DE85634C - - Google Patents

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DE85634C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/68Treatment of water, waste water, or sewage by addition of specified substances, e.g. trace elements, for ameliorating potable water
    • C02F1/685Devices for dosing the additives
    • C02F1/686Devices for dosing liquid additives

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Clay, And Manufacture Of Mixtures Containing Clay Or Cement (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 85: Wasserleitung.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein neuartiger Apparat zum Zwecke gleichmäfsiger, directer Zuführung von Kalk in Form von Kalkmilch mit 1,1 bis 1,2 spec. Gewicht und einer Sodalösung bezw. Eisenvitriollösung zu Rohwässern, welche gereinigt werden sollen, und besteht derselbe
1. aus einer Rührvorrichtung für Kalkmilch und zugleich Schöpfvorrichtung für Kalkmilch und Soda bezw. Eisenvitriollösung in Gestalt einer Röhre,
2. aus einem Behälter für Kalkmilch und Behältern, entweder für Sodalösung oder für Eisenvitriollösung,
3. einem Rohwasserzufiufsregulator,
4. einem Misch- und zugleich Abflufsbehälter.
Auf beiliegender Zeichnung ist der ganze Apparat dargestellt, und zwar zeigt
Fig. ι die Seitenansicht,
Fig. 2 die Oberänsicht.
Die Röhre c ist an der Welle q (Fig. 2) befestigt, welche um die Stützpunkte p1 und j>2 drehbar ist. Die Röhre c ist an ihrem unteren geschlossenen Ende durch ein Gewicht G beschwert, bei f durch eine Querwand abgesperrt und in dem abgesperrten Theil zu Y3 bis Y4 mit Wasser gefüllt. Der obere, nicht abgesperrte Theil ist vorn mit einer schaufelartigen Erweiterung und einer oben offenen, kleineren Röhre e versehen.
Ferner ist an der Röhre c der Drahtbogen g befestigt, dessen beide nach unten gerichtete Enden zwei Oehre bilden, in welche die beiden Schöpfer h1 für Kalkmilch und h2 für Sodalösung beweglich angehängt sind. Die Schöpfer bestehen aus ovalen oder halbmondförmigen, schwach muldenartig ausgewölbten Blechscheiben, die oberhalb je an einem starken Draht befestigt sind, welcher, wie schon erwähnt, in das Oehr von g eingehängt werden kann und ferner noch einen schräg befestigten Fortsatz r1 und r2 trägt. Zweckmäfsig sind -die beiden Schöpfer durch einen zweiten Draht mit einander fest verbunden.
Ist nun die Röhre c noch leer und mit ihrer schaufelartigen Erweiterung nach oben gerichtet, so stofsen die Seitenfortsätze r1 und r2 an die feste Wand i an und schieben so die Schöpfnäpfchen seitlich und aufwärts, so dafs etwa darauf gelagerte Kalkmilch oder Kalklösung u. s. w. in den Mischbehälter η hinein abtropfen müfste. . ■ *■
Das Rohwasserzuflufsgefäfs k nimmt das gesammte zu reinigende Rohwasser· auf und ist mit dem Ueberlaufrohr / und einem . Regulirhahn 0 versehen, aus welchem der obere Theil der Röhre c mit Wasser gefüllt wird. Er erhält hierdurch das Uebergewicht und neigt sich, worauf dann die kleine, in dem unteren Theil der Röhre abgesperrte Wassermenge bis f nach vorn fliefst, infolge dessen das vordere Ende noch tiefer sinkt, wie in der Fig. 1 punktirt angedeutet . ist. Hierbei tauchen die Schöpfnäpfchen /z1 und 7i2 bis auf den Grund der Behälter α und b2 für Kalkmilch bezw. Soda- oder Eisenvitriollösung ein.
Da das Röhrchen e oben offen ist, daher das aus c nach η ausfliefsende Wasser rasch durch Luft ersetzt wird, entleert sich der
vordere Theil der Röhre c sehr rasch und richtet sich wieder empor, worauf die von den Schöpfern mitgenommenen und auf ihrer Oberfläche haftenden Mengen Kalkmilch u, s. w. in das Mischgefäfs η tropfen.
