DE61462C - Herstellung plastischer Massen aus geschwefelten Oelen und Pyroxylin zum Ueberziehen von Geweben, Papier, Leder u. s. w - Google Patents

Herstellung plastischer Massen aus geschwefelten Oelen und Pyroxylin zum Ueberziehen von Geweben, Papier, Leder u. s. w

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DE61462C
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DENDAT61462D
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J. S. FAIRFAX in London W. C. 433, Strand
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/01Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with natural macromolecular compounds or derivatives thereof
    • D06M15/03Polysaccharides or derivatives thereof
    • D06M15/05Cellulose or derivatives thereof
    • D06M15/07Cellulose esters

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Geweben, Papier, Leder u. s. w.
Gegensfand der Erfindung ist die Herstellung von Massen, welche durch atmosphärische Einflüsse nicht leiden, wasserdicht sind und zum Ueberziehen von Papier, Leder, Textilstoffen u. s. w., sowie zur Herstellung dünner Häutchen oder als Ersatz für Kautschuk dienen. Es ist seit langem bekannt, dafs Pyroxylin oder lösliche Nitrocellulose in Verbindung mit verschiedenen fetten und ätherischen Oelen, sowie Fettharzen einen für den genannten Zweck verwendbaren Stoff liefert, indefs haben derart hergestellte Massen sich in der Praxis nicht bewährt, da die fetten OeIe sich an der Luft unter Entwickelung eines unangenehmen Geruches zersetzen und hierdurch die Masse verändern, während die Fettharze und trocknenden OeIe sich oxydiren und die ätherischen OeIe verdampfen, so dafs schliefslich ein hartes und brüchiges Product zurückbleibt.
Zu der Erfindung nun hat die neue Beobachtung geführt, dafs die lösliche Nitrocellulose mit den unter der Bezeichnung »Schwefelbalsame« bekannten Körpern, zu welchen auch die als geschwefelte OeIe bekannten Substanzen gehören, durchaus beständige Massen liefert, welche sich nicht unter Oxydation oder Verdampfung zersetzen, wasserdicht und sehr biegsam oder geschmeidig sind und sich daher zu den genannten Zwecken vorzüglich eignen.
Die zur Herstellung dieser Massen dienende Nitrocellulose ist die sogenannte lösliche Modification, welche in bekannter Weise durch Einwirkung von Salpetersäure oder eines Gemisches von Salpetersäure und Schwefelsäure auf Pflanzenfasern oder Cellulose erhalten wird. Die Verbindung beider Stoffe, der Nitrocellulose und des geschwefelten Oeles, bewirkt man am besten in der Weise, dafs man die Nitrocellulose zunächst in einem Lösungsmittel löst, in welchem auch der Schwefelbalsam löslich ist, und dann mit letzterem mischt.
Die zu dem genannten Zwecke dienenden Schwefelbalsame erhält man durch Zusatz von Schwefel zu gewissen fetten Oelen. Baumwollsamenöl und Olivenöl eignen sich sehr gut zu diesem Zwecke, indefs können auch Rüböl, Ricinusöl, Sesamöl, Palmöl, Leberthran und einige andere thierische oder pflanzliche fette OeIe, sowie auch Oelsäure benutzt werden. Die mit diesen verschiedenen Oelen dargestellten Schwefelbalsame haben verschiedene Färbung; wird ein helles Product gewünscht, so eignet sich am besten Olivenöl, während zur Darstellung einer dunklen undurchsichtigen Masse am besten Baumwollsamenöl benutzt wird.
Um den Schwefel mit dem OeI zu verbinden, erhitzt man letzteres in einem geeigneten Behälter auf etwa 1250C, setzt den Schwefel, dessen Menge von der Natur des Oeles abhängt, allmälig hinzu, rührt gut und erhitzt weiter auf 2100 C, auf welcher Temperatur man das Gemisch 2 Stunden oder länger hält. Während der Vereinigung des Oeles mit dem Schwefel entweicht reichlich Schwefelwasserstoff, woraus folgt, dafs thatsächlich chemische Verbindung stattfindet. Dieses Ver-
