DE605940C - Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer GraphitschmiereInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B02—CRUSHING, PULVERISING, OR DISINTEGRATING; PREPARATORY TREATMENT OF GRAIN FOR MILLING
- B02C—CRUSHING, PULVERISING, OR DISINTEGRATING IN GENERAL; MILLING GRAIN
- B02C17/00—Disintegrating by tumbling mills, i.e. mills having a container charged with the material to be disintegrated with or without special disintegrating members such as pebbles or balls
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- Crushing And Grinding (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
22. NOVEMBER 1934
22. NOVEMBER 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23 c GRUPPE
2Dr.-3ng. Erwin Kramer in Berlin
Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere
Patentiert im Deutschen Reiche vom 27. Oktober 1932 ab
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer Graphitschmiere, in welcher
die Graphitteilchen kolloidale Feinheit besitzen. Trotz der großen Feinheit der Graphitteilchen
kann man gemäß der Erfindung auch noch erreichen, daß diese eine blattförmige Beschaffenheit zeigen, was für viele
Zwecke der Technik von besonderem Vor-
to teil ist.
Man gelangt ferner mit Hilfe der Erfindung zu einem Schmiermittel, in welchem die
einzelnen feinen Graphitteilchen gleichmäßig verteilt sind, ohne daß es hierzu besonderer
chemischer Zusätze bedarf, welche die Güte des Schmiermittels beeinträchtigen können.
Die Zermahlung von Graphit in Wasser mit Hilfe von Kugelmühlen ist bereits bekannt.
Indessen mußte man dort sehr lange
ao Zeit, bis zu zehn Tagen oder sogar wochenlang, arbeiten, um nur einen Teil des Mahlgutes
in kolloidale Feinheit überzuführen. Bei dem neuen Verfahren gelingt es dagegen,
im zehnten Teil dieser Zeit praktisch die
as ganze in der Maschine befindliche Mahlgutmenge
auf die gewünschte Feinheit zu bringen. Gemäß der Erfindung findet die Zerkleinerung
des als Ausgangsmaterial benutzten pulverförmigen Graphites mit Hilfe kleiner
Schlagwerkzeuge in großer Anzahl statt, deren Arbeitsfläche eine starke Krümmung
besitzt, so daß zwischen der Arbeitsfläche und der Auflage theoretisch eine linien- oder·
eine punktförmige Berührung stattfindet. Dadurch werden auch die kleinsten Graphitteilchen
noch erfaßt und auf eine außerordentliche Feinheit zerteilt, die mathematisch bis
ins Unendliche geht.
Zweckmäßig werden als Werkzeuge kleine fallende Kugeln benutzt, und die Zerkleinerung
des .Graphits geschieht zwischen diesen und einer Aufschlagfläche, oder noch besser
zwischen mehreren Kugeln.
Zweckmäßig verwendet man Kugeln möglichst glatter, polierter Oberfläche, am besten
Metall- oder Stahlkugeln. Die Kugelgröße wird vorteilhaft auf 8 mm im Durchmesser
und darunter bemessen. Im einzelnen ist dabei das spezifische Gewicht des Kugelmaterials
zu berücksichtigen. Bei Benutzung eines beispielsweise auf einer Mühle bereits fein
vorgemahlenen Graphitpulvers als Ausgangsmaterial erhielt man vorzügliche Resultate
bei Verwendung von glatten Stahlkugeln, deren Durchmesser sich in einer Größenordnung
von 3 bis 5 mm bewegt.
Wesentlich für die Durchführung des Verfahrens ist die Vermengung des' Graphitpulvers
mit einer Flüssigkeit, z. B. öl. Die Flüssigkeit verhindert das Zusammenschla- 60'
gen der Graphitteilchen, durch das die weitgehende Zerkleinerung behindert wird. Außerdem
wird aber gleichzeitig eine Verteilung auch der feinsten Teilchen in der Flüssigkeit
zuwege gebracht, so daß man in einem einzigen Arbeitsgang das Schmiermittel fertig-
zustellen in der Lage ist. Dieses kann je nach Bedarf für den praktischen Gebrauch durch
Zusatz weiterer Flüssigkeitsmengen noch weiter verdünnt werden. Die Verteilung der
Einzelteilchen ist wichtig, weil so kleine Teilchen das Bestreben haben, sich zusammenzuballen
und dadurch die feine Aufteilung mehr oder weniger unwirksam zu machen.
