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Vorrichtung zur Fernübertragung mehrerer Größen, insbesondere der
Geschwindigkeit und der Drehrichtung einer umlaufenden Welle Es ist bekannt, Fernmessungen
in der Weise durchzuführen, daß an der Meßstelle eine mit einer Kontakteinrichtung
gekuppelte Welle mit einer' Umlaufgeschwindigkeit, welche der Größe des zu übertragenden
Meßwertes zugeordnet ist, umläuft und bei jeder Umdrehung einmal oder mehrmals einen
Kontakt schließt. Wenn außer der Drehgeschwindigkeit auch die Drehrichtung der Welle
übertragen werden soll, beispielsweise um die Größe und Richtung einer elektrischen
Leistung zu übertragen, kann dies dadurch geschehen, daß die Dauer der Stromimpulse,
deren Zahl in der Zeiteinheit der zu übertragenden Leistung proportional ist, bei
positiver Energierichtung anders ist als bei negativer Energierichtung. Dies hat
aber den Nachteil, daß der Meßbereich, der übertragen werden kann, eingeengt wird,
weil auch bei größten Leistungen, d. h. wenn die Kontakteinrichtung an der Meßstelle
sehr schnell läuft, die Impulse einander nicht so schnell folgen dürfen, daß die
langen Impulse so kurz wie die kurzen Impulse bei langsamem Lauf der Kontakteinrichtung
werden.
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Dieser Schwierigkeit wird gemäß der Erfindung dadurch abgeholfen,
daß das Empfangsgerät entsprechend der Zahl der Impulse in der Zeiteinheit die eine
Meßgröße, z. B. die Geschwindigkeit, anzeigt und entsprechend dem Verhältnis der
Dauer dieser Stromimpulse zur Dauer der Impulszeichen die andere Größe, z. B. die
Drehrichtung, anzeigt, d. h. im letzten Falle ist das Verhältnis zwischen der Dauer
von Stromstößen und von dazwischenliegenden Pausen bei positiver EnergiericAtung
anders als bei- negativer Energierichtung. An der Empfangsstelle ist ein träges
Differentialrelais vorgesehen, welches das Anzeigegerät in Abhängigkeit vom Verhältnis
der Impulszeiten zu den dazwischenliegenden Pausen beeinflußt. Die absolute Dauer
der Stromimpulse wird also belanglos. In der Meßstelle wird zu dem Zweck durch den
Zähler, -welcher die elektrische Energie mißt, je nachdem in welcher Richtung er
sich dreht, der eine oder andere von zwei Steuerstromkreisen eines Senders geschlossen.
Ein zur Empfangsstelle gesendeter Stromimpuls dauert in dem einen Falle so lange,
wie dieser Steuerstromkreis geschlossen ist, im anderen Falle eine fest begrenzte
Zeit, z. B. so lange, bis ein Kondensator über einen Widerstand aufgeladen ist.
Die Aufladezeit wird zweckmäßig möglichst klein gewählt. Die Pausen zwischen den
Stromimpulsen stehen im erste. Fälle in einem konstanten Größenverhältnis zur Impulsdauer.
Im zweiten Falle dagegen, d. h. also bei der anderen Drehrichtung der Zählerwelle,
sind
die Pausen von der Umlaufgeschwindigkeit der Zählerwelle abhängig, die Dauer der
kurzen Impulse dagegen nicht. Solange die Umlaufgeschwindigkeit der Zählerwelle
innerhalb gewisser Grenzen bleibt, kann auch das Verhältnis zwischen Impulsdauer
und Pause von dem für die erste Umlaufrichtung gewählten Verhältnis verschieden
sein. Die zulässigen Grenzgeschwindigkeiten liegen sehr weit auseinander, weil die
unveränderliche, fest begrenzte Zeit außerordentlich klein gewählt werden kann.
