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Flächenmeß-, Teil- und Auftraggerät Die Erfindung betrifft ein Gerät,
mittels dessen der Flächeninhalt beliebig geformter ebener Gebilde gemessen (planimetriert),
solche Gebilde in vorher bestimmte Teile eingeteilt (parzelliert) und schließlich
solche Gebilde zeichnerisch aufgetragen werden können.
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Das Messen des Flächeninhalts mit dem Gerät erfolgt in bekannter Weise
derart, daß die Fläche in parallele Streifen geteilt wird, deren Breite einer Meßeinheit,
z. B. einem Meter, entspricht, so daß die Länge der Streifen, in derselben Einheit
gemessen, zugleich den Flächeninhalt gibt. Das Meßgerät teilt nun die zu messende
Fläche in: solche Streifen und mißt und summiert zugleich deren Länge, so daß- der
Flächeninhalt am Ende des Meßvorganges abgelesen werden kann.
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Es sind bereits, auf diesem Prinzip beruhende Flächenmeßgeräte bekannt,
bei denen der Gegenstand;- dessen Fläche zu messen ist, durch eine ortsfest gelagerte,
mittels eines Trethebels und Sperrades stets um denselben Winkel gedrehte Walze
um gleiche Streifenbreiten fortgeschaltet wird und die Streifenlängen mittels eines
zur Walzenachse paralleben Stahlbandes abgelesen werden. Derartige Maschinen, die
insbesondere zum Messen der Fläche von Lederstücken dienen, sind umfangreich und
zur Verwendung auf dem Zeichentisch nicht geeignet.
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Andere bekannte Planimeter bestehen aus einem auf die Zeichnung fest
aufsetzbaren viereckigen Rahmen, in dem eine parallel zu der einen Kante sich erstreckende.Glasskala
in der dazu senkrechten Richtung verfahrbar ist. Diese Bewegung der Glasskala wird
durch eine mit ihr verbundene Schiene auf eine am festen Rahmen gelagerte Meßrolle
übertragen, die entgegen der Wirkung einer Feder an die Schiene angedrückt werden
kann und ein Zählwerk antreibt. Diese Planimeter sind zwar auf dem Zeichentisch
verwendbar, aber sehr groß und urihandlich, weil der viereckige Rahmen die größte
auszumessende Fläche ganz umfassen muß.
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Behn Gegenstand- der Erfindung ist auch eine m einem Rahmen drehbar
gelagerte, relativ zu der auszumessenden Fläche abrollende Walze durch ein Klinkenwerk
entsprechend der Streifenbreite schrittweise fortschaltbar, und das Messen der .einzelnen
Streifenlängen .erfolgt an einer parallel zur Walzenachse angeordneten- Meßschiene.
Neu ist jedoch, da.ß die Walze zusammen mit dem
sie tragenden Rahmen,
der Meßschiene und einem Hilfsrad einen über die ortsfeste, auszumessende Fläche
in einer Richtung schrittweise verfahrbaren Wagen bildet. Auf diesem ist längs der
Meßschiene ein Wagen verfahrbar, der die Markiervorrichtung und ein gegen die Meßschiene
drückbares und auf ihr abrollendes, ein Zählwerk schaltendes Meßrad für die Streifenlängen
trägt.
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Durch diese Anordnung wird erreicht, daß das Gerät nur meiner Richtung
(derjenigen der Walzenachse) die Breite der auszumessenden Fläche überschreiten
muß.
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Es sind zwar auch Plammeter bekannt, die als Ganzes in einer geraden
Richtung auf der Zeichenfläche verfahrbar sind und ,auf denen in der dazu senkrechten
Richtung längs einer Schiene ein Wagen mitsamt dem Zählwerk verschiebbar ist. Diese
Planimeter gehören jedoch einer anderen Gattung an, bei der ein Fahrstift entlang
der Umfangslinie der zu messenden Figur geführt wird und nicht eine Zerlegung in
gleich breite Streifen erfolgt. Ein solches Gerät ist nicht wie der Gegenstand der
Erfindung auch als Teil-und Auftragegerät verwendbar.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Geräts schematisch dargestellt.
Abb. i zeigt den Grundriß, Abb. 2 die Vorderansicht und Abb. 3 die Seitenansicht
des Geräts, während Abb. ¢ einen Querschnitt desselben veranschaulicht. Abb. 5 zeigt
eine zu planimetrierende Figur. Abb. 6 veranschaulicht die Verwendung des Geräts
beim Planimetrieren oder Parzellieren und. Abb. 7 die Verwendung beim Auftragen
.einer Figur.
