DE566930C - Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfaeden - Google Patents
Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden KunstfaedenInfo
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Classifications
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-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
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Description
Das Strecken von Kunstseidenfäden über die Elastizitätsgrenze hinaus ist von gleichem praktischen
Interesse wie das Strecken von Metallfäden und ist bereits Gegenstand von Versuchen
gewesen.
So wurde z. B. die Wirkung des Streckens auf Kunstseidenfäden untersucht, indem sowohl
der trockene und feste Faden als auch ein Faden, der mit einer quellend wirkenden Flüssigkeit
behandelt worden war, einer Streckung ausgesetzt wurde. Die so gestreckten Fäden wiesen,
,wenn sie trocken waren, eine größere Widerstandsfähigkeit und eine geringere Quellfähigkeit
und infolgedessen eine höhere Widerstandsfähigkeit auf als im feuchten Zustande.
Wenn die Streckung bei einem trockenen Faden ohne Vorbehandlung in einem Quellbade
vorgenommen wird, so kann die Streckung natürlich nur so weit vorgenommen werden, bis die
ao Bruchdehnung des betreffenden trocknen Fadens erreicht ist. In der Praxis ist es natürlich
erforderlich, unter dieser Beanspruchung des Fadens zu bleiben, so daß der Faden noch einen
Spielraum für ein weiteres Strecken beibehält.
Wie nun festgestellt wurde, ist es jedoch möglich, Fäden aus Acetylcellulose oder aus
anderen Celluloseestern oder Celluloseäthern und im allgemeinen alle Fäden, die beim Erhitzen
plastisch werden, in praktisch trockenem Zustände, d. h. also praktisch befreit von flüchtigen
Lösungsmitteln, in einem beträchtlich höheren Maße als bisher üblich zu strecken,
wenn die Fäden durch Erhitzen bei einer geeigneten Temperatur in den plastischen Zustand
übergeführt werden. Wie weiter festgestellt worden ist, ist es auf diese Weise möglich, Fäden
aus Acetylcellulose auf Längen zu strecken, die über das 2-, 5-, 10- und selbst über das 35fache
ihrer ursprünglichen Länge hinausgehen.
Die zur praktischen Anwendung dieser Erscheinung erforderlichen Temperaturen können
innerhalb weiter Grenzen schwanken und fast den Schmelzpunkt des Fadens erreichen.
Das Erhitzen oder das Abkühlen des Fadens nach dem Erhitzen kann stufenweise ausgeführt
werden, indem man z. B. mehrere Heizkörper mit allmählich ansteigender bzw. abnehmender
Temperatur vorsieht.
Das folgende Beispiel, das nur zur Erläixterung,
nicht aber zur Begrenzung der Erfindung dienen soll, zeigt, wie die Erfindung in der
Praxis ausgeführt werden kann.
Ein Faden aus Acetylcellulose, bestehend aus 13 Einzelfäden, der mit einer Geschwindigkeit
von 50 m in der Minute abgespult wird, wird durch eine Heizvorrichtung geführt, deren Temperatur
auf ungefähr 245° C gehalten wird, 30 daß dem Garne eine Temperatur von etwa 1850C
gegeben wird. Das Garn wird sodann mit einer Geschwindigkeit von 100 m in der Minute wieder
aufgespult.
Einen Vergleich der charakteristischen Reißfestigkeitseigenschaften
desFadens vor und nach dem Strecken ergibt die folgende Tabelle:
Vorder Nach der Behandlung Behandlung
Fadenstärke 75Deniers 37,5 Deniers
28%
/o
Trockene Bruchdehnung
Trockene Zerreißfestigkeit 1,3 g 2 g
per Denier per Denier
Feuchte Bruchdehnung
45%
20
Feuchte Zerreißfestigkeit 0,7 g 1,4 g
per Denier per Denier
Trockene Elastizität ... 0,7 g 1,3 g
per Denier per Denier Trockene Elastizitätsdehnung 2,5 °/0
01 o
Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß der ursprüngliche, also nicht vorbehandelte Faden,
trocken gestreckt, nicht mehr als 28°/0 Strekkung
aushalten konnte, was der Fadendehnung bis zum Bruch des Fadens im trockenen Zustände
entspricht, während das Strecken eines Fadens, der nach vorliegender Erfindung behandelt
worden war, 100 °/0 betragen konnte. Es ist ferner aus der Tabelle zu ersehen, daß
die mechanischen Eigenschaften, die der Faden nach der Behandlung erhalten hat, bemerkenswert
sind; insbesondere sind seine Festigkeit im feuchten Zustande und der Elastizitätsmodul
sehr hoch.
