DE19600660C2 - Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Einheit - Google Patents
Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-EinheitInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulisch reversierbare Ver
stellpropeller-Einheit für Luft-, Land- und/oder Wasserfahr
zeuge mit einem Propeller mit mindestens zwei Blättern, deren
Blattwinkel mittels einer Steuereinheit (Regler) regelbar
ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Verkürzung der Landestrecken von Luftfahrzeugen oder zur
Verbesserung der Manövrierfähigkeit von Luftschiffen, amphi
bischen Luftfahrzeugen oder Luftkissenbooten (Hovercrafts)
werden vorzugsweise Propeller mit einer hydraulischen Ein
richtung für Umkehrschub (reversierbare Propeller) einge
setzt. Dazu gibt es verschiedene bekannte Vorrichtungen und
Verfahren. Diese bekannten Vorrichtungen und Verfahren haben
bestimmte Vorteile, z. B. die stufenlose Vorwahl des Blattwin
kels und der zugeordneten Triebwerksleistung im sogenannten
Beta-Bereich (Blattwinkel flacher als für Startstellung)
mittels nur einem Leistungshebel. Diese Vorrichtungen weisen
allerdings ebenfalls erhebliche Nachteile auf, z. B. eine
aufwendige Vorrichtung für die Blattwinkeleinstellung, die
über ein verstellbares Hydraulikventil erfolgt, das mit dem
umlaufenden Propeller ständig in Verbindung stehen muß. Bei
vielen bekannten Triebwerken ist es nur unter
unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, solche bekannten
Systeme zu installieren. Störungen an einer derartigen Vor
richtung stellen ein hohes Sicherheitsrisiko im Flug- als auch
im Bodenbetrieb dar.
Aus der DE-AS 15 31 551 ist eine hydraulisch reversierbare
Verstellpropeller-Einheit für Luftschrauben bekannt, die ein
mechanisches nicht dargestelltes Betaventil aufweist. Aus der
DE-42 03 098 A1 ist eine Propellerverstellung bekannt, die je
doch keinen reversierbaren Verstellpropeller betrifft. Aus der
DD-PS 25 562 ist eine Anordnung zur Regelung der Beschleuni
gung während des Übergangszustandes von Leerlauf auf hohe Lei
stung bekannt, die primär eine Kraftstoffregelung darstellt.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine
hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Einheit der ein
gangs genannten Art zu schaffen, die einen einfachen Aufbau
aufweist, die Sicherheit erhöht und einfach bei bestehenden
Triebwerken installiert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 gekennzeichnete
Erfindung gelöst, d. h. dadurch, daß zwischen dem umlaufenden
Propeller und der feststehenden Steuereinheit für die Blatt
winkelansteuerung keine mechanische oder elektrische Verbin
dung besteht, und daß ein bewegbarer, einstellbarer und mit
tels Federn vorgespannter Anschlag für die Startstellung
(kleine Steigung) vorgesehen ist, der zur Verstellung der
Blattwinkel auf Bremsstellung (Reverse) mittels eines Hoch
druckhydraulikfluids überwindbar und bis auf einen mechani
schen Anschlag für die Bremsstellung (Reverse) verstellbar
ist, um einen negativen Schub zu erzeugen.
Durch eine derartige Vorrichtung erübrigt sich eine laufende,
direkte Verbindung zwischen dem umlaufenden Propeller und der
üblicherweise am Triebwerksgehäuse installierten Steuerein
heit (Regler). Bei einem etwaigen Druckverlust verstellen
sich die Blätter automatisch aus dem negativen Blattwinkel
zurück auf einen positiven Blattwinkel, um den Normalbetrieb
zu gewährleisten.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
So ist gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung vorgesehen, daß die Steuereinheit (Regler) zur
Schaffung von zwei unterschiedlichen Servodrücken ausgebildet
ist, die einen Normaldruck für positiven Schub zum normalen
Vorwärtsbetrieb von ca. 16-22 bar und einen Hochdruck für
negativen Schub zum Bremsbetrieb (Reverse) von ca. 32-44
bar umfassen.
In der Nabe des Propellers ist ein vorgespanntes Fe
derpaket installiert, das als mechanischer Anschlag für
die Startstellung dient. Die hydraulische Steuereinheit
(Regler) weist zwei Überdruckventile auf, wodurch im
Normalbetrieb ein Verstelldruck von ca. 16-22 bar und
im Reversierbetrieb ein Verstelldruck von ca.
