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Maschine zum Schneiden sehr dünner Bretter Die Erfindung bezieht sich
auf eine Maschine zum Schneiden sehr dünner Bretter oder Furniere aus vorgeschnittenen
Stämmen oder Balken längs der Faser mit Hilfe eines Kreismessers. Die mit der Maschine
erzeugten sehr dünnen Bretter können vielfache Anwendung finden, beispielsweise
für alle im Tischlereigewerbe üblichen Zwecke, ferner zum Herstellen von Verpackungskistchen
oder Teilen davon, von starken Spanschachteln, Fassungen von Handsieben o. dgl.
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Um kleine Schnitte, wie sie z. B. beim' Gehrungsschneiden oder beim
Schneiden von Leisten aus fertigen Brettern vorkommen, auszuführen, wurden bereits
an Stelle von Sägeblättern gelegentlich auch Kreismesser benutzt. Beim Gegenstand
der Erfindung handelt es sich jedoch darum, aus ganzen Stämmen oder Balken, die
lediglich vorgeschnitten sind, lang durchgehende sehr dünne Bretter zu gewinnen,
die erst bei der Weiterverarbeitung in kleine Abschnitte zerlegt werden, und es
ist das Ziel der Erfindung, die ganzen vorgeschnittenen Stämme oder Balken verlustfrei
in die furnierartig dünnen Bretter zu zerlegen.
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Eine Maschine, bei der durch ein mechanisch angetriebenes Kreismesser
dünne Brettchen von vollen Holzblöcken abgeschnitten werden, ist bekannt, jedoch
erfolgt bei ihr die Schneidbewegung umgekehrt wie beim Gegenstande der Erfindung.
Während bei letzterem ein sägeblattdünnes Kreismesser an seinem Platze bleibt und
der Stamm oder Balken an ihm entlang bewegt wird, läuft bei der bekannten Maschine
das eine Drehung um seine eigene Achse erfahrende Kreismesser im Kreise um die Mittelachse
der ganzen Maschine herum. Diese enthält in einem runden Tisch mehrere (acht) Klötze,
die einzeln eingespannt sind und dem kreisenden Messer dargeboten werden. Die Drehung
des bekannten Messers um seine eigene Achse verursacht zwar einen ziehenden Schnitt
nach dem Eindringen in den Klotz, aber der Beginn des Schnittes wird praktisch nur
durch die Umlaufbewegung herbeigeführt und ähnelt infolgedessen einem Hackvorgange.
Deshalb ist das Kreismesser der bekannten Maschine nicht sägeblattdünn; sondern
es verdickt sich von seiner Schneide bis zur Mitte auf die doppelte Tischdicke.
Diese Messerform ist unerläßlich, weil das Messer andernfalls Schwingungen erleidet,
bei denen kein sauberer Schnitt entstehen kann. -Sind die zu verarbeitenden Holzklötze
nicht genau gleich, so können die Schwingungen wegen der ungleichen Aufschlagrückwirkungen
sogar periodisch werden. Die Anwendung eines sägeblattdünnen Messers verbietet sich
in jedem Falle.
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Bei der bekannten Maschine sind ferner Sonderhilfsmittel vorhanden,
um alle einzelnen Klötze so einzuspannen, daß sie von dem
umlaufenden
Kreismesser nicht aus ihrer Stellung herausgeschlagen werden können, und weitere
Hilfsmittel, um jeden Klotz nach Ausführung eines Schnittes selbsttätig so, weit
vorzuschieben, daß beim nächsten Vorbeigange des Messers ein neues Furnierblatt
o. dgl. abgetrennt werden kann. Die bekannte Maschine hat sich zwar auch die Aufgabe
gestellt, den Werkstoff schnittverlustfrei in Brettchen (Furniere, Batterierechen,
Dachschindeln) zu zerlegen, aber die Ersparnis an Schnittverlust wird durch eine
so kostspielige und empfindliche Maschine erkauft, daß in Wirklichkeit eine Verteuerung
des Erzeugnisses eintreten muß.
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Da die bekannte Maschine nur Brettchen von geringer Länge und Breite
schneiden kann, ergibt sich ferner aus dem Zuschneiden der einzelnen Klötze schon
ein beträchtlicher Werkstoffverlust, bevor die Maschine in Tätigkeit tritt, zumal
alle Klötze gleich groß sein müssen, denn sonst entstände außer andern Mängeln auch
der, daß man die Maschine oft stillsetzen müßte, um nur einzelne Klötze durch neue
zu ersetzen, während die anderen._ noch nicht aufgearbeitet sind. Von jedem Klotz
bleibt außerdem das zum zuverlässigen Einspannen erforderliche Stück als Rest übrig.
Trotz schnittverlustfreien Abtrennens der Brettchen entsteht also außerhalb der
Maschine und durch die nicht ohne weiteres nutzbringend verwendbaren Klotzreste
eine so große Menge Abfall, daß die Aufgabe durch die bekannte Maschine keine praktisch
brauchbare Lösung gefunden hat.
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Während die bekannte Maschine mit ihrer Schneidweise den Hackmaschinen
für die Papier- und Pappenherstellung und mit'der Anordnung des .Werkstoffes etwa
den Holzschleifmaschinen derselben Technik ähnelt, ist dem Gegenstande der Erfindung
ein völlig abweichendes Vorbild zugrunde gelegt worden. Sie kennzeichnet sich dadurch,
daß ein nach Art des Tisches einer Metallhobelmaschine langsam und stetig hin und
her bewegter Schlitten zum Auflegen und Festspannen der Werkstücke vorgesehen und
an dem Schlittenbett seitlich ein Doppelsupport der bei Metallbearbeitungsmaschinen
üblichen Art angebracht ist, der ein im wesentlichen sägeblattdünnes Kreismesser
trägt.
