DE86000C - - Google Patents
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01R—MEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
- G01R11/00—Electromechanical arrangements for measuring time integral of electric power or current, e.g. of consumption
- G01R11/46—Electrically-operated clockwork meters; Oscillatory meters; Pendulum meters
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- General Physics & Mathematics (AREA)
- Vibration Prevention Devices (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Juni 1892 ab.
Bei vorliegendem Elektricitätszähler wird eine Unruhefeder und damit der Gang einer
Uhr von einer oder mehreren von dem zu messenden Strome durchflossenen Spulen in
der Weise beeinflufst, dafs die Unruhefeder nur während eines Theils ihrer Ausschwingung
mit einem federnd oder pendelnd beweglichen zweiten Körper in Berührung kommt und
hierbei einen veränderlichen Widerstand erleidet, welcher durch die von dem zu messenden
Strome beeinflufsten Spulen oder Magnete geregelt wird.
Die in solcher Weise veränderte Geschwindigkeit des Uhrwerkes wird in bekannter Weise
dergestalt zum Registriren der verbrauchten Elektricität verwendet, dafs der Gangunterschied
dieses Uhrwerkes gegen eine richtig gehende Uhr bestimmt wird.
In beiliegender Zeichnung sind in Fig. 1 bis 5 verschiedene Ausführungsformen des nach
obigen Darlegungen construirten Elektricitätszählers veranschaulicht.
Die Uhr, deren wesentliche Theile in Fig. 1 in Verbindung mit einem Zähler dargestellt
sind, arbeitet in der Weise, dafs das unter der Zugkraft einer Aufzugsfeder oder eines Gewichtes
stehende Räderwerk r4 ra
r2 T1 durch
einen Gangordner in seiner Geschwindigkeit geregelt wird. Dies geschieht dadurch, dafs
der an der Unruhe u excentrisch sitzende Stift s bei seinen Schwingungen die um die
Achse a.2 drehbare Gabel g hin- und herwirft
und dadurch den mit derselben verbundenen, ebenfalls auf der Achse a.2 befestigten Anker ^
in geregelter Weise in das Steigrad rx eingreifen
läfst. Diese Bewegung wird durch Uebersetzung mittelst der Räder r2 r3 r4 auf
das Zeigerwerk übertragen.
Die Spiralfeder f ist als Gangordner neben der Unruhe u auf der Achse Ci1 angebracht,
und zwar so, dafs das innere Ende der Spiralfeder f wiederum fest auf der Achse aL sitzt,
während an das äufsere, völlig freie Federende ein seitlicher starrer Ansatzarm ^1 angeschraubt
ist. Dieser freie Federarm J1 ist als Führung
mit der um die Achse a3 drehbaren und durch
das Gewicht ρλ ausbalancirten Stange j verbunden.
Der äufsere freie Federarm ^1 kann
bei den Schwingungen des Systems sich in dem gabelförmigen Ausschnitt g1 des um die
Achse a2 drehbaren Hebels 0 ein wenig hin- und herbewegen. Infolge der Schwungkraft
der Unruheachse und der eigenen Spannkraft der Feder f hat nun das Federende t das Bestreben,
die Stange ο mit der Gabel gx hin-
und herzuwerfen, um sich so mehr Spielraum für ihre Schwingungen zu verschaffen. An
dieser Freiheit der Ausschwingung wird sie nun durch elektromagnetische Kraft verhindert.
Dies geschieht dadurch, dafs an der um die Achse a2 beweglichen Stange 0 ein permanenter
Magnet i angebracht ist, welchem nach Wunsch zum Theil durch die obere Regulirschraube ρ
des Hebels 0 ein Gegengewicht geboten werden kann. Dieser Magnet (oder Eisenkörper oder
Solenoid) i wird nun durch das äufsere Federende t mit in Schwingungen versetzt, schwingt
aber unter dem Einflufs der festen, von dem zu messenden Strome durchflossenen Spule e.