32-44 bar erzeugt wird, um den Anschlag, der durch
das vorgespannte Federpaket gegeben ist, zu überwin
den und die Propellerblätter im sogenannten Betaber
eich bis auf negative Blattwinkel für Bremsstellung zu
verstellen. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausge
staltung der Erfindung ist vorgesehen, daß ein elektrisch
oder mechanisch ansteuerbares Schaltventil zur Um
schaltung der Steuereinheit von Normaldruck auf
Hochdruck bzw. von Hochdruck auf Normaldruck vor
gesehen ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Steuereinheit
ein Sicherheitsventil vorgesehen ist, das im Normalbe
trieb den Druck auf Normaldruck begrenzt, um ein un
beabsichtigtes Reversieren des Propellers zu verhin
dern.
Schließlich kann gemäß einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung in der Steuereinheit in der
Hochdruckstufe ein Blattwinkelregler vorgesehen sein,
der eine vom Servodruck abhängige stufenlose Blatt
winkeleinstellung im Betabereich ermöglicht.
Mit einer derartigen Anordnung kann der dem Blatt
winkel zugeordnete Hydraulikdruck geregelt werden,
um damit eine stufenlose, der Triebwerksleistung ent
sprechende Blattwinkeleinstellung im Betabereich zu
erreichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher be
schrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine geschnittene Ansicht der Propellernabe;
und
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Steuerein
heit.
Die in Fig. 1 dargestellte Verstellpropeller-Einheit
(20) zeigt eine mögliche Ausführung eines reversierba
ren Verstellpropellers mit den wesentlichen Teilen eines
derartigen Propellers, d. h. einer Nabe 1, mindestens
zwei Blattlagerungen 2 für die Propellerblätter, Fliehge
wichten 3, einem Servokolben 4 für die Blattverstellung,
einem mechanischen Anschlag 5 für Reise- oder Segel
stellung, einem beweglichen, durch Federn vorgespann
ten Anschlag 6 für die Startstellung, einem einstellbaren
Federpaket 7 und mit einem mechanischen Anschlag 8
für die Bremsstellung (Reverse).
Die in Fig. 2 dargestellte hydraulische Steuereinheit
30 zeigt einen hydraulischen Propellerregler für kon
stante Drehzahl mit einer Pumpe 9, einem Normal
druckventil 10, einem Hochdruckventil 11, einer Dreh
zahlreglereinheit mit Einstellhebel 12, einem Schaltven
til für Normal- oder Hochdruck 13, eine Servodrucklei
tung zum Propeller 14, Rücklaufleitungen zum Trieb
werkssumpf 15 einem Sicherheitsventil 16, einem Blatt
winkelregler 17 und mit einer Versorgungsleitung vom
Triebwerk 18.
Im folgenden wird die Arbeitsweise der hydraulisch
reversierbaren Verstellpropeller-Einheit 20 beschrie
ben.
Die Steuereinheit (Regler) 30 gemäß Fig. 2 versorgt
die hydraulische Verstelleinrichtung, d. h. den Servokol
ben 4 des Propellers 20 mit Hydraulikfluid mit zwei
unterschiedlichen Drucken, wodurch sich die Propeller
blätter über die Blattlagerungen 2 und die daran befe
stigten Fliehgewichte 3 in Richtung einer kleinen Stei
gung (Startstellung) verstellen, solange sich der Regler
im Unterdrehzahlzustand befindet. Die Steuereinheit
(Regler) 30 liefert im Normalbetrieb den Normaldruck,
der je nach Triebwerksleistungseinstellung für Gleich
laufdrehzahl im Vorwärtsbetrieb des Flugzeugs (Fahr
zeugs) sorgt. Dieses System, bei dem der Öldruck zur
Steigungsverminderung verwendet wird, ist an und für
sich bekannt. Die Blattsteigung kann sich dabei stufen
los zwischen dem beweglichen durch Federn vorge
spannten Anschlag 6 für Startstellung und dem festen
Anschlag 5 für Reise- oder Segelstellung bewegen.
Wird nun eine flachere Blattsteigerung als die Start
stellung gewünscht, L B. zum Verkürzen der Landes
trecke oder zur besseren Manövrierfähigkeit am Boden
bzw. im Wasser, müssen die Propellerblätter flacher bis
hin zu einem negativen Blattwinkel verstellt werden
können. Dies geschieht erfindungsgemäß dadurch, daß
über ein Schaltventil 13 die Servoleitung für das erste
Überdruckventil 10 für den Normaldruck geschlossen
und die Servoleitung für das zweite Überdruckventil 11
für den Hochdruck geöffnet wird. Die Aktivierung des
Schaltventils 13 erfolgt entweder elektrisch über einen
Schalter oder mechanisch über einen Bedienzug, der am
Triebwerksleistungshebel angebracht ist.
