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Rohrpostanlage Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein einfaches Abgreifen des Zielkennzeichens von Rohrpostbüchsen, die zu Steuerzwecken
um ihre Längsachse angeordnete einstellbare Zielkennzeichen tragen, zu ermöglichen.
Dies wird nun erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die jeweilige Büchse an der
Abgreifstelle zunächst in eine Normallage gegenüber den Äbgreiforganen gebracht
wird und in dieser Lage so lange verbleibt, bis die Übernahme des Zielkennzeichens
erfolgt ist. Unter Normallage wird hier eine bestimmte Lage der Büchse sowohl hinsichtlich
ihrer Längsrichtung als auch ihrer Drehrichtung verstanden.
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Es sind nun .bereits Rohrpostanlagen bekannt, bei denen -jede Rohrpostbüchse
mit ui'n ihre' Längsachse drehbaren Kennzeichenträgern zum Zwecke des Abgreifens
in eine Normallage gegenüber den Abgreiforganen gebracht wird. Die Büchse wandert
hierbei über die verschiedenen Rohreinlässe und dreht sich zwischen j e zwei Rohreinlässen
um 36o°, so -daß-bei ihrer vollen Umdrehung die Büchse einmal durch die gewünschte
Normalstellung gehen muß. In diesem Augenblick wird das Zielkennzeichen, ohne daß
die Büchse ihre Drehung unterbricht, abgegriffen.. -Hieraus ergeben sich aber Nachteile,
die einmal darin bestehen, daß jede Büchse um 36o' gedreht wird, auch wenn das Zielkennzeichen
gleich zu Anfang der Büchsendrehung schon abgegriffen werden konnte, also unnötig
viel Zeit verbraucht wird; während andererseits, da die Drehung der Büchse während
des Abgreifvorganges nicht unterbrochen wird, für das Abgreifen nur eine beschränkte
Zeit zur Verfügung steht, so daß, wenn diese Zeit für die Zielübernahme aus irgendeinem
Grunde nicht ausreicht, Betriebsstörungen eintreten können.
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Diese vorgenannten Mängel werden erfindungsgemäß dadurch beseitigt,
daß die Büchse nur so lange gedreht wird, bis sie ihre Normallage gegenüber den
Abgreiforganen erreicht hat und dann zur Ruhe kommt. Hieraus ergibt sich auch noch
der besondere Vorteil, daß das Abgreifen des Zielkennzeichens bei relativer Ruhelage
der Büchse gegenüber dem Abgreiforgan erfolgt, wodurch besonders dann, wenn das
Zielkennzeichen aus Kontakt- bzw. Isolierflächen und die Abgreiforgane aus Kontaktfedern
bestehen, eine sichere Kontaktgabe zwischen Büchse und Abgreifkontakten gewährleistet
ist.
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Zur Drehung der Büchse können verschiedene Antriebsmittel. dienen.
Es kann beispielsweise,
wie bereits bekannt, ein Elektromotor mittelbar
oder unmittelbar die Drehung der Büchse herbeiführen. Weiter kommen magnetische
Kräfte in Form von Elektromagneten oder Schrittschaltwerken in Betracht. Um eine
besondere Energiezufuhr zum Zwecke der Drehung der Büchse zu vermeiden, kann auch
die Schwerkraft der Büchse hierfür nutzbar gemacht werden. Die Büchse erhält hierbei
vorteilhafterweise schräg zu ihrer Bewegungsrichtung angeordnete Gleitflächen, die
mit Gleitstücken in der Abgreifstelle zusammenwirken und so die Drehung der Büchse
bewirken.
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Um die Kräfte, die zur Drehung der Büchse erforderlich sind, möglichst
klein zu halten, kann man auf die Drehung der ganzen Büchse verzichten und nur ihre
zielkennzeichnenden Teile in die Normallage bringen.
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Bei Zielkennzeichnungen, bei denen sich das Zielkennzeichen auf dem
Umfang des Kennzeichenträgers mehrere Male wiederholt, entstehen ebenso viele Normallagen
der Büchse oder ihrer zielkennzeichnenden Teile gegenüber den Abgreiforganen. In
diesen Fällen genügt es, wenn die Büchse in eine der vorhandenen Normallagen gebracht
wird. Der dabei erzielte Vorteil besteht darin, daß der erforderliche Drehwinkel
mit steigender Anzahl der Normallagen immer geringer wird.' Es sei ferner noch darauf
hingewiesen, daß man mit Vorteil eine Drehbewegung der Büchse in beiden Drehrichtungen
vorsehen kann, wobei die Drehrichtung zur Herbeiführung der Normallage gewählt wird,
bei welcher diese Lage auf dem kürzesten Wege erreicht wird. Die maximal erforderliche
Drehung umfaßt dabei einen Winkel von igo°, während bei der erwähnten vorbekannten
Einrichtung ein solcher von 36o' erforderlich ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Abb. i und 2 im Aufriß
und Grundriß dargestellt; weitere Ausführungsformen zeigen die Abb. 3 bis i2.
