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Vorrichtung zum Auslösen des Blattes bei Losblattwebstühlen Nach dem
Hauptpatent 581 817 ist die elektromagnetische Einrichtung, mittels welcher
das Ausschwingen: der den unteren Rand des Blattes beim Anschlag abstützenden Stützleiste
im Falle einer Störung der Schützenbewegung im Sinne der Freigabe gesteuert
wird, am Gestell des Webstuhls feststehend angeordnet, so daß die Wirkung der vom
Anker des Elektromagneten unmittelbar bewegten Teile durch besondere Zwischenteile
auf die mit der 'Lade schwingenden Traghebel für die Stützleiste übertragen werden
muß.
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Nach vorliegender Erfindung wird eine erhebliche Vereinfachung bzw.
Beschleunigung des Inwirkungtretens und Erhöhung der Zuverlässigkeit der Blattauslösevorrichtung
in erster Linie dadurch ermöglicht, daß der Steuerelektromagnet an der Lade selbst,
also mit dieser mitschwingend, angeordnet ist, und ferner dadurch, daß das Zurückziehen
der Blattstützleiste aus ihrer Stützstellung nicht, wie sonst üblich, von der ScUwingungsb-ewegung
der Lade abgeleitet, sondern durch eine mit Hand zu spannende Auslösefeder bewirkt
wird, welche in der Abstützlage durch eine Sperrklinke festgehalten wird, die im
Falle der Gefahr des Schützenschlages durch die Wirkung des Steuerelektromagneten
aus ihrer Abstützlage gebracht wird, so daß dadurch de Wirkung der Auslösefedex
freigegeben wird. Auf der Zeichnung sind die für die Anwendung der Erfindung in
Betracht kommenden Teile der mit der Vorrichtung ausgerüsteten Ladeeines Webstuhls
in Abb-. i teils im senkrechten Längsschnitt, teils in Seitenansicht dargestellt.
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Abb. a zeigt eine zugehörige Ansicht des in Betracht kommenden Teiles
der Lade in Ansicht von der Rückseite.
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Abb:. 3 stellt in einem der Abb. i entsprechenden Längsschnitt eine
andere Ausführungsform der Vorrichtung dar.
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Die balkenförmige Lade i, welche von en Stelzen a, wie üblich, schwingbar
getragen wird und über der durch Verlängerung der letzteren der den oberen Rand
des Blattes 8 in seiner unteren. Längsaussparung i i aufnehmende Ladendeckel 9 angebracht
ist, hat am oberen Rande ihrer Rückseite die übliclhe 12, gegen welche der untere
Fassungsrand des Blattes durch die Stützleiste 13 angedrückt gehalten wird.
Die de Stützleiste an beiden Enden oder außerdem auch noch in der 12itte tragenden
Stützarme i ¢ sitzen an einer gemeinsamen, längs der Unterseite des Ladenbalkens
i gelagerten Stützarmachse 15, auf welcher bei der gegebenen Ausführungsform auch
die üblichen Stecherhebel 16 fest angebracht sind, die beim Vorwärtsschwingen der
Lade unmittelbar vor dem Anschlagen jedes Schußfadens mit passend angebrachten Leitflächen
oder
Rollen in Berührung treten, um das Zurückdrängen des Blattes
durch die Anschlagreaktion zu verhüten.
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Auf der Stützarmachse sitzt außerdem ein nach rückwärts gerichteter
Auslösehebel17, an dessen Ende eine Schraubenfeder i ö in dem Sinne angreift, daß
ihre Federspannung die von den Stützarmen 14 getragene Stützleiste 13 aus ihrer
Stützlage im Sinne des Freigebens des Blattes rückwärts zu schwingen strebt. Der
Auslösehebel stützt sich in gewissem Abstand von seiner Schwingachse in Betriebsstellung
gegen die, Spannung der Auslösefeder 18 auf das beispielsweise mit einer Rolle i
9 ausgerüstete obere Ende eines Sperrriegels 2o, der in dem unterhalb des Auslösehebels
an der benachbarten Ladenstelze angebrachten Steu:ermagnetgehäuse 21 senkrecht geführt
ist, so daß er sich gegen @die Spannung einer Rückholfeder 22 eine gewisse Strecke
abwärts bewegen kann. In seiner oberen Sperrstellung wird der Sperriegel 2o durch
den Eingriff eines kurzen Seitenarmes 23 eines mit seinem langen Arm in Sperrstellung
senkrecht gestellten Sperrklinkenhebels 24 in @exnem Seitenausschnitt 25 des Sperriegels
2o abgestützt, welcher dicht neben letzterem um den. Zapfen 26 schwingbar angebracht
ist.
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Das untere Armende des Sperrklinkenhebels 24 wird durch die waagerecht
angeordnete Stützklii*e 27 in Sperrstellung gehalten, welche um den Zapfen 28 an
der Wand des Gehäuses 21 befestigt ist, während diese Klinke durch ihre Haltefeder
29 an ihrem oberen Anschlag 30 so festgehalten wird, daß sie mit ihrem freien
Ende eine kurze Strecke in die seitliche Ausschwingbahn des Sperrklink enhebels
24 vorspringt. Der Körper der Stützklinke 27 bildet zugleich den Anker eines Auslöseelektromagneten
31, welcher während des Betriebes stromlos ist und welchem der Betriebsstrom durch
den unter Ruhestrom stehenden Steuerelektromagneten 32 nur darin zugeführt -wird,
wenn dessen Ruhestromkreis, wie in der Hauptpatentschrift beschrieben, durch Ausbleiben:
der die Schützenbewegung überwachenden wechselnden Stromschlußwirkungen unterbrochen
wird.
