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Verfahren zum Herstellen elektrischer Kondensatoren Gegenstand der
Patentschrift 570 242 ist ein Verfahren zur Herstellung elektrischer Kondensatoren,
bei dem der aktive Körper unter Anwendung von Druck und Wärme in einer Form mit
einem Mantel aus einem beim Erwärmen weich werdenden Isoliermaterial umkleidet wird.
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Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung des in dem Hauptpatent
beschriebenen Verfahrens. Unter Umständen ist es erforderlich, dä.ß der aktive Körper
vor dem Umspritzen unter Druck mit einer oder mehreren ihn ganz oder teilweise fest,
lose oder in gemischter Anordnung umfassenden Halte- oder Schutzvorrichtung ausgerüstet
wird.
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Besteht beispielsweise diese Halte- oder Schutzeinrichtung aus einer
rohrartigen Konstruktion, so kann der in diesem Rohr befindliche aktive Körper unter
dem Druck der einschießenden Isoliermasse darin befestigt werden. Die Befestigung
und der hermetische Abschluß des aktiven Körpers können noch dadurch gesteigert
werden, daß die einschießende Isoliermasse gleichzeitig auch über die Schutzeinrichtung
geführt wird. Es ist in solchem Falle besonders vorteilhaft, die Schutzeinrichtung
aus derselben oder einer der. Spritzmasse verwandten Masse zu wählen oder eine Masse,
die bei der Einwirkung von Hitze und Druck ebenfalls plastisch und gegebenenfalls
flüssig wird, oder einen relativ weichen, unter Druck und Wärme nachgebenden Stoff.
Rohrartige Halte- oder Schutzvorrichtungen bzw. -einrichtungen wird man am vorteilhaftesten
bei zylinderartig oder ähnlich konstruierten aktiven Körpern zur Anwendung bringen.
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Das Verfahren, den oder die aktiven Körper vor der Umkleidung mit
Isoliermasse unter Druck und Wärme mit der vorgenannten Halte- oder Schutzeinrichtung
zu versehen, birgt eine ganze Reihe technischer und wirtschaftlicher Vorteile in
sich, und es sollen einige derselben nachstehend erläutert werden.
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Angenommen, es handelt sich um die Umspritzung des aktiven Körpers
eines kleinen Stabkondensators von etwa iooo cm, -und der aktive Körper steckt in
einer Halteeinrichtung, die rohrartig ausgebildet ist; die Konstruktion des Rohres,
ob ein- oder mehrteilig u. dgl., ist hierbei unwesentlich. Der aktive Körper des
als Beispiel ausdrücklich klein gewählten Stabkondensators kann trotz seiner Empfindlichkeit
unter einem für ihn nunmehr völlig unschädlichen hohen Druck umspritzt werden, weil
der Hauptdruck durch die Halteeinrichtung abgefangen wird. Durch den höheren Druck
wird die Arbeitsleistung erheblich gesteigert.
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Da der höhere Druck die Struktur der Isoliermasse bedeutend inniger
gestaltet und die von keiner Halteeinrichtung geschützten Anschlußstücke bzw. die
frei aus der gespritzten Isoliermasse herausragenden Kontakte den erhöhten Druck
direkt erhalten, also fester umklammert
werden, ist auch die Feuchtigkeitsabdichtung
des eingebetteten aktiven Körpers nach jeder Richtung hin in bedeutend höherem Mäße
gewährleistet ; der Kondensator wird demgemäß hochwertiger.
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Der aktive Körper braucht nicht mehr mit einer teuren und zeitraubenden
Schutzarmierung ausgerüstet werden, da seine Halteeinrichtung, also das vorgenannte,
als Ausführungsbeispiel angeführte ihn umgebende bzw% über ihn geschobene Rohr,
diese Armierung voll und ganz ersetzt.
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Die bisher hohe Ausschußziffer durch exzentrische Verlagerung des
aktiven Körpers und sein sog. Wanderze während des Spritzvorganges ist durch das
erfindungsgemäße Verfahren beseitigt, da die Haltevorrichtung den aktiven Körper
vor, während und nach dem Spritzvorgange in derForm automatisch zentriert und außerdem
in jeder gewünschten Lage festhält.
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Zur Unterstützung vorgenannter Zentrierung und Festhaltung sowie zur
Erreichung einer gleichmäßigen Umffießung des aktiven Körpers und evtl. seiner ihn
umgebenden Halte- bzw. Schutzeinrichtung mit Spritzmaterial können beide Teile bzw.
auch nur ein Teil mit als Anschläge, Nocken, Distanzstücke o. dgl. ausgebildeten
Organen versehen werden, die ebenfalls einer beliebigen Anordnung oder Konstruktion
unterworfen sein und aus beliebigem Material bestehen können.
