DE57082C - Wasserklärapparat - Google Patents
WasserklärapparatInfo
- Publication number
- DE57082C DE57082C DENDAT57082D DE57082DA DE57082C DE 57082 C DE57082 C DE 57082C DE NDAT57082 D DENDAT57082 D DE NDAT57082D DE 57082D A DE57082D A DE 57082DA DE 57082 C DE57082 C DE 57082C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- water
- container
- lime
- inflow
- tank
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C02—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
- C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
- C02F1/00—Treatment of water, waste water, or sewage
- C02F1/52—Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities
- C02F1/5281—Installations for water purification using chemical agents
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Hydrology & Water Resources (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Environmental & Geological Engineering (AREA)
- Water Supply & Treatment (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Separation Of Suspended Particles By Flocculating Agents (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das zu reinigende Wasser gelangt bei dem vorliegenden Apparat aus einem Vertheilungsbehälter,
mittelst Schiebers und Hahnes abgelassen, zum Theil behufs geeigneter Sättigung
mit Kalk in einen Sättigungsbehälter. Der gröfste Theil desselben gelangt behufs vorheriger
Abgabe von Triebkraft auf ein Schaufelrad und von diesem in einen Mischbehälter,
während ein von einem Becken gesammelter Theil behufs Mischung mit den Reagentien
einestheils nach dem Sättigungsbehälter, anderentheils nach einem Aetznatronlösung enthaltenen
Behälter abgelassen werden kann.
Bei täglicher Füllung des Mischbehälters mit Chemikalien und des Sättigungsbehälters mit
Kalkmilch kann ohne Ueberwachung eine bestimmte Menge Wasser gereinigt werden, da
die Bereitung und Abführung der Reagentien durch die nach dem Apparat hin stattfindende
Wasserzuleitung selbst bewirkt wird.
Zu diesem Zwecke ist in dem Vertheilungsbehälter behufs gleichzeitiger Unterbrechung
des Wasserzuflusses nach letzterem und des Zuflusses von Aetznatronlösung ein Ventil mit
einem Schwimmer angeordnet, mittelst dessen ein in einem Regulirungsbehälter angeordneter
Schwimmer gehoben wird, wodurch das für den Zuflufs von Aetznatronlösung dienende
Ventil zugleich mit dem Wasserzuflufsventil
sich schliefst, wenn das Stillsetzen des Schaufelrades erfolgt.
Das im Sättigungsbehälter in geeigneter Weise, besonders durch Einwirkung vom Schaufelrade
aus getriebener Rührwerke, mit Kalk gesättigte und geklärte Wasser fliefst nach dem
Mischbehälter und, mit Aetznatron gemischt, endlich in den Absetzbehälter. Auf den
Schraubenwänden des letzteren lagern sich dann die aus dem aufsteigenden Strome sich
ausscheidenden Bestandtheile ab und sammeln sich in Taschen, welche an diesen Wänden
gebildet sind, und aus welchen sie dem konischen Boden des Absetzbehälters durch Rohre
zugeführt werden.
Fig. ι zeigt den Apparat im senkrechten Schnitt und Ansicht und schematischer Darstellung
eines Sättigungsbehälters, Fig. 2 den Grundrifs des Apparates in vergröfsertem Mafsstabe,
Fig. 3 einen Schnitt nach A-B in vergröfsertem Mafsstabe, Fig. 4 in vergröfsertem
Mafsstabe den Vertheilungsbehälter des zu reinigenden Wassers, Fig. 5 den Regulirungs-,
behälter A1 mit der Aetznatronlösung, Fig. 6 den Mischbehälter mit einmündenden Rohren,"
Fig. 7 eine Seitenansicht im senkrechten Schnitt des zur Aetznatroneinfüllung dienenden Eingusses, Fig. 8 den Eingufs im Grundrifs.
In den Vertheilungsbehälter A tritt die zu reinigende Flüssigkeit (Wasser) durch ein mit
Ventil s versehenes Rohr ^ ein, und mittelst Schwimmers f und des Ventils s wird der
Stand der Flüssigkeit möglichst unverändert erhalten, Fig. 1 und 4. Aus diesem Behälter A
wird Wasser mittelst einer von Hand zu bewegenden Schütze ν auf das Schaufelrad B und
durch ein mit einem von Hand zu bewegenden Hahn r, Fig. 1, versehenen Rohr t nach
dem (auf der Zeichnung schematisch dargestellten) Sättigungsbehälter E abgelassen, aus
welchem es nach geeigneter Sättigung mit Kalk durch Rinne u in den Mischbehälter D überläuft.
