DE654594C - Verfahren zum Einfaerben von Druckformen fuer jede Art von Flach- und Tiefdruck ohneFeuchten bzw. Wischen oder Abrakeln - Google Patents

Verfahren zum Einfaerben von Druckformen fuer jede Art von Flach- und Tiefdruck ohneFeuchten bzw. Wischen oder Abrakeln

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DE654594C
DE654594C DEH126790D DEH0126790D DE654594C DE 654594 C DE654594 C DE 654594C DE H126790 D DEH126790 D DE H126790D DE H0126790 D DEH0126790 D DE H0126790D DE 654594 C DE654594 C DE 654594C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41MPRINTING, DUPLICATING, MARKING, OR COPYING PROCESSES; COLOUR PRINTING
    • B41M1/00Inking and printing with a printer's forme
    • B41M1/06Lithographic printing
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Description

  • Verfahren zum Einfärben von Druckformen für jede Art von Flach- und Tiefdruck ohne Feuchten bzw. Wischen oder Abrakeln Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einfärben von Druckformen für jede Art von Flach- und Tiefdruck und insbesondere für das Kupfer- und Stahlstichverfahren.
  • Es ist bekannt, daß die auf Lithographiesteinen oder auf in der Lithographie gebräuchlichen Metallplatten entweder durch Zeichnung von Hand oder Gravur oder auch auf photomechanischem Wege flach oder vertieft aufgebrachten Druckformen, wenn druckfertig, gefeuchtet werden müssen, uni die nicht druckenden Stellen farbabstoßend zu machen, so daß sie keine Farbe annehmen.
  • Bei Heliograv iire oder dem sogenannten Kupfertiefdruck oder Kupfer- und Stahlstich gibt es eine Menge von Verfahren, welche entweder von Hand oder maschinell mit Farbe eintamponiert werden müssen, worauf überschüssige Farbe von den nicht druckenden Stellen sauber von Hand mit einem Lappen entfernt werden muß, was sehr zeitraubend ist. Bei dem sogenannten Rakeltiefdruck inul eigens als Gleitauflage für das Rakel ein Raster einkopiert werden, um die überschüssige Farbe von den nicht druckenden Stellen durch das über den Zylinder oder die Platte gleitende Rakelmesser abzurakeln und dadurch die überschüssige Farbe zu entfernen.
  • Die erstgenannten Tiefdruckverfahren dienen meistens für Handpressendrucke, z. B. die edle Heliograviire für Kunstdrucke. Stiche, Radierungen usw., für Bilder und Wertpapiere, während der Rakeltiefdruck meistens nur für illustrierte Zeitungen und Kataloge in Frage kommt. .
  • Trotzdem in den meisten Fällen die dazu verwendeten Metalle, wie Kupfer o. dgl., auch noch mit einer Schicht Stahl oder einer ähnlichen härteren Schicht versehen werden, um die Druckform länger zu erhalten, besitzen doch solche Druckformen wegen der Abnutzung beim Eintamponieren, Abwischen oder Ahrakeln bei jedem Druck nur eine kurze Lebensdauer.
  • Durch die vorliegende Erfindung sollen die eben genannten Nachteile vermieden und die bisherigen Verfahren vereinfacht und verbilligt werden. Ztt diesem Zweck besteht die Erfindung darin, daß die Einfärbung mittels Walzen mit einer Farbe erfolgt, die von den nicht druckenden Teilen nicht angenommen wird, so daß beim lithographischen Drucken ohne Feuchtung und beim Kupfer- oder Stahltiefdruck ohne Wischen und Abrakeln gearbeitet werden kann.
  • Zu diesem Zweck findet eine in bekannter Weise mit Glycerin versetzte Farbe Verwendung, die erfindungsgemäß einen Zusatz von einer dem Glyceringehalt entsprechenden Menge: Sikkativ oder Trockenstoffe und einer Säure, vorzugsweise Phosphorsäure, enthält.
  • Durch die Erfindung wird heim lithographischen Druck, da nicht gefeuelitet wird, ein weit kontrastreicherer Druck erzielt und ein Strecken der zu bedruckenden Papiere vermieden, was ein genaues Paäsen der eiltsprechenden Teilformen im Mehrfarbendruck gewährleistet. Viele brillante Farben lassen sich beim lithographischen Druck überhaupt , schlecht verdrucken-und verlieren (las gü;t@: Aussehen, da die Feuchtung der lithographiischer Druckform auf die Fettfarbe voll große. '' Vernichtungswirkung ist. Die Beibehaltung" der Brillanz der Farbe gemäß der Erfindung hat aber auch noch einen weiteren Vorteil zur Folge, indem nämlich infolge der intensiveren Färbung weniger Teildrucke erforderlich sind. So hat sich beispielsweiss. gezeigt, daß man gemäß der Erfindung bereits durch vier Teildrucke die gleiche Wirkung erzielen konnte, zu der nach den bekannten Anfeuchtungsverfahren acht Teildrucke notwendig waren.