Diese Spule e übt demgemäfs je nach der Stromstärke eine verschieden starke Richtkraft
auf den beweglichen Magneten i aus, welche
(2. Auflage, ausgegeben am 3. Februar i8gj.)
zu der mechanischen Richtkraft des pendelartigen oder mit einer Feder schwingenden
Magneten hinzukommt, während ohne Strom das Uebergewicht des Magneten oder eine Gegenspiralfeder allein als Richtkraft für
den Schwungkörper dient. Dadurch wird die Freiheit der Ausschwingung des äufseren Federendes
t indirect beeinflufst. Bei Kurzschluss z. B. oder sehr starkem Stromstofse wird der
Magnet i und der Doppelhebel ο bezw. die Gabel g1 ganz festhalten und die Uhr geht
dann am schnellsten, da die Schwingungsdauer der Feder f dann voll zur Geltung kommt
und deren Spannkraft dann am meisten wirken kann. Ist kein Strom vorhanden, so ist das
Federende t nur insoweit in seiner Bewegung gehindert, als die Kraft beträgt, welche zum
Ueberwinden der Trägheit des Doppelhebels ο (nebst ρ und z) erforderlich ist. Dieses Trägheitsmoment
von o, welches gleichzeitig als Dämpfung der Ausschwingung des freien Federendes t dient, wird passend bestimmt
durch das Uebergewicht, welches man dem Magneten i gegenüber dem Gegengewichte ρ
giebt, oder durch Hinzufügen einer Dämpfungsfeder. Dadurch erfährt die Feder f auch ohne
Strom eine Richtkraft nach der Ruhelage hin, welche um so gröfser ist, je stärker diese
Pendel wirkung des Gegengewichtes / oder die Kraft, der Feder gemacht wird.
Die Fig. 3, 4 und 5 zeigen gegenüber den Fig. ι und 2 nur geringe Unterschiede. Hier
sind die Anordnungen doppelseitig dargestellt. Statt des permanenten Magneten sind hier zwei
auf Spannung geschaltete Solenoide i i an dem Doppelhebel ο befestigt, welche unter der
elektrodynamischen Einwirkung der beiden vom Strome durchflossenen festen Spulen e e
stehen.
Das äufsere freie Ende der Spiralfeder f ist bei t mit einem seitlichen starren Ansatzarme ti
verbunden, welcher mit einem Ausschnitt.^ die um die Achse a2 bewegliche Stange 0 umschliefst
und hier mit der Schraube h festgespannt ist. Auf diese Weise dient die Stange ο selbst dem Federende t als Halt und
Führung. Bei den Schwingungen der Achse αλ
nebst Unruhe wird nun das äufsere Federende mittelst des Armes ^1 den Doppelhebel 0 nebst
den Solenoiden i i hin - und herzuwerfen streben, um sich so Freiheit für seine Ausschwingungen
zu verschaffen. Je nach der Stärke des zu messenden Stromes werden aber die. Rollen e e anziehend (bei umgekehrter
Stromrichtung abstofsend) auf diese schwingenden Solenoide i i wirken und sie z. B.
bei sehr starkem Strome ganz oder nahezu festzuhalten suchen. In diesem Falle würde
die Uhr am schnellsten gehen, da die Spannkraft der Gangfeder f dabei voll zur Geltung
kommt. Um ferner die sonst übergrofsen Ausschwingungen des freien Federendes t zu
dämpfen und gleichzeitig ein Mittel der Einregulirung zu besitzen, sind hier noch zwei
entgegengesetzt gewundene Spiralfedern V1'V2
angebracht. Diese Dämpfungsfedern sind isolirt mit ihren inneren Enden fest an der Platine
angebracht und mit ihren äufseren Enden ebenfalls isolirt an dem Arm ^1 des äufseren
Federendes befestigt. Durch diese in ihrer Spannkraft gleichen, aber entgegengesetzt an
dem Arm ^1 angreifenden Federn V1 V2 wird
eine bestimmte Richtkraft auf das Federende t und den Hebel ο ausgeübt, wie diese Richtkraft
in Fig. ι und 2 durch die Pendelwirkung des Uebergewichtes der Schraube i erzeugt
wird. Je nachdem man die entgegenwirkenden Federn V1 V2 mehr oder weniger spannt, kann
man eine beliebig starke Dämpfung auf das Federende und die Solenoide ii ausüben und
ist in der Lage, die Wirkungsweise so einzureguliren, dafs man nach Wunsch die genaue
Proportionalität der Uhrdifferenzen mit der elektrischen Kraft erzielen kann. Dieser Dämpfungswirkung der Federn ähnlich läfst sich auch
die Richtkraft des Pendels ο in Fig. 1 and 2 nach Wunsch bemessen, eventuell kann man
gleichzeitig zur genauen Erzielung der Proportionalität bezw. der Empfindlichkeit die
dämpfende Wirkung der Federn und des Uebergewichtes mit einander combiniren. In dieser Form ist der Zähler für Wattstundenzählung zu benutzen und dient gleichermafsen
für Gleich- und Wechselstrom. Die beiden innen und aufsen isolirt befestigten Spiralfedern
V1 v., dienen gleichzeitig als Stromzuführung für die beiden Nebenschlufsspulen i i.
