DE62157C - Verfahren und Apparat zur Herstellung künstlicher Glieder oder orthopädischer Apparate - Google Patents

Verfahren und Apparat zur Herstellung künstlicher Glieder oder orthopädischer Apparate

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DE62157C
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Germany
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celluloid
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belt
plate
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DENDAT62157D
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F. BlNGLER in Ludwigshafen a.Rh., Oggersheimerstrafse 9
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F2/00Filters implantable into blood vessels; Prostheses, i.e. artificial substitutes or replacements for parts of the body; Appliances for connecting them with the body; Devices providing patency to, or preventing collapsing of, tubular structures of the body, e.g. stents
    • A61F2/50Prostheses not implantable in the body
    • A61F2/60Artificial legs or feet or parts thereof

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. August 1891 ab.
Das neue Verfahren und der zugehörige Apparat bieten den Vortheil, dafs letzterer den Körperformen genau entsprechend angepafst werden kann, und dafs der einmal fertige Apparat für nachträgliche Veränderungen der Körperform der Kranken in einfachster Weise nachgestellt oder abgeändert werden kann.
Die künstlichen Glieder und der orthopädische Apparat werden aus Celluloid hergestellt.
Wie bekannt, hat das Celluloid die Eigenschaft in siedendem Wasser weich zu werden und sich formen zu lassen, so dafs Celluloidplatten mit Leichtigkeit um ein vorhandenes Modell herumgelegt und auf diese Weise ein Mantel hergestellt werden kann, dessen innere Form genau der äufseren Form des Modells entspricht.
Der wesentlichste Apparat, welcher bei der vorliegenden Erfindung zur Herstellung der künstlichen Glieder und orthopädischer Apparate benutzt wird, ist in den Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Der Formapparat besteht aus einem Behälter A von beliebiger, zweckmäfsig rechteckiger Form, bei welchem zwei gegenüberliegende Seiten die vertical verstellbaren Lagerständer α und b tragen.
Die in Führungen auf- und abverschiebbaren Lagerständer α und b können durch Klemmschrauben c in ihrer jeweiligen Lage festgestellt werden. Einer der Ständer, z. B. a, trägt eine Achse d, deren äufseres Ende mit einer Kurbel e versehen ist, während das innere Ende in drei divergirende Arme dl dx dl ausläuft, welche an den Enden zugespitzt sind.
"Der zweite Ständer b trägt eine nach innen zugespitzte Welle g, welche in einer Büchse des Ständers, ähnlich wie der Reitnagel beim Reitstock einer Drehbank, in der Längsrichtung verschoben und durch eine Klemmschraube f in der jeweiligen Lage festgestellt werden kann.
Der Behälter A ist mit einer beliebigen, in der Zeichnung nicht dargestellten Heizvorrichtung versehen, um das in demselben befindliche Wasser bis auf Siedetemperatur erwärmen zu können.
Handelt es sich nun z. B. um die Herstellung eines künstlichen Beintrichters, so verfährt man wie folgt:
Nachdem ein passendes Modell in der bekannten Weise hergestellt worden ist, wird dasselbe zwischen den Wellen d und g, Fig. 1, der Formvorrichtung derart befestigt, dafs die Spitzen der genannten Wellen in die Stirnflächen des Modells M eingetrieben werden. Alsdann wird eine Platte Celluloid von etwa ι bis 2 mm Stärke zugeschnitten, und zwar nach einem Papiermuster, welches vorher auf das Modell M aufgepafst worden war.
Die so zugerichtete Celluloidplatte wird alsdann an einem Ende mittelst eines Stiftes auf dem Modell M befestigt, während die übrigen Enden der Celluloidplatteri durch die mit dem Formprocefs betrauten Arbeiter mittelst flacher Zangen erfafst und gehalten werden. Alsdann

Claims (2)