  • "Weiter wird bekanntlich z. B. auf eine lithographische Metallplatte ein künstliches Korn aufgebracht zum Zwecke der Annahme der zum lithographischen Verfahren notwendigen Feuchtung, wa's auf die feineren Partien der Zeichnung störend wirkt, da Punkte und Striche nicht mehr scharf erscheinen. Nach vorliegender Erfindung kann mit glatten Platten gearbeitet werden, da ein Feuchten der Druckform nicht mehr nötig ist, so daß die Punkte und Striche von Positiv- oder Negativkopien ebenso scharf sind wie auf der photographischen Raster- oder Strichaufnahme, was weiter einen großen Fortschritt bedeutet.
  • Beim Kupfertiefdruck wird nach der Erfindung auch ausschließlich finit fetten Teigfarben gearbeitet, wodurch die gesundheitsschädlichen Giftdämpfe der bis jetzt gebräuchlichen dünnflüssigen Benzolrakeltiefdruckfarben in Wegfall kommen.
  • Bei Anwendung der Erfindung im lithographischen Druck wird zunächst die lithographische Druckforen, welche aus tTtndrizcl;, Handlithographie, Positiv- oder -Negativkopie bestehen kann, nach dein alten lithographischen Verfahren (mit Fett und Wasser) entwickelt und Farbe auf die Zeichnung gebracht. Ist dieses vollendet, so wird das weitere Feuchten unterlassen. Die weitere Einfärbung erfolgt mit einer gemäß der Erfindung hergestellten Druckfarbe. Zur Erzielung der gewünschten Wirkung wird dieser eine bestimmte, je nach dem Firnisgehalt zwischen 2o und ?5 °1a zu beinessende Menge Glycerin, eine entsprechende Menge Sikkativ und eine geringe Menge Säure zugesetzt. Es kann eine beliebige Mineralsäure Verwendung finden, doch hat der Erfinder erkannt, daß sich als Zusatz vorzugsweise Phosphorsäure eignet. Mit einer solchen Farbe wird die Druckform nun während der folgenden Druckvorgänge mittels Walzen o. dgl. eingefärbt, ohne daß eine @@'iederholung der Feuchtung notwendig ist.
  • Handelt es sich beim lithographischen Druckträger um eine sogenannte Positivkopie, so kann zunächst in die Ätzung anstatt :`b'.arbe eine Harzlösung gebracht, dann die. @Kolloidschicht entfernt und sofort ohne -Feuchtung zum Druck übergegangen werden, 'da die Harzschicht ohne weiteres Farbe annimmt.
  • Unter Zuhilfenahme der gleichen Zusätze kann die Farbe hergestellt werden, welche erfindungsgemäß zum Einfärben von Tiefdruckformen benutzt wird. Um diese Tiefdruckformen für das erfindungsgemäße Verfahren vorzubereiten, können die Kupfer- oder Stahldruckträger ebenso behandelt werden, wie es eben für Positivkopien beim lithographischen Druck geschildert wurde. Die Positivkopie, welche durch Kolloidschicht, Lacke oder Pigment erzeugt wird, wird nach der Tiefätzung mit einer farbannehmenden Harzschicht eingelassen und dann die :lizschicht (Kolloid, Lack oder Pigment) nachträglich entfernt und durch Walzenauftrag der präparierten Druckfarbe, welche an der in der Tiefätzung sich befindlichen Harzschicht haftet und von den nicht druckenden Stellen des Druckträgers abgestoßen wird, weiter Druck für Druck eingefärbt und abgedruckt.
  • Es kann auch sofort nach der Tiefätzung die Ätzschicht, welche aus Kolloid-, Lack-, Pigment- o. dgl. Kopierschichten bestellen kann, entfernt werden. In diesem Falle muß aber der Druckträger das erstemal von Hand eingefärbt, die nicht druckenden Teile sauber geputzt und mit dünner Guinmiarabicumlösung o. dgl. gleichmäßig überzogen werden. Nachdem die Gummiarabicumschicht vollständig trocken ist, wird nun der Druckträger über dieser Schicht mit reinem wasserfreien Benzin ausgewaschen, die Tiefätzung von der Farbe befreit und durch (las reine Benzin das Metall in den tiefgeätzten Stellen vollkommen entfettet. Nun bringt man über den ganzen Druckträger die Harzlösung und läßt sie verdunsten, wodurch diese Harzschicht sich mit dem entfetteten Metall der Tiefätzung innig verbindet. Nun wird mit Wasser der ganze Druckträger abgewaschen, wodurch sich der getrocknete Gummi mit der sich darauf befindlichen Harzschicht vollständig löst. Nun kann der Druckträger, der aus Kupfer, Stahl o. dgl. oder zwei Schichten Metallen bestehen kann, mit der präparierten Farbe Druck für Druck unter Ausschluß des Eintamponierens oder Rakelns finit einer Walze eingefärbt werden, so daß nur die Tiefätzung Farbe annimmt und diese von den nicht druckenden Teilen abgestoßen wird. Druckfarbe gemäß vorliegender Erfindung kannbeispielsweise folgende Zusammensetzung haben: ' i kg Druckfarbe, 2o bis :25'/, Glycerin, je nach Firnisgehalt der Druckfarbe, 4.o bis cgo g Sikkativ, je nachdem, ob leicht oder schwer trocknende Farben Verwendung finden, in bis 12 Tropfen konzentrierte Phosphor-s äure. Man hat schon vorgeschlagen, Druckfarben zu verwenden, bei denen sich eine Feuchtuug erübrigt. Man hat dieses Ziel beispielsweise dadurch zu erreichen versucht, daß man der Druckfarbe hygroskopische Stoffe beimengte. Es liegt auf der Hand, daß die Wirksamkeit derartiger Beimengungen von dem Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre abhängt und daß beispielsweise in trockener Luft, in den Tropen o. dgl. solche Farben infolgedessen versagen müssen.