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Die gleichmäßige und langsame Vorschubbewegung des Schlittens der
Maschine gemäß der Erfindung gestattet die Anwendung eines sägeblattdünnen Kreismessers
und damit das schnittverlustfreie Abtrennen sehr dünner Bretter von ganzen vorgeschnittenen
Stämmen oder Balken bei #erreichbar günstigster Betriebsweise. Dabei kann je nach
der Holzart das Kreismesser entweder nur durch das langsam und stetig vorrückende
Werkstück gedreht werden, also frei umlaufen, oder man kann es auch mechanisch antreiben.
Bei der völlig stoß- und schlagfreien Bewegung des .Werkstückes durch den Schlitten
erleidet das kreismesser nur sehr geringe Schwingungen, und zwar ohne periodisches
Auf- und Abklingen, so daß ein einwandfreier Schnitt längs der Faser gesichert ist.
Innerhalb der Abmessungen des Schlittens ist die Maschine in keiner Weise an bestimmte
Abmessungen der Werkstücke gebunden, und jeder beliebige, auf dem Schlitten festspannbare
Balken wird schnittverlustfrei aufgearbeitet. Das letzte, die Tischklauen nicht
mehr überragende Balkenstück ist ein in jeder Tischlerei sofort verwendbares starkes
Brett. Außer den unvermeidbaren Verlusten durch das Besäumen und Beschneiden der
Stämme oder Balken vor deren Einbringen in die Maschine, die aber wegen der Verarbeitung
des Balkens als Ganzes das gewöhnliche Maß nicht überschreiten, entstehen also überhaupt
keine Verluste.
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Die Maschine gemäß der Erfindung zeichnet sich also nicht nur durch
das schnittverlustfreie Schneiden von sehr dünnen Brettern, sondern auch durch das
gänzlich verlustfreie Aufarbeiten vorgeschnittener Stämme oder Balken zu sehr dünnen
Brettern aus. Hierzu kommt als weiterer technischer Fortschritt die Einfachheit
der Hilfsmittel, durch welche das Erfindungsziel erreicht wird, und diese Einfachheit
gewährleistet zugleich eine überlegene Unempfindlichkeit und Betriebssicherheit.
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Für breitere Balken oder auch härtere Holzarten ist gemäß der Erfindung
noch vorgesehen, an dem Doppelsupport beispielsweise mit Hilfe einer Schwinge mehrere
Kreismesser hintereinander anzuordnen, welche das Werkstück gleichzeitig stufenweise
durchschneiden. Schließlich kann auf beiden Seiten des Schlittenbettes je ein Support
mit mehreren Kreismessern, die an j e einer Schwinge sitzen, angebracht sein.
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Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt. Es, sind Fig. i eine Seitenansicht der Maschine, Fig. a eine
Stirnansicht, Fig. 3 ein Grundriß, Fig. ¢ eine Teildraufsicht bei mehreren Kreismessern.
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Gemäß Fig. i bis 3 entspricht die Maschine mit ihrem Aufbau aus einem
Schlittenbett i, aus dem Doppel- oder Kreuzsupport a, 3 mit einem sägeblattdünnen
Kreismesser q. sowie aus dem durch ein Getriebe mit Fest- und Losscheiben 6 bewegten
Schlitten 5 einer vereinfachten Form einer Metallhobelmaschine. Zum Aufspannen des
Werkstückes auf den
Schlitten 5 genügen einfache Klauen. Die Arbeitsweise
ergibt sich aus der Betrachtung der Abbildungen ohne weiteres.
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Das Kreismesser q. hat gemäß Fig. 2 und, 3' den auf dem Schlitten
5 festgeklammerten Balken in seiner ganzen Breite auf der Strecke durchschnitten
(rechts vom Messer 4), die bereits am Support 2, 3 in langsamer gleichmäßiger Bewegung
vorbeigegangen ist. Mit Hilfe des Doppelsupportes lassen sich einerseits die Brettdicke
und andererseits die Schnittiefe einstellen. Letztere richtet sich nach der Balkenbreite,
läßt sich aber auch so wählen, daß gewünschtenfalls die Bretter in zwei aufeinanderfolgenden
Schnitten, je einem beim Hin- und Rückgang, abgetrennt werden. Beim Arbeiten gemäß
Zeichnung liefern sowohl der Hingang wie auch der Rückgang je ein Brett.
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Nach Fig. 4 sind drei Kreismesser 7, 7', 7" an einer Schwinge 9 eines
Supports io angebracht, und auf der anderen Seite des Ballens befindet sich ein
zweiter Support io' mit einer Schwinge 9', an der drei Kreismes= ser 8, 8', 8" sitzen.
Die gezeichnete Stellung der Schwingen und Messer entspricht der Balkenbewegung
gemäß dem Pfeile a. Die Messer 7 und 8 schneiden die erste Stufe, die Messer 7'
und 8' die zweite Stufe, und die Messer 7" und 8" trennen das Brett ganz ab. Bei
der Balkenbewegung nach dem Pfeil b stellen sich die Schwingen umgekehrt wie gezeichnet
ein. Die Maschine kann natürlich auch mit nur einem Support dieser Art ausgerüstet
sein.