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Meßeinrichtung zur Überwachung des Gas- oder Flüssigkeitsinhaltes
Es ist bekannt, zwei Wassermesser von verschiedener Größe in der Weise auf das gleiche
Zählwerk arbeiten zu lassen, daß unterhalb einer gegebenen Wasserströmung nur der
kleinere und oberhalb der gegebenen Strömung nur der größere Wassermesser die Einstellung
des gemeinsamen Zählwerkes bewirkt (Verbundwassermesser).
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Weiter ist es auch bei Feuerungen bekannt, einen Druckdifferenzmesser
an die Luftzuführungsleitung und den anderen an eine Kohlenstaub und Luft enthaltende
Zuleitung oder an eine andere Brennstoffzuleitung anzuschließen und durch die beiden
Druckdifferenzmesser eine gemeinsame Anzeigevorrichtung gleichzeitig einzustellen,
welche die Differenz beider Mengen mittels eines Zeigers erkennbar macht.
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Schließlich ist auch ein Unterdruckmesser für Dampfkessel vorbekannt,
bei dem mit Hilfe einer Mehrzahl von Druckdifferenzmessern der Druck an irgendeiner
Stelle im Innern des Kessels gegenüber dem Atmosphärendruck gemessen wird. Die einzelnen
Druckmesser sind dabei derart miteinander und mit einer gemeinsamen Anzeigevorrichtung
verbunden, daß in dieser Anzeigevorrichtung der Mittelwert für den Unterdruck des
Dampfkessels angezeigt wird.
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Die Erfindung bezieht sich demgegenüber auf eine Meßvorrichtung zur
Überwachung des Gas- oder Flüssigkeitsinhaltes eines mit Speise- und Entnahmeleitung
versehenen geschlossenen Behälters, bei der ein Messer in der Speise- und ein anderer
in der Entnahmeleitung angeordnet ist. Gemäß der Erfindung stellen bei einer derartigen
Meßeinrichtung die-zwei Mengenmesser in an sich bekannter Weise eine gemeinsame
Anzeigevorrichtung so ein, daß erkennbar ist, ob der Behälterinhalt ab- oder zunimmt.
Man kann insbesondere als gemeinsame Anzeigevorrichtung zwei über der gleichen Skala
spielende Zeiger vorsehen, von denen jeder von einem bekannten Druckdifferenzmesser
einstellbar ist. Sind mehrere Speise- oder mehrere Entnahmeleitungen vorhanden,
so empfiehlt es sich, die an gleichartig wirkenden Rohrleitungen, z. B. Speiserohrleitungen,
angeschlossenen einzelnen Messer über eine zusätzliche Summiereinrichtung für ihre
Einzelanzeigen mit der gemeinsamen Anzeigevorrichtung zu verbinden.
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Unter Benutzung der nachstehend beschriebenen bekannten Mittel und
Einrichtungen besteht also das Neue lediglich darin, daß ein Tendenzanzeiger von
den Zu- und Abflüssen eines und desselben Behälters betätigt wird.
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Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Bei der
Anordnung nach Fig. i ist eine Speiserohrleitung i vorgesehen,
auf welche eine oder mehrere Gaserzeugungsanlagen arbeiten. An die Speiseleitung
i ist über einen Schieber 2 und eine Rohrleitung 3 ein Vorratsbehälter 4 angeschlossen.
Die Rohrleitung 5 führt zu den Verbraucherleitungen 6.
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Um nun in jedem Augenblick in einfacher und sicherer Weise den Füllungsgrad
des Behälters 4 überwachen zu können, ist sowohl an die Zuflußleitung 3 als auch
an die Abflußleitung 5 ein Mengenmesser 7 und 8 angeschlossen. Zu diesem Zweck ist
beispielsweise in jeder der beiden Rohrleitungen ein Staurand 9 und io eingebaut.
Vor und hinter jedem Staurand sind zwei zu den Mengenmessern 7 und 8 führende Druckentnahmerohrleitungen
i i und i -q angeschlossen. Die Mengenmesser sind in dem Beispiel als Tauchglockenmesser
bezeichnet. Die Glocken 13 und 14 der beiden Mengenmesser sind gelenkig mit einem
Waagebalken 15 verbunden, welcher auf einer Schneide 16 gelagert ist. An dem Waagebalken
15 ist außerdem ein Zeiger 17 befestigt, der über einer Skala i8 spielt. Die Skala
18 trägt zweckmäßig eine Beschriftung, z. B. »Inhalt steigt«, »Inhalt fällt«, damit
nach der Stellung des Zeigers 17 jederzeit die Tendenz des Füllungsgrades des Behälters
4 deutlich erkennbar ist und damit durch eine Drosselung oder Öffnung des Schiebers
2 die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können, um in den Verteilungsleitungen
6 in jedem Augenblick bei Entnahme beliebiger Mengen trotzdem einen vorgeschriebenen
Druck zu gewährleisten.