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Durch die vorbenannte zwangsmäßige Zentrierung und Festhaltung kann
auch die erforderliche Wandstärke der den aktiven Körper und seiner evtl. mitumspritzten
Halteeinrichtung umgebenden Isoliermasse auf ein Minimum gebracht werden, wodurch
zwangsläufig eine große Ersparnis an Spritzmaterial erreicht wird. Der Nachteil,
daß bisher die vorgenannte Wandstärke übermäßig stark gehalten werden mußte, um
einen Ausgleich für den meistenteils exzentrisch in der umspritzten Isoliermasse
liegenden aktiven Körper zu schaffen, ist also-nunmehr völlig behoben.
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Da die Halte- oder Schutzeinrichtung den hauptsächlichsten Druck der
in die Form einschießenden über und um den aktiven Körper fließenden Spritzmasse
abfängt, wird jegliche Deformierung des aktiven Körpers verhindert; die elektrischen
Werte des Kondensators bleiben dadurch konstant, und es wird die sonst übliche Ausschußziffer
auch nach dieser Richtung hin vollkommen ausgeschaltet.
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Wird beispielsweise schon unter dem Umstand der schädliche Druck des
einschießenden Spritzmaterials auf den aktiven Körper aufgehoben, wenn dieser in
einer weichen, auch plastischen bzw. elastischen oder aber vorerst festen und während
des Spritzvorganges weich, plastisch oder flüssig werdenden Halteeinrichtung bereits
vor der Fertigspritzung Aufnahme gefunden hat, wobei unter Berücksichtigung der
dem Spritzdruck bis zur gewollten Grenze nachgebenden oder plastisch bzw. flüssig
werdenden Halteeinrichtung es auch genügte, diese allein zu umspritzen, so steht
in bezug auf die Schätzung des aktiven Körpers auch dem nichts im Wege, wenn die
Halteeinrichtung aus einem harten, schwer oder überhaupt nicht schmezenden oder
weich bzw. plastisch werdenden beliebigen Material besteht; hierbei könnte sogar
von einer Umspritzung bzw. Einbettung mit Spritzmaterial der Halteeinrichtung Abstand
genommen werden.
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Es sei zusammenfassend nochmal kurz auf die Vorteile des Verfahrens
zur Herstellung elektrischer Kondensatoren gemäß der Erfindung hingewiesen, bei
dem die für den aktiven Körper vorgesehene Halte= oder Schutzeinrichtung eine Mehrfachfunktion
und -ausnutzung erfüllt.
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a) Zwangsläufige Zentrierung und Festhaltung des aktiven Körpers vor,
während und nach der Umspritzung, folglich: Ausschußvermiiiderung.
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b) Herabsetzung der Spritzmassenwandstärke des aktiven Körpers auf
ein Minimum durch dessen maßliche Abgrenzung in seiner Schutzeinrichtung, folglich:
Spritzmaterialersparnis.
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c) Schnell aufeinanderfolgende Spritzvorgänge durch die Festlegung
des aktiven Körpers, folglich: gesteigerte Arbeitsleistung.
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d) Höherer und für den geschützt liegenden aktiven Körper gefahrlos
anzuwendender Spritzdruck, folglich: dichtere Strukturgestaltung und gleichzeitig
erhöhte mechanische Festigkeit des Spritzmaterials und des Kondensators insgesamt.
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e) Blasenfreies Gefüge der Umkleidung des aktiven Körpers durch den
höheren Spritzdruck, folglich: erhöhte Luft- und Feuchtigkeitsabdichtung bei gleichzeitig
längerer Kapazitätskonstanthaltung und Lebensdauer des Kondensators.
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Soll jedoch der aktive Körper eines flachen sog. Normalkondensators,
wie er. bei der Reichspost oder in der Radiotechnik verwendet wird, oder ein aktiver
Körper anderer Konstruktion von beliebiger Abmessung u. dgl. vermittels des Spritzverfahrens
hergestellt werden, so ist auch seine Halte- bzw. Schutzeinrichtung anpassungsgemäß
auszuführen. Aus Gründen der Materialersparnis könnten evtl. vorhandene größere
Lücken vor dem Spritzvorgang mit einem anderen, möglichst billigeren Stoff als die
normalerweise verwandte Spritzmasse, ausgefüllt werden.