Es unterscheiden sich die dargestellten Elektricitätszähleranordnungen
dadurch wesentlich von anderen Uhrzählern, dafs hier die Beweglichkeit des einen freien Endes einer Gangfeder je
nach der Stärke und eventuell Richtung des elektrischen Stromes mehr oder weniger behindert
ist,* indem sie einer veränderlichen Richtkraft gegenüber einen verschieden starken
Widerstand bei ihren Schwingungen zu überwinden hat. Der Magnetkörper oder das Solenoid befinden sich gleichsam in elastischer
Verbindung mit der schwingenden Achse, was sich auch aus dem Umstände ergiebt, dafs man
bei Festhalten des Magnetkörpers die Uhr selbst nicht anhält, sondern sogar deren Ge-schwindigkeit
bis zum Maximum beschleunigt. Es kommt eben die Spiralfeder je nach der Stromstärke nur während eines verschieden
grofsen Theiles der Schwingung mit ihrer Spannkraft zur Geltung, während ihre eigene
Schwingungsdauer an und für sich ungeändert bleibt.
Wenn der Unterschied in der Eigenschwingungsdauer zwischen der Unruhe nebst Gangfeder
und dem Doppelhebel nebst Magneten
zu grofs gemacht, also z. B. die Solenoide zu schwer sind und an zu langen Hebelarmen
angreifen, so wird die lebendige Kraft, d. h. auch das Trägheitsmoment dieses Magnetensystems
nebst den Dämpfungsfedern zu grofs und dieser Hebel erhält von der Unruheachse entgegengesetzten Impuls als dieselbe selbst
hat, d. h. wenn die Unruhe nach rechts schwingt, schwingt der Magnethebel nach links
u. s. w. Alsdann »jagen« sich beide Theile der Uhr und diese geht noch schneller als
sonst bei festgehaltenem Magnetsystem.
Aus den vorher erläuterten Mitteln, das Trägheitsmoment, die Richtkraft und die Dämpfung
des äufseren freischwingenden Federendes bezw. des mit demselben verbundenen Magnetdoppelhebels
zu verändern bezw. dessen Eigenschwingungsdauer zu variiren, ergiebt sich die Möglichkeit, den Zähler zu reguliren.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Elektricitätszähler, bei welchem von dem zu messenden Strome durchflossene Spulen die Schwingungen einer Unruhefeder und damit den Gang einer Uhr beeinflussen, dadurch gekennzeicheet, dafs die Unruhefeder nur während eines Theiles ihrer Ausschwingung mit einem zweiten, unabhängig für sich federnd oder pendelnd beweglichen Körper in Berührung kommt und hierbei dadurch einen veränderlichen Widerstand erleidet, dafs die schwingende oder pendelnde Bewegung dieses zweiten Körpers von dem zu messenden Strome mit Hülfe von Spulen' beeinflufst wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE86000C true DE86000C (de) |
Family
ID=358086
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT86000D Active DE86000C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE86000C (de) |
-
0
- DE DENDAT86000D patent/DE86000C/de active Active
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