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Um die Differenz der Anzeigen der beiden Mengenmesser 7 und 8 auch
in dem Betriebsbüro erkennbar zu machen, sind an den Enden -des Waagebalkens 15
zwei Zahnkränze i9 und 2o vorgesehen, welche über Ritzel 2i und 22 zwei Quecksilberringrohre
23 und a4 einstellen. Die Quecksilberringrohre 23 und 24 enthalten in an sich bekannter
Weise einen vorzugsweise geradlinigen Widerstandsdraht und eine gewisse Quecksilbermenge,
die je nach der Einstellung des Ringrohres den Widerstandsdraht mehr oder weniger
kurzschließt. Mittels elektrischer Leitungen 25 und 26 sind die beiden Ringrohre
23 und 24 in die Stromkreise zweier elektrischer Meßgeräte eingeschaltet, von denen
auf der Zeichnung lediglich die rechtwinklig umgebogenen Zeiger 27 und 28 sichtbar
sind. Die beiden Zeiger spielen über einer Skala 29, deren oberer Teil die Beschriftung
»Zufluß« und deren unterer Teil die Beschriftung »Abfluß« tragen kann. Bei der gezeichneten
Stellung der beiden Zeiger 27 und 28 ist deutlich erkennbar, daß der Abfluß aus
dem Behälter clen Zufluß überwiegt. In diesem Falle ist der Schieber 2 so weit zu
öffnen, daß die beiden Zeiger 27 und 28 wieder einander gegenüberstehen. Es versteht
sich von selbst, daß man statt der Verstellung des Schiebers :2 auch gegebenenfalls
durch entsprechende Benachrichtigung in den auf die Speiseleitung i arbeitenden
Gaserzeugungsanlagen eine Veränderung der in die Speiseleitung i eingeführten Gasmengen
vornehmen kann. Auch ist es gewünschtenfalls möglich, die Verstellung des Schiebers
oder einer gleichartig wirkenden Regelvorrichtung selbsttätig vornehmen zu lassen.
Zu diesem Zweck kann beispielsweise der Zeiger 17 als Kontakt ausgebildet sein und
ähnlich seiner als Normalstellung angenommenen. Mittelstellung auf der Skala je
ein Maximal- und Minimalkontakt angebracht sein. Bei einer gegebenenfalls durch
einen Fallbügel verstärkten Kontaktgabe zwischen dem Zeiger und den beiden Kontakten
kann dann in an sich bekannter Weise ein Motor eingeschaltet werden, welcher den
Schieber 2 so lange verstellt, bis der Zeiger 17 wieder seine Mittelstellung erreicht
hat.
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An Stelle der beiden gezeichneten Glockenmesser 7 und 8 können 'auch
zwei Ringwaagen auf einer gemeinsamen Achse Verwendung finden. Gewünschtenfalls
kann auch im Drehpunkt des Waagebalkens 15 ein Ouecksilberringrohr angebracht sein,
welches in entsprechender Weise, wie dies für die Ringrohre 23 und 24 dargestellt
ist, zur Einstellung eines elektrischen Meßinstrumentes benutzt werden kann, welches
in diesem Falle die Differenz zwischen den Einstellungen der beiden Mengenmesser
7 und 8 unmittelbar anzeigt.
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Bei der Einrichtung nach Fig.2 ist wiederum eine Speiseleitung i vorgesehen,
welche über einen Schieber 2 und eine Rohrleitung 3 mit einem Behälter 4 in Verbindung
steht. Der Behälter 4 speist über die Rohrleitung 5 wiederum das Verteilungsnetz
6.
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Zum Unterschied von Fig. i ist in die Zuflußleitung 3 ein Volumengaszähler
3o eingeschaltet, welcher über Zahnräder 31 und NTokkenscheibe 32 einen Kontakt
33 in Abhängigkeit von seiner Umlaufsgeschwindigkeit betätigt. Der Kontakt 33 schließt
den Stromkeis eines nicht näher_ gezeichneten Schrittschaltwerkes 34, welches beispielsweise
erst bei einer dreimaligen Schließung des Kontaktes 33 um einen Schritt weiterdreht.
Diese Drehung wird über das Getriebe 35 auf ein Ouecksilberringrohr 36 übertragen,
welches in den einen Zweig einer Wheatstoneschen Brückenschaltung 37 eingeschaltet
ist.
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In die Abflußleitung 5 ist, ähnlich wie in Fig. i, eine Stauscheibe
38 eingebaut, vor und hinter welcher die Druckentnahmeleitungen
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zur Einstellung einer Ringwaage 40 angeschlossen sind. Die Ringwaage 4o verstellt
ein Quecksilberringrohr 4I, welches in einen anderen Zweig der Wheatstoneschen Brückenschaltung
37 eingeschaltet ist. Das im Diagonalzweig der Brückenschaltung 3 fi liegende Meßgerät,
von welchem lediglich der Zeiger 42 sichtbar ist, dient wiederum zur Anzeige der
Differenz der Einstellungen der beiden Mengenmesser 30 und 4o. Die Skala
43 des Meßgerätes kann zweckmäßig ähnlich beschriftet sein wie die Skala 18 (Fig.
r).
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Es versteht sich von selbst, daß auch bei der Einrichtung nach Fig.
2 die beiden Messer im einzelnen durch irgendwelche weitere bekannte Einrichtungen
ersetzt werden können.
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Sind mehrere Einzelleitungen zur Speisung des Behälters 4 vorhanden,
so empfiehlt es sich, nach der Erfindung in jede der Einzelleitungen eine Meßeinrichtung
einzubauen und die Einstellungen, d. h. die Momentanwerte der einzelnen Meßgeräte,
in an sich bekannter Weise zu summieren und die so erhaltenen Summen erfindungsgemäß
in Beziehung zu bringen mit der Anzeige des Mengenmessers in der Abflußleitung.
Ähnliches gilt für den Fall, daß mehrere Abflußleitungen aus dem Behälter vorhanden
sind.
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Statt eines Anzeigegerätes kann gewünschtenfalls auch ein Registriergerät
Anwendung finden. Auch können an sich bekannte weitere Mittel, z. B. Lichtzeigerinstrumente,
in solchen Fällen Anwendung finden, wo eine weithin erkennbare Ablesung stattfindet.