DE300397C - - Google Patents
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- DE300397C DE300397C DENDAT300397D DE300397DA DE300397C DE 300397 C DE300397 C DE 300397C DE NDAT300397 D DENDAT300397 D DE NDAT300397D DE 300397D A DE300397D A DE 300397DA DE 300397 C DE300397 C DE 300397C
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B7/00—Hydraulic cements
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Ceramic Engineering (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Structural Engineering (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 300397-KLASSE 80 ö. GRUPPE
JOHANNES MÜHLEN in WIESBADEN.
Haben Kalkmergel eine der Portlandzementrohmischung entsprechende Zusammensetzung,
so kann aus denselben durch einfaches 'Brennen bis zur Sinterung ein vollwertiger, natürlicher
Portlandzement hergestellt werden. Die Fabrikation raumbeständiger, natürlicher
.Portlandzemente gelingt aber selten, weil der Gehalt der Kalkmergel eines Kalksteinlagers
an kohlensaurem Kalk fast nie ganz gleichmäßig ist; auch kommen häufig in den der Zementgrenze
entsprechenden Mergeln kleine, kristallinische, aus reinem, kohlensaurem Kalk bestehende Körnchen und Ausblühungen vor.
Bei der in der Zementfabrikation üblichen sorgfältigen Aufbereitung der Rohstoffe werden
die Schwankungen des Gehalts an kohlensaurem Kalk genügend ausgeglichen. Unterläßt
man aber die sorgfältige Aufbereitung der Rohstoffe vor dem Brennen, dann erscheinen
auch bei günstiger Zusammensetzung der Mergel die Körnchen und Ausblühungen aus reinem, kohlensaurem Kalk als gesinterte ■Ätzkalkkörnchen
im fertigen Zement und geben Anlaß zum Kalktreiben desselben. Dasselbe verursacht der Kalküberschuß der über der
Zementgrenze .stehenden Kalkmergel. Derartige Zemente sind unbrauchbar.
Das nachstehend beschriebene Verfahren löst die Aufgabe, raumbeständige, zementähnliche,
hydraulische Bindemittel aus Kalkmergeln ohne besondere Aufbereitung derselben vor dem Brennen herzustellen.
Die Kalkmergel werden in gewöhnlichen Brennöfen bis zur Sinterung gebrannt. Sind
die Mergel von erdiger Beschaffenheit, so wird man sie ohne weitere Aufbereitung verziegeln,
wenn man dieselben in Schacht- oder Ringöfen brennen will. Das Ofenerzeugnis wird
vorzerkleinert und unter Zusatz von hochprozentigem Ätzkalk, unter möglichst inniger.
Durchmischung der ganzen Masse, fein gemahlen. Ätzkalk und Ofenerzeugnis können
auch getrennt gemahlen und als Feinmehle in besonderen'Apparaten innig gemischt werden.
Das gemischte Feinmehl wird einem Trockenlöschprozeß unterworfen und ist dann ein zementähnliches,
raumbeständiges, hydraulisches Bindemittel.
Die Wirkung dieser Behandlung äußert sich nach folgenden Richtungen:
I. Der in der gebrannten Masse enthaltene, chemisch nicht gebundene, das Kalktreiben
der Naturzemente verursachende Ätzkalk wird in Kalkhydrat umgewandelt, da
ein intensiv wirkender Trockenlöschprozeß, z. B. in einer Kalklöschtrommel, unbedingt
sicher alle fein gemahlenen Teilchen mit Kalküberschuß aufschließt. Die Gefahr des Kalktreibens
der aus dem Enderzeugnis hergestellten Mörtelpulver wird somit sicher beseitigt.
II. Das in dem Fertigerzeugnis verteilte Kalkhydrat macht die aus dem Bindemittel
hergestellten Mörtel genügend langsam bindend. Ohne den Kalkzusatz kann das Bindemittel,
auch wenn es treibfrei sein sollte, bei hohem Gehalt an Tonerde so raschbindend
werden, daß die Verwendung schwierig wird.
III. Das Kalkhydrat in dem Bindemittel macht die aus demselben hergestellten Mörtel,
auch bei hohem Sandzusatz, geschmeidig.
IV. Das Kalkhydrat bewirkt eine Herab- ' Setzung der Anfangsfestigkeit und mindert die
Wassererhärtungsfähigkeit der Mörtel. Die nach dem ,Verfahren hergestellten hydraulischen
Bindemittel werden daher den Normen • für Portlandzement im allgemeinen nicht entsprechen.
Eine Aufbesserung der Festigkeiten und insbesondere der Wassererhärtungsfähigkeit
kann aber durch geeignete Puzzolane, lösliche Kieselsäure usw. leicht erreicht werden.
Das Verfahren hat eine hohe wirtschaftliche
ίο Bedeutung. Die Kalkindustrie kann mit Nutzen
nur solche Kalkgesteine verarbeiten, aus denen entweder guter, hydraulischer Kalk oder
guter Fettkalk hergestellt werden kann. KaIk-• mergel, die im Gehalt an kohlensaurem Kalk
höher stehen als 80 Prozent und niedriger als 90 Prozent, ergeben weder gute hydraulische
Kalke noch brauchbare Fettkalke. Mit Hilfe des neuen Verfahrens können alle Kalkmergel,
deren Gehalt an kohlensaurem Kalk höher als 70 Prozent und niedriger als 90 Prozent
ist, zur Herstellung zementähnlicher, hydraulischer Bindemittel verwendet werden.
Dadurch wird der Kalkindustrie ein neues Betätigungsfeld eröffnet und der Baumarkt
durch einen Mörtelstoff bereichert, weleher
dem echten Portlandzement zwar nicht in allen Eigenschaften gleichkommt, denselben
aber in sehr vielen Fällen ersetzen kann, zumal seine Herstellungskosten niedrig sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung raumbeständiger, zementähnlicher, hydraulischer Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß geeignete Kalkmergel ohne vorherige innige Mischung oder besondere Aufbereitung durch Feinmahlung scharf gebrannt und in fein gemahlenem Zustande, mit Ätzkalkpulver durchmischt, trocken abgelöscht werden. *
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE300397C true DE300397C (de) |
Family
ID=554390
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT300397D Active DE300397C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE300397C (de) |
-
0
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