Fast die gesammte Wassermenge wird auf das Schaufelrad B geführt, welches die in dem
Sättigungsbehälter enthaltenen Rührwerke treibt, und fällt durch Rohr g in den Mischbehälter D,
Fig. ι bis 6, während ein Becken b das Wasser, welches nicht in das Rohr g gelangt, sammelt
und es durch ein Rohr ?"' mit Hahn r" nach dem Sättigungsbehälter E zu beliebiger, geeigneter
Benutzung führt. Unterhalb des Beckens b ist ein Behälter C angeordnet, welcher
mittelst eines Eingusses c mit Aetznatronlösung und durch Hahn r' mit in dem Becken b
gesammelten Wasser gefüllt wird, Fig. ι, 7 und 8. Die mit dem Wasser vermengte Aetznatronlösung
fliefst aus C durch Rohr t' in einen Behälter A', in welchem der Zuflufs der
Lösung mittelst Schwimmers f und Ventils s' geregelt wird, welche mit dem Schwimmer f
und Ventil s des Verteilungsbehälter A durch
Hebel /", Stange / und Hebel /' in Verbindung stehen, Fig. 1, 4 und 5. Bei dem durch das
Unterbrechen des Wasserzuflusses nach dem Behälter A verursachten Niedergang des Schwimmers
f trifft ein Ansatz der Schwimmerstange q auf den Hebel /' und hebt die Stange /, Fig. 1
und 4, welche mittelst ihres unteren Ansatzes, Fig. 3, auf den Hebel Z" des Schwimmers f
trifft, ihn hebt, das Ventil s' schliefst, Fig. 5, und den Zuflufs der Aetznatronlösung dadurch
unterbricht.
Mit dem Aufhören des Wasserzuflusses in A
ist also auch der Zuflufs der Lösung nach A' unterbrochen.
Der mit Kegelschraubenwänden H, Fig. 1
und 3, versehene Absetzbehälter ist aus zwei concentrischen Cylindern G und / zusammengesetzt.
Der äufsere Cylinder G ist oben offen und unten durch einen kegelförmigen Boden /
geschlossen, der eine mittelst Ventils S' schliefsbare Entleerungsöffnung enthält. Der innere
Cylinder ist unten offen, sein oberer, den Aufsencylinder überragender Theil trägt das
Mischgefäfs D, Fig. 1 und 6. In dem Räume zwischen den beiden Cylindern liegen die
konoidischen, nach Schraubenlinien verlaufenden Wände, sogenannte Kegelschrauben wände Ä
An diesen sind in gleichen Abständen von einander senkrechte Scheidewände V abwechselnd
oben und unten befestigt, welche die Form eines rechtwinkligen Dreiecks haben und mit den Wänden H und dem Innencylinder
/ taschenförmige Vertiefungen P bilden, Fig. 3. In dem unteren Winkel dieser Taschen P
und auf der Wand des kleineren Cylinders I sind runde Oeffnungen O vorgesehen, Fig. 1,
welche die Taschen in Verbindung mit den Sammelrohren T setzen, die im Innern dieses
Cylinders befestigt sind und nach dem Boden des Absetzgefäfses hin ausmünden, Fig. 1 und 3.
Die.Wirkung des Apparates ist folgende:
Das zu reinigende Wasser tritt durch das Rohr ^ in den Verteilungsbehälter A, in welchem
es; wie oben beschrieben, mittelst des
Schwimmers f und Ventils s auf möglichst bestimmter Höhe erhalten wird. Dadurch, dafs
die Weite der Eröffnung der Schütze ν und des Hahnes r von Hand geregelt wird, lassen
sich bestimmte Mengen von zu reinigendem und von mit Kalk gesättigtem Wasser erhalten,
und ebenso verhält es sich mit dem Verbrauch von Aetznatronlösung, deren Zuflufs in den
Behälter A', wie beschrieben, geregelt wird, was eine Hauptbedingung für die gründliche
Reinigung natürlicher Wasser ist.
