DE579032C - Verfahren zum Raffinieren von Erdoelprodukten - Google Patents

Verfahren zum Raffinieren von Erdoelprodukten

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DE579032C
DE579032C DES105598D DES0105598D DE579032C DE 579032 C DE579032 C DE 579032C DE S105598 D DES105598 D DE S105598D DE S0105598 D DES0105598 D DE S0105598D DE 579032 C DE579032 C DE 579032C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G17/00Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, with acids, acid-forming compounds or acid-containing liquids, e.g. acid sludge
    • C10G17/02Refining of hydrocarbon oils in the absence of hydrogen, with acids, acid-forming compounds or acid-containing liquids, e.g. acid sludge with acids or acid-containing liquids, e.g. acid sludge
    • C10G17/04Liquid-liquid treatment forming two immiscible phases
    • C10G17/06Liquid-liquid treatment forming two immiscible phases using acids derived from sulfur or acid sludge thereof

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Description

  • Verfahren zum Raffinieren von Erdölprodukten Es ist allgemein bekannt, Erdölprodukte zu raffinieren, indem man sie mit kleineren Mengen konzentrierter Schwefelsäure verrührt und durch Absitzen von der gebildeten teerhaltigen Schwefelsäureschicht abtrennt. Es ist aber auch schon vorgeschlagen worden, Erdölprodukte zum Zwecke der Raffination mit Nitrobenzol zu extrahieren, weil sich naphthenische Kohlenwasserstoffe in diesem Mittel in erheblich stärkerem Maße lösen als paraffinische Kohlenwasserstoffe. Man hat es dadurch in der Hand, die für die einzelnen Erdölfraktionen charakteristischen Beziehungen von spezifischem Gewicht und Viskosität in erheblichem Maße zu beeinflussen.
  • Auch eine Nachbehandlung des mit Nitrobenzol raffinierten Öls mit konzentrierter Schwefelsäure ist denkbar.
  • Die vorliegende Erfindung beruht auf der Beobachtung, daß bei der Raffination von Erdölprodukten, die infolge einer Mindestviskosität von 2,r7° Engler bei 37,8° C als Schmieröle anzusprechen sind, sowohl verfahrenstechnisch als auch vor allem hinsichtlich der Menge und Eigenschaften des erhaltenen Produkts erhebliche Vorteile erzielt werden, wenn man das Ausgangsprodukt gleichzeitig mit Nitrobenzol und Schwefelsäure behandelt.
  • Die Ausbeute ist dann erheblich größer als etwa bei aufeinanderfolgender Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure. Der Gehalt an Conradsonkohle (Kohlenstoffrückstand bei der trockenen Destillation von zo g Öl im Luftbad nach Conrads o n , vgl. Arnerican Society for Testing Materials, Standards, rgr8, S. 6:2o) wird besonders niedrig. Auch zeichnet sich das Produkt durch eine besonders helle Färbung, eine besonders hohe Beständigkeit beim Erhitzen und durch auffallend geringe Emulgierbarbarkeit mit Wasser aus.
  • Zur Erklärung dieser auffallenden Erscheinungen muß angenommen werden, daß das Nitrobenzol die Einwirkung der Schwefelsäure auf das Öl erleichtert, vieleicht deshalb, weil es die teerigen Schichten, mit denen sich die einzelnen Schwefelsäuretröpchen in anderen Fällen alsbald umgeben, sogleich auflöst, so daß die Einwirkung der Schwefelsäure auf das Öl nicht behindert wird. Daneben dürften aber auch noch weitere Vorgänge eine Rolle spielen, durch die bewirkt wird, daß bei gleicher, j a sogar deutlich verbesserter Qualität des Endprodukts beträchtlich höhere Ausbeuten erzielt werden, und zwar bei Schmierölen der verschiedensten Herkunft.
  • Man hat zwar schon vorgeschlagen, petrolätherähnliche, aus vergasten Rohölen durch Abkühlung unter Druck gewonnene, übelriechende Produkte dadurch von ihrem Geruch zu befreien und thiophenfrei zu machen, daß man sie nach Zusatz einiger Tropfen Nitrobenzol oder sonstiger Oxydations- oder Reduktionsmittel oder aber von Schwefelsäure einer Destillation unterwirft. Eine Extraktion mit dem Nitrobenzol unter gleichzeitiger Behandlung mit Schwefelsäure ist dabei aber nicht in Aussicht genommen worden.
