DE6198C - Verfahren und Apparat zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak, aus ammoniak al ischen Flüssigkeiten insbesondere aus Theerwasser - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak, aus ammoniak al ischen Flüssigkeiten insbesondere aus TheerwasserInfo
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Classifications
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- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
1878.
Klasse 75.
PETER STUART BROWN in CARRICKFERGUS (Irland).
Verfahren und Apparat zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak aus ammoniakalischen
Flüssigkeiten, insbesondere aus Theerwasser.
Patentirt im Deutschen Reiche vom I. September 1878 ab.
Den von der Gasfabrik entnommenen ammoniakalischen Flüssigkeiten wird eine zur Neutralisation
hinreichende Menge Schwefelsäure hinzugesetzt, die Flüssigkeit mufs eher etwas Alkali
als Säure im Ueberschufs enthalten.
Alsdann wird die Flüssigkeit in Gefäfsen aus Eisen oder anderem geeigneten Material eingedampft.
Wenn die Flüssigkeit genügend concentrirt ist, so krystallisirt das schwefelsaure
Ammoniak aus. Während der Verdampfungszeit wird die concentrirte Flüssigkeit sauer
werden, und um dem entgegenzuwirken, wird von Zeit zu Zeit Alkali hinzugefügt.
Fig. ι, Blatt I, stellt eine Oberansicht theilweise
im Schnitt dar;
Fig. 2, Blatt II, einen Längenschnitt.
Die von der Gasfabrik entnommenen ammoniakalischen Flüssigkeiten werden in dem Behälter
A angesammelt, von wo aus sie durch einen Hahn α in ein Kohlenfilter B gelangen.
Letzteres ist mittelst einer Scheidewand in zwei Abtheilungen getheilt, welche am Boden mit
einander in Verbindung stehen. Die Flüssigkeit geht in der einen Abtheilung durch die
Holzkohlen hinab, steigt in der anderen empor und fliefst durch die Röhre b in den Behälter C.
Man setzt zu der in diesem Behälter angesammelten, fütrirten Flüssigkeit verdünnte Schwefelsäure
von ungefähr 1,550° Vol. Gew. bis zur Neutralisation hinzu. Nachher wird eine gewisse
Menge Ammoniak-Flüssigkeit hinzugefügt, um die Lösung gerade alkalisch zu machen.
Um die Mischung der Säure und des Alkalis zu befördern, ist ein Umrührer c angebracht.
Am besten ist es, wenn man den Behälter C oben überdeckt und den Schwefelwasserstoff,
welcher sich iri demselben entwickelt, in einen nicht in den Zeichnungen dargestellten Ofen
führt, worin derselbe verbrennt.
Nachdem die Flüssigkeit durch das Absetzen ihrer festen Unreinigkeiten klar geworden ist,
pumpt man sie durch die Röhre e in einen Behälter E, von wo sie in einem fortwährenden
Strom durch die Röhre e * in die Abdampfgefafse
DD fliefst, nachdem sie in dem Behälter E durch den Dampf der Abdampfgefafse,
welcher durch eine in die Flüssigkeit eintauchende Röhrenschlange d strömt, leicht
erwärmt worden ist. Der Dampf entweicht nachher in die Feuerzüge der Abdampfer.
Obgleich die Abdampfgefafse D D von jeder geeigneten Construction sein können, so sind
doch gewöhnliche Kessel mit zwei Feuerröhren vorzuziehen, welche in ununterbrochener Weise
befeuert werden.
Durch die Rohre dl kann die Flüssigkeit
von einem Abdampfkessel in den anderen überlaufen. Von dem letzten Abdampfkessel aus
läuft sie in concentrirtem Zustande durch die Rohre / in die Pfanne F, und von hier in die
Pfanne FK
Die Pfannen FFx können von beliebiger
Form sein. Vorzuziehen ist, dieselben aus Gufseisen zu machen, die Einmauerung so anzuordnen,
dafs die Feuerungen fl und f1 mit
den oberen Feuerzeugen g g in Verbindung stehen. Diese Züge g g sind bei der Feuerbrücke
von einander getrennt, gehen dann auf jeder Seite um die Pfanne herum und kommen
hierauf durch die Oeffnungen h mit den unter der Pfanne befindlichen Zügen ti in Verbindung,
welche nach dem Kamin hin führen. Unmittelbar hinter der Feuerung ist die Pfanne
mit einer Backsteinbekleidung j versehen, damit die Pfanne durch die Stichflamme nicht
leidet.
Bei dieser Anordnung der Feuerzüge bestreicht die heifse Flamme zuerst die Pfanne
rings herum und erst dann den Boden, nachdem ein grofser Theil der Hitze an die Pfanne
abgegeben ist. Auf diese Weise ist dem Verbrennen des Pfannenbodens vorgebeugt, während
die Hitze am vortheilhaftesten ausgenutzt wird.
Die in den Pfannen FF1 befindliche Flüssigkeit,
deren Dichtigkeit man stufenweise zunehmen läfst, fliefst von der Pfanne Fx durch
die Röhre k (und wenn nöthig, durch ein Kohlen- oder anderes Filter, welches auf der
Zeichnung nicht angegeben ist) in ein Gefäfs G. Dasselbe kann den Pfannen FF1 ähnlich sein
und auf die gleiche Weise gefeuert werden oder es kann einen Mantel besitzen, durch welchen
Dampf von ungefähr einer Atmosphäre Druck strömt. Der Dampf kann von einem Dampf-
kessel in den Mantel geführt oder er kann im Mantel selbst erzeugt werden.