Das auf das Schaufelrad B geleitete, zu reinigende Wasser treibt zunächst dieses und
überträgt durch geeignete . Vorrichtungen die Bewegung auf die Rührwerke des Sättigungsbehälters. Das aus dem Verteilungsbehälter A
durch Rohr t dem Sättigungsbehälter zugeführte Wasser sättigt sich daselbst in geeigneter Weise
mit Kalk und fliefst durch die Rinne u behufs Mischung mit Aetznatronlösung in den Mischbehälter
D. Das Abflufswasser des Schaufelrades B wird durch Rohr g dem Mischbehälter D
zugeführt und vermischt sich in D mit der von dem Sättigungsbehälter durch u eingeführten
gesättigten Flüssigkeit, sowie mit der durch t" aus dem. Behälter A' gekommenen
Aetznatronlösung, Fig. 6. Unter dem Einflüsse der erwähnten Reagentien (Kalkwasser und
Aetznatron) werden hier die in dem Wasser enthaltenen Kalkbestandtheile niedergeschlagen,
und indem das Wasser in dem inneren Cylinder I des Absetzbehälters herabfliefst, klärt sich
dasselbe ab. Von hier tritt das Wasser in den Zwischenraum zwischen den beiden Cylindern G
und /, läfst auf dem kegelförmigen Boden die gröbsten Niederschläge zurück, vertheilt
sich zwischen die Kegelschraubenwände H, woselbst es langsam circulirt, und setzt bei
diesem Laufe auf den Schraubenwänden H die noch suspendirt erhaltenen Bestandtheile ab.
Zufolge der Neigung dieser Wände H sammeln sich die Niederschläge in den Taschen P an,
aus welchen sie durch die Oeffnungen O in das Sammelrohr T und von hier nach dem
konischen Boden des Absetzbehälters gelangen, von welchem alle Niederschläge durch Oeffnen
des Ventils S' entleert werden können (Fig. 1 und 3). 1
Das Wasser, welches auf diese Weise die durch die chemischen Reagentien gefällten Bestandtheile
abgesetzt hat, fliefst dann noch durch ein Filter, welches aus zwei durchlöcherten,
Filtermassen zwischen sich schliefsenden Platten k, Fig. 1 und 2, gebildet ist und
die wegen zu geringen specifischen Gewichtes oder aus anderem Grunde nicht abgesetzten
Massen zurückhält. Gereinigt fliefst das Wasser dann am oberen Theile des Absetzbehälters
durch den Stutzen d in den Behälter für gereinigtes
Wasser ab.
Die Füllung des Apparates geschieht in regelmäfsigen
Zeitabständen, am besten alle 24 Stunden. Man giefst durch den Eingufs c eine bestimmte
Menge von Aetznatronlösung in den Behälter C und füllt ihn durch Hahn r' mit
Wasser nach. Dann reinigt man den Sättigungsbehälter von dem erschöpften Kalk, den er
enthält, und giefst vorher gut vertheilte Kalkmilch in denselben. Wasser kann durch
Hahn r" nachgefüllt werden.
Bei der Reinigung der natürlichen Wässer handelt es sich darum, die in denselben in
Auflösung enthaltenen kalkigen Salze durch Fällung und Decantirung zu beseitigen. Die
Fällung geschieht bei vorliegendem Apparate durch die Mengung der chemischen Reagentien
mit dem natürlichen Wasser im Mischbehälter D und die Decantirung in geeigneter rationeller
Weise auf dem Boden J und den Kegelschraubenwänden H.
Die kalkigen Salze der natürlichen Wässer sind im allgemeinen:
Doppeltkohlensaurer Kalk Ca 0,2 C O2,
Doppeltkohlensaure Magnesia Mg 0,2 C O2,
Schwefelsaurer Kalk Ca O, S 0s,
Chlorcalcium Ca Cl.
Um sie durch Fällung zu beseitigen, wendet man Kalk oder kohlensaures Natron an.
Die auftretenden chemischen Reactionen sind alsdann die folgenden:
1. Der doppeltkohlensaure Kalk ergiebt in Gegenwart des Aetzkalkes unlösbaren kohlensauren
Kalk:
Ca O, 2 C O2 + Ca O = 2 (Ca O C O2).
