DE613156C - Stabilisierungsanlage fuer Schiffe - Google Patents
Stabilisierungsanlage fuer SchiffeInfo
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Classifications
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- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D1/00—Control of position, course, altitude or attitude of land, water, air or space vehicles, e.g. using automatic pilots
- G05D1/08—Control of attitude, i.e. control of roll, pitch, or yaw
- G05D1/0875—Control of attitude, i.e. control of roll, pitch, or yaw specially adapted to water vehicles
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
13. MAI 1935
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 65 a2 GRUPPE
Siemens Apparate und Maschinen G. m. b. H. in Berlin*)
Stabilisierungsanlage für Schiffe Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. August 1933 ab
Es sind Tankstabilisierungsanlagen für Schiffe bekannt, deren Flüssigkeitstanks
durch eine Luftleitung verbunden sind. In die Luftleitung ist dabei eine Drosselklappe
eingeschaltet, die über vom Schlingerwinkelanzeiger auslösbare Relais gesteuert wird.
Weiterhin ist es bekannt, bei derartigen Tankstabilisierungsanlagen an die Luftleitung
ein Druckluftgebläse zur Veränderung des Flüssigkeitsinhaltes der Tanks anzuschließen
und die Förderleistung der Druckluft durch eine Drosselklappe zu verändern, die unabhängig
von der Umsteuerung der Strömungslichtung der Druckluft durch eine auf die bei-
derseitigen Maximal amplituden der Schiffsschwingungen ansprechende elektrische Kontaktvorrichtung
verstellt wird. Gleichzeitig wird die Drosselklappe dabei auch noch in entgegengesetztem Sinne durch eine Rückführungsvorrichtung
beeinflußt, derart, daß sie sich entsprechend den Mittelwerten der Maximalamplituden der Schiffsschwingungen
einstellt.
Bei der zuletzt erwähnten Stabilisierungsanlage gelangen Sonderausführungen für die
einzelnen zur Steuerung der Drosselklappe vorgesehenen Teile zur Anwendung. Die Erfindung
bezweckt, diese bekannte Stabilisierungsanlage in der Hinsicht zu vereinfachen, daß sie unter Zuhilfenahme von nur üblichen
Konstruktionsteilen ausführbar ist. Zugleich wird durch die Erfindung die Möglichkeit geschaffen,
die Steuerung mehr zwangjläufig zu machen sowie sie noch weitergehend an die
jeweils vorliegenden Seegangsverhältnisse anzupassen und damit die Genauigkeit des Arbeitens
der Stabilisierungsanlage im Bedarfsfalle zu erhöhen. Diese Vorteile werden gemäß
der Erfindung dadurch erreicht, daß die Bewegung der Drosselklappe über ein Diffe- ^0
rentialgetriebe durch zwei Motoren erfolgt, von denen der eine von der Kontaktvorrichtung
über zu Gruppen zusammengefaßte Relais derart gesteuert wird, daß die Dauer seiner Einwirkung auf die Drosselklappe der
entsprechend der Größe des Schlingerwinkels eingeschalteten Anzahl der Relais entspricht,
während der andere als Rückführungsvorrichtung dienende Motor bei jedem Lauf des Verstellmotors
eingeschaltet wird und stets in entgegengesetztem Sinne auf die Drosselklappe einwirkt. Der als Rückführungsvorrichtung
dienende Motor treibt das , eine Triebrad des Differentialgetriebes zweckmäßig unter Zwischenschaltung einer Übersetzung
ins Langsame an.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Fig. 1 zeigt
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Wilhelm Francke in Berlin-Spandau.
ein Prinzipbild, Fig. 2 ein Beispiel für die Schaltung und Fig. 3 eine Abänderung der
Schaltung nach Fig. 2.
In Fig. ι sind zu beiden Seiten eines Schiffes ι zwei Flüssigkeitstanks 2 und 3 vorgesehen,
die durch eine Luftleitung 4 miteinander in Verbindung stehen. An der Luftleitung
4 ist eine Nebenschlußleitung 5 vorgesehen, mittels welcher über einen Zweiwegehahn
6 die Anschlußleitung 7 für ein Gebläse 8 in Verbindung steht. In dem Beispiel ist angenommen, daß das Gebläse 8 ständig
in Betrieb ist und in der durch die Pfeile 9, angedeuteten Richtung wirkt. Mittels einer
nicht dargestellten Einrichtung wird der Zweiwegehahn 6 entsprechend der Richtung
der Schiffsschwankungen von Hand oder selbsttätig verstellt.