Es ergibt sich hieraus auch, daß man nach diesem Verfahren Kunstseiden von sehr hohem
Feinheitsgrade (Deniers) erhalten kann, wie man sie direkt beim Spinnen nur sehr schwer erzielen
kann. Man kann z. B. einen 45-Deniers-Kunstfaden spinnen und ihn durch Streckung in einen
20-Deniers-Faden überführen oder einen Faden von 200 Deniers spinnen und aus ihm durch
Strecken einen Faden von 20 Deniers oder selbst weniger erhalten.
Dieselben Beobachtungen lassen sich auf die Einzelfäden anwenden, die den Faden bilden.
Man kann sehr leicht einen Faden von 2 Deniers per Einzelfaden spinnen und dann nach vorliegender
Erfindung daraus einen Faden von ι Denier per Einzelfaden erhalten, den man
weit schwerer direkt erhalten könnte, oder selbst einen Faden von 0,1 Denier per Einzelfaden,
den man praktisch unmöglich direkt spinnen kann.
Das Verfahren ist nicht nur bei Fäden anwendbar, die ganz aus Celluloseestern oder
Celluloseäthern bestehen, die in der Hitze plastisch sind, sondern auch bei Fäden, die
durch Verspinnen von Lösungen erhalten worden sind, die entweder eine Mischung dieser Äther
oder Ester oder eine Mischung eines oder mehrerer Celluloseester oder -äther mit Weichmachungsmitteln
enthalten. Das Verfahren kann z. B. bei Kunstseiden angewendet werden, die man durch Verspinnen einer Mischung von
Celluloseacetat und Triphenylphosphat oder einem anderen Stoffe von ähnlicher Wirkung
erhalten hat.
Das vorliegende Streckverfahren kann entweder in einem besonderen Arbeitsgange an
den fertigen Einzelfäden oder Fäden ausgeführt werden oder während des Spinnens oder während
irgendeiner anderen Bearbeitung oder Verarbeitung des Fadens, so auch während der Weiterverarbeitung
der Fäden oder Einzelfäden (beim Zwirnen, Dublieren, beim Überführen in Strähne,
beim Anscheren usw.). Das Verfahren kann in fortlaufendem Arbeitsgange, d. h. während der
Faden zwischen zwei Aufwickelvorrichtungen irgendwelcher Art läuft, ausgeführt werden oder
bei dem Faden im Strähn, indem man ihn durch irgendwelche geeigneten Mittel streckt.
Der nach diesem Verfahren zu behandelnde Faden kann gezwirnt sein, seine Einzelfäden
können aber auch parallel zueinander liegen.
Es wurde außerdem festgestellt, daß, wenn man dieses Strecken genügend weit treibt oder
es bei einer Temperatur ausführt, die wesentlich niedriger als der Schmelzpunkt des Garnes
ist, der Glanz des so behandelten Fadens teilweise oder gänzlich entfernt werden kann, so
daß man mehr oder weniger matte Fäden oder Einzelfäden erhält.
Claims (3)
1. Verfahren zum Strecken von in der Hitze plastisch werdenden Kunstfäden, dadurch
gekennzeichnet, daß man den von flüchtigenLösungsmittehibef reiten und durch
Erhöhung der Temperatur in den plastischen Zustand übergeführten Faden auf die gewünschte
Länge streckt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Fäden aus Acetylcellulose
oder anderen Celluloseestern oder-äthern oder Mischungen hieraus verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fäden
einer Streckung von über 100 °/0 unterwirft.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB31552/28A GB323846A (en) | 1928-10-30 | 1928-10-30 | Treatment of artificial silk |
Publications (1)
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|---|---|---|---|
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| FR (1) | FR681429A (de) |
| GB (1) | GB323846A (de) |
| NL (1) | NL26401C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE908661C (de) * | 1941-08-28 | 1954-04-08 | Roehm & Haas G M B H | Verfahren zur Herstellung wollartiger, kuenstlicher Faeden aus Polymerisationsprodukten |
| DE1128593B (de) * | 1953-03-25 | 1962-04-26 | Dr Leo Ubbelohde | Vorrichtung zur Ausfuehrung des Verfahrens zur Herstellung von gekraeuselten, vollsynthetischen Faeden, wie Polyamidfaeden |
| DE1231845B (de) * | 1955-07-28 | 1967-01-05 | Hoechst Ag | Verfahren zur Herstellung von Faeden oder Folien mit absatzweise wechselnder Dicke aus hochschmelzenden linearen Polyestern |
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| US3122960A (en) * | 1964-03-03 | stohlen | ||
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Also Published As
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