DE632352C - Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhaertens von Moertel und Beton - Google Patents

Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhaertens von Moertel und Beton

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DE632352C
DE632352C DEF79105D DEF0079105D DE632352C DE 632352 C DE632352 C DE 632352C DE F79105 D DEF79105 D DE F79105D DE F0079105 D DEF0079105 D DE F0079105D DE 632352 C DE632352 C DE 632352C
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    • C04B2111/00068Mortar or concrete mixtures with an unusual water/cement ratio
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Description

  • Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhärtens von Mörtel und Beton Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens undHärtens von Mörtel und Beton, insbesondere von Zementbeton.
  • Es ist bekannt, den Erhärtungsvorgang des Betons durch äußere Wärmezufuhr, z. B. durch Heißluft, gespannten oder nichtgespannten Dampf, Durchleitung von elektrischer Energie, zu beschleunigen und dabei Erhitzungstemperaturen von ioo° C und mehr anzuwenden; aber alle diese Arten der Hitzebehandlung von Beton haben bisher nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Wenn auch die Erhitzung eine Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens hervorruft, so ist doch die erhaltene Ware porös und in bezug auf Festigkeit und Aussehen mangelhaft. Außerdem ist auch die Beschleunigung des Abbindens und Härtens unregelmäßig. Eingehende Untersuchungen des Erfinders haben ergeben, daß diese Übelstände auf eine Wasserabspaltung des Betons zurückzuführen sind. Die Vorgänge des Abbindens und Erhärtens haben ein Freiwerden von Wärme zur Folge, und diese Wärme, die zur Erhitzungswärme hinzutritt, bringt den Beton auf eine Temperatur,, die höher als die Temperatur der erhitzenden Umgebung ist, so daß eine richtige Trockenverdampfung des im Beton enthaltenden Wassers eintritt. Der Erfinder hat nun festgestellt, daß sich ein Beton, der im Augenblick seines Gießens in die Form einen Wasserüberschuß enthält, wenn er einer kräftigen Rüttelung und, Pressung unterworfen und dadurch unter Entfernung des durch die Fugen der Form austretenden Wasserfiberschusses dicht gemacht ist, in diesem verdichteten Zustand ohne Nachteil der Erhitzung unterziehen läßt und diese vollkommen aushält sowie nach einer außerordentlichen kurzen Erhitzungsdauer vorzügliche mechanische Festigkeitseigenschaften aufweist, die mindestens den Eigenschaften gleichkommen, die er ohne Erhitzung nach Verlauf mehrerer Tage erlangen würde. Nach der Erfindung wird daher zur Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens von Beton und Mörtel, insbesondere von Zementbeton, so vorgegangen, daß ein anfangs einen Wasserüberschuß enthaltender Beton zunächst einer Rüttelung unter Austreiben des Wasserüberschusses und dann einer Pressung unterworfen wird, worauf das hierdurch homogenisierte und verdichtete Produkt einer Erhitzung, beispielsweise mit Dampf von ioo° C und mehr, ausgesetzt wird.
  • Die erfindungsgemäß erzielte außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit von Beton gegen Wasserabspaltung hat vermutlich ihre Ursache darin, daß die Rüttelung, welche auf die in einem Flüssigkeitsüberschuß in Schwebe befidlil.fgtr;leilchen des Betons .einwirkt,. _zurlFq@gefhg@.daß diese Teilchen in vollkommener Weise, geordnet werden,, indem alle vorher zwischen ihnen vorhandenen Leerräume ausgefüllt werden - und: ein Teil des Wasserüberschusses, der aus der Form austritt, verdrängt wird. Dadurch wird ein dichtes Erzeugnis erzielt; dessen Dichtheit noch durch die nachfolgende Pressung erhöht wird, so daß das zuletzt der Erhitzung unterworfene Produkt außerordentlich dicht und ohne Poren ist, was. die Verhinderung des Austreibens des rückständigen Wassers durch die' Erhitzung erklärt und die Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit der mit der Erhitzung verbundenen Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens dieses Betons bedingt.