Um nun die Leistung des Gebläses 8 bei einer derartigen Tankstabilisierungsanlage zu
regeln, ist in der Luftleitung 4 eine Drosselklappe 10 eingebaut, die durch eine Steuereinrichtung
11 entsprechend der Größe der Schiffsschwankungen mehr oder weniger geöffnet
wird. An Stelle der Klappe 10 oder gleichzeitig mit dieser kann von der Regeleinrichtung
11 auch noch eine zweite Klappe 12 gesteuert werden, die in die Anschlußleitung
7 für das Gebläse '8 eingebaut werden kann. Zwischen den Anschlußstellen der Umgehungsleitung
5 ist schließlich noch ein Absperrschieber 13 vorgesehen.
In Fig. 2 ist eine beispielsweise Ausführungsform
-für die Regeleinrichtung 11 der
Fig. ι veranschaulicht. Auf einer Kontaktbahn 14 wird entsprechend den Schiffsschwankungen
eine Schleifbürste 15 verstellt. Die Kontaktbahn 14 besteht aus einer größeren
Anzahl, beispielsweise 20 Einzelkontakten. Je zwei dieser Einzelkontakte, die gleich weit
von der gezeichneten Nullstellung der Schleifbürste 15 entfernt liegen, sind untereinander
verbunden. Die Kontakte sind mittels eines Kabels 16 an eine Verteilerklemmleiste 17 angeschlossen.
Diese Klemmleiste enthält noch einen zusätzlichen· Kontakt 18, der mit der
Schleifbürste 15 und dem negativen Pol einer Stromquelle in Verbindung steht.
Je zwei bzw. drei der aufeinanderfolgenden Kontakte der Klemmleiste 17 sind miteinander
verbunden und die so entstandenen Kontaktgruppen an die vier ersten Kontakte einer zweiten Klemmleiste 19 angeschlossen.
An diese Kontakte ist der eine Pol je eines Relais 20, 21, 22 und 23 angelegt. Der andere
Pol der Relais 20 bis 23 ist über die vier nächsten Kontakte der Klemmleiste 19 und
über ein Kabel 24 mit den Kontakten 25, 26, 27 und 28 verbunden, die an den positiven Pol
der Stromquelle angeschlossen sind und durch Nockenscheiben 29, 30, 31, 32 betätigt werden.
Die Nockenscheiben 29 bis 32 sind auf einer gemeinsamen Welle 33 befestigt. Diese
Welle 33 wird über ein Differentialgetriebe 34 verstellt. Das eine Sonnenrad 35 wird über
ein Schneckengetriebe 36 von einem Motor 37 angetrieben, dessen Ankerstromkreis mittels
Leitungen 38 über die Kontakte 20', 21', 22' und 23' der Relais 20 bis 23 geführt ist. In
den Ankerstromkreis des Motors 37 ist außerdem noch ein Regelwiderstand 39 eingeschaltet.
Die Feldwicklung 40 des Motors 37 ist an die beiden letzten Kontakte der Klemmleiste
19 angeschlossen, die ihrerseits über einen Schalter 41 ebenso wie die Relaiskontakte
20' bis 23' an eine Stromquelle angeschlossen werden können.
Das zweite Sonnenrad 42 des Differentialgetriebes 34 wird über ein Schneckengetriebe
43 von einem Hilfsmotor 44 verstellt, dessen Ankerstromkreis über einen Regelwiderstand
45 und über einen Kontakt 47 und dessen Erregerwicklung 46 unmittelbar an eine Stromquelle
angeschlossen sind. Der Kontakt 47 wird durch eine Nockenscheibe 48, die an der Welle 33 befestigt ist, bei jeder Abweichung
der Welle 33 aus der gezeichneten Stellung geschlossen und damit der Motor 44 eingeschaltet.
Über ein Zahnradgetriebe 49 wird die Welle 50 der Drosselklappe 10 verstellt.
Um die Stellung der Drosselklappe 10 mit der Stellung der Welle 33 erstmalig in Übereinstimmung
zu bringen bzw. die Nullstellung der Klappe verändern zu können, ist auf der Achse 50 der Drosselklappe 10 ein
einstellbares Kupplungssegment 51 vorgesehen; in dem Beispiel ist eine maximale
Winkeldrehung der Welle 33 um 1200 und der Drosselklappe 10 um 6o° angenommen.
