DE59775C - Verfahren zur Darstellung von Triamidotri-o-tolylcarbinol und dessen Salzen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Triamidotri-o-tolylcarbinol und dessen Salzen

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DE59775C
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FARBWERKE VORM. MEISTER LUCIUS & BRÜNING in Höchst a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B11/00Diaryl- or thriarylmethane dyes
    • C09B11/04Diaryl- or thriarylmethane dyes derived from triarylmethanes, i.e. central C-atom is substituted by amino, cyano, alkyl
    • C09B11/10Amino derivatives of triarylmethanes
    • C09B11/12Amino derivatives of triarylmethanes without any OH group bound to an aryl nucleus

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Mit den bisher gebräuchlichen Methoden der Fuchsinfabrikation werden nur solche Fuchsine erzeugt, die aus Wasser leicht krystallisiren, und zwar nur Parafuchsin und das »gewöhnliche Fuchsin«, letzteres in den verschiedensten Modificationen. Während ersteres einen einheitlichen Körper repräsentirt, ist letzteres ein Gemenge verschiedener Triamidotriphenylmethanderivate.
Durch eine einfache Reaction läfst sich z. B. in dem gewöhnlichen salzsauren Rosanilin Parafuchsin leicht nachweisen. Dasselbe giebt nämlich beim Lösen in etwas concentrirter Salzsäure und Versetzen mit einigen Körnchen chlorsauren Kalis zunächst eine intensiv grüne Färbung und beim nachherigen Eingiefsen in Wasser blauviolette Krystalle ; sämmtliche Homologe des Parafuchsins zeigen in reinem Zustand diese Reaction nicht; auf diese Weise läfst sich daher die Gegenwart von Parafuchsin im gewöhnlichen salzsauren Rosanilin sehr leicht nachweisen. Dafs dieses der Hauptmenge nach ein Rosanilin mit zwanzig Kohlenstoffatomen repräsentirt, beweist die von Wichelhaus ausgeführte Spaltung in Diamidodiphenylketon und o-Toluidin.
Nach dem aufgefundenen Verfahren kann nun ein durchaus einheitliches Homologes des Parafuchsins, nämlich das Triamidotri-o-tolylcarbinol in einer Operation dargestellt werden. Identisch mit diesem Körper ist wahrscheinlich das Fuchsin, welches- Rosenstiehl & Gerber durch gemeinschaftliche Oxydation von 1 Molecül as-m-Xyilidin mit 2 Molecülen o-Toluidin dargestellt haben. In der Technik ist die Fabrikation dieses Körpers niemals ausgeübt worden, da as-m-Xylidin nicht leicht und billig in reinem Zustand zu beschaffen ist und andererseits die Darstellung dieses Körpers nach diesem Verfahren vor der analogen Darstellung des gleichwertigen Rosanilins nicht den geringsten Vortheil bietet. Hier wie dort basirt die Fuchsinbildung auf der Oxydation einer Methylgruppe im Kern eines Amins und damit ist schlechte Ausbeute bei enormen Massen unlöslicher Rückstände verbunden. Gerade diese letzteren möglichst zu vermeiden, ist der langjährige Wunsch aller Fuchsinfabrikanten. Dies ist nun durch Auffindung eines neuen Weges zur Darstellung des Triamidotritolylcarbinols gelungen.
Die Methode kann in zweierlei Art ausgeführt werden, entweder dadurch, dafs man Diamidoditolylmethan mit o-Toluidin, oder dafs man die Formaldehydverbindung des ο-Toluidins mit o-Toluidin in Gegenwart eines starken Ueberschusses von salzsaurem o-Toluidin der Einwirkung oxydirender Agenden, wie z. B. Nitrobenzol und Eisensalze etc., unterwirft. Da beim Erhitzen von Diamidodiphenylmethan mit salzsaurerh o-Toluidin letzteres an die Stelle des Anilinrestes im Diamidodiphenylmethan tritt, so ist es verständlich, warum man zu demselben Rosanilin gelangt, auch wenn man an Stelle des Diamidoditolylmethans das Diamidotolylphenylmethan oder Diamidodiphenylmethan verwendet. An Stelle von Anhydroformaldehyd - ο - toluidin läfst sich die entsprechende Formaldehydverbindung des Anilins oder eines anderen aromatischen Amins
in Anwendung bringen; dieselbe mufs nur beim Erwärmen mit salzsaurem o-Toluidin Diamidoditolylmethan bilden.