  • Es ist bereits bekannt, einen wenig feuchten Mörtel zu pressen und dann im Druckkessel mit Dampf von 8 bis ioAtm. zu behandeln. Dieses Verfahren weist nicht die für die Arbeitsweise der Erfindung wesentliche Rüttelung auf, und außerdem geht es nicht von einem, einen Wasserüberschuß enthaltenden, sondern von einem wenig' feuchten, d. h. trockenen Gemisch aus. Damit sind alle jene Anwendungsgebiete verschlossen, -welche das anfängliche Vorhandensein eines Wasserüberschusses im Betongemenge erfordern, so namentlich alle Eisenbetonkonstruktionen mit dichter Bewehrung. Ferner ergibt die Pressung eines solchen wenig feuchten Gemisches poröse Produkte, .die infolgedessen bei der Erhitzung rasch dehydratisiert werden, insbesondere wenn die Erhitzung ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt und vor allem, wenn hierfür Dampf mit einem Druck nahe dem Atmosphärendruck, nämlich Dampf von ioo° C, verwendet wird. Ferner bedingt die Erhitzung im Druckkocher unter einem Dämpfdruck von 8 bis io kg eine ganz besondere Behandlung, die vielleicht möglich ist, wenn es sich um zusammengeballte Körper von kleinen Abmessungen handelt, nicht aber sich bei der Herstellung von Eisenbetonkörpern großer Abmessungen anwenden läßt.
  • Der Erfinder hat bereits ein Verfahren zum Behandeln von Beton durch vereinigte Anwendung von Rüttelung und Druckwirkung vorgeschlagen, das die Dauer des Abbindens und Erhärtens des Betons ganz erheblich zu verkürzen gestattet, und hat ferner angegeben, daß eine nach Rüttel- und Druckbehandlung bewirkte Erwärmung des Betons günstige Ergebnisse hinsichtlich der Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens des Betons zeitigt. Indessen ist gemäß diesen Veröffentlichungen des Erfinders die Heiztemperatur begrenzt und muß außerdem so eingestellt werden, daß die Wasserabspaltung des Betons dadurch vermieden wird, daß der erhitzte Beton in Berührung mit einer wassergesättigten Umgebung von einer über der inneren Temperatur des Betons liegenden Temperatur ist. Diese Vorsichtsmaßregeln beeinträchtigen die _ he@ueme und einfache Durchführung des Verfährens und dessen allgemeine Anwendbarkeit und beschränken außerdem seine Wirksamkeit.
  • Demgegenüber bringt die Erfindung die weitergehende Erkenntnis, daß man durch genügend weit getriebenes Rütteln und Pressen des Betons die Möglichkeit erhält,, den Beton einer kräftigen und selbst einer sehr grob und stoßweise durchgeführten Erhitzung bei hoher Temperatur in der Größenanordnung von z. B. roo° C und sogar darüber ohne Anwendung irgendeiner besonderen Vorsichtsmaßregel zu unterwerfen und so _ eine außerordentliche und gleichbleibende Beschleunigung des Abbindens und Erhärtens des Betons infolge der dem Beton durch diese Rüttelung und Druckwirkung erteilten außerordentlichen Dichtheit und der sehr geringen im .Beton vorhandenen Wassermenge zu erzielen.
  • Die Erhitzung kann bei dem Verfahren der Erfindung reit Wasserdampf von ioo° C oder auch mit Druckdampf von höherer Temperatur durchgeführt werden. Der Beton erreicht dann sehr schnell, insbesondere in dicken Stücken, und außerdem auf Grund einer geringen äußeren Wärmezufuhr eine die Dampftemperatur wesentlich überschreitende Temperatur, die durch die Wärmeentwicklung seiner Abbindungsr eaktion bedingt ist, und es ergibt sich eine gleichzeitig sehr rasche und sehr regelmäßige Erhärtung der Betonmasse. Auf diese Weise kann eine Härte, die der Härte von gewöhnlichem, 6 Monate altem Beton gleichkommt, in einem Zeitraum von etwa 2 Stunden erzielt werden, während ein nicht gerüttelter und nicht gepreßter Beton bei gleicher Erhitzung nach dieser Behandlungszeit nur sehr mittelmäßige oder überhaupt keine und auf alle Fälle ganz unregelmäßige Festigkeitseigenschaften zeigt.
  • Für verschiedene Anwendungszwecke wird der Beton zu sog. plastischer Konsistenz angefeuchtet und dann in Formen eingebracht, die derEinwirkung von exzeritrischenMassen ausgesetzt sind, die in mit den Formen verbundenen L 'gern mit Geschwindigkeiten in der Größenordnung von zwei- bis. sechstausend Umdrehungen in der- Minute umlaufen. Die Einwirkungsdauer dieser Massen ändert sich nach dem Verhältnis zwischen räumlichem Fassungsvermögen der Form und der Energie der erzeugten Beschleunigungen. Wenn diese hinreichend sind, um bemerkbare elastische Formänderungen der Form oder Beschleunigungen von einer die Schwere überschreitenden Größenordnung hervorzurufen, können einige Minuten Rüttelung genügen. Wenn die Stärke der Rüttelung geringer ist, kann es angebracht sein, die Zeit der Rüttelung auf i Stunde zu verlängern.