Die Wirkungsweise der dargestellten Einrichtung ist wie folgt:
Treten Schiffsschwankungen auf, so wird der Kontakt 15 gegenüber der Kontaktbahn
14 entsprechend der Größe und Richtung der Schwankungen aus der gezeichneten Nullstellung
verstellt, wodurch eins oder mehrere der Relais 20 bis 23 eingeschaltet werden,
z. B. die Relais 20 und 21. Man kann durch die Zusammenschaltung der einzelnen Kontakte
der Kontaktbahn 14 und ihre gruppenweise Verbindung mit der Klemmleiste 17 die
Anordnung, z. B. so treffen, daß bei einem Schlingerwinkel unter 2° nur das Relais 20,
bei einem Schlingerwinkel zwischen 3 und 40 das Relais 21, bei einem Schlingerwinkel zwi-
?chen 5 und 7° das Relais 22 und bei noch größerem Schlingerwinkel das Relais 23 eingeschaltet
wird. Sind in dem Beispiel bei einem Schlingerwinkel zwischen 3 und 40 die
Relais 20 und 21 eingeschaltet, so wird über ihre Kontakte 20' und 21' und den eingelegten
Schalter 41 der Ankerstromkreis des Motors
37 geschlossen. Dieser läuft an und verstellt
über das Schneckengetriebe 36 und das Differentialgetriebe 34 die Welle 33. Diese Verstellung
wird über das Zahnradgetriebe 49 auf die Drosselklappe 10 übertragen. Gleichzeitig
wird aber auch nach geringer Drehung der Welle 33 die Nockenscheibe 48 außer Berührung
mit dem Kontakt 47 gebracht, über den nunmehr der Hilfsmotor 44 eingeschaltet
to wird. Dieser dreht über das Schneckengetriebe 43 das Sonnenrad 42 in entgegengesetztem
Sinne wie das Sonnenrad 35. Wie dargestellt, sind verschiedene Übersetzungen in den Schneckengetrieben 36 und 43 vorgesehen.
Man kann diese Übersetzungen beispielsweise so wählen, daß der Motor 37 in kurzer Zeit die Drosselklappe 10 vollständig
öffnet, wenn er allein läuft, und daß der Motor 44 die Drosselklappe 10 sehr langsam vollständig
schließt, wenn er allein läuft.
Wie ersichtlich, sind die Nockenscheiben 29 bis 32 verschieden eingestellt, so daß sie nach
einiger Zeit ihre Kontakte 25 bis 28 öffnen und damit die Stromkreise der Relais 20 bis
23 unterbrechen. Durch das Abfallen dieser Relais wird dann auch wieder der Ankerstromkreis
des Motors 37 unterbrochen, so daß nunmehr der Motor 44 allein läuft und
die Drosselklappe 10 wieder in die Schließstellung überführt. Die Schließbewegung der
Drosselklappe 10 dauert so lange an, bis durch das nach der anderen Seite hin schlingernde
Schiff der Motor 37 evtl. wieder eingeschaltet wird und die Klappe wieder öffnet.
. 35 Wird der Schlingerwinkel dauernd kleiner, so wird durch den Motor 44 die Öffnung der
Klappe auf den dieser Stufe entsprechenden Wert zurückgeführt. Wird der Schlingerwinkel
dauernd o°, so dreht der Motor 44 die Klappe in ihre Anfangslage zurück. Er wird
in dieser Stellung durch die Nockenscheibe 48 und deren Kontakt 47 wieder ausgeschaltet.
Die Regelwiderstände 39 und 45 im Ankerstromkreis der Motoren 37 und 44 dienen zur
schnelleren Abbremsung und gegebenenfalls auch zur weiteren Regelung der Geschwindigkeit
der Motoren.-
In Fig. 3 ist eine Abänderung der Ausführung nach Fig. 2 veranschaulicht. Der
Schleifkontakt 15 und die Kontaktbahn 14 stimmen überein mit der Einrichtung nach
Fig. 2, lediglich mit dem Unterschied, daß nach Fig. 3 die ersten beiden Kontaktpaare
der Kontaktbahn 14 mittels einer Leitung 52 miteinander verbunden sind und mittels einer
Leitung 53 mit einem Verzögerungsrelais 54 in Verbindung stehen. Mittels der Leitungen
55 und 56 ist der Kontakt 54' des Verzögerungsrelais mit dem Stromkreis des Hilfsmotors
44 in nicht näher dargestellter Weise mittelbar über Relais und unmittelbar in Verbindung.