Der technische Effect, welcher durch dieses Verfahren zur Darstellung des Triamidotritolylcarbinols erzielt wird, ist ein doppelter: erstens wird dadurch ein der Technik bisher fremdes Product dem Handel zugänglich gemacht, das sich vor den bereits vorhandenen ähnlichen Producten durch vielfache gute Eigenschaften, z. B. bedeutend gröfsere Löslichkeit in Wasser, besondere Reinheit der Nuance, Einheitlichkeit u. s. w. auszeichnet, zweitens wird die Technik der Fuchsinfabrikation dadurch beträchtlich erleichtert ; denn der neue Farbstoff läfst sich nach dem angegebenen Verfahren einfacher und billiger darstellen als die analogen Farbstoffe; aufserdem giebt dasselbe im Gegensatz zu den bekannten Fuchsinpro cessen aufserordentlich geringe Fabrikationsrückstände.
Die Darstellung des Triamidotri - ο - tqlylcarbinols wird in folgender Weise ausgeführt:
ι ο kg Anhydroformaldehyd-o-Toluidin, 50 kg salzsaures o-Toluidin, ι ο kg o-Toluidin werden in einem emaillirten Kessel unter Zusatz von 12 kg Nitrotoluol und 1 kg Eisenfeile oder 3 kg Eisenchlorür 2 bis 3 Stunden auf ca. 1700 erhitzt. Hierauf wird o-Toluidin und Nitrotoluol mit Wasserdampf abgetrieben, filtrirt und das in Lösung gegangene Fuchsin mit Kochsalz gefällt.
In diesem Ansatz kann Anhydroformaldehydo-toluidin ersetzt werden durch die entsprechenden Verbindungen des Anilins, p-Toluidins, Xylidins oder Naphtylamins. Ebenso kann das freie o-Toluidin durch Anilin ersetzt werden, ohne dafs dadurch das Resultat beeinträchtigt würde.
An Stelle des Nitrotoluols kann Nitrobenzol, Nitroxylol, Nitronaphtalin und andere analoge Nitrokörper oder auch Eisenchlorid oder Arsensäure angewendet werden.
Dasselbe Fuchsin erhält man nach folgendem Ansatz: 10 kg Diamidoditolylmethan, 30 kg salzsaures o-Toluidin, 1 5 kg o-Toluidin werden genau, wie im ersten Beispiel angegeben ist, verarbeitet unter Zusatz von 12 kg Nitrotoluol und 3 kg Eisenchlorür oder 1 kg Eisenfeilspäne. Das Diamidoditolylmethan kann durch Diamidodiphenylmethan oder Diamidotolylphenylmethan ersetzt werden, ohne nennenswerthe Schädigung des Resultates.
Das erhaltene Product, das salzsaure Triamidotritolylcarbinol, krystallisirt aus Wasser nicht. Es fällt aus Wasser amorph aus. Aus Alkohol krystallisirt es leicht in langen Nadeln. Der Schmelzpunkt der Leukobase liegt bei ungefähr 160 bis 1620. Die Spaltung mit Salzsäure giebt o-Toluidin und ein Diamidoditolylketon, Schmelzpunkt 2io°, das mit dem Diamidoditolylketon aus Diamidoditolylmethan, Schmelzpunkt 149°, identisch ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Triamidotrio-tolylcarbinol und dessen Salzen, darin bestehend, dafs man Diamidoditolylmethan oder Körper, welche mit salzsaurem o-Toluidin erhitzt Diamidoditolylmethan liefern, wie
    Anhydroformaldehydanilin , - ο - toluidin, -p-toluidin, -xylidin, -naphtylatnin, Diamidodiphenylmethan, Diamidotolylphenylmethan,
    mit o-Toluidin in Gegenwart eines starken Ueberschusses an salzsaurem o-Toluidin und mit oxydirenden Agentien erhitzt.
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