DE55612C - Verfahren zum Umdruck auf den lithographischen Stein ohne Abschleifen der früheren Zeichnung - Google Patents

Verfahren zum Umdruck auf den lithographischen Stein ohne Abschleifen der früheren Zeichnung

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DE55612C
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Original Assignee
L. BENOIT in Barmen
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41CPROCESSES FOR THE MANUFACTURE OR REPRODUCTION OF PRINTING SURFACES
    • B41C1/00Forme preparation
    • B41C1/10Forme preparation for lithographic printing; Master sheets for transferring a lithographic image to the forme

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15: Druckerei.
LOUIS BENOIT in BARMEN.
Zeichnung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. Juli 1890 ab.
Nach dem bisher bekannten Verfahren zum Herstellen von Vervielfältigungen auf lithographischem Wege verfährt man derart, dafs man auf den frischen abgeschliffenen Stein das Bild oder die Schrift mittelst einer Farbe, welche reich an fettigen und harzigen Bestandteilen ist, auf den Stein überdruckt, oder man benutzt gewöhnliche Druckfarbe zum Uebertragen des Objectes auf den Stein und bringt der Zeichnung das erforderliche Fett nachträglich in flüssiger Form bei.
Zum Gelingen dieser Methoden war unbedingt ein fein geschliffener Stein erforderlich, weil sonst die Zeichnungen oder Schriftzüge nicht hafteten, nicht deutlich zum Ausdruck kamen und leicht verdarben.
Ueberdies aber war bei den älteren Verfahrungsweisen bis zur Fertigstellung eines brauchbaren Steines eine grofse Anzahl von Arbeiten und Handgriffen erforderlich, welche naturgemäfs viel Zeit und Mühe beansprucht.
Nach dem neuen Verfahren werden eine Anzahl dieser Arbeiten überflüssig, namentlich aber erzielt man, dafs der Stein für andere oder spätere. Zwecke brauchbar bleibt, ohne abgeschliffen werden zu müssen, also eine viel längere Dauer der Benutzung.
Das neue Verfahren wird in folgender Weise ausgeführt:
Man macht den Stein sehr empfindlich für Fett, indem man ihn mit schwefelsaurer Thonerde behandelt, trägt dann die Zeichnung auf, löst das Ueberdruckpapier vorsichtig ab, gummirt den Stein gut, läfst ihn trocknen, wäscht dann das Gummi ab und walzt sofort mit gewöhnlicher Steindruckfarbe (Federfarbe) ein, stäubt darauf mit Kolophonium ein, ätzt und gummirt nochmals, worauf der Stein zum Auflagedruck fertig ist.
Sobald der Stein alsdann für eine andere Zeichnung benutzt werden soll, wird die Zeichnung mit Terpentinöl abgewaschen und etwa in dem Stein noch zurückgebliebenes Fett durch Anwendung von Säure beseitigt und der Stein so wieder für Fett empfindlich gemacht, so dafs er ohne Schleifen wieder zur Aufnahme einer ne'uen Zeichnung geeignet ist.
Eine Zeit von 10 bis 20 Minuten genügt, einen Stein wieder brauchbar zu machen, ohne Unterschied seiner Gröfse, während beim alten Verfahren schon . das Abschleifen von gröfseren Steinen bis 5 Stunden in Anspruch nimmt.
Das neue Verfahren ermöglicht es ohne Schwierigkeit, eine zweite Zeichnung, z. B. Schraffirung oder sonstige Dessins, über die erste überzudrucken, .weil das Empfindlichmachen des Steines für die zweite Zeichnung mit absoluter Sicherheit bewirkt werden kann, ohne dafs die erste Zeichnung im geringsten leidet. Man ist infolgedessen im Stande, zwei und mehr Zeichnungen über einander überzudrucken.
Der Stein erhält durch die Art seiner Behandlung und Vorbereitung nicht eine glatte Schleifpolitur, sondern ein sehr feines Korn, ' welches auch den feinsten Strich oder Punkt festhält und ebenso fein wiedergiebt.
Neben dem längst bekannten alten Verfahren ■wird seit einigen Jahren ein abgekürztes Verfahren angewandt, bei welchem indessen als erste Bedingung das Abschleifen der Steine vorausgesetzt ist und die Anwendung von besonderen fettartigen Stoffen nicht entbehrt werden kann, ebenso wenn ein Stein wieder gebraucht werden soll, während das Auflegen einer zweiten Zeichnung über die erste und
das Abdrucken beider Dessins in einem Druck dabei ebenso ausgeschlossen ist wie bei dem älteren Verfahren, oder doch wenigstens nur bei Beobachtung peinlichster Sorgfalt bewirkt werden konnte.
Die Unterschiede und Vortheile des neuen Verfahrens ergeben sich am übersichtlichsten aus nachfolgender Nebeneinanderstellung der betreffenden drei Verfahrungsweisen.
Altes Verfahren: mit fetter Farbe, und Trocknen, und Trocknen. Vereinfachtes Verfahren: Neues Verfahren:
i. Schleifen des Steines, und Trocknen, mit Wasser, 1. Schleifen des Steines, i. Behandeln des Steines
des Gummis, mit Terpentinöl, mit Säure und schwefel
mit starker Farbe, saurer Thonerde,
2. Ueberdruck 15. Einreiben mit Kolophonium, 2. Ueberdruck mit Federfarbe, 2. Ueberdruck mit Federfarbe,
3. Gummiren mit Gummiwasser, 16. Aetzen, 3. Gummiren und Trocknen, 3. Gummiren und Trocknen,
4. Abwaschen 17. Gummiren 4. Abwaschen des Gummis, 4. Abwaschen des Gummis und
Einwalzen mit beliebiger
Druckfarbe,
5. Behandeln von mäfsig fetter 5. Behandeln des Steines mit 5. Einstäuben mit Kolophonium,
. einer Lösung von Wachs,
und Stehenlassen, Asphalt und einem Harz
und event. Corri- in Terpentinöl,
6. Einreiben 6. Einwalzen mit starker Druck 6. Aetzen,
Farbe, 9. Einreiben mit Kolophonium, farbe,
7. Trocknen 10. leichtes Aetzen, 7. Aetzen und Gummiren, 7. Gummiren.
8. Abwaschen 11. Gummiren 8. Abwaschen.
giren, 12. Abwaschen
13. Abwaschen
14. Einwalzen
Nach dieser Zusammenstellung ist beim vereinfachten Verfahren immer noch eine Operation mehr erforderlich als beim neuen Verfahren, namentlich aber leidet dasselbe, wie auch in der Beschreibung ausgeführt ist, daran, dafs der Stein, um wieder für einen neuen Ueberdruck brauchbar zu werden, abgeschliffen werden mufs, statt wie beim neuen Verfahren einfach mit Säure behandelt zu werden, und dafs aus diesem Grunde auch ein zweimaliger oder mehrmaliger Ueberdruck nicht möglich ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Ueberdrucken bezw. Umdrucken auf Stein ohne jegliche Umdruckfarbe, dadurch charakterisirt, dafs die einmal geebnete Fläche des schon gebrauchten Steines statt durch Abschleifen durch Behandlung mit Säure und schwefelsaurer Thonerde empfindlich gemacht wird, wodurch das Ueberdrucken mehrerer Zeichnungen über einander mit Sicherheit auszuführen ist.
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