  • Auch sonst hat man mit großer Willkür Rezepte für Druckfarben vorgeschlagen, die angeblich eine Feuchtung entbehrlich machen sollten, sich tatsächlich aber niemals in die Praxis einführen konnten, weil sie neben Stoffen, deren Nützlichkeit für die Erreichung des gewünschten Zieles auch vom Erfinder erkannt ist, wie beispielsweise Glycerin, gleichzeitig andere Stoffe benutzten, die auf die Druckformen oder Druckplatten oder auf die Druckfarbe selbst eine nachteilige oder zerstörende Wirkung ausübten.
  • Man hat auch schon die gleichzeitige Anwendung von Glycerin und Säure für ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem die Feuchtung nicht entbehrlich gemacht, sondern lediglich die Feuchtung durch Wasser mit einem Spezialfeuchtmittel ersetzt werden sollte. Abgesehen davon, daß demgemäß jenem bekannten Verfahren ein anderes Problem zugrunde lag, würde sich auch das dort beschriebene Präparat trotz der gleichzeitigen Anwesenheit von Glycerin und Säure nicht als Zusatz. für eine erfindungsgemäße Druckfarbe eignen, weil nach jenem Verfahren außerdem noch gleichzeitig die Anwesenheit von Kochsalz und Alkohol vorgeschrieben wird, Stoffen, die beispielsweise lithographische Stein- und Metalldruckformen, welche aus Fett bestehen, in Verbindung mit den anwesenden Säuremengen sofort auflösen und zerstören würden, weshalb man schon sehr frühzeitig die Unbrauchbarkeit derartiger Mittel erkannt hat.
  • Demgegenüber ist es tatsächlich durch das erfindungsgemäße Verfahren erstmalig gelungen, eine Druckfarbe zu schaffen, die ohne Feuchtung allen Ansprüchen der Praxis voll und ganz gerecht wird. Die erfindungsgemäße Druckfarbe wird durch die Beimischungen in keiner Weise in ihrer Viscosität verändert und hält alle Farbkörper, den Firnis und die anderen Zusätze in gut gebundenem Zustand. Sie unterscheidet sich dadurch in ihrer Verarbeitungsweise nachweislich durch nichts von den gewöhnlichen Druckfarben, bei denen gefeuchtet werden muß, nur mit dem ungeheuren Vorteil, daß der Feuchtungsvorgang vollkommen in Wegfall kommt und eine höhere Druckauflage erzielt wird. Die Zusätze, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das Feuchten überflüssig machen, sind gleichmäßig in der ganzen Farbe verteilt und gelöst und gewährleisten dadurch eine gleichmäßige Güte des Druckes.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Einfärben von Druckformen für jede Art von Flach- und Tiefdruck, insbesondere für Kupfer- oder Stahlstichverfahren, ohne Feuchten bzw. Wischen oder Abrakeln unter Verwendung von Glycerin und Trockenstoffe enthaltenden wasserfreien Firnisdruckfarben, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfarben einen geringen Zusatz an Säure, vorzugsweise Phosphorsäure, enthalten und die Menge des Trockenstoffes-dein Glyceringehalt angepaßt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß bei nach dein Kupfer-oder Stahlstichverfahren tiefgelegter Zeichnung diese mit einer Farbe eintam= poniert oder mit einer Harzlösung eingelassen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und dadurch gekennzeichnet, daß bei tiefgelegter Zeichnung die nicht druckenden Stellen mit einem harten Metall, vorzugsweise Nickel, überzogen werden.
DEH126790D 1931-05-05 1931-05-06 Verfahren zum Einfaerben von Druckformen fuer jede Art von Flach- und Tiefdruck ohneFeuchten bzw. Wischen oder Abrakeln Expired DE654594C (de)

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