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Richtvorrichtung für Geschütze Die Erfindung bezieht sich auf Richtvorrichtungen
für Geschütze mit einer Einrichtung zur Berücksichtigung der z. B. durch Ausbrennungen
des Geschützrohres entstehenden Änderungen der Anfangsgeschwindiglceit der Geschosse,
und zwar insbesondere auf solche Richtvorrichtungen dieser Art, bei denen dem einzustellenden
Teil der Richtvorrichtung eine der Zielentfernung bei einem bestimmten Grundwert
der Anfangsgeschwindigkeiten entsprechende Haupteinstellung, und außerdem durch
Verstellung eines besonderen Regelungstriebwerksteiles unter Vermittlung einer Einstellvorrichtung
mit zwei gegenseitig längs verschiedener, je einer anderen Amfangsgeschwindigkeit
entsprechender Leitkurven einer Kurvenschar verstellbaren Stellkörpern eine zusätzliche
Verstellung um einen die Änderung der Anfangsgeschwindigkeit herücksichtigendenRegelungswert
erteilt werden kann, wobei für die Einstellung des Regelungsbetriebwerksteiles ein
Triebwerk vorgesehen ist, durch das denn einen Stellkörper eine Verstellung erteilt
werden kann, die sich aus einem der Zielentfernung und einem der Verstellung des
Regelungstriebwerksteiles entsprechenden Teil zusammensetzt. Bisher waren Richtvorrichtungen
dieser Art so zu benutzen, daß man ihnen die den Zielentfernungen entsprechende
Haupteinstellung nur für einen einzigen Grundwert der Anfangsgeschwindigkeit, nämlich
für die ursprüngliche Anfangsgeschwindigkeit, erteilte. Bei einer solchen Richtvorrichtung
werden daher bei dem für die Einstellung des Regelungstriebwerksteiles bestimmten
Triebwerk su viele Leitkurven vorgesehen, als Zwischenstufen zwischen dem ursprünglichen
(höchsten) Wert der Anfangsgeschwindigkeit und ihrem (niedrigsten) Endwert vorhanden
sind. Beträgt also beispielsweise die ursprüngliche Anfangsgeschwindigkeit goo und
der. Endwert der Anfangsgeschwindigkeit 700 m/Sek., so würden bei Zwischenstufen
von j e 5 m/Sek.
verschiedene Leitkurven erforderlich sein. Die Richtvorrichtung kann allerdings
auch so benutzt werden, daß man ihr (unter Zuhilfenahme der Schußtafel) die den
Zielentfernungen entsprechende Haupteinstellung unabhängig von den Leitkurven bei
verschiedenen Grundwerten der Anfangsgeschwindigkeit erteilt, beispielsweise bei
den um je 40 m auseinanderliegenden Grundwerten goo, 86o, Sao, 78o und 740, und
dann bei jedem Grund`vert, wenn die Anfangsgeschwindigkeit um die nächsten 40 m/Sek.
sinkt, immer nur die für Abweichungen bis zu 40 m/Sek. bestimmten ersten 8 Leitkurven
benutzt. Wenn man diese 8 Leitkurven jedesmal bei den verschiedenen Grundwerten
benutzt, würden sich aber große Fehler ergeben,
da sich Abweichungen
@ der. Anfangsgeschwindigkeit bis zu 40 m/Sek. nicht mehr mit den gleichen Leitkurven
genügend genau bei den verschiedenen Grundwerten berücksichtigx lassen.