  • Zur Ausführung des neuen Verfahrens wird das rohe Schmieröl mit Nitrobenzol und Schwefelsäure bei Temperaturen von 7° C an eine Zeitlang gerührt, worauf man absitzen läBt und die abgetrennte ölige Schicht neutralisiert und von kleineren Mengen gelösten Nitrobenzols befreit. Je höher die Temperatur ist, desto kürzere Einwirkungszeiten genügen; ein bestimmtes 0I erforderte bei 7° C eine Rührdauer`von 6o Minuten, bei 37,8° C hingegen nur 3 Minuten. Die Abtrennung des Nitrobenzols sowie des Schlamms und der Begleitstoffe geht nach der Behandlung bei höherer Temperatur glatter vor sich, was insbesondere für solche Öle zutrifft, die festes Paraffin gelöst enthalten. In vielen Fällen ist es deshalb empfehlenswert, das 01 vor der neuen Behandlung von festem Paraffin nach bekannten` Verfahren mehr oder minder vollständig zu befreien.
  • Zur Neutralisation der Ölschicht kann Ätznatron, Ammoniak oder Kalk verwendet werden, aber auch mit Absorptionserde, die den Vorteil einer helleren Farbe des raffinierten Öls ergibt. Auch nach der Abscheidung gelösten Nitrobenzols, die durch Destillation erfolgen kann, kann das Öl mit einer Absorptionserde nachbehandelt, z. B. durch solche hindurchfiltriert werden. Beispiel i (Raffination gebrauchten Motoröls) Das ursprüngliche Motoröl zeigte bei 37,8° C eine Viskosität von 2o,88° und bei ioo°C eine Viskosität von 2,11°, fernereinen Gehalt an Conradsonkohle nicht über o,65. Nach dem Gebrauch betrug die Viskosität bei 37,8° C 15,94° bei 10o° C 1,g4° und der Gehalt an Conradsonkohle o,66.
  • 159 Volumteile dieses Öls wurden mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzol und o,816 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° B6 versetzt und 3 Minuten lang bei 37,8° C behandelt, worauf man die Trennung des Öls von dem Schlamm und dem Begleitstoff bei io°C vornahm. Das auf diese Weise in einer Ausf)eute von 97 % gewonnene Öl zeigte bei 37,8° C eine Viskosität von 18,85° und bei ioo° C eine Viskosität von 2,i1° während der Gehalt an Conradsonkohle 0,48 betrug.
  • Weitere 159 Volumteile des gebrauchten :Motoröls wurden ebenfalls mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzol und o,go6 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° Be versetzt, wieder 3 Minuten lang bei 37,8° C behandelt und bei io° C von dem Nitrobenzol und den Begleitstoffen getrennt. Diese Behandlung wurde in der gleichen Weise wiederholt. Das in einer Ausbeute von 75 % gewonnene Öl zeigte bei 37,8° C eine Viskosität von 16,95 und bei ioo° C eine Viskosität von 2,o9° sowie einen Gehalt an Conrudskohle von 0,31.