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Der um den Zapfen 33 schwingende Anker 34 de' Steuerelektromagneten
steht zu diesem Zweck durch eine Zweigleitung 3 5 mit dem einen der beiden Stromzuleiter
36, 37 in Verbindung und wird beim Stromloswerden seiner Magnetspulen durch. eine
Schließfeder 38 mit dem an seiner Oberseite angebrachten Kontaktplättchen 39 gegen
eine Kontaktschraube 4o angedrückt, mit welcher das eine Ende der Spulenwicklung
des Auslösemagneten 31 durch Zweigleiter 41 verbunden ist, ivghrend das andere Ende
dieser Spulenwickl.ung durch den Zwischenleiter 42 mit dem Hauptstromleiter 37 verbunden
ist. Von dem Stromzuleiter 36 führt die Schleifenleitung 43 über die überwachungskontakte
44 von denen nur einer auf der Zeichnung strichpunktiert angedeutet ist, und die
Spulenwicklung der Steuerelektromagneten 32 durch den Anschlußdraht 45 zu dem Stromzuleiter
37. Der Anker des Steuerelektromagneten wird infolgedessen unter Gespannthalten
der Schließfeder 38 dauernd in seiner unteren Grenzlage festgehalten, in welcher
die Stromschlußverbindung zwischen dem Kontaktplättchen 39 und der Kontaktschraube
4o unterbrochen ist.
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Wenn. der Ruhestromkreis des Steuerelektromagneten 32 durch Ausbleiben
eines der drei wechselnden Überwachungskontakte 44 unterbrochen ist, so wird durch
die Schließfeder 38 der Anker 34 des Steuerelektromagneten angehoben und durch Berührung
des Kontaktplättchens 39 mit der Kontaktschraube 4o der Stromkreis des Auslösemagneten
41 geschlossen. Dieser zieht infolgedessen die seinen Anker bildende Stützklinke
27 aus ihrer das Ende des Sperrhlinkenhebels 24 stützenden Stellung, so daß dieser
dem -durch den kurzen Seitenvorsprung 23 dieses Sperrklinkenhebels aufgenommenen
Druck des Sperriegels 20 und der Auslösefeder 18 folgen kann, so daß diese die Stützaiznachse
15 und die Stützarme 14 zum Ausschwingen bringen und die Stützleiste 13 aus ihrer
Stützstellung zurückziehen kann. Hierdurch verliert zunächst der untere Rand des
Blattes seinen Halt, so daß es unter der Wirkung der Fadenreibung nach rückwärts
ausschwingen und den :etwa im Fach hängengebliebenen Schützen nicht unter Zerreißen
von Kettfäden in den engen Teil des Faches hineinstoßen kann.
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Nach einem j edesmaligen derartigen Auslösevorgang und Zurückbringen
des Blattes in die Arbeitsstellung wird der Auslösehebel 17 unter Spannung der Feder
18 wieder in seine .obere Grenzlage gebracht, wobei der Sperrklinkenhebel24 durch
sein Eigengewicht wieder in' seine durch die Stützklinke 27 bestimmte Abstützlage
zurückgelangt.
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Bei der in Abb. 3 dargestellten Ausführungsform ist die den unteren
Rand des Blattes gegen die Anschlagreaktion festhaltende Stützleiste 13 statt schwingbar
auf am Ende von auf der Stützarmachse 15 angebrachten Stützarmen längs der Ebene
des Blattes und quer zu seiner eigenen Längsrichtung in einer durch an ,der Rückenfläche
des Ladenbalkens befestigte Gleitwangen 46 gebildeten Führung verschiebbar angebracht
und steht durch zwei oder mehr abwärts
gerichtete Schubarme 47 mit
dem Auslösehebel 17 bzw. anderen auf der Stützaimachse 15 fest angebrachten Hebelarmen
in beweglicher Verbindung. .Der Stützarm t ¢ steht auch hierbei unter der oben beschriebenen
Einwirkung der Auslösefeder einerseits und des am oberen Ende die Rolle i9 tragenden
Sperriegels 2o sowie der zu dessen Betätigung dienenden, in das Steuermagnetgehäuse
eingeschlossenen Steuerungsteile. Wie leicht ersichtlich, wird vermöge dieser quer
beweglichen Schlittenführung die Stützleiste in ihrer Stützstellung gegen den Druck
der Anschlagreaktion ohne weitere Hilfsmittel mit praktisch unumgrenzten Widerstand
festgehalten, so daß die Mitwirkung von Stecherarmen zur Verbesserung dieser Abstützung
nicht mehr notwendig ist. Diese Einrichtung ermöglicht es', auch mit Losblattwebstühlen
schwere, besonders große Anschlagkräfte erfordernde Gewebe herzustellen, ohne daß
durch die erhöhte Widerstandsfähigkeit der Abstützung des Blattes durch die Stützleiste
die Feinfühligkeit der Blattauslösung vermindert wird. -