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Die Erfindung beruht auf der Erkenntri' s; daß sich die Fehler, die
sich bei der zuletzt geschilderten Benutzung. ergeben, in engeren Grenzen halten
lassen, wenn man unter den angenommenen Verhältnissen die 8 Leitkurven, nicht mehr
für Abweichungen der Anfangsgeschwindigkeit konstruiert, die einseitig bis zu 4o
ni/Sek. unter dem für die Haupteinstellung angenommenen Grundwert liegen; sondern
für Abweichungen., die zur Hälfte über und zur Hälfte unter dem Grundwert liegen,
die also nur bis zu 2o m/Sele. in dem einen und dem andern Sinne von denn Grundwert
ab@veichen. Als Grundwerte würden hierbei in dem angenommenen, von goo bis 7oo reichenden
Bereich cler Anfangsgeschwindigkeiten die Geschwindigkeiten 88o, 840, 800, 76o und
720 zu wählen sein. Die die Größe der Fehler bestimmenden absoluten Beträge
der größten Abweichungen von einem Grundwert wenden hierdurch auf die Hälfte herabgesetzt,
und hierauf beruht es, daß die Fehler, wie die Erfahrung gezeigt hat, so klein bleiben,
daß sie praktisch bedeutungslos sind. Allgemein gesprochen, ist also die Erfindung,
deren Vorteif in der durch die wesentlich geringere Anzahl der erforderlichen Leitkurven
erzielten Vereinfachung und der dieser entsprechenden Erhöhung der übersiclitlichkeit
liegt, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Richtvorrichtung der eingangs beschriebenen
Art die einzelnen Kurven der Leitkurvenschar Anfangsgeschwindigkeiten entsprechen,
die zur Hälfte größer und zur Hälfte kleiner sind als ein bestimmter Grundwert der
Anf@ngsgeschwindigkeit, für den d_er Richtvorrichtung die den .Zielentfernungen
entsprechende Haupteinstellung unabhängig von den Leitkurven erteilt wenden kann.
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Eine so ausgebildete Leitkurvenschar ist in Verbindung mit Richtvorrichtungen
anderer Art bereits bekannt.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert;
und zwar zeigt Abb. r einen Teil einer zum Teil im Schnitt gehaltenen Seitenansicht
eines mit der Richtvorrichtung versehenen Geschützes; ferner zeigen in größerem
M-aßstabe Abb. 2 in gleicher Darstellung wie Abb. i einen Teil der Richtvorrichtung,
Abb. 3, 4 und 5 je einen Schnitt nach den Linien 3-3, 4-4 und 5-5 der Abb. 2, von
oben gesehen, und Abb. 6 einen Schnitt nach Linie 6-6 der Abb. 2, von links gesehen.
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bezeichnet die Lafette find B das Geschützrohr, das in einer mittels
zweier Schildzapfen cl schwingbar an der Lafette gelagerten und mittels einer nicht
dargestellten . :"henrichtmaschiue einstellbaren Wiege C
| i ,schiebbar geführt ist. |
| -'üf dem einen der beiden Schildzapfen cl |
ist" ein ein Zielfernrohr D tragender Zahnbogen Dl drehbar gelagert, mit dem eine
Schnecke E in Eingriff steht. Diese ist auf einer Welle El befestigt, die an ihrem
oberen Ende an einem an der Wiege C befestigten Lagerkasten c2 und an ihrem unteren
Ende an einer gleichfalls an der Wiege befestigten Lagerplatte c-1 unv esschiebbar
gelagert ist. An der Welle El ist ein Kegelrad E2 starr befestigt, das mit einem
Kegelrad F in Eingriff steht. Dieses ist an einem Arm G drehbar gelagert, der seinerseits
gegenüber der Welle F_' um deren Achse drehbar ist. Der Arm G ist oberhalb des Kegelrades
E2 mit einer Nabe versehen, auf der ein Schneckenrad GI starr befestigt ist. Das
mit dem Kegellade E2 in Eingriff stehende Kegelrad F steht zugleich auch mit einem
an der Platte c3 gelagerten, gegenüber der Welle El drehbaren Kegelrade H in Eingriff,
mit dem ein Schneckenrad Hl starr verbunden ist. In dieses greift eine Schnecke
J (Abb. 2) ein, die auf dem einen Ende einer an der Platte c3 gelagerten Welle J1
sitzt. An ihrem anderen Ende steht die Welle J1 durch ein Kegelrädergetriebe i2
mit einer an .der Platte c3 senkrecht zu deren Stirnfläche angeordneten Welle K
in zwangsläufiger Verbindung, die. ein Handrad k1 trägt (s. bes. Abb.5). .Zwischen
dem Kegelrädergetriebe i2 und dem Schneckenradgetriebe Hl, J ist auf der Welle Jl-eine
Schnecke i3 befestigt, die mit einem eine Teilscheibe illz tragenden, an der Platte
c3 gelagerten Schnekkenrad !11 in Eingriff steht. Die Teilscheibelill ist mit einer
Teilung ryn2 versehen, die den Aufsatzwinkeln entsprechend beziffert und mittels
einer an der Platte cs angeordneten Marke c4 ablesbar ist.
