DE61552C - Verfahren zur Darstellung imitirter Terracotta - Gegenstände - Google Patents

Verfahren zur Darstellung imitirter Terracotta - Gegenstände

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DE61552C
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Dr. W. REISSIG in i München, Gabelsbergerstr. 76, Rkg. 1 St
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
    • C04B33/1315Non-ceramic binders
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bekanntlich geschieht die Herstellung' der sogenannten Terräcotten in der Weise, dafs man aus den geeigneten Thonsorten die Gegenstände aus freier Hand modellirt oder aus Gypsformen drückt und dieselben zur. Erlangung ihrer Dauerhaftigkeit und Farbe in einem Ofen brennt.
Das nachfolgende Verfahren bezweckt, diesesr sogenannte Brennen der Gegenstände ganz zu umgehen, weil bei demselben diese meist in ihrer Form wesentlich verändert werden; es ergiebt in einfacher Weise die schärfste Abformung, Wetterbeständigkeit und zugleich ermöglicht es den grofsen Vortheil, auch Leimformen statt Gypsformen anwenden zu können.
Das Material, welches ich verwende, sind bereits gebrannte Thone. Dieselben sind als Abfälle fast werthlos und fast in jeder Farbe, die man dem Abgüsse ertheilen will, zu haben. So verwende ich z.B. für weifse Objecte die sogenannten Glühscherben der Porcellanfabriken, für gelbliche Töne Chamottepulver, für rothe oder rothbraune Ziegelmehl u. s. w. Die benannten Stoffe werden fein gepulvert, nöthigenfalls geschlemmt und kann man ihnen auch noch verschiedene Ockerartän, Graphit u. s. w. zusetzen, um gewünschte Farbe zu erzielen.
Als Bindemittel zur Herstellung der Abgüsse benutze ich ein Gemenge zu annähernd gleichen Theilen gebrannten Gypses und gebrannten, gelöschten Kalkes; der Kalkzusatz ist von wesentlicher Bedeutung, da Aetzkalk mit fast allen gebrannten Thonen hydraulisch erhärtet.
In der Regel nehme ich 60 Gewichtstheile gebrannten Thon, 20 Gewichtstheile gebrannten Gyps und 20 Gewichtstheile gebrannten, gelöschten. Kalk, doch kann dies Verhältnifs auch variirt werden, und zwar auf 60 Gewichtstheile Thon, 30 Gewichtstheile gebrannten Gyps und 10 Gewichtstheile gebrannten, gelöschten Kalk oder auf 60 Gewichtstheile Thon, 30 Gewichtstheile gebrannten, gelöschten Kalk und 15 Gewichtstheile gebrannten Gyps.
Dem nach Erfordernifs aus gebranntem Thon, Gyps und Aetzkalk gemischten Pulver füge ich nun so viel Wasser hinzu, um die Mischung auf die Form bringen zu können, nehme dieselbe nach der Erhärtung heraus und trockne dieselbe.
Zur weiteren Erhärtung der Objecte überpinsele oder tränke ich sie dann mit einer Lösung von kieselsaurem. Kali, bereitet durch Eintragen von überschüssiger, gefällter Kieselsäure in 10 pCt. Aetzkali enthaltendem, kochen-. dem Wasser und nachherigem Absetzenlassen. Diese Lösung verwandelt das Bindemittel fast momentan in kieselsauren Kalk, der den Abgüssen einen sehr hohen Härtegrad verleiht.
Endlich tränke ich dieselben noch mit einer Wasserglaslösung, die aus gleichen Theilen von Kaliwasserglas von 66° B. und Wasser besteht, bis nichts.mehr eingesaugt wird.
Für Gegenstände, die in der Farbe weifs öden sehr hell bleiben sollen, kann ich auch das kieselsaure Kali durch Anwendung von Barytwasser ersetzen und, nachdem der Gyps

Claims (1)

  1. in Aetzkalk und dieser durch die Luft in kohlensauren Kalk umgewandelt ist, mit Wasserglaslösung in der eben beschriebenen W7eise erhärten.
    Pa te ν τ-Anspruch:
    Ein Gufsverfahren für imitirte Terracotten, die nicht gebrannt zu werden brauchen, darin bestehend: Pulver bereits gebrannter Thone mittelst Aetzkalk enthaltenden Gypses zu formen, zu dem Zwecke, die hydraulisirende Wirkung des Äetzkalkes auf gebrannte Thone zu benutzen., wonach die Güsse, um sie möglichst widerstandsfähig -zu machen, in bekannter Weise gehärtet und mit Wasserglasanstrich versehen werden.
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