DE566930C - Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfaeden - Google Patents

Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfaeden

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DE566930C
DE566930C DES93717D DES0093717D DE566930C DE 566930 C DE566930 C DE 566930C DE S93717 D DES93717 D DE S93717D DE S0093717 D DES0093717 D DE S0093717D DE 566930 C DE566930 C DE 566930C
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threads
stretching
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D02YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
    • D02JFINISHING OR DRESSING OF FILAMENTS, YARNS, THREADS, CORDS, ROPES OR THE LIKE
    • D02J1/00Modifying the structure or properties resulting from a particular structure; Modifying, retaining, or restoring the physical form or cross-sectional shape, e.g. by use of dies or squeeze rollers
    • D02J1/22Stretching or tensioning, shrinking or relaxing, e.g. by use of overfeed and underfeed apparatus, or preventing stretch
    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F2/00Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
    • D01F2/24Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives
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Description

Das Strecken von Kunstseidenfäden über die Elastizitätsgrenze hinaus ist von gleichem praktischen Interesse wie das Strecken von Metallfäden und ist bereits Gegenstand von Versuchen gewesen.
So wurde z. B. die Wirkung des Streckens auf Kunstseidenfäden untersucht, indem sowohl der trockene und feste Faden als auch ein Faden, der mit einer quellend wirkenden Flüssigkeit behandelt worden war, einer Streckung ausgesetzt wurde. Die so gestreckten Fäden wiesen, ,wenn sie trocken waren, eine größere Widerstandsfähigkeit und eine geringere Quellfähigkeit und infolgedessen eine höhere Widerstandsfähigkeit auf als im feuchten Zustande.
Wenn die Streckung bei einem trockenen Faden ohne Vorbehandlung in einem Quellbade vorgenommen wird, so kann die Streckung natürlich nur so weit vorgenommen werden, bis die
ao Bruchdehnung des betreffenden trocknen Fadens erreicht ist. In der Praxis ist es natürlich erforderlich, unter dieser Beanspruchung des Fadens zu bleiben, so daß der Faden noch einen Spielraum für ein weiteres Strecken beibehält.
Wie nun festgestellt wurde, ist es jedoch möglich, Fäden aus Acetylcellulose oder aus anderen Celluloseestern oder Celluloseäthern und im allgemeinen alle Fäden, die beim Erhitzen plastisch werden, in praktisch trockenem Zustände, d. h. also praktisch befreit von flüchtigen Lösungsmitteln, in einem beträchtlich höheren Maße als bisher üblich zu strecken, wenn die Fäden durch Erhitzen bei einer geeigneten Temperatur in den plastischen Zustand übergeführt werden. Wie weiter festgestellt worden ist, ist es auf diese Weise möglich, Fäden aus Acetylcellulose auf Längen zu strecken, die über das 2-, 5-, 10- und selbst über das 35fache ihrer ursprünglichen Länge hinausgehen.
Die zur praktischen Anwendung dieser Erscheinung erforderlichen Temperaturen können innerhalb weiter Grenzen schwanken und fast den Schmelzpunkt des Fadens erreichen.
Das Erhitzen oder das Abkühlen des Fadens nach dem Erhitzen kann stufenweise ausgeführt werden, indem man z. B. mehrere Heizkörper mit allmählich ansteigender bzw. abnehmender Temperatur vorsieht.
Das folgende Beispiel, das nur zur Erläixterung, nicht aber zur Begrenzung der Erfindung dienen soll, zeigt, wie die Erfindung in der Praxis ausgeführt werden kann.
Beispiel
Ein Faden aus Acetylcellulose, bestehend aus 13 Einzelfäden, der mit einer Geschwindigkeit von 50 m in der Minute abgespult wird, wird durch eine Heizvorrichtung geführt, deren Temperatur auf ungefähr 245° C gehalten wird, 30 daß dem Garne eine Temperatur von etwa 1850C gegeben wird. Das Garn wird sodann mit einer Geschwindigkeit von 100 m in der Minute wieder aufgespult.
Einen Vergleich der charakteristischen Reißfestigkeitseigenschaften desFadens vor und nach dem Strecken ergibt die folgende Tabelle:
Vorder Nach der Behandlung Behandlung
Fadenstärke 75Deniers 37,5 Deniers
28%
/o
Trockene Bruchdehnung
Trockene Zerreißfestigkeit 1,3 g 2 g
per Denier per Denier
Feuchte Bruchdehnung
45%
20
Feuchte Zerreißfestigkeit 0,7 g 1,4 g
per Denier per Denier
Trockene Elastizität ... 0,7 g 1,3 g
per Denier per Denier Trockene Elastizitätsdehnung 2,5 °/0
01 o
Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß der ursprüngliche, also nicht vorbehandelte Faden, trocken gestreckt, nicht mehr als 28°/0 Strekkung aushalten konnte, was der Fadendehnung bis zum Bruch des Fadens im trockenen Zustände entspricht, während das Strecken eines Fadens, der nach vorliegender Erfindung behandelt worden war, 100 °/0 betragen konnte. Es ist ferner aus der Tabelle zu ersehen, daß die mechanischen Eigenschaften, die der Faden nach der Behandlung erhalten hat, bemerkenswert sind; insbesondere sind seine Festigkeit im feuchten Zustande und der Elastizitätsmodul sehr hoch.
Es ergibt sich hieraus auch, daß man nach diesem Verfahren Kunstseiden von sehr hohem Feinheitsgrade (Deniers) erhalten kann, wie man sie direkt beim Spinnen nur sehr schwer erzielen kann. Man kann z. B. einen 45-Deniers-Kunstfaden spinnen und ihn durch Streckung in einen 20-Deniers-Faden überführen oder einen Faden von 200 Deniers spinnen und aus ihm durch Strecken einen Faden von 20 Deniers oder selbst weniger erhalten.
Dieselben Beobachtungen lassen sich auf die Einzelfäden anwenden, die den Faden bilden. Man kann sehr leicht einen Faden von 2 Deniers per Einzelfaden spinnen und dann nach vorliegender Erfindung daraus einen Faden von ι Denier per Einzelfaden erhalten, den man weit schwerer direkt erhalten könnte, oder selbst einen Faden von 0,1 Denier per Einzelfaden, den man praktisch unmöglich direkt spinnen kann.
Das Verfahren ist nicht nur bei Fäden anwendbar, die ganz aus Celluloseestern oder Celluloseäthern bestehen, die in der Hitze plastisch sind, sondern auch bei Fäden, die durch Verspinnen von Lösungen erhalten worden sind, die entweder eine Mischung dieser Äther oder Ester oder eine Mischung eines oder mehrerer Celluloseester oder -äther mit Weichmachungsmitteln enthalten. Das Verfahren kann z. B. bei Kunstseiden angewendet werden, die man durch Verspinnen einer Mischung von Celluloseacetat und Triphenylphosphat oder einem anderen Stoffe von ähnlicher Wirkung erhalten hat.
Das vorliegende Streckverfahren kann entweder in einem besonderen Arbeitsgange an den fertigen Einzelfäden oder Fäden ausgeführt werden oder während des Spinnens oder während irgendeiner anderen Bearbeitung oder Verarbeitung des Fadens, so auch während der Weiterverarbeitung der Fäden oder Einzelfäden (beim Zwirnen, Dublieren, beim Überführen in Strähne, beim Anscheren usw.). Das Verfahren kann in fortlaufendem Arbeitsgange, d. h. während der Faden zwischen zwei Aufwickelvorrichtungen irgendwelcher Art läuft, ausgeführt werden oder bei dem Faden im Strähn, indem man ihn durch irgendwelche geeigneten Mittel streckt. Der nach diesem Verfahren zu behandelnde Faden kann gezwirnt sein, seine Einzelfäden können aber auch parallel zueinander liegen.
Es wurde außerdem festgestellt, daß, wenn man dieses Strecken genügend weit treibt oder es bei einer Temperatur ausführt, die wesentlich niedriger als der Schmelzpunkt des Garnes ist, der Glanz des so behandelten Fadens teilweise oder gänzlich entfernt werden kann, so daß man mehr oder weniger matte Fäden oder Einzelfäden erhält.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfäden, dadurch gekennzeichnet, daß man den von flüchtigenLösungsmittehibef reiten und durch Erhöhung der Temperatur in den plastischen Zustand übergeführten Faden auf die gewünschte Länge streckt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Fäden aus Acetylcellulose oder anderen Celluloseestern oder-äthern oder Mischungen hieraus verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fäden einer Streckung von über 100 °/0 unterwirft.
DES93717D 1928-10-30 1929-09-03 Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfaeden Expired DE566930C (de)

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GB31552/28A GB323846A (en) 1928-10-30 1928-10-30 Treatment of artificial silk

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US (1) US1921426A (de)
BE (1) BE364067A (de)
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FR (1) FR681429A (de)
GB (1) GB323846A (de)
NL (1) NL26401C (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE908661C (de) * 1941-08-28 1954-04-08 Roehm & Haas G M B H Verfahren zur Herstellung wollartiger, kuenstlicher Faeden aus Polymerisationsprodukten
DE1128593B (de) * 1953-03-25 1962-04-26 Dr Leo Ubbelohde Vorrichtung zur Ausfuehrung des Verfahrens zur Herstellung von gekraeuselten, vollsynthetischen Faeden, wie Polyamidfaeden
DE1231845B (de) * 1955-07-28 1967-01-05 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von Faeden oder Folien mit absatzweise wechselnder Dicke aus hochschmelzenden linearen Polyestern

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US3122960A (en) * 1964-03-03 stohlen
BE465536A (de) * 1942-11-03
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