2. Die doppeltkohlensaure Magnesia ergiebt in Gegenwart des Aetzkalkes unlösbare kohlen-Magnesia
und unlösbaren kohlensauren
saure
Kalk:
Kalk:
Mg 0,2C O- + CaO
~ Ca O, C O2 + Mg O, C O2.
3. Der schwefelsaure Kalk in Gegenwart des
kohlensauren Natrons ergiebt unlösbaren kohlensauren Kalk und in allen Mengenverhältnissen
auflösbares unschädliches schwefelsauresNatron:
Ca O, SO3 + NaO, CO2
= Ca O, CO2 + Na 0,SO3.
4. Das Chlorcalcium ergiebt in Gegenwart des kohlensauren Natrons kohlensauren Kalk
und in allen Mengenverhältnissen auflösbares und ebenfalls unschädliches Chlornatrium:
Ca Cl +Na O, C O*= Ca O, C O2 + Na Cl.
Endlich kann man das kohlensaure Natron durch Aetznatron ersetzen, welches in Gegenwart
des doppeltkohlensauren Kalkes dennoch kohlensaures Natron ergiebt:
JVa O, HO+ Ca O, 2 C O2
= Na O, C O2 + Ca 0,CO2 + HO.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Wasserklärapparat, bei welchem das den Zuflufs des zu reinigenden Wassers regelnde Schwimmerventil (fs) beim Aufhören des Zuflusses sinkt und das den Zuflufs der Fällmittel regelnde Schwimmerventil (f s'J schliefst, und bei welchem gleichzeitig das mit den Fällmitteln gemischte Wasser durch das Mittelrohr (J) herabsinkt . und durch einen zwischen den Wänden (I G) angeordneten schraubengangförmigen Kanal hochsteigt, wobei durch Scheidewände (V) Schlammsäcke gebildet werden, die durch Oeffnungen (O) mit Schlammabführrohren (T) in Verbindung stehen.Hierzu 1 Blatt ZeicKnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE57082C true DE57082C (de) |
Family
ID=331468
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT57082D Expired - Lifetime DE57082C (de) | Wasserklärapparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE57082C (de) |
-
0
- DE DENDAT57082D patent/DE57082C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2419579A1 (de) | Schwefeldioxid-nassreinigungssystem | |
| DE57082C (de) | Wasserklärapparat | |
| DE2239041A1 (de) | Reinigungsanlage fuer abwasser | |
| AT40106B (de) | Wasserreinigungsverfahren. | |
| DE402509C (de) | Mehrturmreaktionsgefaess | |
| DE3121559C2 (de) | ||
| DE3910579C2 (de) | ||
| DE60382C (de) | Vorrichtung zum Reinigen von Kesselspeisewasser | |
| DE96061C (de) | ||
| DE592116C (de) | Verfahren zur Trennung von entstaubter Kohle mittels Calciumchlorid- oder Calciumnitrat-loesung und aehnlichen im Gebrauch sauer werdenden Scheidefluessigkeiten | |
| DE85634C (de) | ||
| DE61025C (de) | Apparat zum Reinigen und Klären von Wasser. (1 | |
| DE440800C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur chemischen und mechanischen Aufbereitung fester und fluessiger Stoffe | |
| DE166854C (de) | ||
| DE72285C (de) | Wasserreiniger | |
| DE3580C (de) | Verfahren und Apparat zur Bereitung von Aetzalkalien | |
| DE72052C (de) | Apparat zum Reinigen und Klären von Abwässern | |
| DE401780C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Trennung der Kohle von den Bergen | |
| DE105959C (de) | ||
| DE290573C (de) | ||
| DE689204C (de) | Nicht ueber die Fluessigkeit eines Behaelters hinausragendes, unten und oben offenesRohr mit einem umlaufenden Foerdermittel zum Vernichten von Schaum | |
| DE2634632C2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Denitrifizieren von Abwasser | |
| DE162861C (de) | ||
| DE29154C (de) | Vorrichtung zur Reinigung von Dampfkessel-Speisewasser | |
| AT17056B (de) | Verfahren zur Bereitung von Kalkwasser u. dgl. |