DE61240C - Verfahren und Vorrichtung zu,m Behandeln von Gespinnstfasern mit Flüssigkeit - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zu,m Behandeln von Gespinnstfasern mit FlüssigkeitInfo
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- DE61240C DE61240C DENDAT61240D DE61240DA DE61240C DE 61240 C DE61240 C DE 61240C DE NDAT61240 D DENDAT61240 D DE NDAT61240D DE 61240D A DE61240D A DE 61240DA DE 61240 C DE61240 C DE 61240C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Behandeln von Gespinnstfasern in Spulenform mit einer unter Druck stehenden Flüssigkeit.
Zweck der Erfindung ist, die Einwirkung der Flüssigkeit auf die Gespinnstfasern in überaus
gleichmäfsiger Weise zu erreichen.
Die Erfindung beruht im wesentlichen auf der Beobachtung, dafs, um obigen Zweck vollständig
zu erreichen, dem zu behandelnden Material, zur Ausgleichung und Verlegung der Maxima und Minima der Widerstände, Gelegenheit
gegeben wird, sich während der Einwirkung der Flüssigkeit zu bewegen bezw. auszudehnen.
.Beiliegende Zeichnung veranschaulicht die vorliegende Neuerung, und zwar stellt Fig. 1
den ganzen Apparat dar, während Fig. 2 einen Schnitt A-B der Fig. 1 wiedergiebt; Fig. 3
zeigt einen Einsatzrahmen für die Spulen in gefülltem Zustande, Fig. 4 ein Stück des Einsatzrahmens,
Fig. 5 eine Spule mit Spindel im Längsschnitt.
Schon aus der Zeichnung geht hervor, dafs der ganze Apparat zwei wesentliche Theile enthält,
und zwar die Vorrichtungen zur Bewegung und Leitung der Flüssigkeit und den Einsatzrahmen für die Spulen.
Die Flüssigkeit (Flotte) gelangt von dem Bottich A durch die Leitungen B und B1 zu
den beiden Dreiweghähnen C und C1, mit welchen einmal der Kasten G, dann aber die
Leitungen D und D1 in Verbindung stehen.
Diese beiden Leitungen verbinden sich bei H und führen direct zu dem Flüssigkeitsmotor E,
welcher durch die Rohrleitung F mit dem Bottich A in Verbindung steht.
Die Flüssigkeit kann von letzterem, je nach Stellung der Hähne CC1, entweder durch die
Rohrleitung B oder aber durch die Leitung B1
zu dem Kasten G gelangen. Dabei sind jedoch diese beiden Hähne derartig durch eine Umsteuervorrichtung verbunden, dafs immer nur
eine der beiden Leitungen der Flotte den Zutritt zu dem Kasten G gestattet.
Jene Umsteuervorrichtung ist erforderlich, um die Flotte ganz plötzlich in entgegengesetzter
Richtung auf das zu behandelnde Material einwirken zu lassen.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Hahnstellung tritt die Flotte in dem Moment der
Umschaltung unter gewissem Druck von dem Bottich A in die Leitung B ein, durchfliefst
diese und den Hahn C, um durch den Rohrstutzen e in den Kasten G zu gelangen, welcher
sie dann wieder durch einen zweiten, mit demselben in Verbindung stehenden Rohrstutzen
e1 verläfst. Darauf gelangt sie durch den Hahn C1 in die Leitung D1 und zum
Motor E, welcher sie wieder zurück in den Bottich A preist.
Wird die Umsteuerung bewirkt, so strömt die Flotte in entgegengesetzter Richtung durch
den Kasten G; in den Leitungen DD1 und F
fiiefst sie jedoch stets in demselben Sinne.
Geeignete Hahnumsteuervorrichtungen sind bekannt und so einfach in ihrer Wirkungsweise
und ganzen Anordnung, dafs sie füglich in der Zeichnung fortgelassen werden
konnten.
Bemerkenswert!} an der vorliegenden Construction ist aber der Kasten G. Derselbe
wird zunächst gebildet aus der Erweiterung der Rohrstutzen e bezw. e\ an welche sich
dann unter Bildung eines Kniees zwei parallele Wandungen α α anschliefsen.
Gegen die auf diese Weise bei den Knieen erhaltenen Anschlagleisten al lehnen sich lose
zwei starke perforirte Bleche d, zwischen denen die die Spulen tragenden Einsatzrahmen b angeordnet
werden.
Es werden jedoch niemals so viel Rahmen eingesetzt, dafs beide perforirte Bleche fest
gegen die Anschlagleisten a1 geprefst werden,
sondern stets darauf gesehen, dafs ein gewisser Spielraum freigelassen wird.
