DE60426C - Verfahren zur Darstellung zweier neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze - Google Patents

Verfahren zur Darstellung zweier neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze

Info

Publication number
DE60426C
DE60426C DENDAT60426D DE60426DA DE60426C DE 60426 C DE60426 C DE 60426C DE NDAT60426 D DENDAT60426 D DE NDAT60426D DE 60426D A DE60426D A DE 60426DA DE 60426 C DE60426 C DE 60426C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
soluble
indulin
water
red
aniline
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT60426D
Other languages
English (en)
Original Assignee
DAHL & CO. in Barmen
Publication of DE60426C publication Critical patent/DE60426C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B17/00Azine dyes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Indulin C18 H1& JV3 entsteht bekanntlich beim Erhitzen von 2 Theilen Amidoazobenzol mit ι Theil Anilinchlorhydrat und 4 Theilen Anilin bei Temperaturen von 120 bis 1400 C, zugleich bilden sich nebenher noch höher phenylirte Induline.
Auch zur Darstellung zweier neuer Induline, C24 H18 JV4 und C18 H13 JV8, welche in dem Patent No. 50534, sowie Berl. Ber., Bd. XXIII, S. 838, beschrieben sind, wird Amidoazobenzol mit Anilinchlorhydrat und einem Ueberschufs von Anilin (meist das zwei- bis dreifache Gewicht des angewendeten Amidoazobenzols) bei Temperaturen von 115 bis 1400 C. verschmolzen.
Die beiden letzteren Induline zeichnen sich dadurch aus, dafs sie in verdünnter Essigsäure löslich sind. Die reinen Salze., sowohl das essigsaure, als auch das salzsaure, sind in Wasser löslich; beide werden jedoch durch den geringsten Zusatz von Salzsäure gefällt; in concentrirter Schwefelsäure lösen sich diese beiden Induline mit intensiv violetter Farbe auf.
Ein von den bis jetzt bekannten Indulinen völlig verschiedener Körper wird erhalten, wenn man 1 Molecül salzsaures Amidoazobenzol . mit ι Molecül Anilinöl ohne Zusatz eines Anilinsalzes so lange bei einer 95 bis ioo° C. nicht übersteigenden Temperatur erhitzt, bis alles Amidoazobenzol verschwunden ist.
Wird die so erhaltene zähflüssige Schmelze mit verdünnter Salzsäure ausgekocht, so geht neben etwas Anilin eine grofse Menge p-Phenylendiamin in Lösung. Ist die Schmelze richtig verlaufen, so ist diese Lösung nur ganz schwach violett gefärbt; war die Temperatur zu niedrig oder war die Reaction wegen zu kurzer Dauer noch nicht beendigt, so ist die Lösung durch Amidoazobenzol roth gefärbt.
Die vom Anilin und p-Phenylendiamin befreite Masse ist in der Hitze weich, erstarrt jedoch bei gewöhnlicher Temperatur vollständig. Wenn aus dieser Masse durch längeres Verreiben mit Natronlauge und nachheriges Auswaschen mit destillirtem Wasser alle Salzsäure entfernt ist, so geht durch Auskochen mit verdünnter Essigsäure kein Farbstoff in Lösung. Wird die gesammte vom Anilin und Phenylendiamin befreite Masse mit Alkohol ausgekocht, so geht nahezu alles in Lösung; im Rückstand bleiben nur geringe Mengen Azophenin.
