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Verschluß für Rohrpostbüchsen Die Aufgabe, eine Rohrpostbüchse nach
dem Einstecken der Ladung so zu verschließen, daß der Verschluß während der Fahrt
der Büchse durch die Reibung an der Fahrrohrwand und durch die Fahrterschütterungen,
insbesondere auf längeren Strecken, sich nicht öffnen kann, wodurch, abgesehen vom
Verlust der Ladung, sich schwere Betriebsstörungen ergeben können, und die weitere
Aufgabe, dem Verschluß aus Gründen einfacher Handhabung und schnellen Betriebes
eine möglichst einfache Bauart zu geben, hat man vielfach zu lösen versucht, ohne
daß etwas ganz Befriedigendes geschäffen worden wäre.
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So ist es bekanntgeworden, Büchsenverschlüsse mit gewöhnlichem Gewinde
zu versehen. Ein derartiges Gewinde löst sich aber sehr leicht während der Fahrt
der Büchse, da es ja mit Rücksicht auf Zeitersparnis beim Schließen und Öffnen des
Verschlusses nicht allzu viele Gewindegänge haben darf. Es ist ferner bekanntgeworden,-
den Büchsenverschluß mittels eines durch Feder gesicherten Bajonettverschlusses
vorzunehmen. Ein Bajonettverschluß ist aber im allgemeinen unbequem und zeitraubend,
da er das Aufsuchen einer Paßlücke erfordert.
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Die Erfindung bezieht sich nun auf einen Verschluß für Rohrpostbüchsen
und bezweckt, die oben angegebenen Nachteile zu vermeiden. Gemäß der Erfindung wird
dies dadurch erreicht, daß der abnehmbare Pufferkopf der Büchse durch ein kurzes
mehrgängiges Steilgewinde, das als selbstsperrendes Edisongewinde ausgebildet ist,
auf die Büchse aufschraubbar und in der Verschlußlage durch eine innen an der Schraubkappe
angebrachte, in eine Aussparung der Büchsenwand einrastende Sperrfeder gesichert
ist.
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Die. Erfindung ist in zwei beispielsweisen Ausführungsformen veranschaulicht.
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In Abb. r ist das Ende einer Rohrpostbüchse a und der erfindungsgemäße
Verschlußkopf im Schnitt dargestellt. Der Verschlußkopf besteht aus drei Hauptteilen:
dem . Führungsring b, der z.- B. aus Leder besteht, der metallenen Schraubkappe
d, die durch Mutterbolzen e am Puffer befestigt ist, und der Pufferscheibe f aus
Hartfilz, an der die Bolzen e verankert sind. Die Kappe d ist mit
einem mehrgängigen, jedoch nur etwa eine halbe Windung pro Gang besitzenden Steilgewinde
ausgerüstet, das hier die bei den elektrischen Glühlampen bekannte abgerundete Form
der Gewindegänge hat und als Edisongewinde bezeichnet wird. Die Kappe ist demzufolge
schon nach einer Drehung um r8o° in der Verschlußstellung. In dieser wird sie dadurch
besonders gesichert, daß eine innen an ihrem Boden mittels der erwähnten Bolzen
e befestigte Blattfeder g in Aussparungen h des Büchsenrandes einspringt.
Der Büchsenrand besteht zu diesem Zweck aus einem beispielsweise gegossenen Metallring
i, der bei k auf die eigentliche, zweckmäßig aus Leichtmetall, Gelluloid usw. bestehende
Büchse aufgesetzt ist.
In Abb. 2 ist die Kappe q. etwas verlängert
und an ihrer inneren Seitenwand eine Blattfeder g angeordnet, die in eine Randaussparung
der Büchse einspringt.
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Zur Schließung der Büchse ist es nur notwendig, den Verschlußkopf
mit einer Halbdrehung aufzusetzen, wobei die Sperrfeder g einspringt. Die Öffnung
geschieht durch halbe Rückdrehung der Kappe, wobei der Rastwiderstand der Sperrfeder
ohne Schwierigkeit überwunden wird. Eine schnelle Abnutzung der Raste. durch häufiges
Öffnen der Büchse kann dadurch verhindert werden, daß man den Gewindering i aus
Hartmetall macht und ihn etwa am Rand oder am Ort der Raste verstärkt. Um ferner
die Sperrfeder möglichst zu entlasten, wird erfindungsgemäß die Steigung des Gewindes
am Ring i einerseits und an der Kappe d anderseits etwas abweichend gemacht, so
daß eine Keilwirkung zwischen Kappe und Ring entsteht, die eine Klemmsicherung bildet.
Statt dessen könnte man die Gewindeform, d. h. die Breite und Höhe des Gewindewulstes
am Ring i, nach dem Ende zu etwas verstärken oder zum Büchsenrand hin verjüngen,
so daß das in sich gleichförmige Kappengewinde allmählich auf den Ring i aufgezwängt
wird. Es könnte auch das Ringgewinde gleichförmig und die Kappe mit sich verjüngender
Gewindeform, d. h. mit sich verengendem Hohlgewindegang, versehen sein. Ganz allgemein
kann der Boden der Kappe d in der Verschlußlage auf den Büchsenrand aufstoßen, wobei
eine weitere den Verschluß sichernde Klemmwirkung entsteht.
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Bei der Anordnung nach Abb.2 könnte das Kappengewinde auch nahe dem
Kappenboden und die Sperrfeder nahe dem Kappenrand angeordnet werden. Es ist nicht
durchaus nötig, ein Edisongewinde anzuwenden, insbesondere wenn man die erwähnten
Klemm- und Keilwirkungen zu Hilfe nimmt.