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Zur Erläuterung der Erfindung dienen die Abbildungen, in welchen Ausführungsbeispiele
der Erfindung schematisch wiedergegeben sind. Gemäß Abb. i treibt die zu messende
Meßgröße an dem Gebeort ein Laufwerk, dessen Welle mit i bezeichnet ist. Die Drehgeschwindigkeit
der Welle i ist dem Meßwert zugeordnet. Auf der Welle i sitzt eine Scheibe 2 mit
Kontaktsegmenten 3, 4.. Auf der Scheibe bzw. den Kontaktsegmenten schleifen zwei
Stromabnehmer 5 und 6. Einer von diesen Stromabnehmern kann auch auf der Welle i
schleifen, wenn diese zur Stromleitung mit herangezogen wird. Dadurch läßt sich
die Bremswirkung der Stromabnehmer vermindern. Der Stromabnehmer 5 ist mit dem einen
Pol einer Gleichstromquelle, der Stromabnehmer 6 mit dem anderen Pol dieser Stromquelle
über einen Wechselschalter 7 und die Wicklung eines Tastrelais 8 verbunden. In der
gezeichneten Lage des Wechselschalters 7 besteht zwischen diesem Wechselschalter
und der Spule 15 des Tastrelais 8 eine direkte Verbindung über einen geschlossenen
Kontakt 9. Der Wechselschalter 7 kann aber auch über einen anderen Kontakt io und
einen Kondensator i i mit der Spule 15 verbunden werden. Während in der gezeichneten
Lage des Wechselschalters 7 durch die Spule 15 des Tastrelais 8 so lange Strom fließt,
als die leitende Verbindung zwischen den Stromabnehmern 5 und 6 durch die leitenden
Segmente 3 und 4 geschlossen ist, fließt, wenn der Wechselschalter 7 den Kontakt
io schließt, durch die Spule 15 nur so lange Strom, bis der Kondensator i i vollständig
aufgeladen ist. Es kommt also jedesmal dann ein kurzer Stromstoß über die Spule
15 zustande, wenn die leitende Verbindung zwischen den Stromabnehmern 5 und 6 geschlossen
wird. Ein Nebenschlußwiderstand 12 überbrückt den Kondensator i i, damit dieser
sich wieder entladen kann, wenn die Verbindung zwischen den Stromabnehmern 5 und
6 unterbrochen ist. Der Strom über den Entladungswiderstand 12 ist zu schwach, um
das Steuerrelais 15 zu erregen.
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Die Stellung des Wechselschalters 7 soll nun von der Drehrichtung
der Welle i abhängen. Zu diesem Zweck trägt beispielsweise die Welle i eine kurze
Schnecke 13, in welche ein Zapfen 14 am einen Ende des Schalterarmes des Wechselschalters
7 eingreift, Wechselt die Drehbewegung der Welle i, so wird der Zapfen 14 von dem
einen Ende der Schnecke 13 bis zum anderen Ende mitgenommen, der Kontakt des Schalters
7 wandert also von Kontakt 9 zu Kontakt io und umgekehrt. Das Relais 15 steuert
mittels des Relaiskontaktes 8 die Sendeeinrichtung, welche durch Raumwellen, durch
Wellen längs Leitungen oder auch über Leitungen Stromimpulse zur Empfangstelle sendet,
deren Dauer gleich der Erregungsdauer des Relais 15 ist.
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Für die Erfindung ist es gleichgültig, welche Übertragungsart für
die Impulse benutzt wird. Deshalb ist der Empfänger in der Empfangsstation auch
nur durch ein Viereck 2o angedeutet (Abb. 2). Jedesmal, wenn der Empfänger einen
Impuls aufnimmt, wird eine Relaisspule ,2i eingeschaltet. Diese Relaisspule steuert
drei Wechselanker 22, 23 und 24, die auch durch eine gemeinsame Kupplungsstange
2:5 miteinander verbunden sein können. Eine Feder 26 hält die drei Wechselanker
in der gezeichneten Lage fest, solange Relais .i nicht erregt ist. Bei Erregung
des Relais 21 werden alle Relaisanker in die andere Lage hinübergezogen. Die Relaisanker
2a und 23 schließen bei jedem Stellungswechsel eine Kapazität a7 mit wechselnder
Polarität an eine Gleichstrombatterie 28 an. Wenn beispielsweise der Anker 22 mit
dem Minuspol der Batterie 28 und der Relaisanker 23 mit dem Pluspol dieser Batterie
verbunden ist, so ist bei der gezeichneten Lage der Relaisanker 22 und 23 die obere
Elektrode des Kondensators 27 negativ, die untere dagegen positiv. Sobald Relais
21 anspricht, wird die Polarität der Kondensatorelektroden vertauscht. In den Zuleitungen
über die Relaisanker 22 und 23 fließt bei jeder Umpolung des Kondensators ein Ladestrom,
der den Kondensator mit der umgekehrten Polarität auflädt. Dieser Ladestrom hat
in den Zuleitungen zu den Relaisankern 22 und 23 stets dieselbe Richtung. Bringt
man in eine der Zuleitungen, beispielsweise in die Zuleitung des Relaisankers 23,
ein Meßgerät 29 an, so mißt dieses die stets in einer Richtung fließenden Ladeströme
des Kondensators 27.