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Zwischen der Welle K und dem Schneckenradgetriebe i3, Al
ist gleichlaufend zur Welle El an der Platte c3 und. einem über dieser an der Wiege
C befestigten Lagerkörper e5
(s. bes. Abb. 6) eine Welle N gelagert, auf der
ein Kegelrad NI starr befestigt ist. Diese steht reit einem Kegelnade P in Eingriff,
das an einem gegenüber der Welle N um deren Achse drehbaren Arm Q drehbar gelagert
ist. Dieser ist unterhalb des Kegelrades NI mit einer Nabe versehen, auf der ein
Schneckenrad Q1 starr befestigt ist. Mit dem Schnel:-kenrade Q1 steht eine auf der
Welle K sitzende Schnecke k2 in Eingriff (s. bes. Abb. 5). Das mit dem KegelladeNl
in Eingriff stehende Kegelrad P steht zugleich auch mit einem an der Wiege C gelagerten,
gegenüber
der Welle N drehbaren Kegelrad R in Eingriff, mit dem
ein Schneckenrad R' starr verbunden ist. In dieses greift eine auf einer Welle S
sitzende Schnecke S' (Abb. 2) ein. Die an der Wiege C gelagerte Weile S trägt an
ihrem der Schnecke S' benachbarten Ende ein Handrad S2 und am entgegengesetzten
Ende eine -mit dem Schneckenrad GI in Eingriff stehende Schnecke S3. Zwischen den
Schnecken S3 und S' ist die Welle als Schraubenspindel S4 ausgebildet. Diese greift
in eine Schraubenmutter t' .ein, die an einem an dem Lagerkörper c5 geführten Schieber
T sitzt. Der Schieber ist an seiner Stirnseite mit einer ebenen Ablesescheibe t2
(s. bes. Abb. 6) versahen, auf der eine der Achse der Welle N parallele =Gerade
11 (Abb. 2) und zu beiden Seiten von dieser eine Anzahl von Leitkurven t4 verzeichnet
sind, die je einer anderen Anfangsgeschwindigkeit zugeordnet sind. Die Gerade t3
entspricht hierbei dem Grund-wert der Anfangsgeschwindigkeiten, also einem bestimmten
mittleren Abnutzungsgral der Geschützrohre der zu einer Gruppe zusammengefasten
einzelnen Geschütze, und die Leitkurven .t4 mögen beispielsweise einer Reihe von
j e um 5 m verschiedenen Anfangsgeschwindigkeiten entsprechen, wobei den rechts
von der Geraden t3 liegenden Kurven Anfangsgeschwindigkeiten zugeordnet sind, die
größer sind als der Grundwert, und den links liegenden Kurven Anfangsgeschwindigkeiten,
die kleiner sind. Die sich über den oberen Rand des Schiebers T hinaus erstreckende
Welle N
ist über der Scheibe t2 mit Schraubengewinde n2 versehen, das in eine
am Lagerkörper c5 längs einer Führungsschiene c6 verschiebbare Mutter
U eingreift. Die Mutter U ist mit einem der Anzeigescheibe t2 zugeordneten
Zeiger u' versehen.