Werden die Bedingungen, unter welchen das eben beschriebene Zwischenproduct entsteht, in der Art abgeändert, dafs die Menge der Salzsäure, welche in dem Schmelzgemenge enthalten ist, geringer wird, so entsteht neben dem spritlöslichen Körper auch ein wasserlösliches Indulin, welches ebenfalls verschieden ist von den bis jetzt bekannten Indulinen. Dieses neue wasserlösliche Indulin entsteht in bester Ausbeute, wenn nur die Hälfte der im Beispiel I. verwendeten Salzsäure in der Schmelze vorhanden ist, was auf die Art bewirkt werden kann, dafs man Y2 Molecül salzsaures und Y2 Molecül freies Amidoazobenzol mit 1 Molecül Anilin oder 1 Molecül freiem Amidoazobenzol mit Y2 Molecül Anilin und Y2 Molecül salzsaurem Anilin verschmilzt. Nach beendigter Reaction giefst man die Schmelze in Wasser, versetzt bis zu stark saurer Reaction mit Salz-.
säure und kocht. In Lösung geht ein violettrother Farbstoff. Durch Ausfällen der Base mit Lauge, Wiederlösen in verdünnter Salzsäure und Ausfällen mit Kochsalz erhält man das neue Indulin rein.
Wie schon aus der Art der Isolirung des neuen wasserlöslichen Indulins hervorgeht, unterscheidet sich dasselbe von den Indulinen C18 H13 JV8 und C24 Hls N4 wesentlich durch seine Löslichkeit in verdünnter Salzsäure.
Die nachstehende Tabelle zeigt die charakteristischen Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale das neuen wasserlöslichen Indulins gegenüber den beiden eben angeführten und dem Ca ro'sehen Indulin (Handwörterbuch, Bd. Ill, S. 793):
D a h 1' s wasserlösliches Indulin Wasserlösliches
Indulin des
Patentes No. 50534
Indulin C a r ο wasserlöslich
Lösung des salzsauren Salzes in Wasser
Durch geringen Ueberschufs an Salzsäure wird das salzs. Salz
Schwefelsaures Salz
Beim Zusatz von Schwefelsäure zur wässerigen Lösung der Salze
Beim Versetzen der wässerigen Lösung mit Chlorzink
Lösung in cone. Schwefelsäure.
Lösung des salzsauren Salzes in Alkohol
Die Basen lösen sich in Alkohol Die Basen lösen sich in Aether
Die Salze färben tannirte Baumwolle
rothviolett
nicht gefällt
fast unlöslich in warmem Wasser
schlägt nach Blau um
violette Flocken grauviolett
ro th violett (schwer löslich)
braunroth
gelbbraun (schwer löslich)
rothviolett violett
gefällt
löslich in warmem
Wasser
schlägt nach Blau um
violette Flocken
rothviolett
violett
(leicht löslich)
fuchsinroth
roth
(leicht löslich)
violett
blauviolett
nicht gefällt
löslich in warmem Wasser
schlägt nach Roth um
blaue Flocken blauviolett
blau (leicht löslich)
rothviolett
rothviolett (leicht löslich)
blauviolett
Die Schwerlöslichkeit des Chlorhydrats des neuen wasserlöslichen Indulins in Alkohol, sowie die des Sulfats in Wasser und die def Base in Aether machen es wahrscheinlich, dafs dieser Farbstoff in naher Beziehung steht zu dem in dem Patenf No. 36899 beschriebenen Einwirkungsproduct von p-Phenylendiamin auf Amidoazobenzol.
Die Eigenschaften des neben dem wasserlöslichen entstehenden spritlöslichen Indulins im Vergleich zu denen der bekannten, hier in Betracht zu ziehenden Induline (Rückstand vom Ca ro'sehen wasserlöslichen Indulin, welcher im Patent No. 55184 als Ausgangsmaterial zur Darstellung wasserlöslicher Induline dient; ferner Rückstand von dem wasserlöslichen indulin des Patentes No. 50534 und Witt'sches Indulin) enthält nachstehende Tabelle:
D a hl's Indulin spritlöslich
Spritlösl. Rückstand des Indulins des Patentes No. 50534
Wasserunlösl.
Rückstand nach
Caro
Witt'sches Indulin
Alkoholische Lösung d. Chlorhydrats
Auf Zusatz von wenig Salzsäure
Auf Zusatz von viel Salzsäure
leicht löslich, roth violett
violett rothviolett
leicht löslich, violett
blau blauviolett sehr schwer löslich, graublau
etwas blauer
rothviolett
leicht löslich, blau
etwas blauer rothviolett