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So trägt die im Fahrrohr i' gleitende Büchse i (vgl. Abb. i) beispielsweise
zwei Einstellringe 2, 3. Jeder dieser Ringe 2, 3 enthält eine Kontaktfläche 4, 5,
die mit den Kontaktfedern K der Abgreifvorrichtung zusammenwirken. Ferner befindet
sich auf der Büchse ein Anschlag 9 (vgl. auch Abb. 2, welche einen Horizontalschnitt
nach der Linie a-b der Abb. i darstellt), dem gegenüber die Einstellung der Ringe
2, 3 erfolgte. In der Abgreifstelle kommt die Büchse i auf dem um den Zapfen i i
schwingenden Sperrhebel io zur Ruhe und wird durch eine um die Achse 13 beispielsweise
mittels Elektromotors angetriebene Treibscheibe `i2 in Drehung versetzt. Diese Drehung
erfolgt so lange, bis der Anschlag 9 gegen einen unter der Wirkung einer Feder 7
stehenden, in einer festen Führung 8 gleitenden, in die Fahrbahn der Büchse i ragenden
Riegel 6 stößt. Die Büchse i kommt dann zur Ruhe, und die Treibscheibe iz schleift
durch. Infolge der Berührung zwischen dem Anschlag 9 und dem Riegel 6 wird die Stromquelle
mit den Kontaktflächen 4 und 5 verbunden. Dadurch werden die Kontaktfedern K an
die Spannung gelegt, die der Zieleinstellung der Büchse i entsprechen, d. h. das
Ziel wird abgegriffen und verwertet (Stellen einer Weiche usw.). Sobald dieser Vorgang
beendet ist, wird der Sperrhebel io entsperrt, und die Büchse i fährt weiter.
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In der Abb.3 ist der untere Teil einer Büchse 14 in teilweisem Schnitt
gezeigt, bei der die zielkennzeichnenden Teile für sich drehbar sind.
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In den Abb. 4 bis 7 sind Einzelteile dieser Büchse in verschiedenen
Ausführungsformen dargestellt.
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Die Büchse in Abb.3 besteht aus dem Büchsenkörper 14, dem Abstandsrohr
15, dem Filzkopf 24, der Platte 23 und den zielkennzeichnenden Scheiben
17, 18, ig. Der Büchsenkörper 14 wird durch die Schraube z5 mit dem Filzkopf
24 und der Platte 23 fest verbunden, wobei durch das Abstandsrohr 15 ein bestimmter
Zwischenraum zwischen diesen Teilen gebildet wird. Die Scheiben 17, 18, i9,
werden durch die Hülse 16 zusammengehalten, so daß die gegenseitige Drehbarkeit
dieser Scheiben noch erhalten bleibt. Ferner kann sich die Hülse 16 zusammen mit
den drei Scheiben 17, 18, 19 leicht auf dem Abstandsrohr 15 drehen. Mit 2o bis z2
ist eine Rasteinrichtung bezeichnet, die die Relativlage der Scheiben 17, 18, i9
untereinander sichert.
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Die Scheiben 17 und ig sind Kennzeichenträger und können beispielsweise
die in der Abb. 4 dargestellte Form erhalten. Die Nase 29 soll hier zur Steuerung
der Abgreiforgane dienen. Mit 28 sind Aussparungen bezeichnet, die mit der Rasteinrichtung
2o bis 22 (vgl. Abb. 3) zusammenwirken. Die Scheibe 18 dient dazu, die zielkennzeichnenden
Scheiben 17 und i9 in eine bestimmte Normallage gegenüber den Abgreiforganen zu
bringen.
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Eine Ausführungsform der Scheibe 18 in Abb. 3 zeigt die Abb. 5. Hier
entspricht die herzförmige Scheibe 3o der Scheibe 18 in Abb. 3. Bei 31 befindet
sich die bereits in -Abb. 3 dargestellte Rasteinrichtung 2o bis zz. Die Zieleinstellung
der Scheiben 17 und i9 erfolgt gegenüber der Scheibe 31 beispielsweise dadurch,
daß eine Zahlenskala auf den Scheiben 17 bzw. i9 in eine bestimmte Stel-
Jung
gegenüber der Spitze der Herzscheibe 31 gebracht wird. An der Abgreifstelle befindet
sich die Rolle 32 (Abb.5). Diese Treibrolle 32 kann beispielsweise durch einen Elektromagneten
an das Herzstück 30 angedrückt werden. Dadurch dreht sich das Herzstück
30 und mit ihm die Einstellscheiben 17 und i9 so lange, bis die Treibrolle
32 im tiefsten Punkt der Herzscheibe 3o angelangt ist. Damit ist die Normallage
der zielkennzeichnenden Scheiben 17 und i9 hergestellt. Der maximale Winkelbetrag
der Drehung beträgt hierbei i8o°.