Dadurch wird erreicht, daß bei kleinen Schlingerwinkeln, die einer Verstellung des Schleifkontaktes 15 höchstens bis zu dem
zweiten Einzelkontakt der Kontaktbahn 14 von der dargestellten Nullstellung aus gerechnet
entsprechen, die Drosselklappe geschlossen bleibt, ferner, daß bei größeren Schlingerwinkeln
(über + 2°) die Drosselklappe entsprechend geöffnet wird und geöffnet bleibt, da der Verzögerungsrelaiskontakt 54' nicht
zum Ansprechen gekommen ist. Erst wenn die Schlingerbewegungen des Schiffes dauernd
unter den am Kontakt 15 beispielsweise eingestellten
Wert von +2° abgedämpft sind, wird durch Kontakt 54' der Hilfsmotor 44
eingeschaltet und damit die Drosselklappe geschlossen.
Der Unterschied gegen die in Fig. 2 dargestellte ist also der, daß der Hilfsmotor erst
eingeschaltet wird, wenn die Schlingerbewegung des Schiffes dauernd unter einen bestimmten
Wert sinkt, während bei der Schaltung nach Fig. 2 der Hilfsmotor dauernd die Klappe in die Nullstellung zu drehen sucht.
Claims (3)
1. Stabilisierungsanlage für Schiffe mit durch eine Luftleitung verbundenen Flüs- g0
sigkeitstanks, deren Flüssigkeitsinhalt durch ein an die Luftleitung angeschlossenes
Druckluftgebläse gesteuert wird, und einer die Fördermenge der Druckluft verändernden
Drosselklappe, die unabhängig von der Umsteuerung der Strömungsrichtung der Druckluft durch eine auf die
beiderseitigen Maximalamplituden der Schiffsschwingungen ansprechende elektrische
Kontaktvorrichtung verstellt wird und unter der gleichzeitigen Beeinflussung
einer entgegengesetzt wirkenden Rückführvorrichtung sich entsprechend den Mittelwerten der Maximalamplituden einstellt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung der Drosselklappe (10) über ein
Differentialgetriebe (35, 34, 42) durch zwei Motoren (37, 44) erfolgt, von denen
der eine (37) von der Kontaktvorrichtung (15, 14) über zu Gruppen zusammenge- no
faßte Relais (20 bis 23) derart gesteuert wird, daß die Dauer seiner Einwirkung auf die Drosselklappe (10) der entsprechend
der Größe des Schlingerwinkels eingeschalteten Anzahl der Relais (20 bis n5
23) entspricht, während der andere als Rückführungsvorrichtung dienende Motor (44) bei jedem Lauf des Verstellmotors
(37) eingeschaltet wird (Kontakt 47) und stets in entgegengesetztem Sinne auf die
Drosselklappe (10) einwirkt.
2. Stabilisierungsanlage nach An-
Spruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromkreise für die beiden Motoren (37
und 44) über Kontakte (25 bis 28 und 47) geführt sind, die auf einer gemeinsamen,
die Drosselklappe antreibenden Welle (33) angebracht sind.
3. Stabilisierungsanlage nach Anspruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die ersten Kontakte der Kontakteinrichtung (15,14) über ein Verzögerungsrelais
(54) geführt sind, das den als Rückführungsvorrichtung dienenden Motor (44) bei kleinen Schlingerbewegungen zur
Aufrechterhaltung der Schließstellung der Drosselklappe (10) veranlaßt, bei größeren
Schlingerwinkeln aber so lange geöffnet hält, bis die Schlingerbewegung dauernd abgedämpft ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG86264D DE613156C (de) | 1933-08-25 | 1933-08-25 | Stabilisierungsanlage fuer Schiffe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG86264D DE613156C (de) | 1933-08-25 | 1933-08-25 | Stabilisierungsanlage fuer Schiffe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE613156C true DE613156C (de) | 1935-05-13 |
Family
ID=7138364
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG86264D Expired DE613156C (de) | 1933-08-25 | 1933-08-25 | Stabilisierungsanlage fuer Schiffe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE613156C (de) |
-
1933
- 1933-08-25 DE DEG86264D patent/DE613156C/de not_active Expired
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