Claims (2)

  1. Dahl's Indulin
    spritlöslich
    Spritlösl. Rückstand des Indulins des Patentes No. 50534
    Wasserunlösl.
    Rückstand nach
    Caro
    Witt'sches
    Indulin
    Alkoholische Lösung d.
    Basen
    Aetherische Lösung der
    Basen
    Lösung in concentrirter
    Schwefelsäure
    rothbraun
    gel broth
    grauviolett
    fuchsinroth
    blauroth
    blau
    I. Beispiel zur Darstellung des spritlöslichen Indulins.
    30 kg salzsaures Amidoazobenzol werden mit
    12 kg Anilinöl in einem eisernen Kessel erwärmt, bis eine homogene Schmelze entstanden ist, was bei ca. 80 bis 90° C. stattfindet. Nun wird die Schmelze 4 bis 6 Stunden lang vorsichtig unter häufigem Rühren auf 95 bis ioo° C. gehalten, worauf in der Regel alles Amidoazobenzol verschwunden ist; anderenfalls mufs noch längere Zeit erhitzt werden. Die so erhaltene Schmelze enthält alsdann den oben näher charakterisirten Körper. Durch Auskochen mit verdünnter Salzsäure und Extraction des rückständigen Kuchens mit Alkohol erhält man denselben rein.
    II. Beispiel zur Darstellung des wasserlöslichen Indulins.
    40 kg freies Amidoazobenzol, 9,3 kg Anilin,
    13 kg salzsaures Anilin werden in einem im Oelbade stehenden Kessel auf ca. 1300C. erhitzt, worauf bald eine lebhafte Reaction erfolgt. Nach beendigter Reaction wird die Schmelze in Wasser gegossen und mit 50* kg Salzsäure gekocht. Das wasserlösliche Indulin geht in Lösung und wird von dem ungelöst gebliebenen, wesentlich aus dem nach Beischmutzig roth
    braunroth
    braunviolett
    roth
    bläulich roth
    rothviolett
    spiel I. entstehenden spritlöslichen Indulin bestehend, durch Filtration getrennt. Durch Ausfällen mit Lauge erhält man die Base des wasserlöslichen Indulins.
    Die beiden neuen Induline können durch Verschmelzen mit p-Phenylendiamin in blaue wasserlösliche Induline übergeführt werden.
    ■Pate nt-An sp rüche:
    ι . Verfahren zur Darstellung eines neuen spritlöslichen Zwischenproductes der Indulinschmelze, darin bestehend, dafs 1 Molecül salzsaures Amidoazobenzol mit 1 Molecül Anilinöl bei einer Temperatur von 90 bis ioo° C. verschmolzen wird, bis kein Amidoazobenzol mehr nachzuweisen ist.
  2. 2. Verfahren zur Darstellung eines Gemenges eines wasserlöslichen, und des nach Anspruch i.darstellbaren spritlöslichen Indulins, darin bestehend, dafs man die Menge der in der Schmelze nach Anspruch 1. enthaltenen Salzsäure um die Hälfte vermindert, indem man entweder 1J2 Molecül freies und Y2 Molecül salzsaures Amidoazobenzol mit ι Molecül Anilin, oder 1 Molecül freies Amidoazobenzol mit ]/2 Molecül Anilin und Y2 Molecül salzsaurem Anilin verschmilzt.
DENDAT60426D Verfahren zur Darstellung zweier neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze Expired - Lifetime DE60426C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE60426C true DE60426C (de)

Family

ID=334568

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT60426D Expired - Lifetime DE60426C (de) Verfahren zur Darstellung zweier neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE60426C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE60426C (de) Verfahren zur Darstellung zweier neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze
DE2018168C3 (de) Pigmentpräparationen und Verfahren zu deren Herstellung
DE122352C (de)
DE489863C (de) Verfahren zur Herstellung von als Farbstoffe oder Zwischenprodukte wertvollen Anthrachinonderivaten
EP0070521B1 (de) Verfahren zur Verbesserung der anwendungstechnischen Eigenschaften von Disazopigmenten
DE727697C (de) Verfahren zur Herstellung von Derivaten schwer- bis unloeslicher, mindestens eine Hydroxylgruppe enthaltender Azofarbstoffe
DE2033989C2 (de) Lagerstabile konzentrierte Lösungen von Metallkomplexen von Azo- oder Azo-Azomethinfarbstoffen und ihre Verwendung
DE2157609B2 (de)
DE62974C (de) Verfahren zur Darstellung neuer Zwischenproducte der Indulinschmelze
DE89659C (de)
DE643699C (de) Verfahren zur Herstellung von Azoverbindungen der Chinolinreihe
DE424863C (de) Verfahren zur Darstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen oder Phenolaethernund Azoverbindungen
DE121974C (de)
DE83101C (de)
DE127341C (de)
DE226348C (de)
DE66886C (de) Verfahren zur Darstellung indulinartiger Farbstoffe aus Azoverbindungen des Benzidins und Diamidotriphenylmethans
DE253762C (de)
DE171871C (de)
DE573180C (de)
DE110881C (de)
DE205294C (de)
DE122474C (de)
DE86971C (de)
DE99545C (de)