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Einrichtung zum Löschen und Verhüten von Bränden an Luftfahrzeugen
Es sind Einrichtungen zum Löschen und zum Verhüten von Bränden auf Fahrzeugen bekanntgeworden,
welche bei plötzlichen Geschwindigkeitsänderungen durch Trägheitskörper in Tätigkeit
gesetzt werden. Wenn eine solche Einrichfung bei Flugzeugen Verwendung finden und
sicher «7rken soll, so muß die Sicherheit bestehen, daß sie in allen drei Dimensionen
anspricht.
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Zu diesem- Zweck in drei Dimensionen zur Wirkung kommende Trägheitskörper
nach Art der aus dem Waffenwesen bekannten Zünder zu verwenden, ist für den vorliegenden
Fall ohne weiteres gegeben. Dieser Gedanke ist nun aber erfindungsgemäß derart weiterentwickelt
und damit -für den Feuerschutz auf Flugzeugen besonders anwendbar gemacht worden,
daß mehrere solche unabhängig voneinander wirkende Vorrichtungen in verschiedenen
Teilen des Luftfahrzeuges angebracht und dabei entsprechend der Gefährdung der betreffenden
Teile abgestimmt sind. HierL durch ist die Möglichkeit gegeben, den beim Luftfahrzeug
vorhandenen verschiedenartigen Möglichkeiten der Bruchlandung die selbsttätige Auslösung
einer Feuerlösch- und -schutzvorrichtung -weitgehend anzupassen.
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In den Unteransprüchen werden verschiedene vorteilhafte Einzelheiten
in Verbindung mit'der Vorrichtung nach dem Hauptanspruch beansprucht.
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Nachfolgend sind zwei Ausführungsbeispiele angegeben. Es ist dabei
ohne Beschränkung hierauf angenommen, daß der Feuerschutz bewirkt wird durch ein
Mittel, wie z. B. C welches durch Gasdruck aus einem Beh durch Leitungen an die
Gefahrenstellen drückt wird, wobei der Gasdruck durch Abbrennen von bekannten unexplos:
Brandmassen erzeugt wird. ..
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In dem Beispiel Abb. i ist der in Dimensionen wirkende Stoßauslöser
unm bar mit dem Gasdruckerzeuger verbunden wirkt ohne Zwischenvorrichtung. Die führung
ist nur schematisch angegeben.
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i ist das Gehäuse einer Patrone, welche in Form eines in der Mitte
durchbohrten F körpers angeordnete gaserzeugende Br masse 2 enthält. Auf dem Boden
der Pat ist fest damit verbunden angebracht zylindrische, in zwei konische Enden
laufende Hülsenteil 3. In diesem befir sich die gleichfalls konisch endenden, ddie
Feder 4 getrennten Trägheitsgewicht von denen das eine eine Nadel, das an den Zündsatz
6 trägt. Ist der Aufschlag genug, ganz gleich in welcher Richtun# erfolgt, so werden
die konischen Endfläc der Fallgewichte 5 bei richtiger Gewic und Federabstimmung
von den Enden Hülse 3 abgleiten, da sie vorzugsweise deren Schrägflächen aufruhen,
die Feder sammendrücken und den Satz 6 zünden. Feuerstrahl davon wird durch das
Loc hindurch die Brandmasse 2 zünden, die ib seits durch die Erzeugung von verbrennu:
hindernden Gasen bzw. durch das Her: drücken des Löschmittels wirkt.
Der
Stoßauslöser kann aber auch indirekt wirken. Ein solches Beispiel ist schematisch
und ohne Beschränkung auf diese Ausführung in Abb. z gegeben. Der Stoßauslöser ist
in diesem Falle von dem eigentlichen Löschsystem getrennt und kann an beliebiger
Stelle untergebracht sein, am besten in der Nähe des Führersitzes.
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In Abb. 2 ist 3 wiederum der zur leichteren Wiederherstellung nach
dem Gebrauche in der Mitte auseinanderschraubbare Behälter der Träg heitsgewichte,
in diesem Falle aus isolierendem Material hergestellt. 4 ist eine Feder, die die
beiden Gewichte 5 auseinanderliilIt. Diese Gewichte sind auch aus isolierendem Material
angefertigt und umschließen zur Gewichtserhöhung je einen Metallteil 5b. Durch den
isolierenden Teil von außen bis in den Metallteil 5b ist eine leicht bewegliche
Litze 7 hindurchgeführt, die diesen mit der Stromquelle verbindet. Am inneren Ende
tragen die Gewichte 5 einen unterschnittenen Metallteil 6a und einen federnden Blechteil
6b.