  1. werden die Lagerarme α und b gesenkt, so dafs die Celluloidplatte in das siedende, im Behälter A befindliche Wasser eintaucht.
    Die Eintauchung der Celluloidplatte wird so lange bewirkt, bis dieselbe weich geworden ist.
    Nachdem dieses geschehen ist, werden die Arme α und b mit dem Modell M gehoben und darauf die weiche Celluloidplatte um das Modell M mittelst der erwähnten Zange straff angezogen und mit einem Gurte fest umwickelt, welches die Celluloidplatte überall fest an das Modell anpreist.
    Wie aus der Fig. 3 ersichtlich ist, beginnt man mit der Umwickelung des Gurtes an dem einen Ende des herzustellenden Trichters, indem man das Ende des Gurtes an dem Modell festheftet und alsdann weiter wickelt.
    Damit der Gurt sicher und straff sitzt, kann nach jeder oder auch nach mehreren Windungen der Gurt an das Modell angeheftet werden, und zwar auf der Längsnaht der Celluloidplatte.
    Ist auf diese Weise die Celluloidplatte auf das Modell M aufgebracht worden, so wird das letztere mit dem Celluloidmantel abgehoben und abgekühlt, worauf alsdann nach Lösen der Gurte der Mantel abgeschoben werden kann.
    Die an dem Mantel entstehende Naht wird nun mittelst eines Metallstreifens, zweckmäfsig ist hier wegen seiner Leichtigkeit Aluminiumblech zu verwenden, geschlossen, indem die beiden Enden der Celluloidplatte an dem Metallstreifen angenietet oder in anderer Weise befestigt werden.
    In der Fig. 2 ist auf die Walkvorrichtung ein Modell für die Herstellung eines Schnürleibes aufgesetzt worden, und zeigt Fig. 4, ebenso wie Fig. 3, die Umwickelung der an das Modell angeprefsten Celluloidplatte mittelst eines Gurtes. Da ein Schnürleib aus mehreren Theilen besteht, so werden die einzelnen Theile der Reihe nach auf das Modell gewalkt, d. h. zunächst eine Celluloidplatte und, nachdem diese abgenommen, die zweite u. s. w. Es ist hierbei dafür Sorge zu tragen, dafs diese einzelnen Platten auch an die richtige Stelle des Modells zu liegen kommen.
    Zeigen sich bei dem Modell gröfsere Vertiefungen oder Erhöhungen, so wird ein Formen der Celluloidplatte dadurch erleichtert, dafs passend geformte Polster an den betreffenden Stellen aufgelegt werden, wodurch die Celluloidplatte genau an die Form des Modells angeprefst wird.
    Die Fig. 5 zeigt die Anordnung eines aus vier Theilen bestehenden Schnürleibes, dessen einzelne Theile, wie bereits oben beschrieben wurde (Fig. 4), hergestellt werden.
    Da bei der Herstellung orthopädischer Apparate diese in den einzelnen Fällen dem kranken Körper angepafst werden müssen, so ist es nach dem vorliegenden Verfahren möglich, Apparate zu verfertigen, welche den Körperteilen, für welche sie bestimmt sind, in der Form vollständig entsprechen.
    Sollten beim Heilungsprocefs die kranken Körpertheile allmälig eine andere Form annehmen, so dafs dadurch auch eine Abänderung der orthopädischen Apparate bedingt ist, so kann nach dem vorliegenden Verfahren die Abänderung der betreffenden Apparate in einfachster Weise dadurch erfolgen, dafs die betreffenden Stellen von neuem auf die den Gliedern entsprechende Form eingewalkt werden.
    Die Fig. 8, 9 und 10 zeigen eine Abänderung des in Fig. 1 und 2 dargestellten Walkapparafes und bietet die so abgeänderte Form der zuerst beschriebenen gegenüber gewisse Vortheile.
    Die Achsen d und g sind innerhalb der Lager α und b rechtwinklig abwärts gebogen, und tragen die abwärts gebogenen Theile cP und g% die Spitzen d1 bezw. g1 zur Aufnahme des Modells.
    Mit den Spitzen d' ist ein Zahnrad k verbunden, welches mit dem Zahnbogen / in Eingriff steht. Der Zahnbogen /, welcher drehbar an Welle d gelagert ist, trägt einen Handgriff m, so dafs durch Drehen des Zahnsectors I das Zahnrad k und somit das Modell M mit der aufgespannten Celluloidplatte gedreht werden kann.
    Diese Formvorrichtung bietet der zuerst beschriebenen gegenüber den Vortheil, dafs das Modell mit der zu walkenden Celluloidplatte besser in die Flüssigkeit eingetaucht und in derselben gedreht werden kann.
    Patenτ-Ansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung künstlicher Glieder oder orthopädischer Apparate, darin bestehend, dafs auf die nach bekanntem Verfahren hergestellten, der betreffenden Körperform entsprechenden Modelle passend zugeschnittene Celluloidplatten in der Weise aufgeformt werden, dafs diese Platten zunächst an einem Punkte an dem Modell befestigt, alsdann mit letzterem in siedendes Wasser eingetaucht und nach Weich werden herausgehoben werden, um darauf mit Hülfe von Zangen um das Modell herum straff angezogen und mittelst eines Gurtes durch Umwickelung fest angeprefst zu werden, so dafs nach dem Erkalten der erhaltene Celluloidmantel an seiner inneren Fläche genau dem Körpermodell entspricht.
  2. 2. Ein Apparat zur Ausführung des unter i. genannten Verfahrens, gekennzeichnet durch den Behälter A mit den verstellbaren Lagerständern α und b zur Tragung der Achsen d und g, zwischen deren Spitzen d1 und gl das Modell M befestigt wird und durch Kurbel e gedreht werden kann, während es durch Senken oder Heben der Ständer α und b in die im Gefäfs A befindliche Flüssigkeit eingetaucht oder aus demselben herausgehoben werden kann.
    Ein Abänderung des im Anspruch 2. gekennzeichneten Apparates dahin, dafs die Achsen d und g gekröpft sind, zum Zwecke des besseren Eintauchens in die Flüssigkeit des Behälters A, wobei eine Drehung des Modells mit Hülfe von Zahnrad k, Zahnbogen / und Handhabe m erfolgt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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