls noch dadurch verbessert werden, daß im Verlauf der Kondensation Kunstharze bzw. Kondensationsprodukte aus mehrbasischen Säuren und mehrwertigen Alkoholen zugesetzt werden.
Beispiel ι i6oo g Paraformaldehyd, 1300 g Harnstoff, 900 g Wasser, 80 ecm 2 n-Sodalösung werden mehrere Stunden am Rückflußkühler' gekocht. Dann wird die Erwärmung unterbrochen, und der noch heißen Lösung werden 120 ecm 2 η-Schwefel säure langsam zugesetzt. Die gut flüssige, heiße Kondensationsmasse wird dann sofort in Formen gegossen, in denen sie nach kurzer Zeit erstarrt.
Beispiel 2
Die Mengenverhältnisse der Ausgangsmaterialien und die Kondensation in schwach alkalicher Lösung sind die nämlichen, wie in Beispiel ι beschrieben, nur wurden vor dem Ausgießen 110 ecm 2 η-Salzsäure zugesetzt. Die Erstarrung trat ebenfalls kurze Zeit nach dem 'Ausgießen ein.
Beispiel 3
·-'"· 1600 g Paraformal dehyd, 1300 g Harnstoff, 800 g Wasser, 80 ecm 2 n-Sodalösung wurden am Rückflußkühler mehrere Stunden erhitzt. Dann wurde wie in Beispiel 1 weiterverfahren, nur wurden 240 ecm einer 2 n-Weinsäurelösung zugesetzt. Die Erstarrung der ausgegossenen Masse erfolgte wie in Beispiel 1.
Beispiel 4
4850 ecm 3o°/oige Formaldehydlösung werden mit 8,5 g wasserfreiem Natriumcarbonat versetzt; dann werden 1300 g Harnstoff zugefügt. Man erhitzt und behandelt weiter, wie im Beispiel 1 beschrieben.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von gießbaren Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd bzw. dessen Polymeren in wäßriger, zunächst alkalischer und schließlich saurer Lösung, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensation in der Wärme bis zur Bildung von in der Kälte gelatinierenden Kondensationsprodukten bei einer Wasserstoffionenkonzentration, die geringer als 10—7 ist, zu Ende geführt wird und daß der noch heißen Lösung unmittelbar vor dem Ausgießen so viel -Säure zugesetzt wird, daß die Wasserstoffionenkonzentration höher als io~7 ist.
    Berlin, gedruckt in der reichsdruckere!
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