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Um nun in der Empfangsstelle unterscheiden zu können, welche Drehrichtung
die Welle i in der Sendestelle hat, wird in der Empfangsstelle die Polarität der
Relaisanker 22 und ä3 gewechselt, wenn in der Sendestelle der Wechselschalter 7
seine Stellung wechselt; dadurch kehrt sich in der Empfangsstelle
die
Richtung des Stromes im Anzeigegerät 29 um, die vom Meßgerät 29 durch Zeigeranschlag
nach rechts oder links angezeigt wird. Die Umkehrung der Stromrichtung hängt folgendermaßen
von den Impulsen ab. Bei geschlossenem Kontakt io bestehen die ankommenden Zeichen
aus kurzen Stromimpulsen mit dazwischenliegenden langen Pausen.
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Bei geschlossenem Kontakt 9 dagegen sind umgekehrt die Impulszeiten
groß und im Verhältnis dazu die Pausen kurz. Nun war schon gesagt, daß die vom Relais
21 gesteuerten Relaisanker während der Pausen zwischen den Impulsen in, der gezeichneten
Stellung stehen, dagegen die andere Lage einnehmen, solange ein Impuls gerade empfangen
wird. Der bereits erwähnte dritte Relaisanker 24. des Relais 21 steuert ein Differenzrelais,
dessen Aufgabe es ist, je nachdem, ob lange Impulse mit kurzen Zwischenpausen empfangen
werden, die zum Meßgerät 29 führende Verbindungsleitung mit dem einen oder anderen
Pol der Batterie 28 zu verbinden. Das Differentialrelais besitzt zwei Systemspulen
30 und 31. Von diesen ist die Spule 31 während der Pausen zwischen den Impulsen
eingeschaltet, die Spule 3o dagegen während der Dauer jedes empfangenen Impulses.
Infolgedessen wird bei kurzen Stromimpulsen mit langen Zwischenpausen die Spule
31 länger eingeschaltet als die Spule 3o. Das Differentialrelais ist so träge, daß
es nach der einen oder anderen Seite ausschlägt, je nachdem, ob die Erregung der
Spule 3i oder der Spule 3o länger eingeschaltet ist. Es steuert direkt oder unter
Vermittlung weiterer Relais einen doppelpoligen Wechselschalter 32, von dessen Stellung
es abhängt, mit welchem Pol der Batterie 28 das Meßgerät 29 verbunden ist.
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Wenn also die Impulslücke größer ist als die Impulsdauer, so wird
die Spule 31 stärker erregt als die Spule 30, so daß der Wechselschalter 32 die
dargestellte Lage beibehält. Das Meßgerät 29 wird daher nach der einen Richtung
ausschlagen. Wird nun durch Umkehrung der Drehrichtung am Impulssender das Verhältnis
von Impulsdauer zur Impulslücke derart geändert, daß der Impuls länger dauert als
die Impulslücke, so erhält die Spule 30 längere Zeit Strom als die Spule 31. Der
Wechselschalter 32 wird daher umschalten und dem Meßgerät 29 in umgekehrtem Sinne
Strom zuführen. Das Meßgerät wird daher nach der anderen Seite ausschlagen und so
die Umkehrung der@Drehrichtung am Impulssender anzeigen.
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Das beschriebene Ausführungsbeispiel stellt also eine Vorrichtung
dar, mit deren Hilfe in einer Empfangsstelle die Umlaufgeschwindigkeit und Drehrichtung
einer an einem entfernten Ort umlaufenden Welle angezeigt werden kann.