  • Weitere 159 Volumteile des gebrauchten Motoröls wurden bei 37,8° C 3 Minuten lang mit 7g,5VolumteilenNitrobenzol und o,83Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° Be behandelt. Nach Scheidung bei io° wurde die gleiche Behandlung zweimal wiederholt. Das so in einer Ausbeute vo 68 0/0 gewonnene Öl zeigte bei 37,8° eine Viskosität von 16,58° und bei ioo° C eine Viskosität von 2,og°, ferner einen Gehalt an Conr.adsonkohle von 0,20. Beispiel e Destillatschmieröl aus Golfküstenrohöl zeigte bei 37,8° C eine Viskosität von 2z,86°, bei ioo° C eine solche von i,gi°, ferner eine Dichte von 0,9383. 159 Volumteile davon wurden mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzol und 1,13 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° Be bei 7,2° C 15 bis 6o Minuten lang behandelt. Die Scheidung erfolgte bei der gleichen Temperatur, worauf die Behandlung wiederholt wurde; die Ausbeute betrug 4o,2 0/0. Eine andere Probe wurde ebenso behandelt, doch wurden nur 0,568 Gewichtsteile Schwefelsäure verwendet, während die Behandlung dreimal wiederholt wurde; die Ausbeute betrug 42,0 0/0. Die raffinierten Produkte zeigten eine Viskosität von 13,4o bis 14,3o° bei 37,8° C und von 1,73 bis i,82° bei ioo° C, ferner Dichten von o,gi59 bis 0,90.24. Beispiel 3 Destillatschmieröl aus Golfküstenrohöl zeigte eine Viskosität von 9,29° bei 37,8° C und 1,5i° bei ioo° C, ferner eine Dichte von 0,9297. i 59 Gewichtsteile davon wurden mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzöl und o,ii Gewichsteilen Schwefelsäure von 66° Be 3 Minuten lang bei 37,8°'C behandelt. Die Scheidung erfolgte bei 7° C, worauf die Behandlung dreimal wiederholt wurde. Das raffinierte Produkt, -das in einer Ausbeute von 33 % erhalten wurde, zeigte eine Viskosität von 6,61° bei 37,8° C und 1,q.8° bei ioo' C, ferner eine Dichte von 0,8938. Beispiel 4 Schmieröl aus Golfküstenöl zeigte eine Viskosität von 17o,8° bei 37,8° C und 4,4o° bei ioo° C. 159 Volumteile dieses Öls wurden mit ebensoviel Nitrobenzol und 1,128 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° Be 3 Minuten lang bei 37,8° C behandelt. Die Scheidung erfolgte bei 7° C, -,vorauf die Behandlung wiederholt wurde. Das raffinierte Produkt, das in einer Ausbeute von 52 % erhalten wurde, zeigte eine- Viskosität von q.8,88° bei 37,8° C und von a,96° bei ioo° C.
  • Andere 159 Volumteile des rohen Schmieröls wurden mit 79,5 Volumteilen i'\Titrobenzol und 0,565 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° De 6o Minuten lang bei 37,8° C behandelt. Die Scheidung erfolgte bei der gleichen Temperatur, worauf die Behandlung dreimal wiederholt wurde. Das raffinierte Produkt, in einer Ausbeute von 46 % erhalten, zeigte eine Viskosität von 49,64° bei 37,8° C und 2,94° bei ioo° C.
  • Weitere 159 Volumteile des Öls wurden zun,ichst 8 Stunden lang bei einer Temperatur von 93,3° C mit ozonhaltiger Luft geblasen und dann bei 37,8° 3 Minuten lang mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzol und o,565GewichtsteilenSchwefelsäure von 66°Be behandelt. Die Scheidung erfolgte bei 7° C, worauf die Behandlung dreimal wiederholt wurde. Das raffinierte Produkt, das in einer Ausbeute von 53 °/o erhalten wurde, zeigte eine Viskosität von 49,o6° bei 37,8° C und 3,o5° bei ioo° C. Beispiel s Raffiniertes Schmieröl aus pennsylvanischem Rohöl zeigte eineViskosität von 26,6o° bei 37,8° C und z,59° bei ioo° C, eine Dichte von o,899 und einen .Gehalt an Conradsonkohle von i,oia. i59 Volumteile dieses Öls wurden mit 79,5 Volumteilen Nitrobenzol und o,565 Gewichtsteilen Schwefelsäure von 66° Be 6o Sekunden lang bei 7° C behandelt. Die Scheidung erfolgte bei derselben Temperatur, die Behandlung wurde dreimal wiederholt. Das raffinierte Produkt, erhalten in einer Ausbeute von 79,4'/" zeigte eine Viskosität von 20,9r° bei 37,8° C und 2,46° bei ioo°, ferner eine Dichte von 0,8772 und einen Gehalt an Conradsonkohle von 0,364.