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Zur Erläuterung der Wirkungsweise der beschriebenen Richtvorrichtung
sei zunächst angenommen, das der Schieber T durch Drehen -des Handrades S2 unter
Vermittelung der Schraubenstellvorrichtung S4, t' so eingestellt sei, das der Zeiger
u' über der Geraden t3 steht und das Handrad S2 weiterhin in Ruhe bleibt. Wird jetzt
das Handrad k' (Abb. 5) gedreht, so bleibt das durch das Kegelrad R gebildete Mittelrad
des rückkehrenden Kegelrädergetriebes R, P, N', Q in Ruhe, da es durch das Schneckengetriebe
R', S' mit dem stillstehenden Handrad S2 in zwangsläufiger Verbindung steht. Ebenso
bleibt das durch den Arm G gebildete Stegglied des rückkehrenden Kegelrädergetriebes
G, F, E2, H in buhe, da es durch das Schneckenradgetriebe G1, S3 finit
dem stillstehenden Handrad S= zwangsläufig verbunden ist. Die dem Handrad k' erteilte
DTehung wird daher auf dem Wege K, i=, J', J, H' in der Weise auf das rückkehrende
Kegelrädergetriebe G, F, E2, l1 übertragen, daß sich das das eine Mittelrad
dieses Getriebes bildende Kegelrad H gegenüber dem stillstehenden Stegglied G in
dem einen und das das andere Mittelrad bildende KegelradE2 in dem anderen Sinne
um gleiche Winkel drehen. An der Drehung des Kegelrades E'= nimmt auch die mit diesem
starr verbundene Welle El teil, von der die Bewegung durch das Schneckengetriebe
E, D' (Abb. r) auf das Zielfernrohr D übertragen wird. Das Zielfernrohr
dreht sich hierbei um einen Winkel, der dem Drehwinkel der Welle J' und der mit
dieser durch das Schneckenradgetriebe i3,M zwangsläufig verbundenen TeilscheibeMl
verhältnisgleich ist, und erhält, wenn die Übersetzungsverhältnisse, wie vorausgesetzt
werden soll, entsprechend gewählt sind, gegenüber dem Geschützrohr B eine Winkelstellung,
die gleich dem von der Marke c4 an der Teilung in angezeigten Aufsätzwinkel ist.
Die Drehung des Handrades k' überträgt sich auch durch das Schneckenradgetriebe
k2, Q' auf das durch den Aren Q gebildete Steigglied des räckkehrenden Kegelrädergetriebes
Q, P, R, N', und zwar in -der Weise, das sich das KegelradP auf dein stillstehen-den
Mittelrad R abwälzt und das durch das Kegelrad N' gebildete andere Mittelrad sich
im gleichen Sinne wie das Stegglied Q- dreht. An der Drehung des Kegelrades N' nimmt
auch die mit diesem starr verbundene Welle N teil, so das der Zeiger 2c' durch das
Schraubengetriebe n2, U längs der Geraden t3 verschoben wird, also ständig
über dieser Geraden eingestellt bleibt. Die Strecke, um die hierbei der Zeiger u'
verschoben wird, ist dem an der Teilscheibe J11' eingestellten Aufsatzwinkel verhältnisgleich,
also lediglich eine Funktion der diesem Aufsatzwinkel bei dem Grundwert der Anfangsgeschwindigkeit
entsprechenden Zielentfernung.
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Wenn bei dein reit der beschriebenen Richtvorrichtung .versehenen
Geschütz das Geschützrohr gerade einen Abnutzungsgrad hätte, der dem Grundwert der
Anfangsgeschwindigkeit entspricht, so würde das Ziel-.fernrähr D gegenüber dem Geschützrohr
B bereits auf den richtigen Aufsatzwinkel eingestellt sein, und es würde nur noch
erforderlich sein, dem Geschützrohr Mittels der (nicht dargestellten) Höhenrichtmaschine
soviel Erhöhung zu geben, das die (vorher durch das Schneckenradgetriebe E, D' verstellte)
Ziellinie die Höhenrichtung nach dem Ziel erhält. In Wirklichkeit kann jedoch der
Abnutzungsgrad des Geschützrohres nur ausnahmsweise dem Grundwert der Anfangsgeschwindigkeiten
entsprechen, und es ist daher in der Regel noch erforderlich, dem Zielfernrohr eine
zusätzliche Verstellung um einen bestimmten
Regelungswert zu erteilen,
der die Abweichung der in Wirklichkeit für das Geschützrohr geltenden Anfangsgeschwindigkeit
von dem Grundwert berücksichtigt. Liegt diese .Anfangsgeschwindigkeit beispielsweise
um 5 m über dem Grundwert, so wird jetzt durch Drehen des Handrades S2 der Schieber
T unter Vermittelung der Schraubenstellvorrichtung S4, t1 so lange verstellt, bis