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Das Gerät besteht aus :einer im Rahmen i drehbar gelagerten Walze
2, die an beiden Enden mit evti. auswechselbaren Rollkörpern 3 versehen ist. Der
Umfang eines Rollkörpers ist zweckmäßig eine runde Zahl, bezogen auf den Maßstab
der zu planimetrierend-en Figur. Einer der Rollkörper 3 (in der Darstellung der
Abb. i der zur linken Seite befindliche) ist mit einer Einteilung q. verbunden,
und am Rahmen ist ein Index oder lein Nonius 5 angebracht, mittels welchen der auf
der Zeichenfläche abgerollte Umfang des Rollkörpers 3 abgelesen werden kann. Auf
dem anderen Ende der Walze 2 befindet sich ein Sperrad 6, in dessen Zähne eine federnde
Klinke 7 einschnappt. Die Anzahl der Zähne des Sperrades 6 ist derart bemessen,
daß einem Zahn eine Einheit des Umfanges des Rollkörpers 3 entspricht, z. B. i m
oder io m des Maßstabes. Entspricht also der Umfang des Rollkörpers 3 einer Länge
von io m oder i oo m, so erhält das Rad 6 zehn Zähne, entspricht der Umfang des
Rollkörpers einer Länge von 2o m oder 200 m, so erhält das Rad 6 20 Zähne
USW. ` Am Rahmen i, der außer der Rolle noch durch ein Rädchen 18
getragen wird, befindet sich eine zur Walzenachse parallele Schiene 8, auf welcher
ein Meßrad 9 zum Abrollen gebracht werden kann. Eine zweite, mit der vorgenannten
parallele Schiene ist mit einer Einteilung io versehen. Entlang den genannten Schienen
ist ein Wagen i i verschiebbar, welcher zwecks leichterer Verschiebbarkeit auf zwei
Rollen 12 gelagert ist (Abt. 4); in der Abb. 2 sind bloß die Achsen 13 dieser Rollen
dargestellt. Der Wagen i i ist mit dem Rahmen i nicht verbunden, sondern ruht lediglich
durch sein Eigengewicht auf den Schienen, so daß derselbe von den Schienen abgehoben
und ;aufgesetzt werden kann. Am Wagen i i .sind zwei Bolzen i q. befestigt, an welchen
zwei seitlich vorstehende Lappen 15 eines Gehäuses 16 in: lotrechter Richtung verschiebbar
sind. Dieses Gehäuse wird durch zwei, die Bolzen 1 ¢ umgebende Federn 17 in der
angehobenen Lage gehalten. Das obengenannte Meßrad 9 ist nun im Gehäuse 16 gelagert,
das durch die Federn 17 in solcher f Lage gehalten wird, daß das Rad 9 die Schiene
8 nicht berührt. Durch Niederdrükken des, Gehäuses 16 entgegen den Federn
17 kann das Meßrad 9 mit der Schiene 8 in Berührung gebracht werden. Mit dem Meßrad
9 9 ist ein Zählwerk bekannter Art verbunden, dessen Ergebnisse bei i9 ablesbar
sind. Am Wagen i i befindet sich eine Gabel 20, zwischen deren Zinken ein durchsichtiges
Plättchen 21 befestigt ist; letzteres enthält zwei 9 Strichkreuze 22, 23, deren
Mittelpunkte durchlocht sind.
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Beim Planimetrieren einer Figur z. B. nach Abb. 5 wird folgenderweise
vorgegangen: Das Gerät wird derart über die Figur gelegt, daß die Schiene i o mit
einer Begrenzungslinie der Figur parallel liegt und das Strichkreuz 22 auf dem einen
Endpunkt a üeser Begrenzungslinie liegt. 1\Tun wird das Gehäuse 16 niedergedrückt
und der Wagen i i gei niedergedrücktem Gehäuse so weit nach inks bewegt, bis das
Strichkreuz 23 zum underen Ende der Figur gelangt. In der ebb. 5 zeigt die gestrichelte
Linie bi den Weg des Strichkreuzes 23. Nun wird das Geiäus.e 16 losgelassen, das
ganze Gerät gegen lie Figur (Abt. 6) nach aufwärts geschoben, >is die federnde Klinke
7 über -einen Zahn les Rades 6 welterschnappt, und der Wagen lach rechts zurückgeschoben,
bis das Strich-:reuz 23 die Begrenzungslinie der Figur ereicht, worauf das Gehäuse
16 wieder nieder-;edrückt und der Wagen i i nach. links bis ur Grenze der Figur
verschoben wird usw. )er vorher beschriebene Vorgang wird so uige fortgesetzt, bis
die ganze Figur in dieer Weise befahren wurde. Die gestrichelten
Linien
b1, b2, b3 usw. bezeichnen die einzelnen Wege des Strichkreuzes 23. jedesmal, wenn
der Wagen mit niedergedrücktem Gehäuse nach links geschoben wurde, ist das Meßrad
9 auf der Schiene 8 gerollt, und das Zählwerk hat die abgerollten Wege addiert,
so claß die Gesamtlänge der Linien b1, b2, b3 usw. bei - 19 abgelesen
werden kann. Diese Gesamtlänge multipliziert mit -der Streifenbreite c (Abb. 5)
ergibt den Flächeninhalt. Da jedoch die Walze 2 bei jedem vorschieben um einen Zahn
des Sperrades entsprechend :einer Einheit (i m oder i o m usw.) vorgeschoben, wurde,
also die Breite c eines Streifens im oder iom usw. entspricht, so kann bei i9 unmittelbar
der Flächeninhalt der Figur abgelesen werden.