An der Röhre c ist aufserdem unterhalb ihrer Unterstützungslinie der Rührer d befestigt, Welcher in den Behälter α möglichst tief eintaucht und bei der jedesmaligen Auf- und Abwärtsneigung der Röhre c in der Kalkmilch hin- und herbewegt wird und letztere gleichmäfsig vertheilt hält.
Eine Concentration der Kalkmilch von 1,1 bis 1,2 spec. Gewicht ist diejenige, welche am leichtesten in gleichmäfsiger Vertheilung zu erhalten ist und sich auch sonst am besten eignet, weil eine schwächer concentrirte Kalkmilch zu stark gerührt werden mufs, um gleichmäfsig vertheilt zu bleiben, eine stärker concentrirte jedoch sich zu schwer rühren läfst .und auch schwerer von dem Schöpfer abtropft.
Es genügt erfahrungsgemäfs, wenn der Rührer nur ganz unten bis nahe zu den Wandungen erweitert ist, nach oben aber in einen Stab ausläuft', derart, dafs der breite Theil dann noch ziemlich in die Kalkmilch eintaucht, wenn das Gefäfs nur noch ]/5 bis x/4 damit gefüllt ist. Hieraus ergiebt sich der Vortheil, dafs der Widerstand, welcher die Kalkmilch dem Rührer bietet, zwischen einer fünftel und vollständigen Füllung mit Kalkmilch ziemlich gleich bleibt, daher auch das Auf- und Niedergehen der Röhre c von dem Niveau im Kalkmilchbehälter nicht beeinflufst wird, so lange das Niveau nicht unter J/5 sinkt.
Mit dem beschriebenen Apparat ist daher eine durchaus gleichmäfsige Zufuhr von Kalkmilch möglich, unabhängig von dem Niveau derselben und bei Vermeidung von Röhren, Hähnen, Regulirvorrichtungen, die sich alle bald verstopfen würden.
Durch Hahn ο kann das Auf- und Niedergehen der Röhre c, also auch des Kalkmilchtransportes, letzterer aber auch noch durch die Gröfse der Schöpfnäpfchen nach Bedarf regulirt werden. Das Neigen der Röhre kann 3 bis ίο mal in der Minute erfolgen und sind hierzu, je nach den erforderlichen Chemikalienmengen , welche von der chemischen Beschaffenheit des Rohwassers abhängig sind, 10 bis 40 pCt. der gesammten Rohwassermenge nöthig.
Der hierzu nicht verwendete Rest fliefst durch das Ueberlaufrohr ./ gleichfalls in den Mischbehälter η ein und das Gemisch von dem gesammten Rohwasser mit den richtigen Mengen Kalk und Soda fliefst durch Rohr m driect in ein beliebiges Klär- oder Sedimentirgefäfs, so dafs die Zwischenschaltung eines sogenannten Kalksättigers, dessen Wartung häufiges Messen, Controliren und Aufrühren erfordert, ganz entfallen kann.
Die Anwendung von Kalkmilch direct zur chemischen Wasserreinigung hat aufserdem noch gegenüber den Kalkwasserdarstellern oder sogenannten Kalksättigern noch mehrere sehr wichtige Vortheile:
ι. wird der Kalk, da eine grofse Menge Rohwasser mit wenig Kalkmilch zusammentrifft, naturgemäfs vollständig ausgenutzt, während in den Kalksättigern viel Kalk mit wenig Rohwasser zusammentreffen und, lange bevor der Kalk erschöpft ist, sich kein gesättigtes Kalkwasser mehr bildet, ' daher noch nicht ausgenutzter Kalk entfernt und neuer zugesetzt werden mufs, was einen ziemlichen Verlust an Kalk zur Folge hat;
2. ist bei directer Anwendung von Kalkmilch nur aus dem Klärgefäfs der Schlamm zu entfernen, während die Kalksättiger aufserdem noch gereinigt werden müssen;
3. wird die chemische Reinigung, wie die Erfahrung zeigt, bei directer Anwendung von Kalkmilch aufserordentlich beschleunigt, indem der fein vertheilte Kalk sich gar nicht erst aufzulösen braucht, sondern direct die freie und halbgebundene Kohlensäure bindet, wobei das noch in Lösung befindliche Molecül einfach kohlensauren Kalkes sofort mit ausgeschieden wird.