der Zeiger u1, wie auf der Zeichnung angenommen ist, über der der Abweichung von
5 m entsprechenden Kurve t4 steht. Bei der Drehung des Handrades S2 wird gleichzeitig
durch das Schnekkenra.dgetriebe S3, G1 dem Stegglied G des rückkehrenden Rädergetriebes
G, F, H, E= eine Drehung erteilt, bei der sich das Kegelrad F auf dem feststehenden
KegelradH abrollt und dem Kegelrad E2 und der mit diesem starr verbundenen Welle
El eine zusätzliche Drehung erteilt, die sich durch das Schneckengetriebe E, Dl
(Abb. i) auf das Zielfernrohr D überträgt. Die Winkelstellung des Zielfernrohres
wird auf diese Weise um einen Betrag geregelt, der dem Drehwinkel des durch das
Stegglied G gebildeten Regelungstriebwerksteiles verhältnisgleich ist und seiner
Größe nach durch die Gestalt der in Frage stehenden, der Abweichung von -5 m entsprechenden
Leitkurve t4 bestimmt ist. Bei der Drehung des Handrades S2 wird auch durch das
Sehneckenra:dgetriebe S1, R1 dem Kegelrad R eine Drehung erteilt, die durch das
KegelradP, da jetzt das Stegglied O des rückkehrenden Rädergetriebes O, P, R, NI
stillsteht, in gleicher Größe, aber in entgegengesetztem Sinne auf das Kegelrad
N' und die mit diesem starr verbundene Welle N übertragen wind. Durch die SchraubenstellvorrichtungW,
U wird daher der Zeiger z11, der vorher schon durch (das Handrad k1 um einen der
Zielentfernung bei dem Grundwert -der Anfangsgeschwindigkeit entsprechenden Betrag
verstellt worden ist, noch um einen zusätzlichen Beträg verstellt, und zwar ist
dieser zusätzliche Betrag dem Drehwinkel des Handrades S= oder des mit diesem in
zwangsläufiger Verbindung stehenden Regelungstriebwerksteiles G verhältnisgleich.
Im ganzen ist also der Zeiger u1 um einen Betrag verstellt worden, der sich aus
einem der Zielentfernung und einem der Verstellung des Regelungstriebwerksteiles
G entsprechenden Betrag züsanimensetzt. .
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In dem Maße, wie die Abnutzung des Geschützrohres zunimmt, werden
der Reihe nach die je einer kleineren'Anfangsgeschwindigkeit entsprechenden Leitkurven
t4 benutzt. Ist die Abnutzung so weit fortgeschritten, daß die der kleinsten Anfangsgeschwindigkeit
entsprechende Leitkurve t4 nicht mehr ausreicht, so muß die Einstellung an der Teilscheibe
1V11 entsprechend einem neuen Grundwert der Anfangsgeschwindigkeit erfolgen, der
um einen passenden Betrag kleiner ist als der bisherige. Diesem neuen Grundwert
würde theoretisch eine neue Schar von Leitkurven entsprechen. Wenn jedoch für die
gegenseitige, längs der Leitkurven t4 erfolgende Verstellung der beiden durch den
Zeiger U zcl und den Schieber T gebildeten Stellkörper wie bei dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel ein Triebwerk vorgesehen ist, durch das dem einen Stellkörper,
nämlich dem Zeiger U ial, eine Verstellung erteilt werden kann, die sich
aus einem der Zielentfernung und einem der Verstellung des Regelungstriebwerksteiles
G entsprechenden Teil zusammensetzt, also nicht wie bisher von der Zielentfernung
allein abhängig ist, so bleiben dieselben Leitkurven t4 für eine ganze Reihe verschiedener
Grundwerte der Anfangsgeschwindigkeit verwendbar, so daß sich der eingangs angeführte
Vorteil ergibt, daß die erforderliche Anzahl verschiedener Leitkurven wesentlich
vermindert wird.
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Die Erfindung ist nicht nur bei Richtvorrichtungen verwendbar, bei
denen das Geschützrohr, wie bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel, nur gemeinschaftlich
mit der Ziellinie in der Höhenrichtung verstellbar ist, d. h. bei Richtvorrichtungen
mit sogenannter abhängiger Ziellinie, sondern auch bei Richtvorrichtungen mit unabhängiger
Ziellinie. Bei den Richtvorrichtungen der letztgenannten Gattung können, falls es
sich um eine Mehrzahl von Geschützen handelt, wesentliche Teile -der Richtvorrichtung
allen Geschützen gemeinsam sein, so daß sie nur einmal ausgeführt zu werden brauchen.