Dieses Gefäfs G wird so lange heifs erhalten, bis sich Krystalle von schwefelsaurem Ammoniak
aus der siedenden Flüssigkeit ausscheiden. Die Krystalle werden mittelst eines Schöpfers, im
Verhältnifs wie sie sich bilden, herausgeholt. Da die Flüssigkeit unaufhörlich aus der Pfanne F1
nachfliefst, um die herausgenommenen Krystalle zu ersetzen, so kann der Procefs ohne Unterbrechung
fortgeführt werden.
Beim Concentriren wird diese Lösung von schwefelsaurem Ammoniak sauer und die frei gewordene
Schwefelsäure greift die eisernen Pfannen an. Deshalb werden zu den heifsen Lösungen
in kurzen Intervallen geringe Mengen eines Alkalis, zumeist krystallisirten kohlensauren
Natrons, hinzugesetzt. Alle Gefafse können mit Blei ausgeschlagen sein, in welchem Falle
dieselben am besten von der gleichen Form und Anordnung wie die Pfannen FF' sind.
Das durch die beschriebene Operation erzeugte, schwefelsaure Ammoniak ist von der
Beschaffenheit des in England im Handel unter dem Namen »gutes graues schwefelsaures Ammoniak«
vorkommenden Productes. Wenn Sorgfalt darauf verwendet wird, kann es auch dem sogenannten »weifsen« gleichkommen.
Soll es die Beschaffenheit des besten Londoner weifsen schwefelsauren Ammoniaks haben,
so ist eine nochmalige Umkrystallisirung nöthig.
Diese kann am besten in einer mit Dampfmantel versehenen, dem Gefafse G ähnlichen
Pfanne geschehen. Wenn die siedende Flüssigkeit in dieser Pfanne viel Unreinigkeiten enthält,
so pumpt man sie in das Gefäfs G zurück, wo sie wieder graues schwefelsaures Ammoniak
abgiebt, während frische Flüssigkeit zufiiefst.
Die Cyanverbindungen, welche ursprünglich in der Flüssigkeit vorhanden sind, werden im
Gefafse G vom schwefelsäuren Ammoniak getrennt.
Infolge ihrer gröfseren Löslichkeit krystallisiren sie mit dem schwefelsauren Ammoniak
nicht eher aus, bis die siedende Flüssigkeit reichlich damit gesättigt ist. Wenn dies eintritt,
so stellt man das Herausschöpfen der Krystalle von schwefelsaurem Ammoniak ein, schliefst den Zuflufs von der Pfanne F' ab
und verdampft den im Gefafse G befindlichen Inhalt, bis er trocken ist.
Auf diese Weise wird ein Gemisch von schwefelsaurem Ammoniak, Cyanverbindungen
und Sulfocyanverbindungen des Ammoniaks erhalten, welches als solches verkauft werden oder
zur vollständigen Trennung weiter behandelt werden kann.
Nachdem die Cyanverbindungen erhalten worden sind, wird das Gefäfs wieder von der
Pfanne F1 angefüllt und der Procefs wie oben beschrieben weitergeführt.
Der von den Abdampfkesseln kommende Dampf wird entweder durch den Zug des Kamins
oder ein Dampfstrahlgebläse durch einen schlangenröhrenförmigen Condensator oder
durch die Röhre d in den Behälter E abgesogen, während der Dampf von den Pfannen FF1
durch die Röhren /2, in Verbindung mit den Röhren d, abgeführt wird.
Der Dampf wird zum gröfsten Theil in diesen Röhren d condensirt und der übrig gebliebene
Dunst geht durch die Röhren d in die Feuerzüge der Abdampfkessel, wie oben beschrieben
und aus Fig. 2, Blatt II, ersichtlich ist. Der Dunst kann auch durch die Röhren d unter
und durch die Roststäbe der gedachten Abdampfkessel geführt werden, wodurch er unschädlich
gemacht wird.
Wenn dies Verfahren in Verbindung mit einer Gasanstalt ausgeführt wird, so genügt
die abziehende Hitze der Retorten, um die Abdampfkessel in wirksamer Weise zu erwärmen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das oben beschriebene Verfahren zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak aus ammoniakalischen Flüssigkeiten, d. h. das Verfahren, die Flüssigkeit in alkalischem oder neutralem Zustande zu erhalten, infolge dessen man Gefafse, welche durch saure Flüssigkeitne angegriffen werden würden, anwenden kann und ein ununterbrochener Procefs erzielt wird, sowie die beschriebene Einrichtung oder Combination des Apparates, wie durch die Zeichnungen dargetellt und für den hier oben beschriebenen Zweck.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6198C true DE6198C (de) |
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ID=284421
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT6198D Active DE6198C (de) | Verfahren und Apparat zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak, aus ammoniak al ischen Flüssigkeiten insbesondere aus Theerwasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6198C (de) |
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- DE DENDAT6198D patent/DE6198C/de active Active
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