Die Gröfse desselben richtet sich nach der zu behandelnden Waare, nach der Flüssigkeit,
nach dem Druck, unter welchem dieselbe steht, und nach einigen weiteren Umständen, unter
denen die ganze Behandlung der Waare vorgenommen wird. Diese Gröfse beliebig und
zweckentsprechend wählen zu können, dienen Schrauben, Keile oder andere Elemente, welche
gestatten, den Zwischenraum zwischen den perforirten Blechen und den Anschlagleisten
nach Bedarf zu wählen. Um die Zeichnung nicht unübersichtlich zu machen, sind diese
Anordnungen, da sie höchst einfach sind, fortgelassen worden.
Dasselbe gilt von der folgenden Anordnung:
Es ist klar, dafs es in vielen Fällen zweckmäfsig erscheinen wird, die Einsatzrahmen
nicht direct in den Kasten G einzubringen, sondern aufserhalb und unabhängig von demselben
einen weiteren Einsatzkasten mit den Rahmen zu füllen und nach erfolgtem Füllen in den Kasten G einzusetzen; welche Bedingungen
dabei erfüllt werden müssen, soll nachher bei Beschreibung des Verfahrens näher aus einander gesetzt werden.
Bemerkenswerth ist die ganze Anordnung des Apparates insofern, als die Flüssigkeit,
selbst nach erfolgter Umsteuerung, den Motor stets in demselben Sinne durchfliegst. Die Umsteuerung
hat demnach auf die Drehungsrichtung der Motorachse nicht den geringsten Einflufs.
Der Einsatzrahmen b kann für jede Spulenform Verwendung finden; derselbe besteht im
wesentlichen aus vier im Rechteck zusammengelegten Leisten ι und 2, welche auf ihrer
inneren Seite entsprechend ausgearbeitet sind.
Die Leisten 1 sind derart ausgebohrt, dafs sie das Spulenende genau aufnehmen, während
die Leisten 2 so ausgeschnitten sind, dafs die in doppelter Reihe neben einander liegenden
Spulen den zwischen den Leisten liegenden freien Raum vollständig ausfüllen (Fig. 3).
Die zur Anfertigung der Spule zu verwendende Faser wird, wie allgemein, auf eine
hohle Papierspindel gewickelt, in welche eine nach vorn sich verjüngende massive Spindel g
aus hartem Holz, Kautschuk u. dergl. m. eingesteckt wird. Letztere Spindel hat einen Ansatz
h, welcher in eine entsprechende Aussparung i des Rahmens zu liegen kommt.
Ist ein ganzer Rahmen mit diesen Spulen armirt, dann sitzen dieselben so fest in ihren
Auflagern, dafs sie zufällig sich aus ihrer Lage nicht zu lösen vermögen.
Zwei auf einander folgende Rahmen sind zwar von einander nicht verschieden, doch
werden dieselben so eingesetzt, dafs die benachbart liegenden Spulen immer gegen einander
versetzt sind.
Diese Einsatzrahmen können nicht nur bei dem vorher beschriebenen, sondern auch bei
fast allen derartigen Apparaten Verwendung finden; sie sind insofern schon höchst zweckmäfsig,
weil sie gestatten, einzelne Spulenreihen während eines bestimmten Processes, ohne die
übrigen zu stören, herauszunehmen.
Eine Abänderung dieser Rahmen ist insofern bemerkenswerth, als sie die Herstellung
einer nur einreihigen Spulenwand bezweckt. Ein solcher Rahmen wird derart hergestellt,
dafs nur eine Seite 1 mit Bohrungen ausgestattet ist, während die gegenüberliegende Seite
der Spulenspitzen entsprechend ausgeschnitten wird.
Das neue Verfahren der Erfinder beruht auf der Beobachtung, dafs bei Einwirkung einer
unter Druck stehenden Flüssigkeit auf einen ganzen Spulenplock nur dann die höchste
Gleichmäfsigkeit in der Beeinflussung der Flüssigkeit auf die Faser erreicht werden kann,
wenn durch Bewegung der einzelnen, den Plock bildenden Schichten Gelegenheit zur
Vertauschung der Maxima und Minima der Einzelwiderstände des Plockes geboten wird.