  • Der Druck kann zwischen 5 und ioo kg(cm22 oder auch mehr schwanken. Man kann selbst kleinere Drucke anwenden, wenn ihre Wirkungsdauer verlängert wird, und für sehr niedrige Drucke wird man die Rüttelung während der Druckanwendung aufrechterhalten müssen. Man kann dann bis zu Drukken in der Größenordnung von einigen hundert Gramm auf das Quadratzentimeter herabgehen. Im übrigen verläuft die der Erfindung zugrunde liegende Erscheinung des raschen Erhärtens von durch genügende Rüttel- und Druckwirkung verdichtetem und dann kräftig erhitztem Beton stetig; es findet eine schrittweise zunehmende Besserung des Erbärtungsvorganges und seiner Regelmäßigkeit im Maße der durch vereinigte Rüttelung und Druckwirkung erzielten Verminderung des Wassergehaltes des Betons statt. Die Dauer der auf den Beton vor der Erhitzung ausgeübten Druckwirkung kann sich von i bis 3o Minuten je nach der hierfür aufgewendeten Energie, der Dicke der behandelten Körper und der Leichtigkeit, mit der die Form das Wasser austreten läßt, ändern.
  • Nach dieser Druckwirkung hat der ursprünglich plastische Beton, bevor irgendwie das Abbinden beginnt, eine bemerkenswerte Härte erlangt, die erheblich höher als die Härte ist, die durch Pressen eines feuchten Betons selbst bei Unterstützung der Druckwirkung durch Rüttelung erreicht werden kann. Der Beton enthält weniger Wasser, als wenn er feucht angemacht und dann gepreßt worden wäre. Es möchte zunächst scheinen, daß er sehr zur Wasserabspaltung neigt, aber es hat sich im Gegenteil gezeigt, daß dies sehr wenig-- F 11 '-ist: ° Die kleine in dem Beton entha'Itehtie -Wässertnenge ist mit der Betonmasse sehr kst verbunden, da diese eine hohe Dichtigkeit aufweist und daher für Wasser auch in Dampfform sehr wenig durchlässig ist. Der Beton kann nunmehr sehr kräftig erhitzt und in Berührung mit Dampf von ioo° C und mehr gebracht werden. Insbesondere kann man seine Temperatur über die Umgebungstemperatur durch die Wirkung der Abbindungswärme des Zements ansteigen lassen, ohne der Regelmäßigkeit und der Güte der Erhärtung zu schaden.
  • Man kann den Wasserdampf von ioo° oder mehr an wärmeleitenden, mit dem Beton in Berührung befindlichen Wänden entlang führen oder in das Innere des Betons durch beim Gießen des Betons gebildete Hohlräume oder Kanäle einleiten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhärtens von Mörtel und Beton, insbesondere von Zementbeton, mittels Erhitzung, dadurch gekennzeichnet, daß ein anfangs einen Wasserüberschuß enthaltender Beton zunächst einer Rüttelung unter Austreiben des Wasserüberschusses und dann einer Pressung unterworfen wird, worauf das hierdurch homogenisierte und verdichtete Produkt einer Erhitzung, beispielsweise mit Dampf von ioo° C oder mehr, ausgesetzt wird. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasserdampf von ioo° C oder mehr an wärmeleitenden, mit dem Beton in Berührung befindlichen Wänden entlang führt oder in das Innere des Betons durch beim Gießen des Betons gebildete Hohlräume oder Kanäle einleitet.
DEF79105D 1935-01-15 1935-03-29 Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhaertens von Moertel und Beton Expired DE632352C (de)

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ID=8992472

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DEF79105D Expired DE632352C (de) 1935-01-15 1935-03-29 Verfahren zum Beschleunigen des Abbindens und Erhaertens von Moertel und Beton

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DE (1) DE632352C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE740470C (de) * 1939-12-06 1943-10-26 Ewald Hoyer Verfahren zum beschleunigten und spannungsfreien Erhaerten von Beton unter Anwendung von Waerme
DE1016180B (de) * 1951-05-11 1957-09-19 Ici Ltd Verfahren zur Herstellung von saeurebestaendigem Zement

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE740470C (de) * 1939-12-06 1943-10-26 Ewald Hoyer Verfahren zum beschleunigten und spannungsfreien Erhaerten von Beton unter Anwendung von Waerme
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