  • Nach der gleichzeitigen Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure scheidet man den Schlamm und die Begleitstoffe von dem 0I ab, beispielsweise durch Absitzenlassen oder durch Zentrifugieren. Die Abscheidung kann erleichtert werden, wenn man der zur Behandlung zu verwendenden Schwefelsäure einen geringen Gehalt an Natriumsulfat erteilt, beispielsweise von 5 Gewichtsprozenten der Schwefelsäure. Auch ein Zusatz von Wasser befördert manchmal die Abscheidung des Schlamms und der Begleitstoffe von dem Öl und ist zweckmäßig, wenn die Scheidung bei verhältnismäßig höherer Temperatur vorgenommen wird. Es konnte festgestellt werden, daß die Scheidung bei passenden Mengen Schwefelsäure zwar rasch. vor sich geht, daß aber ein Überschuß von Schwefelsäure diese Scheidung manchmal verzögert. Wird die Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure wiederholt vorgenommen, so erfolgt die erste Scheidung gewöhnlich etwas langsamer als die folgenden Scheidungen.
  • Aus dem Schlamm und den Begleitstoffen sowie aus dem behandelten C51 läßt sich das verwendete Nitrabenzol nahezu vollständig wiedergewinnen und kann von neuem verwendet werden. Es kann beispielsweise -aus dem Schlamm und den Begleitstoffen abdestilliertwerden, ebenso aus dem behandelten Öl nach erfolgter Neutralisierung. Hingegen sollen geeignete Maßnahmen getroffen werden, um eine Zersetzung des Nitrobenzols unter Bildung von Anilin zu vermeiden, wozu eine Dampfdestillation zweckmäßig ist. Aus dem behandelten Öl, das Nitrobenzol gelöst enthält, läßt sich dieses aber auch dadurch wiedergewinnen, daß man das Öl auf eine Temperatur von etwa i,7 bis 4,4° abkühlt, während es unter direkter Berührung auf einer Wasserschicht schwimmt. Wird die Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure wiederholt vorgenommen, so kann der in den späteren Stufen abgeschiedene Schlamm mit den in den gleichen Stufen gewonnenen Begleitstoffen als Behandlungsmittel für die früheren Stufen verwendet werden, wobei manchmal ein Zusatz frischen Nitrobenzols, frischer Schwefelsäure oder beider zweckmäßig ist. Die Wirkungskraft des Behandlungsmittels wird in den früheren Behandlungsstufen weit stärker verbraucht als in den späteren.
  • Nach der Abscheidung des Nitrobenzols aus dem Schlamm und aus den Begleitstoffen können die letzteren mit Vorteil in Koks verwandelt werden, wobei gleichzeitig ein Öldestillat gewonnen wird, das' dann durch Spaltung in einen Motortreibstoff von hoher Klopffestigkeit umgewandelt werden kann.
  • Eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
  • Das roheSchmieröl, das auch teilweise oder völlig entparaffiniert sein kann, befindet sich in dem Vorratsbehälter i. Teilmengen dieses Öls werden durch die Pumpe 3 in die Rührvorrichtung 2 geführt. Gleichzeitig wird die entsprechende Menge Schwefelsäure von dein Montejus 4 und die entsprechende Nitrobenzolmenge oder nitrobenzolhaltiger Schlamm aus den Behältern 5 oder 6 von der Pumpe 3 in den Rührbehälter gefördert. Man kann auch ein Gemisch von frischem Nitrobenzol und nitrobenzolhaltigem Schlamm in den Rührbehälter 2 bringen. Man rührt nun und hält dabei die Temperatur auf der gewünschten Höhe, indem man durch die Schlange 7 ein Heiz- oder Kühlmittel strömen läßt. Danach führt man das Gemisch mit Hilfe der Pumpe 3 in einen der Absitzbehälter 8 und 9, wo das Absitzen bei der gewünschten, mit Hilfe der von Heiz- oder Kühlmitteln durchströmten Schlange io und ii aufrechterhaltenen Temperatur vor sich geht. Aus den Absitzbehältern io und 9 führt man den Schlamm und die Begleitstoffe mit Hilfe