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Die Sendeeinrichtung kann ohne grundsätzliche Änderung der Ausführungsform
nach Abb. i z. B. auch die in Abb. 3 dargestellte Form besitzen. Diese unterscheidet
sich von Abb. i dadurch,. daß auch der Entladestrom des Kondensators i r den Relaiskontakt
8 schließt bzw. geschlossen hält, solange seine Stärke ausreicht. Das Relais besitzt
die Spulen 15 und 121, die in Reihe geschaltet sind. Der Verbindungspunkt der Spulen
ist an den Kontakt io angeschlossen. Das freie Ende der Spulen 15 ist an den negativen
Pol der Stromquelle geführt. Das eine Ende der Spule 121 ist über einen Vorschaltwiderstand
an den Kontakt 9 angeschlossen. Der Kondensator ii ist mit den Enden der Spule 12i
verbunden. Die Anordnung wirkt nun in folgender Weise: Wenn der Arm 7 den Kontakt
1o berührt, so fließen die vom Kollektor 2 gelieferten Impulse über die Relaisspule
15. Das Verhältnis von Impulsdauer zu Impulslücke wird dann durch den Kollektor
festgelegt. Liegt dagegen der Arm 7 am Kontakt 9 an, so wird durch den über der
Spule 121 entstehenden Spannungsabfall der Kondensator r i aufgeladen. Man kann
dadurch, daß man den Widerstand 9 im Verhältnis zu dem Widerstand der Spule i2i
und dem Kondensator ii genügend groß macht, erreichen, daß während der längsten
praktisch in Betracht kommenden Impulsdauer dieser Kondensator noch nicht die volle
Spannung erreicht hat, die dem Verhältnis des Widerstandes der Spule 121 und dem
Vorschaltwiderstand 9 entspricht. Die Ladespannung des Kondensators ii ist daher
von der Dauer der Impulse abhängig. Nach der Beendigung der Impulse entlädt sich
der Kondensator i i über die Spule 121, so daß der Anker des Relais 121 erst abfallen
kann, wenn der Kondensator i i genügend entladen ist. Da auch die Entladedauer davon
abhängig ist, wie stark der Kondensator aufgeladen wurde, und die Ladespannung ihrerseits
von der Impulsdauer abhängt, so ist die Verzögerung, mit der das Relais abfällt,
abhängig von der Impulsdauer, und zwar ist die Verzögerung bei kurzen Impulsen klein,
bei langen Impulsen groß. Man kann erreichen, daß die durch den Kondensator i i
hervorgerufene Verzögerung der Impulsdauer proportional ist. Die Dauer der durch
den Kontakt 8 erzeugten Impulse wird also gegenüber der Impulspause um einen bestimmten
prozentualen Betrag vermehrt, wenn der Kontakt io geschlossen ist. Bei der beschriebenen
Ausführungsform ist das Verhältnis zwisehen
Impulsdauer und Impulslücke
stets unabhängig von der Urnlaufsgeschwindigkeit der Welle i, dagegen abhängig von
der Drehrichtung. Bei der einen Drehrichtung, nämlich dann, wenn der Kontakt g geschlossen
ist, ist das Verhältnis zwischen Impulsdauer und Impulslücke durch das Verhältnis
des vom leitenden Sektor .2 bedeckten Teiles der Scheibe 2 zum nichtleitenden Teil
des Umfanges dieser Scheibe proportional. Bei der anderen Drehrichtung dagegen wird
die Impulsdauer um einen bestimmten prozentualen Betrag erhöht. Dies entspricht
einer Vergrößerung des leitenden Teiles der Scheibe.
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Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Empfangseinrichtung zeigt Abb.
4. Dem doppelpoligen Umschalter 32 der Abb. 2 entspricht in Abb. 4 ein doppelpoliger
Umschalter 32i; das Differentialrelais ist ein Hitzdrahtgerät mit Hitzdrähten 301
und 311, die von Federn 3o2 und 312 straff gehalten werden. Wird der Hitzdraht 31
i wärmer als der andere Draht 301, dann werden die Kontakte 303 und 304 geschlossen.
Der Schalter 321 ist ein Kippschalter, da die Feder 305 den Schalter nicht
in seiner Mittelstellung zur Ruhe kommen läßt, sondern nur in seinen beiden Schaltstellungen.