Es ist von Belang, daß dem Graphit so viel ίο Flüssigkeit zugesetzt wird, daß die benutzten
Kugeln nicht aneinander oder am Maschinengehäuse haften, da sonst ihre Schlagwirkung
beeinträchtigt wird. Am besten gibt man so viel Flüssigkeit dazu, daß sich diese willig
mit dem Graphit von den Kugeln ablöst. Zuviel Flüssigkeit beeinträchtigt aber das Verfahren.
Mit zunehmender Verfeinerung des Graphites wird die Gesamtoberfläche desselben
erheblich vergrößert, und das Graphitflüssigkeitsgemisch wird infolgedessen konsistenter.
Man müßte deshalb von vornherein mit einem Flüssigkeitsüberschuß arbeiten, um den obigen
Bedingungen gerecht zu werden. Dadurch wird andererseits aber die Verteilung des Graphites über eine große Flüssigkeitsmenge
herbeigeführt, so daß die Gelegenheit, daß letztere zwischen den Werkzeugen zerkleinert werden, geringer wird. Es
ist deshalb besser, von vornherein nicht zu große Flüssigkeitsmengen zu nehmen, sondern
von Zeit zu Zeit, entsprechend dem Fortschreiten der Zerkleinerung der Graphitteilchen,
frische Flüssigkeit zuzusetzen. Bei einem Graphit, dessen Teilchen durch das ι ο ooo-Maschen-Sieb (pro Quadratzentimeter)
hindurchgehen, als Ausgangsmaterial empfiehlt es sich, beispielsweise anfänglich auf
ι kg Graphit 3 kg Schmieröl zuzusetzen und während der Zerkleinerung noch 2 bis 3 1
Öl nachzufüllen.
Will man eine konsistente Schmiere erzeugen, beispielsweise mit Hilfe von Vaseline,
so wird die Apparatur etwas, etwa 50 bis 60 ° C, angewärmt.
Man kann aber auch das Verfahren mit öl beginnen und dann erst später die Vaseline
zusetzen.
Die Abb. 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung beispielsweise eine Vorrichtung
zur Ausübung des Verfahrens.
In einem Behälter 1 ist ein Becherwerk
angeordnet. Die Becher 3 schöpfen, die in einer Mulde 14 am Boden des Gehäuses befindlichen
Kugeln und transportieren sie nach oben. Beim Umkehren der Becher fallen die Stahlkugeln auf eine Aufschlagplatte 4. Diese
trägt zweckmäßig auf der einen Seite einen etwas erhöhten Rand 17, um eine gewisse An-Sammlung
der Stahlkugeln herbeizuführen.
Hat diese stattgefunden, so treten die neu herabfallenden Stahlkugeln über den Rand τ 7
hinweg in einen Spalt 18 und rollen aus diesem in die Mulde 14 zurück, um dann wieder
von unten nach oben transportiert zu werden.
Der mit Flüssigkeit aufgeschlämmte Graphit wird durch einen Stutzen 19 in den Behälter
8 eingefüllt. Dieser ist an seinem unteren Ende mit Hilfe des Rohres 20 an eine Rotationspumpe 7 angeschlossen. Das obere
Ende des Behälters 8 steht durch das Rohr 21 über die Düse 9 mit dem Behälter 1 in
Verbindung. Das Graphitölgemisch wird durch die Pumpe 7 in die Höhe gehoben und durch die Düse g in das Gehäuse 1 gespritzt
oder gedrückt, und zwar so, daß es in die Bahn der herabfallenden Stahlkugeln gelangt.
Eine Prallplatte 22 sorgt dafür, daß das ölgraphitgemisch nicht zu weit geschleudert·
wird. Zwischen den fallenden Kugeln oder zwischen diesen und der Aufschlagplatte 4
erfolgt dann die Zerkleinerung des Graphites. Die Platte 4 ist mit kleinen Löchern S versehen,
durch welche das öl mit dem Graphit nach unten abzufließen in der Lage .ist. Es
gelangt dann in die Kammer 6 und von dort von neuem in die Pumpe 7. Ist das Schmiermittel
fertiggestellt, so kann man es durch das Rohr 15 und einen daran befindlichen
Hahn 16 nach unten ablassen.
Man ist bei dieser Anordnung in der Lage, einerseits durch die Regelung der Umlaufsgeschwindigkeit des Becherwerkes und andererseits
durch Regelung der Drehgeschwindigkeit der Pumpe 7 den Kugelfall zu beschleunigen
bzw. die Menge der jeweilig zugeführten Ölgraphitmischung zu beeinflussen und dadurch beide aufeinander abzustimmen.