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Das Strichkreuz 23 läuft stets auf den Mittellinien b1, b2, b3
... der Streifen, während das Strichkreuz 22 auf den Grenzlinien dieser Streifen
.läuft, daher die Entfernung der beiden Strichkreuze eine halbe Streifenbreite c
beträgt.
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Nach kurzer Übung kann das Planimetrieren 'mit diesem Gerät sehr schnell
und ,genau durchgeführt werden.
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Beim Einteilen von Flächen (Parzellieren) werden die Flächeninhalte
der einzelnen Parzellen der Reihe nach ,auf ein Blatt Papier geschrieben, und wird
mit dem Gerät in gleicher- Weise begonnen wie beim Planimetri:eren, wobei das Gerät
auf die Figur derart gelegt wird, daß die Schienen 8, i o zu den Parzellengrenzlinien
parallel liegen. Bei der Arbeit mit dem Gerät wird stets das Ablesefenster i9 beobachtet.
Sobald der Flächeninhalt der ersten Parzelle bei i 9 erscheint, wird die Arbeit
eingestellt und die Lage des Strichkreuzes 22 am Zeichenpapier z. B. durch eine
Pikiernadel bezeichnet. - In gleicher Weise wird die Arbeit bis zur-letzten Parzelle
fortgesetzt, wobei für jede Parzelle, wie oben angegeben, ein Punkt erhalten wird.
Liegt ein ,solcher Punkt zufallsweise auf der Grenzlinie der Figur, so kann von
diesem Punkt die Parzellengrenilinie gezogen werden. Im Falle aber ein Punkt innerhalb
der Figur zu liegen kommt, z. B. bei d (Abb. 5), so würde die Grenze der
betreffenden Parzelle durch die Linie e d f g gebildet werden. Um nun die
eerforderliche gerade Grenzlinie der Parzelle zuerhalten, wird die Länge
h i durch die Länge k i dividiert und der erhaltene Quotient in senkrechter
Richtung zur Linie e L aufgetragen und durch den so erhaltenen Punkt die
Grenzlinie m der Parzelle gezogen.
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Beim Auftragen einer Figur (Abb. 7) wird nach dem Aufzeichnen der
Koordinatenachsen x und y der Wagen i i vom Gerät abgenommen und das
Gerät derart auf das Zeich,enpapier gelegt, daß der Nullpunkt der Einteilung i o
auf' den Nullpunkt der Achsen x, y zu liegen kommt -°und--die freie, Kante
der Einteilung i o mit der Achse y- zusammenfällt. Nach dem Einstellen der Einteilung
q. des Rollkörpers 3 auf den Nullpunkt können die Abszissen der einzelnen Punkte
der Figur auf die Achse x aufgetragen werden, indem man das ganze Gerät. auf der
Figur abrollt, wobei die Abszissen an der Einteilung ¢ abgelesen odereingestellt
werden können. Nach dem Einstellen der gewünschten Abszisse wird entlang der Schiene
io eine Linie gezogen (in Abb. 7 z. B. die Linie n), worauf der Punkt p der Figur
unmittelbar .an der Einteilung i o festgestellt oder auf dem Papier bezeichnet werden
kann. Die Rollkörper 3 sind ,auswechselbar, um das Gerät für verschiedene Maßstäbe
ioder Meßeinheiten verwenden zu können. Die Walze 2 hat keinen anderen Zweck, als
die Rollkörper zu tragen und durch ihr Eigengewicht ein unbeabsichtigtes Verschieben
des Geräts zu verhindern, daher diese Walze durch eine beliebig geformte Stange
ersetzt werden kann.