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Eine weitere Ausführungsform der Scheibe 18 in Abb. 3 bei vier Normallagen
der Einstellscheiben zeigt Abb. 6. An die Stelle der Treibrolle 32 in Abb. 5 ist
der Hebel -35 getreten, während die Rasteinrichtung 2o bis 22 bei 34 angeordnet
ist. Der maximale Drehwinkel beträgt hier 45°.
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Schließlich ist in Abb. 7 eine Ausführungsform der Scheibe 18 nach
Abb.3 gezeigt, wobei ein Schrittschaltwerk zur Herbeiführung der gewünschten Normallage
Verwendung findet. Die Scheibe 36 ist hier zahn-, radartig ausgebildet, während
die Rasteinrichtung bei 37 angeordnet ist. Die Schaltklinke 39 des Schrittschaltwerkes
wird durch dessen Magneten M in hin und her gehende Bewegung versetzt, so daß die
Zahnscheibe 36 so lange um je einen Zahn fortgeschaltet wird, bis die Zahnlücke
38 erreicht ist. Die so erzielte Stellung entspricht der Normallage. Es können natürlich
auch mehrere Lücken 38 am Umfange der Zahnscheibe 36 zur Herstellung von mehreren
Normallagen vorgesehen sein. Das Gegenlager 4o dient in an sich bekannter Weise
zur Verhinderung des Schleuderns; der maximale Drehwinkel beträgt 36o°.
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In den Abb.8 bis 12 sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
schematisch gezeigt, bei denen die Schwerkraft der Büchse in Verbindung mit schrägen
Gleitflächen zur Erzeugung der Normallage benutzt- wird.
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In Abb. 8 stellt 41 den unteren Teil der Büchse dar. Diese enthält
in ihrem Kopf ein Gleitstück 42, welches in Abb. i i deutlicher, jedoch in anderer
Lage perspektivisch dargestellt ist. Dieses Gleitstück 42 arbeitet mit dem Sperrhebel
43 (Abb.8 bis io) zusammen, dessen vorderes Ende 43' eine besondere Ausbildung aufweist,
die in verschiedenen Ansichten (Abb.8 bis io) schematisch dargestellt ist. Um die
Reibung an der Rohrwandung bei der Drehbewegung der Büchse 41 auf ein Minimum zu
beschränken, ist der Büchsenkopf von einer Art Kugellagerung qq. umgeben. Diese
Reibungsverminderung ist insbesondere deshalb erforderlich, weil durch die Formgebung
des vorderen Sperrhebelendes 43' zum Zwecke der Büchsendrehung seitlich schiebende
Kräfte auf den Büchsenkopf ausgeübt werden. Durch die seitliche Abschrägung 45 des
Hebels 43 (Abb. 9) wird die einwandfreie Drehung der Büchse 41 sichergestellt. Es
ist selbstverständlich, daß auch bei dieser Ausführungsform statt der ganzen Büchse
nur der vordere Teil derselben mit den Kennzeichenträgern gedreht zu werden braucht.
Dies ist besonders von Bedeutung, wenn über der Abgreifstelle sich Büchsen stapeln,
weil hierdurch bei der Drehung der untersten Büchse nicht der ganze Büchsenstapel
mitgedreht werden muß. Die zielkennzeichnenden Teile der Büchse sind in den Abb.
8 und 12 der Einfachheit halber weggelassen.
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Eine andere auf demselben Grundprinzip beruhende Ausführungsform ist
in Abb. 12 dargestellt. Die schrägen Gleitflächen befinden sich hierbei am hinteren
Ende der Büchse. Sie sind in Abb. 12 mit 46 bezeichnet und arbeiten mit dem Gleithebel
47 zusammen, der magnetisch oder auch auf eine andere Weise in die Fahrbahn der
Büchse geschwenkt wird.
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Während in Abb. 8 durch im Büchsenkopf und auf dem Ende 43' des Sperrhebels
43 angeordnete Gleitstücke die Büchse in eine von vier möglichen Normallagen bei
einem maximalen Drehwinkel von 45° gebracht wird, ist bei dem in Abb. 12 gezeigten
Ausführungsbeispiel nur eine Normallage und ein Drehwinkel von 18o° vorgesehen.