DE64486C - Elektricitätszähler - Google Patents
ElektricitätszählerInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01R—MEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Man hat Elektricitätszähler dadurch hergestellt, dafs man an dem Pendel oder der Unruhe
einer mehr oder weniger gewöhnlichen Uhr ein Stück Eisen, einen Magneten oder eine stromumflossene
Spule angebracht hat, welche von einer festliegenden ebensolchen Spule bezw.
Eisen oder Magnet angezogen oder abgestofsen wurde und dadurch die Schwingungszeit des
Pendels oder der Unruhe beeinflufste. Diese Beeinflussung wurde durch den Vergleich mit
einer gleichmäfsig gehenden Uhr erkenntlich, durch geeignete mechanische Verbindungen mit
einer solchen an einem Zeigerwerk unmittelbar sichtbar gemacht und diente als Mafs für die
durch die Vorrichtung gegangene Elektricitätsmenge.
Diese Anordnung hat' zwar den Vortheil der grofsen Einfachheit, aber den'Nachtheil, dafs
die elektrisch hervorgerufene Anziehung zwischen zwei sich zu einander in ziemlich weiten
Grenzen bewegenden Elementen stattfindet, so dafs diese Wirkung nicht zusammengefafst
werden kann, sowie ferner, dafs bei der geringen Zahl der wirksamen Elemente die Veränderungen,
welche man je nach Bedürfhifs durch Wahl anderer Abmessungen treffen kann,
nur verhältnifsmäfsig geringe sind.
Die vorliegende Erfindung besteht darin, dafs an Stelle des Pendels oder der Unruhe,
an welchem der vom Strom von aufsen her angezogene oder abgestofsene Theil angebracht
ist und also einen Theil seiner Linse oder seines Schwungkörpers bildet, ein schwingendes
System mit mindestens drei Gelenken in Anwendung kommt, "an dessen Schwingungen
der genannte Theil nicht oder gegebenenfalls nur in untergeordnetem Mafse theilnimmt,
indem er an demselben gar nicht oder wenigstens nicht da, wo der Ausschlag von Bedeutung
ist, befestigt wird.
In der beiliegenden Zeichnung sei α c b, Fig. i, z. B. ein solches System. In a, c und b
liegen die Gelenke, im übrigen sollen die Linien a-c und a-b, beliebige Körper, die
auch über die Gelenke a, b und c hinaus verlängert sein können, bedeuten. Denkt man
sich das eine äufsere Gelenk b festliegend, das andere äufsere Gelenk α nahezu festliegend,
jedoch so weit gegen b hin beweglich, dafs es einer Ausbiegung des Systems bei c nachgeben
kann, und das Ganze unter dem Einflüsse irgend welcher Kraft stehend (Schwerkraft,
Federkraft), derart, dafs die Einwirkung dieser Kraft dasselbe aus allen Lägen bezw. Formen
der Ausbiegung in eine bestimmte Lage oder Form wieder zurückzubringen sucht, so hat
man ein schwingendes System, welches gleich dem Pendel oder der Unruhe zur Zeitmessung
benutzt und in Verbindung mit einem Uhrwerk gleich diesem in dauernder Schwingung
erhalten werden kann.
Bringt man unter den Kräften, welche auf die Schwingungen einwirken, eine an, die veränderlich
ist, so wird die Veränderung der Schwingungsdauer ein Mafs für die Veränderung der genannten Kraft abgeben, und wenn man
die Veränderung der Kraft durch Einwirkung des zu messenden Stromes entstehen läfst, auch
ein Mafs für diesen bilden.
Hierzu ist besonders eine Kraft geeignet, die so angebracht wird, dafs sie die Punkte a
und b von einander zu entfernen oder ein-
ander zu nähern sucht. Man bringt hierbei am besten das Gelenk a an einem ungefähr
senkrecht zur Linie a-b liegenden Hebelarm ao oder einer eben solchen Blattfeder an. An dem
gleichen Hebelarm oder einem mit ihm verbundenen Hebelarm sitzt der Magnet, das
Eisenstück oder die stromumflossene Spule, auf welche der elektrische Strom in der genannten
Weise von einem in der Nähe angebrachten entsprechenden Theil her (Spule, Magnet, Eisenstück, Elektromagnet) einwirkt.
Charakteristisch ist es für dieses System, dafs die sich anziehenden oder abstofsenden Theile
nur eine verhältnifsmäfsig geringe Bewegung zu einander zu machen brauchen und demgemäfs
in grbfse Nähe und kräftige Einwirkung zu einander gebracht werden können. Auch kann die Anziehung oder Abstofsuns dieser
Theile stets in der gleichen Richtung stattfinden, anstatt mit einer bald von rechts, bald
von links wirkenden Componente.