An Stelle der Hitzdrähte können auch Bimetallstäbe den Umschalter 321 steuern.
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Bei der Ausführungsform gemäß Abb. i wird am Sendeort bei Umlauf der
Kontakteinrichtung in dem einen Sinne der Kondensator i i über die Spule 15 des
Tastrelais aufgelassen und entlädt sich danach über einen parallel geschalteten
Widerstand i2. Die Zeit, die für die vollständige Entladung des Kondensators notwendig
ist, hängt ab von der Größe des Widerstandes 12. Dieser kann aber nicht beliebig
klein gemacht werden, und infolgedessen nimmt die -Entladung des Kondensators eine
verhältnismäßig lange Zeit in Anspruch. Je länger aber die Entladezeit ist, um so
mehr wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Kontakteinrichtung herabgesetzt,
weil der Kondensator sich vor jeder Aufladung ganz oder wenigstens nahezu ganz entladen
haben muß. Die in Abb.5 wiedergegebene Anordnung ist so geartet, daß sich der Kondensator
i i über einen widerstandslosen Kurzschlußkreis, d.h. augenblicklich wieder entladen
kann, wenn sein Entladungsstromkreis geschlossen- wird.
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Wie in Abb. i beschrieben, werden zwei Kontakte g und io, der eine
bei Rechtslauf, der andere bei Linkslauf der Welle i über die Kontaktteile 5, 3,
4, 6 und 7 an eine Batterie 16 angeschlossen. Ist, wie in der Abb. 5 dargestellt,
der Kontakt g geschlossen, so wird die Spule 15 des Steuerrelais jedesmal eingeschaltet,
sooft und solange die Stromabnehmer 5 und 6 durch die leitenden Segmente 3 und 4
der Kontakteinrichtung miteinander verbunden sind. Ist dagegen der Kontakt io geschlossen,
so wird an Stelle der Spule 15 ein Hilfsrelais 17 eingeschaltet, das einen Anker
171 auf einen Gegenkontakt 18 zieht. An diesem Gegenkontakt i8 wird ein Stromkreis
zur Aufladung des Kondensators i i geschlossen. Der Ladestrom fließt über die Spule
i 5, Kontakt 18 und Anker 171. Der Kondensator i i lädt sich auf, der Ladestrom
erregt die Spule 15 und bewirkt Schließung des Kontaktes 8 des Steuerrelais. Die
für die Aufladung erforderliche Zeit ist sehr kurz. Die Relaisspule 17 bleibt länger
erregt, nämlich so lange, wie sie- über die Kontaktteile 5, 3, 4, 6, 7 an die Batterie
16 angeschlossen ist. Erst wenn dieser Erregerstromkreis durch die Kontakteinrichtungen
unterbrochen wird, läßt Relais 17 seinen Anker 171 fallen, so daß dieser unter dem
Zug einer Feder 172 den Kontakt 1g schließt, wodurch der Kondensator 1i kurzgeschlossen
wird. Der Kondensator entlädt sich augenblicklich und ist danach sofort wieder zu
neuer Aufladung bereit. Bei dieser Anordnung wird der Kondensator ii auch bei der
größten Drehgeschwindigkeit der Welle i jedesmal vollständig aufgeladen und wieder
vollständig entladen.
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In allen bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen wird die Stellung
des Kontakthebels 7 mittels einer Schnecke 13 von der Bewegungsrichtung der Welle
i abhängig gemacht. Wenn auch die geringe Reibung, welche durch die Schnecke und
den Kontakthebel ? verursacht wird, vermieden werden soll, etwa weil das Antriebsmoment
der Welle i sehr gering ist, kann der Kontakthebel ? auch von der Meßgröße beeinflußt
werden, welche die Welle i und dadurch die Kontakteinrichtung antreibt. Eine derartige
Ausführungsform ist beispielsweise in Abb. 6 dargestellt. Die Bezeichnungen entsprechen,
soweit möglich, den aus Abb. i. Die Spule 15 des Steuerrelais wird aus einer Batterie
16o entweder über einen Kontakt g oder über einen Kontakt io, ferner über einen
Kontaktarm 7o, einen Schleifkontakt 6o und eine der Bürsten 61 und 62 erregt. Wenn
der Kontaktarm 7o den Kontakt g schließt, wird die Spule 15 wie in Abb. i unmittelbar
an die Stromquelle angeschlossen. Wenn dagegen der Kontakthebel 7o den Kontakt io
geschlossen hat, so wird die Spule 15 vom Ladestrom des Kondensators ii erregt.