fahren der Darstellung von Schwefelbalsam kann natürlich mannigfach abgeändert werden.
Die zur Darstellung dieser Schwefelbalsame oder geschwefelten OeIe verwendete Menge Schwefel schwankt zwischen etwa Y9 bis Y5 vom Gewicht des Oeles; sie ist verschieden, je nach der NaI ur des Oeles und dem gewünschten Grade der Flüssigkeit des resultirenden Productes. Die genannten Mengenverhältnisse liefern bei ca. 2100 Producte, welche in der Kälte Syrupconsistenz haben.
Die geschwefelten OeIe sind neutrale, in Aethylalkohol und Methylalkohol sowie in Wasser unlösliche, in Chloroform, Aether, Benzol, Benzolin, Amylacetat, Propylacetat, Butylacetat, Fuselöl u. s. w. lösliche Körper, welche in der Kälte Syrupconsistenz zeigen und in der Hitze dünnflüssiger sind.
Dem geschwefelten OeI wird das Pyroxylin oder die Nitrocellulose in der Kälte beigemischt, hauptsächlich nachdem, wie schon bemerkt wurde, die Nitrocellulose zuvor in einem Lösungsmittel gelöst ist, welches auch das geschwefelte OeI löst. Solche Lösungsmittel sind: Amylacetat, Propylacetat, Butylacetat, sowie Mischungen dieser Körper unter einander oder mit Petroleumnaphta. Die Menge des Pyroxylins richtet sich nach dem gewünschten Grade der Biegsamkeit oder Geschmeidigkeit der resultirenden Masse; letztere erhält durch weniger Pyroxylin eine gröfsere, durch mehr Pyroxylin eine geringere Geschmeidigkeit.
Neben dem Pyroxylin können der Masse noch Farbstoffe zugesetzt werden, um ihr eine bestimmte Färbung oder mehr Körper zu verleihen. Nachdem die Nitrocellulose und der Farbstoff möglichst innig mit dem geschwefelten OeI vermischt sind, ist die Masse zum Gebrauch fertig.
Folgende Stoffe geben in den angeführten Mengenverhältnissen ein vorzügliches Product zum Ueberziehen von Textilstoffen, Papier und Leder:
31,8 1 Butylacetat,
13,61 Petroleumnaphta,
6,8 kg Pyroxylin,
13,6 bis 18,1 kg geschwefeltes OeI,
0,45 bis 0,9 kg Färbemittel.
Die so zusammengesetzte Masse eignet sich auch sehr gut zur Herstellung dünner Häutchen, nachdem man sie durch weiteren Zusatz von den für das Pyroxylin angewandten Lösungsmitteln entsprechend verdünnt hat.
An Stelle des in obiger' Vorschrift aufgeführten Butylacetats können auch Gemische von Propylacetat und Butylacetat, sowie auch Amylacetat angewandt werden.
Man kann der Masse aus geschwefeltem OeI und Pyroxylin oder dem ersteren vor seiner Vereinigung mit dem Pyroxylin Camphor oder ein anderes latentes Lösungsmittel für Pyroxylin beimischen, wodurch ein Product erzielt wird, welches sich als Ersatz für Kautschuk eignet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: ·
    Die Herstellung von plastischen Massen, welche zum Ueberziehen von Geweben, Papier, Leder u. s. w., zur Herstellung dünner Häutchen, sowie als Ersatzmittel für Kautschuk dienen sollen, durch inniges Mischen geschwefelter OeIe mit Pyroxylin oder löslicher Nitrocellulose und Amyl-, Propyl- oder Butylacetat oder Mischungen dieser Lösungsmittel unter einander oder mit Petroleumnaphta, eventuell noch unter Zusatz von Farbmitteln und von Camphor.
DENDAT61462D Herstellung plastischer Massen aus geschwefelten Oelen und Pyroxylin zum Ueberziehen von Geweben, Papier, Leder u. s. w Expired - Lifetime DE61462C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1811483A1 (de) 2006-01-19 2007-07-25 Bednorz GmbH & Co. KG Verschlussplombe sowie Verfahren zu deren Herstellung

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EP1811483A1 (de) 2006-01-19 2007-07-25 Bednorz GmbH & Co. KG Verschlussplombe sowie Verfahren zu deren Herstellung

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