Die einzelnen Stadien des Verfahrens verlaufen in folgender Weise:
Die in den Einsatzrahmen gehörig eingefügten Spulen werden mit den Rahmen in
einem Kasten G oder in einem mit Spannvorrichtung versehenen kastenartigen Einsatz
untergebracht. Ist letzteres der Fall, dann wird jener Einsatz in den Kasten G genau
eingesenkt, so dafs der Flotte nur der Weg durch das Material selbst freisteht. Darauf
wird durch beliebige Stellvorrichtungen der für die Bewegung der Rahmen erforderliche
Zwischenraum festgesetzt und der Flotte auf der einen Seite des Plockes der Zutritt gestattet,
momentan aber durch die Umsteuerung unterbrochen und die Flüssigkeit von der entgegengesetzten
zugeleitet. Dieses Spiel wiederholt sich, bis die Einwirkung der Flotte den gewünschten Grad erreicht hat.
Trifft nun die Flotte auf der einen Seite des Plockes auf, dann wird derselbe zurückgestofsen,
das Material durch den starken Druck zusammengeprefst und dem Durchgang der Flotte ein bestimmter Widerstand geboten.
In dem Moment der Umschaltung dehnt sich das ganze Material aus, die einzelnen
Rahmen entfernen sich etwas von einander und es findet eine vollständige Verlegung der
Maxima und Minima der Einzelwiderstände statt, wenn nun die Flotte wieder auftrifft.
Der Plock wird wieder zurückgeschnellt, zusammengeprefst und so der Flotte ein neuer,
aber sehr gleichmäfsiger Widerstand geboten, was erklärlich ist, wenn man bedenkt, däfs die
rechtwinklig zur Längsachse der Spule auftreffende Flotte das Material einmal auf der
einen Seite, dann wieder auf der entgegengesetzten Seite stärker zusammenprefst und
demselben darauf, wenn auch nur auf kurze Dauer? eine stärkere Ausdehnung gestattet.
Die wesentlichsten Vorzüge des neuen Verfahrens sind, aufser der schon angeführten,
einmal, dafs das zu behandelnde Material in einem ganzen geschlossenen, durch mechanische
Einrichtungen gebildeten Plock in den Apparat eingesetzt werden kann; zweitens, dafs das Material nicht auf mechanischem Wege
durch Spindeln etc. zusammengeprefst wird, wobei niemals ein wirklich überall gleichmäfsiger
Widerstand erzielt werden kann, sondern den durch Lage und Beschaffenheit der einzelnen Spulen gegebenen Verhältnissen
entsprechend, wodurch die denkbar vollkommenste Beeinflussung insofern stattfindet,
als einer erhöhten Geschwindigkeit der Flotte stets eine entsprechend gröfsere Pressung des
Materials entspricht; drittens, dafs der Strom der Flotte auch in entgegengesetzter Richtung
durch das Material geprefst werden kann, wodurch, in Verbindung mit den beweglichen
Einsatzrahmen, eine völlige Sicherheit für eine überall gleichmä'fsige Durchdringung des Materials
gewährleistet wird, da mit der Umschaltung der Strom- und Druckrichtung eine Umwechselung
der Punkte des gröfsten und geringsten Widerstandes in jeder einzelnen Spule Hand in Hand geht, und auch die in der
Mitte des Plockes liegenden Spulen gleichmäfsig beeinflufst werden.
Claims (3)
1. Ein Verfahren zur Behandlung von Gespinnstfasern in Spulenform mit einer
Flüssigkeit, gekennzeichnet durch die Anordnung von beweglichen Spulenwänden, welche durch die bald von der einen,
bald von der entgegengesetzten Seite auftreffende, unter Druck stehende Flüssigkeit
zusammengeprefst, beim Wechsel in der Richtung der Flüssigkeitsbewegung aber von Druck vollständig entlastet und
zu freier Ausdehnung befähigt werden.
2. Zur Ausführung des durch Anspruch i. geschützten Verfahrens ein Apparat, gekennzeichnet
durch die Anordnung eines von entgegengesetzten Seiten für die Flüssigkeit zugängigen Kastens (GJ, in welchem die
frei beweglichen Spulenwände zwischen zwei gitterförmigen Platten unter Einwirkung
der unter Druck stehenden Flüssigkeit hin- und herschwingen.
3. Zur Ausführung des durch Anspruch ι. geschützten
Verfahrens zur Herstellung einer Spulenwand ein Einsatzrahmen (b), welcher
die Spulen an Spindeln trägt, welche mit Ansätzen in entsprechende Aussparungen des Rahmengestelles eingebettet werden,
während der Rahmen selbst so ausgearbeitet ist, dafs die eingelegten Spulen denselben
vollständig ausfüllen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE65640T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE61240C true DE61240C (de) |
Family
ID=5632985
Family Applications (2)
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|---|---|---|---|
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| DENDAT65640D Expired - Lifetime DE65640C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Gespinnstfasern mit Flüssigkeit |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE65640C (de) |
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