Der Kondensator i i hat einen. Nebenschlußwiderstand 12, dessen Größe aber, wie
nachher gezeigt wird, bei der Ausführung gemäß Abb. 6 ohne Einfluß auf die zulässige
Höchstgeschwindigkeit der Welle i ist. Es ist angenommen, daß die
Welle
i die Welle eines Ferrariszählers ist, der von der Blindleistung einer Wechselstromquelle
angetrieben wird. Die Stromspule des Antriebssystems ist mit 63, die Spannungsspule
mit 6a bezeichnet. Der Strom in der Spule 63 durchfließt auch die Stromspule 64
eines wattmetrischen Relais, entsprechend liegt die an der Spule 6.2 herrschende
Spannung an der Spannungsspule 65 dieses wattmetrischen Relais. Dem Kontaktliebel
7 aus Abb. i entspricht hier der Anker 7o dieses wattmetrischen Relais. Je nach
dem Vorzeichen der Blindleistung liegt der Anker 7 o auf dem Kontakt 9 oder Kontakt
io. Die Drehrichtung der Welle wird bei einem Arbeitszähler ebenfalls wechseln.
Da der Kontakthebel 7o die Welle i nicht berührt, kann er sie infolgedessen auch
nicht bremsen.
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Wie schon gesagt, ist die Größe des Entladungswiderstandes 12, der
parallel zum Kondensator i i geschaltet ist, ohne Einfluß auf die zulässige Höchstgrenze
der Drehgeschwindigkeit der Welle i. Dies wird dadurch erreicht, daß der Kondensator
ii abwechselnd mit verschiedener Polarität aufgeladen wird. Auf der Welle i sitzt
eine Kontakteinrichtung mit zwei Stromabnehmern 61 und 62 sowie eine Kontaktscheibe
66 mit kleinem Durchmesser, auf der eine Schleiffeder 6o aufliegt. Der Stromabnehmer
61 ist an den Minuspol, der Stromabnehmer 62 an den Pluspol der Batterie 16o angeschlossen.
Die leitenden Segmente der Kontakteinrichtung auf der Welle i sind so bemessen,
daß die Schleiffedern 61 und 62 niemals gleichzeitig die leitenden Segmente berühren
können. Die Spule 15 des Tastrelais ist mit dem Mittelpunkt der Batterie 16o verbunden.
In der gezeichneten Stellung der Welle i ist der positive Pol der Batterie 16o über
die Schleiffeder 62, den Schleifring 66 mit dem Schleifkontakt 6o und dem Anker
70 verbunden. Ist die Ausschlagsrichtung des wattmeterischen Relais 6q.,
65 derart, daß Kontakt io geschlossen ist, so wird dann -der Kondensator i i aufgeladen,
wobei der Ladestromkreis des Tastrelais 15 erregt wird. Die linke Elektrode des
Kondensators ist positiv, die rechte ist negativ aufgeladen. Nach einer Vierteldrehung
der Welle i wird über den Stromabnehmer 61 die Kontakteinrichtung 66, 6o und den
Kontakt io der negative Pol 16o an die linke Elektrode der Kapazität ii gelegt.
Der Kondensator i i wird dann also mit entgegengesetzter Polarität aufgeladen. Wenn
sich der Kondensator i i in der Zwischenzeit über den Entladungswiderstand 12 gänzlich
entladen hatte, so erhält die Spule 15 einen Stromstoß, der den Kondensator von
der Spannung Null auf die halbe Spannung der Batterie 16o auflädt, und zwar hat
der Strom in der Spule 15 abwechselnde Richtung. Wenn der Parallelwiderstand I2
fehlt, d. h. unendlich groß ist, behält der Kondensator ii seine ganze aus der vorhergehenden
Rufladung herrührende Ladung, bis er bei der folgenden Rufladung auf entgegengesetzt
gleiche Spannung umgeladen wird. Der Strom in der Spule i5 erhält dann zwar die
doppelte Stärke; im übrigen verläuft die Umladung des Kondensators aber in der gleichen
Zeit wie die Rufladung, da die Zeitkonstante des Ladungskreises unverändert bleibt.