Trifft also ein festes Molecül Kalkhydrat mit ι Molecül gelösten doppelkohlensaurenKalkes zusammen, so entstehen sofort 2 Molecule ungelösten einfach kohlensauren Kalkes. Ist aber das Molecül Kalkhydrat vorher gelöst, so dauert die Ausscheidung von 2 Molecülen einfach kohlensauren Kalkes erst längere Zeit, wodurch es sich erklärt, dafs bei vielen Wässern bei Anwendung von Kalkwasser der niedrigste Härtegrad erst nach längerer Zeit erreicht wird, was bei directer Anwendung von Kalkmilch nicht stattfindet.
Da der gesammte Schöpf- und Rührapparat, für Kalkmilch allein gedacht, eine längliche Form erhalten mufs, daher der Apparat, auf einen runden Klärcylinder gesetzt, seitlich noch viel Raum für einen zweiten Behälter übrig läfst, ferner der Schöpfer für Kalkmilch allein nicht unterhalb der Röhre c, sondern nur seitlich . und des Gleichgewichtes wegen dann besser doppelt angebracht werden kann, so erscheint es zweckmäfsig, den verfügbaren Raum zu den Behältern b1 und &2 für Sodalösung und den zweiten Schöpfer zum Transport derselben zu verwenden. Hierdurch wird noch bezweckt, dafs
i. das richtige Verhältnifs von Soda und Kalk zu einander von vornherein durch die Gröfse der Schöpfnäpfchen richtig eingestellt werden und durch fehlerhaftes Manipuliren des. Arbeiters nicht gestört werden kann;
2. nur ein Hahn, und zwar der des gesammten Rohwasserzuflusses zu reguliren ist, bis der niedrigste Härtegrad erreicht wird;
3. durch Schliefsen des Hahnes 0 die gegesammte Chemikalienzufuhr abgesperrt wird, so dafs sich der Klärcylinder zum Zweck der Reinigung von Schlamm mit Rohwasser füllen kann und mit dem zu entfernenden Schlamm nicht gereinigtes, sondern Rohwasser abfliefst.
Die Sodabehälter bl und b2 communiciren durch die verschliefsbare Röhre .? mit einander. Ist das Niveau der Sodalösung in beiden ziemlich gesunken, so wird Röhre s geschlossen. Gefäfs b1 wird mit Rohwasser und der halbtrichterförmige Ansatz jF neben der durchlochten Scheidewand mit Soda gefüllt. Nachdem diese gelöst und die Lösung durch Rühren gleichmäfsig vertheilt ist, wird Röhre ί wieder geöffnet, so dafs die Zufuhr von Sodalösung keine Unterbrechung erleidet. Die beiden Behälter können auch für Eisenvitriol anstatt Sodalösung gebraucht werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Schöpfwerk zum Zuführen von Fällungsmitteln zu den zu reinigenden Rohwä'ssern, dadurch gekennzeichnet, dafs die in getrennten Behältern befindlichen Fällungsmittel (Kalkmilch und Soda oder Eisenvitriol) den Rohwässern durch zwei Schöpfnäpfchen (h1 h2) zugeführt werden, welche gelenkig an einer pendelnden Röhre (c) angeordnet sind, und bei der Pendelbewegung der letzteren, hervorgerufen durch abwechselndes Füllen mit Rohwasser und Entleeren desselben, Fällungsmittel aus den Behältern entnehmen und in das Mischgefäfs (n) dadurch entleeren, dafs sie bei der Aufwärtsbewegung durch Anstofsen eines Fortsatzes (r1 bezw. r2) gegen einen feststehenden Widerstand (i) geneigt werden, wobei ein mit der pendelnden Röhre (c) gemeinsam bewegbarer, in den Behälter (a) reichender Rührer (d) die darin enthaltene Kalkmilch bei jeder Bewegung der Röhre (c) aufrührt und in immer gleicher Stärke erhält.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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