Ordnet man z. B. das schwingende System derart an, dafs aufser der von dem zu messenden
Strom ausgehenden Kraft keine Kraft auf dasselbe einwirkt, so wird die Schwingungszahl
bei nicht zu grofser Amplitude in der Zeiteinheit sich verhalten, wie die Quadratwurzeln
aus ersterer, und unmittelbar wie die Stromstärke, wenn die sich anziehenden Theile
so angeordnet sind, dafs der Anzug mit dem Quadrat der Stromstärke wächst. Dies ist an
und für sich annähernd erreichbar. Wegen des Angehens und noch anderer Momente wird man aber vorziehen, noch eine andere
Kraft (Schwer- oder Federkraft) auf das System einwirken zu lassen. Durch das Hinzukommen
einer solchen gleichmäfsig wirkenden Kraft wird dann das erstgenannte quadratische Verhältnifs
geändert in dem Sinne, dafs es dem des directen Verhältnisses sich nähert. In dem
gleichen oder annähernden Mafse mufs dann auch die Veränderung dieses Verhältnisses in
der Einwirkung verschiedener Stromstärken sein, was sich unter Anwendung an und für
sich bekannter Formgebungen für die betreffenden Theile ebenfalls erreichen läfst. Es
tritt dann an Stelle der Schwingunsszahlen
O CT
selbst die Zu - oder Abnahme derselben je nach der Richtung der Stromeinwirkung als
Mafs für diese ein. Die Zu - oder Abnahme der Schwingungszahl wird in bekannter Weise,
durch Vergleich mit einer gleichmäfsig gehenden Uhr oder durch Ablesung an einem zwischen
der neuen Vorrichtung und einer solchen Uhr eingeschalteten Zählwerk erkenntlich.
Läfst man die Schwer- oder eine Federkraft so stark auf das System einwirken, dafs die
veränderliche Einwirkung des Stromes nur ein geringes Mehr- oder Mindermafs ausmacht,
so wird die Veränderung der Schwingungszahl der Einwirkung des Stromes annähernd proportional
und werden die Theile, welche diese vermitteln, so gewählt, dafs diese Einwirkung
den Stromstärken oder den Watts u. s. w., je nachdem, was gezählt werden soll, proportional
wird.
Für die oben erwähnten Formgebungen derjenigen Theile, durch welche der- elektrische
Strom einwirkt, stehen verschiedene bekannte Mittel zur Verfügung. Als Beispiele seien die
folgenden genannt; zwei in einander gesteckte
CT O ι Ο
oder sich nahe gebrachte, vom gleichen Strom durchflossene Spulen, deren gegenseitige Anziehung
oder Abstofsung mit dem Quadrat der Stromstärke wächst; eine stromdurchflossene
Spule, die auf ein weiches Eisenstück derart anziehend einwirkt, dafs ein quadratisches Verhältnifs
der Anziehung zur Stromstärke sich ergiebt, was so lange der Fall ist, als der
Eisenkern von seiner magnetischen Sättigung noch entfernt bleibt; eine stromdurchflossene
Spule, die auf ein weiches Eisenstück darartig einwirkt, dafs das letztere schon bei der geringsten
auftretenden Stromstärke seiner Sättigung nahe gebracht wird, was ein nahezu direct
proportionales Verhältnifs zwischen Anziehung und Stromstärke ergiebt; endlich die Verbindung
eines harten Stahlmagneten mit einer stromdurchflossenen Spule, welche Anordnung
in ähnlicher Weise wirkt, wie die vorerwähnte.
Die beschriebene Anordnung läfst sich vielfach abändern. Die Fig. 2 zeigt z. B. eine
derartige Form derselben mit mehreren (fünf) Gelenken, einem festen b bezw. a, zwei schwingenden
c und d und zwei nur wenig beweglichen bezw. α und f oder b und f. Auf
letzteres ist die Einwirkung, des Stromes gedacht. Es können auch beide Gelenke α und b
festgemacht werden, wenn man die Gelenkstangen elastisch dehnbar macht oder elastische
Theile in dieselben einschaltet.
Läfst man den Theil α c, Fig. 2, unter dem Einflüsse der Schwerkraft schwingen, so kann
der eine Theil c b ohne Weiteres wegbleiben und das Gelenk α fest angebracht werden.
Man kann auch mehrere Gelenke im nämlichen Zuge vom Gestänge anbringen (siehe
Fig. 3), welche in unendlich viele übergehen, sobald man statt der starren Theile biegsame,
z. B. eine gespannte schraubenförmige Feder oder eine elastische Schnur anwendet u. s. w.
Statt an einem nahezu ruhenden Theil (dem Hebel a of 0) kann der die Stromeinwirkung aufnehmende
Theil auch auf einem der schwingenden Körper, da, wo dessen Bewegung nur klein ist, angebracht werden, wie aus der Fig. 4 ersichtlich
ist.
Die Gelenke werden entweder aus Federn ähnlich den Pendel-Aufhängefedern, Schneiden,
Spitzen oder sonst wie passend mit Vermeidung von nennenswerther Reibung hergestellt. Bei
Anwendung beweglicher Spulen geschieht die Stromzuführung am besten durch den betreffenden
Drehpunkt, oder in der Nähe desselben, ohne die Beweglichkeit des Systems zu
hindern.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Elektricitätszähler (Ampere-, Watt-, Coulomb-Stundenzähler), gekennzeichnet durch ein schwingendes System von wenigstens drei Gelenken, welches unter dem Einflüsse von Kraft, welche zwischen zwei dieser Gelenke auftritt und dieselben einander zu nähern oder von einander zu entfernen sucht, schwingt, wobei diese Kraft durch die Einwirkung des elektrischen Stromes, welche durch Elektromagnete, Eisenkerne, Spulen in bekannter Anordnung zu einander vermittelt wird, sich vermehrt oder vermindert und dadurch die Schwingungszahl des Systems in der Zeiteinheit verändert, welche Veränderung an einem Zeigerwerk so erkennbar. gemacht wird, dafs sie ein Mafs für die verbrauchte Elektricitäts-, Stromoder Energiemenge abgiebt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE64486C true DE64486C (de) |
Family
ID=338350
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT64486D Expired - Lifetime DE64486C (de) | Elektricitätszähler |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE64486C (de) |
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- DE DENDAT64486D patent/DE64486C/de not_active Expired - Lifetime
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