Beim Zusammenstoßen der Gewichte 5 dringt der Teil 6a in den Teil lib
ein und kann nicht wieder heraus, wodurch, besonders unter dem Einfluß der Feder
.4, ein dauernder und guter Kontakt sichergestellt ist. Durch diesen Kontakt wird
der Stromkreis geschlossen, der in dem angenommenen Beispiel die nichtexplosiven,
Gasdruck erzeugenden Brandmassen entzündet, die durch ihren Gasdruck ein entsprechendes
Löschmittel ausspritzen.
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Die relativ schwache Feder 4 genügt natürlich nicht, um die Gewichte
5 auch bei noch nicht gefährlichem Aufprall getrennt zu halten. Eine Betätigung
der Lösch- oder Verhütungsvorrichtung ist aber nur im Falle eines gefährlich starken
Aufpralls erwünscht. Um unbeabsichtigtes Losgehen zu verhüten, tragen sowohl die
Gewichte 5 «wie die Gehäuse 3 zwei durchgehende Bohrungen 8a und 8b. Durch diese
hindurch ist ein feiner Draht 9, z. B. ein Kupferdraht von bestimmter Abscherfestigkeit,
hindurchgeführt, dessen Enden in den beiden Schrauben io festgelegt sind. Erst wenn
die Bewegung des Systems und die Plötzlichkeit der Abbremsung eine zulässige Größe
überschreiten, «wird der Draht abgeschert, und der Stoßauslöser tritt in Wirksamkeit.
Die Neueinfädelung eines solchen Drahtes, der auch z. B. durch glasharte Stahlnadeln
ersetzt sein könnte usw., bietet keine Schwierigkeiten. i i ist ein verschiebbares
Messer o. dgl., das dazu dient, den Abscherdraht, mit einem einfachen Handgriff
abzuschneiden. Dadurch wird der Stoßauslöser sehr leicht gehend gemacht, so daß
er schon auf einen gewöhnlichen Landungsstoß reagiert. Das ist dann besonders erwünscht,
wenn sich bereits in der Luft Schwierigkeiten ergeben und eine Notlandung angestrebt
wird, wobei der Pilot vor der, Schwierigkeit stehen mag, daß er eine möglichst sanfte
Landung brä.ucht, anderseits den Ausbruch eines Feuers befürchtet, während er vielleicht
nicht in der Lage sein wird, sich im Au-enblick der Landung um den Schutzapparat
zu kümmern. Diese Schwierigkeit wird beseitigt, indem genügend lange vor der Landung
der Stoßauslöser durch einen einfachen Handgriff, in diesem Falle durch das Durchschneiden
des Drahtes, zu ganz leichtem Ansprechen gebracht wird.
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Wenn die Einrichtung vorbeugend wirken soll, so werden, noch ehe ein
Brand entstanden ist, in bekannter Weise diejenigen Teile, an denen sich etwa ausströmender
Brennstoff entzünden könnte, durch das Löschmittel, z. B. Tetrachlorkohlenstoff
u. a. m., momentan unter die Entflammungstemperatur heruntergekühlt und mit schweren,
feuerverhütenden Dämpfen umhüllt. ' Der Vorratsbehälter für das Löschmittel muß
in bekannter Weise so angeordnet sein, z. B. in kardanischer Aufhängung ,oder mit
einer der an sich bekannten Inneneinrichtungen, die das Löschmittel immer vom tiefsten
Punkt entnehmen, daß die Funktion sichergestellt ist.
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Der Stoßauslöser kann auch konstruiert sein auf dem Prinzip der Deformation
eines Körpers durch die Wucht des Aufschlages. Ein Stauchkörper, der am besten in
der Nachbarschaft der Gefahrenquelle angeordnet ist und somit denselben Stoß erhält,
kann etwa seine Länge verändern und somit direkt oder indirekt einen Stromkreis
schließen, der das Löschsystem bzw. das den Gasdruck erzeugende Mittel in Funktion
setzt.
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Das gleiche kann z. B. auch durch das Zerbrechen eines Gegenstandes
erreicht werden. Beispielsweise kann eine Glasflasche zeit Säure mit oder ohne Zuhilfenahme
eines-Fallgewichtes usw. zertrümmert werden und die Säure in der bei Feuerlöschern
.üblichen Weise auf Carbonate fließen lassen, wobei dann das entstehende CO2 ein
Löschmittel bewegt.