Die Zerkleinerung ist am günstigsten, wenn Kugel auf Kugel fällt.
Man kann die Apparatur dadurch vereinfachen, daß man die Pumpe 7 mit den zugehörigen
Teilen fortläßt und den Raum 6 durch eine punktiert gezeichnete Öffnung 23 in direkte Verbindung mit der Mulde 14
bringt. Das öl fließt dann mit dem Graphit zusammen ebenfalls in die Mulde und wird
von da aus mit den Stahlkugeln zusammen durch das Becherwerk angehoben und zum Herabstürzen gebracht. .
Schließlich kann man auch das öl über die Wand 17 mit den Kugeln zugleich übertreten
lassen. In den letztgenannten Fällen kann eine Entleerung des Apparates durch einen
Verschluß deckel 24 am Boden, der Mulde 14 erfolgen und das Füllen des Apparates durch
eine verschließbare öffnung 25 in dem oberen Teile des Gehäuses 1.
Durch richtige Bemessung der Fallhöhe für die Stahlkugeln ist man in der Lage, den
ünstigsten Wirkungsgrad zu erzielen. Versuche haben gezeigt, daß man mit einer
Fallhöhe von 40 bis 60 cm bei einer Stahlkugelgröße von 3 bis 5 mm sehr günstige Resultate
erzielt.
Infolge der Zerkleinerung der Graphitteilchen durch schlagende Werkzeuge, die nahezu
einen zentralen Stoß ausüben, gelingt es auch, blättrigen Graphit mit der neuen Einrichtung
so zu zerkleinern, daß selbst die feinsten Teilchen nach ihrer Fertigstellung blattförmige Gestalt besitzen.
Als Flüssigkeit zur Ausübung des Verfahrens eignen sich in erster Linie flüssige Öle
oder auch konsistente Fette in erwärmtem Zustande, jedoch können auch dünnflüssige
Substanzen, z. B. Wasser, Benzol, Benzin, Tetrahydronaphthalin u. dgl., als Flüssigkeit
dienen. Auch kann man auf dem angegebenen Wege andere Stoffe als Graphit zerkleinern.
Wie bereits betont, zeigen die Abbildungen nur ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung.
Diese kann natürlich unter Wahrung der Erfindungsgrundsätze mannigfach abgeändert
werden.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere aus Graphitpulver und einer Flüssigkeit durch Zerkleinerung des ersteren bis auf kolloidale Feinheit mittels fallender Kugeln, dadurch gekennzeichnet, daß als' Zerkleinerungswerkzeuge Kugeln von sehr kleinen Abmessungen, vorzugsweise mit einem Durchmesser von etwa 3 bis S mm, in großer Anzahl auf das eine Paste darstellende Mahlgut zur Einwirkung gebracht werden, -welche flüssig genug ist, um sich von den Kugeln abzulösen.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während des Zerkleinerungsvorganges weitere Flüssigkeitsmengen, darunter auch Stoffe festerer Konsistenz, z. B. Vaseline, zugesetzt werden.
- 3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch dieAnordnung eines Becherwerks zur Hochförderung der Kugeln und gegebenenfalls auch der Graphitschmierung, wozu auch in getrennter Weise eine Pumpe benutzt werden kann, und einer mit emporstehenden Rändern versehenen, gegebenenfalls durchlochten Aufschlagplatte in einer geschlossenen Kammer, deren Boden als Rückleitungsorgan für die Mahlwerkzeuge ausgebildet ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK127527D DE605940C (de) | 1932-10-27 | 1932-10-27 | Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere |
| FR775278D FR775278A (fr) | 1932-10-27 | 1934-06-16 | Procédé et dispositif pour préparer un lubrifiant au graphite |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK127527D DE605940C (de) | 1932-10-27 | 1932-10-27 | Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE605940C true DE605940C (de) | 1934-11-22 |
Family
ID=7246396
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK127527D Expired DE605940C (de) | 1932-10-27 | 1932-10-27 | Verfahren zur Herstellung einer Graphitschmiere |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE605940C (de) |
| FR (1) | FR775278A (de) |
-
1932
- 1932-10-27 DE DEK127527D patent/DE605940C/de not_active Expired
-
1934
- 1934-06-16 FR FR775278D patent/FR775278A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR775278A (fr) | 1934-12-22 |
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