Wird also der Leistungshebel auf Leerlauf und dann
über eine Sperre zurück in Richtung Bremsstellung (Re
verse) gezogen, aktiviert man die Hochdruckleitung. Da
sich das System im Unterdrehzahlzustand befindet,
überdrückt der Servokolben 4 den durch Federn vorge
spannten beweglichen Anschlag für Startstellung 6 bis
zum mechanischen Anschlag 8 für die Bremsstellung
(Reverse). Hierdurch erreichen die Propellerblätter ei
nen negativen Blattwinkel und erzeugen einen entspre
chenden Bremsschub. Der Negativ- (Brems-) Schub ist
dabei ebenfalls von der Triebwerksleistung abhängig.
Dieser muß entsprechend erhöht werden, wenn sich die
Blätter am mechanischen Anschlag für Bremsstellung
(Reverse) befinden. Dies geschieht in bekannter Weise
mittels einer Kurvenscheibe, um die Ansteuerung des
Triebwerks auch bei einer negativen Bewegung des Lei
stungshebels zu ermöglichen.
Zu beachten ist, daß höchstens die Triebwerkslei
stung eingestellt werden kann, die für maximal 90% der
Triebwerks-Startdrehzahl nötig ist, damit in diesem Be
triebszustand (Reverse) immer ein Unterdrehzahlzu
stand im Drehzahlregler herrscht. Hierdurch wird si
chergestellt, daß der Propeller mit Hochdruckservoöl
versorgt wird, um die Bremsstellung zu halten.
Soll nun aus der Bremsstellung (Reverse) zurück in
die Startstellung verstellt werden, ist der Triebwerkslei
stungshebel vorwärts in Richtung Leerlauf zu verstel
len, bis die Sperre für Bremsstellung überwunden ist.
Dabei wird das Hochdruckservoöl inaktiv und die Blät
ter werden mittels der Federkraft wieder in Startstel
lung verstellt, wenn sich der Normaldruck eingestellt
hat.
Damit ist der Bremsstellungsvorgang beendet.
Durch dieses erfindungsgemäße neuartige System
wird bei gleicher Sicherheit gegen unbeabsichtigte
Bremsstellung eine ständige Verbindung zwischen dem
umlaufenden Propeller und einem feststehenden Ventil
samt dem gesamten Bedienungsgestänge überflüssig.
Diese Vereinfachung vermindert das Gewicht, die An
zahl der Teile, und damit die Kosten. Weiter wird eine
höhere Betriebssicherheit gegen ein unbeabsichtigtes
Reversieren der Propellerblätter erreicht, da in diesem
Betriebszustand auf einen selektiven Blattwinkel ver
zichtet werden kann, da die Höhe des Bremsschubs mit
dem Leistungshebel einstellbar ist.
Claims (5)
1. Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Ein
heit für Luft-, Land- und/oder Wasserfahrzeuge mit
einem Propeller mit mindestens zwei Blättern, de
ren Blattwinkel mittels einer Steuereinheit (Regler)
regelbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwi
schen dem umlaufenden Propeller (20) und der fest
stehenden Steuereinheit (30) für die Blattwinkelan
steuerung keine mechanische oder elektrische Ver
bindung besteht, und daß ein bewegbarer, einstell
barer und mittels Federn (7) vorgespannter An
schlag (6) für die Startstellung (kleine Steigung)
vorgesehen ist, der zur Verstellung der Blattwinkel
auf Bremsstellung (Reverse) mittels eines Hoch
druckhydraulikfluids überwindbar und bis auf ei
nen mechanischen Anschlag (8) für die Bremsstel
lung (Reverse) verstellbar ist, um einen negativen
Schub zu erzeugen.
2. Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Ein
heit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinheit (Regler) (30) zur Schaffung von
zwei unterschiedlichen Servodrücken ausgebildet
ist, die einen Normaldruck für positiven Schub zum
normalen Vorwärtsbetrieb von ca. 16-22 bar und
einen Hochdruck für negativen Schub zum Brems
betrieb (Reverse) von ca. 32-44 bar umfassen.
3. Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Ein
heit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß ein elektrisch oder mechanisch ansteuerba
res Schaltventil (13) zur Umschaltung der Steuer
einheit (30) von Normaldruck auf Hochdruck bzw.
von Hochdruck auf Normaldruck vorgesehen ist.
4. Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Ein
heit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Steuereinheit (30) ein
Sicherheitsventil (16) vorgesehen ist, das im Nor
malbetrieb den Druck auf Normaldruck begrenzt,
um ein unbeabsichtigtes Reversieren des Propel
lers (20) zu verhindern.
5. Hydraulisch reversierbare Verstellpropeller-Ein
heit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Steuereinheit (30) in der
Hochdruckstufe ein Blattwinkelregler (17) vorgese
hen ist, der eine vom Servodruck abhängige stufen
lose Blattwinkeleinstellung im Betabereich ermög
licht.
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