der Pumpe 13 in den Behälter 12. Das abgeschiedene Öl, das noch etwas gelöstes Nitrobenzol enthält, wird von der Pumpe 13 in den Rührbehälter 14 geführt. Unter der Annahme, daß die Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure im ganzen viermal erfolgen soll, wird dieses Öl in dem Behälter 14 bei der gewünschten, mit Hilfe der von Heiz-oder Kühlmitteln durchströmten Schlange 14 aufrechterhaltenen Temperatur in drei weiteren Behandlungsstufen mit Nitrobenzol und Schwefelsäure oder mit einem Schlammgemisch, das Nitrobenzol und Schwefelsäure enthält, behandelt, wobei jedesmal eine Abscheidung des Schlamms und der Begleitstoffe erfolgt. Nach jeder Behandlungsstufe erfolgt die Trennung in dem Rührbehälter, und der Schlamm und die Begleitstoffe werden von der Pumpe 13 in einen der Behälter 16, 6 oder 12 geführt. Unter der gleichen Annahme können auch der Schlamm und die Begleitstoffe der ersten Behandlungsstufe in den Behälter 12, die der zweiten in den Behälter 6 und die der dritten in den Behälter 16 geführt werden. Das bei der ersten im Behälter 14 vorgenommenen Behandlung verwendete Behandlungsgemisch kann völlig oder zum großen Teil aus dem Schlammgemisch aus Behälter 16 bestehen. Nach der letzten Abtrennung von Schlamm und Begleitstoffen in dem Behälter 14 wird das behandelte Öl von der Pumpe 13 in den Sammelbehälter 17 geführt und kann nun in der gewünschten Weise weiterbehandelt werden, insbesondere natürlich zur Abscheidung des gelösten Nitrobenzols.
  • Bei der gezeigten Vorrichtung sind auch Vorkehrungen getroffen, um das teilweise raffinierte Schmieröl vor und nach der Dampfdestillation zwecks Gewinnung von Nitrobenzol einer Behandlung mit Absorptionserde zu unterwerfen. Entsprechende Anteile des teilweise raffinierten Schmieröls werden zu diesem Zweck aus dem Sammelbehälter 17 von der Pumpe i9 in den Rührbehälter 18 geführt, dem auch eine geeignete Menge Absorptionserde mit Hilfe des Fülltrichters 2o zugeführt wird. Man rührt das Gemisch unter Aufrechterhaltung der erwünschten Temperatur mit Hilfe des von einem Heiz- oder Kühlmittel durchströmten Doppelmantels 21, worauf man das Gemisch mit Hilfe der Pumpe 23 durch die Filterpresse 22 treibt. Das in der Filterpresse von der Absorptionserde getrennte Öl wird von der Pumpe 25 in den Behälter 24 geführt. Von hier führt 'man es mit Hilfe der Pumpe 27 in die Dampfdestillationsblase z6, in der das im Öl gelöste Nitrobenzol durch Destillation abgetrieben wird. Das so wiedergewonnene Nitrobenzol führt man mit Hilfe der Pumpe 28 in den Behälter 5 zurück, während das als Destillationsrückstand zurückbleibende nitrobenzolfreie Öl mit Hilfe der Pumpe 31 durch eines der beiden Kolierfilter 29 und 30 hindurch nach dem Behälter 32 geführt wird. Die Filter 29 und 30 können beispielsweise mit Absorptionserde bedeckt sein.
  • Die Behandlung des teilweise raffinierten Schmieröls in dem Rührbehälter 18 kann darin bestehen, daß man es beispielsweise mit 5 Gewichtsprozenten einer Bleicherde, sog. Olmsteaderde, 5 Minuten lang bei einer Temperatur von 65,5° durchrührt. Einer ähnlichen Behandlung mit darauffolgender Abscheidung der Absorptionserde kann das in der Destillierblase 26 nach Abscheidung des Nitrobenzols zurückbleibende Öl unterworfen werden, als Ersatz für die Kolierfiltration. Die eine oder die andere, gegebenenfalls auch beide Behandlungsstufen mit Absorptionserde können auch bei höherer Temperatur vorgenommen werden. Beispielsweise kann man das Öl nach der Abscheidung des Nitrobenzols mit 5 °/o Olmsteaderde versetzen und 30 Minuten lang auf 2o6 bis 26o° behandeln.
  • Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung zeigt ferner Hilfsmittel zur Wiedergewinnung des Nitrobenzols aus demSchlamm und den Begleitstoffen, die zu diesem Zweck mit Kalk neutralisiert und einer Dampfdestillation unterworfen werden, ferner -zur Wiedergewinnung des in dem zurückbleibenden Schlamm enthaltenen Öls durch Verkokung. Aus dem Behälter 12 führt man mit Hilfe der Pumpe 34 Teile des Schlammgemiches in den Rührbehälter 33 und fügt jeder Charge die zur Neutralisierung erforderliche Kalkmenge mit Hilfe des Fülltrichters 35 zu. Das neutralisierte Gemisch wird in die Dampfdestillierblase 36 mit Hilfe der Pumpe 37 eingeführt, worauf man das Nitrobenzol mit Dampf abtreibt und mit Hilfe der Pumpe 38 in den Behälter, 5 zurückführt. Das in der Destillierblase 36 zurückbleibende Gemisch wird in der Verkokungsblase 39 verkokt, der Behälter 42 und die Pumpen 43 und 44 erleichtern die Handhabung dieses zurückbleibenden Gemisches. Das bei der Verkokung gebildete Destillat wird von der Pumpe 41 in den Behälter 40 geführt und erweist sich als besonders geeignet, um durch Spaltung (Krackung) in einen Motortreibstoff von hoher Klopffestigkeit verwandelt zu werden.
  • Das Mengenverhältnis zwischen Nitrobenzol, Schwefelsäure und Schmieröl sowie auch die Konzentration der angewandten Schwefelsäure können innerhalb weiter Grenzen verändert werden. Im allgemeinen ist eine Schwefelsäurekonzentration von 93 bis 98 °/o H2S0,1 von Vorteil, doch kann auch stärkere oder schwächere Säure verwendet werden. Die Gesamtmenge des angewandten Nitrobenzols kann weniger als 50 und mehr als 400 Volumprozente des behandelten Öls betragen. Der Wirkungsgrad des Verfahrens wird im allgemeinen verbessert, wenn die kombinierte Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure wiederholt vorgenommen wird, insbesondere auch, wenn die Behandlung in den früheren Stufen mit dem Schlamm und den Begleitstoffen erfolgt, die nach späteren Behandlungsstufen des gleichen Öls abgeschieden werden. Natürlich können auch die Nitrobenzol- und Schwefelsäureanteile sowie die Konzentration der Schwefelsäure in den verschiedenen Behandlungsstufen des gleichen Öls verschieden sein. Die Menge der in jeder Behandlungsstufe angewandten Schwefelsäure kann zwischen o,0¢53 und 4,53 kg auf je i591 des behandelten Öls liegen. In manchen Fällen, und zwar insbesondere dann, wenn die Viskositätseigenschaften des raffinierten Produkts von Bedeutung . sind, hat sich eine Oxydation des Schmieröls vor der kombinierten Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure als besonders zweckmäßig erwiesen. Eines der oben angeführten Beispiele erläutert diese Arbeitsweise.

Claims (1)

  1. PATENT ANSPRÜCHE i. Verfahren zum Raffinieren von Erdölprodukten durch Extraktion mit Nitrobenzol, dadurch gekennzeichnet, daß Schmieröl gleichzeitig mit Nitrobenzol und Schwefelsäure behandelt wird. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die gleichzeitige Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure in mehreren aufeinanderfolgenden Stufen vornimmt. 3. Verfahren nach Anspruch a, dadurch gekennzeichnet, daß man in den früheren Behandlungsstufen als Behandlungsmittel den Schlamm und die Begleitstoffe verwendet, die nach späteren Behandlungsstufen von dem Öl geschieden wurden. q.. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man das 01 vor der Behandlung mit Nitrobenzol und Schwefelsäure einer milden Teiloxydation unterwirft.
DES105598D 1931-08-01 1932-07-26 Verfahren zum Raffinieren von Erdoelprodukten Expired DE579032C (de)

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