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Verfahren zur Herstellung von Wundpflastern Laut vorliegender Erfindung
wird aus Kautschuk ein Wundpflaster hergestellt, das den technischen Vorteil vor
dem bekannten hat, daß durch die verschiedenen Kombinationsbedingungen des Verfahrens
eine atmende, für Bakterien undurchlässige Kautschukpflasterschicht erhalten wird,
die gleichzeitig heilende Zusätze enthält. Ein solches Wundpflaster war nicht bekannt,
da man Kautschuk für Wundpflasterzwecke nicht verflüssigen und in eine Konsistenz
überführen konnte, die Filme größter Porenfeinheit erlaubt, so daß keine Bakterien
o. dgl. von außen zur Wunde durchdringen können.
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Gegenüber anderen bekannten Verfahren zur Verflüssigung von Kautschuk
hat das neue Verfahren den Vorteil; daß es Kautschukdispersionen ermöglicht, die
nicht aus Kautschuk allein bestehen, sondern auch bekannte Wundheil- oder Desinfektionsmittel
sowie Klebfähigkeit erhöhende Zusätze in Form von heilenden Balsamen oder Wachsen
in kolloidaler Dispersion aufnehmen können.
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Es ist bekannt, daß Kautschulz: selbst ohne die Verarbeitung laut
vorliegender Erfindung in Form seiner einfachen Lösungen sich nicht mit derartigen
Stoffen homokolloidal vereinigt; es war nicht bekannt, daß vulkanisierte Kautschukdispersionen
in leicht abdunstenden gesättigten Kohlenwasserstoffen homokolloidal verteilt werden
können.
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Daher wird offensichtlich bei der Herstellung von Kautschukwundpflastern
in flüssiger Form durch Druckerhitzung eine neue Wirkung erzielt, und dieses Wundpflaster
ist nicht als eine einfache Mischung von Kautschuk und Zusätzen zu betrachten. Erst
durch Erhitzen des Kautschuks, also Thermoplastischmachen und Vulkanisieren, wird
die neue technische Wirkung erreicht. Dabei werden nur solche Kohlenwasserstoffe
angewendet, die unter ioo° sieden. Auf diese Weise wird ein atmender Film erzielt,
der aber Bakterien nicht zur Wunde dringen läßt und daher als Schutz für die Wunde
dient.
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Verwendet 'man nichtvulkanisierten Kautschuk als Bindemittel, so muß
gleichfalls erhitzt werden, da Kautschuklösungen, die einer Druckerhitzung nicht
unterworfen wurden, eine genügend homogene Verteilung der zugesetzten Heilstoffe
nicht erlauben. Infolge ihrer gelatinierenden Eigenschaften bilden nichtvulkanisierte
Kautschukpflaster weit weniger homogene, gleichmäßige Filme als vulkanisierte Kautschukpflaster,
und ein Zusatz von speziellen Alterungsschutzmitteln, die nicht gerade wohltuend
auf die Wunden wirken, ist erforderlich.
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Durch folgende Beispiele wird das Verfahren näher erläutert. Beispiel
i 15 Teile natürlicher oder synthetischer nichtvulkanisierter gebleichter Parakautschuk,
6o Teile Petroläther, i o Teile Athyläther, io Teile Essigsäuremethyl- oder -äthylester
und i Teil Terpentin werden mit i bis 2,5 ojo Schwefel i bis q. Stunden lang
bei einer Temperatur von 150° unter starkem Schlage, Kneten oder, Umrühren in einem
geschlossenen
Gefäß unter Druck vulkanisiert. Man erhält eine homogene,
leicht fließende, kolloidale, vulkanisierte Kautschukdispersion, zu der man nach
dem Erkalten, Vorreinigen und' -# nach bekannten Methoden efie notwendigen Heilmittel
unter energischem-Umrühren zufügt und das flüssige Wund==: pflaster je nach Bedarf
mehr oder weniger eindampft, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten.
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Die schwach vulkanisierte, Heil- und Wundmittel enthaltende Kautschukdispersion
hat den großen Vorzug, daß das vulkanisierte Kautschukpräparat wegen seines Schwefelgehalts
selbst als gelindes Desinfektionsmittel wirkt, dabei einen flüssig verlaufenden
Film bildet, in dem die Heilmittelzusätze gleichmäßig verteilt sind. Auf diese Weise
benötigt man nur geringe Mengen von Desinfektionsmitteln als Zusätze. Beispiel a
15 Teile natürlicher oder synthetischer nichtvulkanisierter gebleichter Parakautschuk,
6o Teile Petroläther, i o Teile Athyläther, i o @ Teile Essigsäuremethyl- oder -äthylester
und i Teil Terpentin werden bei Anwesenheit von Balsamen, aber bei Anwesenheit von
Schwefel und durch Hitze und Druck sieh spaltender Heilmittel r/2 bis 3 Stunden
lang in einem Autoklaven bei Überdruck auf @ 13o bis 150° unter starkem Umrühren
oder Kneten oder Sehlagen (Kolloidmiihle} behandelt.
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Es bildet sich gleichfalls ein homogener klarer Film, der nach dem
Erkalten unter Zuführung von Heilmitteln und Desinfektionsmitteln einen feinporigen
Film-(rooooo und mehr Poren/ccm) liefert, wodurch erst eine vollkommene Abdunstung
der flüchtigen Dispexsionsmittel sowie eine gute Wirkung der Heilmittel erzielt
wird.
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Es war nicht bekannt, daß flüssige, nichtvulkanisierte - noch weniger
vulkanisierte -Kautschukdispersionen das Zuführen von Heilmitteln und deren homogene
Verteilung erlauben, ohne daß sie absetzen, und daß dann ':das flüssige Kautschukpflaster
zum Schutz von Wunden und als Heilmittel verwendet werden km.. Ebenso wußte man
nicht, daß -man '= dürch Auswahl besonderer Dispersionsmittel nicht nur leicht abdunstende,
sondern auch feinstporige Filme aus solchen Kautschukdispersionen herstellen kann.
-Die Mischungsverhältnisse der Lösungs-und Dispersionsmittel, z. B. zwischen Petroläther"
Äther und Essigestern usw., können in recht weiten Grenzen verändert werden und
gehören dabei alle in den Bereich der vorliegenden Erfindung.
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Außer den angegebenen Estern, wie Äthern, können auch andere Säureester,
wie Äther, mit einem Siedepunkt zwischen 3o und 8o° (höchstens bis foo°) verwendet
werden, wenn diese völlig neutral gehalten werden und die Wunde nicht angreifen.
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Ebenso können statt Wundbalsamen auch andere geeignete Stoffe als
die Klebfähigkeit erhöhende Mittel verwendet werden, z. B. Terpene, reine Harze
(reines Kolophonium), aber auchi tierische oder pflanzliche Wachse und schließlich
Paraffine, wenn diese in Dispersion oder in Lösung zugeführt werden können.