Es braucht bei dieser Einrichtung also nicht abgewartet zu werden, bis sich der
Kondensator entladen hat. Somit verschwindet der Einfluß der Entladezeit, die bei
den früher beschriebenen Anordnungen abgewartet werden muß, ehe eine Neuaufladung
des Kondensators i i erfolgen darf. Die vorliegende Einrichtung ist also für beliebig
große Umlaufgeschwindigkeiten der Welle i anwendbar.
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Die Erfindung ist nicht nur für die Fernmessung brauchbar, sondern
in allen Fällen, in welchen von einer Sendestelle nach einer Empfangsstelle durch
ein und dasselbe Übertragungsmittel zwei verschiedene Zeichen übertragen werden
sollen. Durch die Zei= chen können auch Kommandos übertragen werden, durch die beispielsweise
eine Regelvorrichtung gesteuert oder ein sonstiger Vorgang ausgelöst wird. Die Zeichen
können, wie beschrieben, sowohl die Größe einer Leistung sowie die Richtung des
Leistungsüberganges zur Anzeige bringen. Sie kön-. nen aber auch angeben, ob eine
Größe einen vorgeschriebenen Wert unter- oder überschreitet. Mit dieser Meldung
läßt sich außerdem ein Regelvorgang in der Empfangsstelle auslösen, durch den z.
B. eine Betriebsgröße auf den richtigen Wert eingestellt wird. Man kann zu diesem
Zweck an der Meß- bzw. Sendestelle beispielsweise mit Hilfe eines Zeigermeßgerätes
mit Fallbügel und zweckmäßig einstellbaren Kontaktsegmenten unter der Zeigerbahn.
die zur Leistungsfernmessung mit Hilfe eines Impulsgebers erzeugten Impulse beeinflussen.
Mit den Kontakten des Fallbügelgerätes können z. B. Relais verbunden sein, die in
Abhängigkeit davon erregt werden, ob der Sollwert in der einen oder der anderen
Richtung überschritten wird. Mit Hilfe dieser Relais kann man das Verhältnis zwischen
der Dauer der von der zur Leistungsfernmessung dienenden Einrichtung gelieferten
Impulse zur Pausendauer beeinflussen, etwa dadurch, daß man durch die Relais einen
das Verhältnis von Impulsdauer zur Impulspause bestimmenden Umschalter, z. B. den
Hebelarm 7 nach Abb. i, 3, 5 oder 70
nach Abb. 6, umlegt. An der
Empfangsstelle kann man mit Hilfe eines trägen Differentialrelais die ankommenden
Zeichen aufnehmen und den Servomotor eines Reglers steuern.
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Die Zahl der unterscheidbaren Zeichen ist nicht auf zwei beschränkt.
Mit Hilfe von zwei Differentialrelais lassen sich beispielsweise drei verschiedene
Zeitverhältnisse unterscheiden. Das erste Relais enthält z. B. solche Wicklungen,
daß es seinen linken Kontakt so lange geschlossen hält, als das Verhältnis Impulszeit
zu Pausendauer kleiner als i : 4. ist. Bei Überschreitung dieses Wertes schließt
es seinen rechten Kontakt und legt dadurch den Anker des zweiten Differentialrelais
an Spannung. Das zweite Relais schließt seinen linken Kontakt, wenn das Zeitverhältnis
zwischen 1/4 und 1/2 liegt. Es schließt seinen rechten Kontakt, wenn das Verhältnis
größer als 112 ist. Die Möglichkeit, mehr als zwei unterscheidbare Zeichen senden
und empfangen zu können, kann auch ausgenutzt werden, um einen Regelvorgang nicht
nur von der Richtung - der Abweichung vorn Sollwert, sondern auch von der Größe
dieser Abweichung abhängig zu machen. Dies läßt sich bei einer Einrichtung, die
nur zweierlei Zeichen übertragen kann, auch durch Verwendung eines Fallbügelgerätes
mit mehr als zwei Kontaktsegmenten in der Empfangsstelle erreichen.