DE555373C - Verfahren zur Darstellung von Dichloraethylen - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von DichloraethylenInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Darstellung von Dichloräthylen Durch Patent 25¢o69 und 26a. oo6 ist ein Verfahren zur Darstellung von Dichloräthylen aus Acetylen und Chlor bekannt geworden, bei welchem diese Gase, vorzugsweise in 1-Zapiliaren oder :engen Räumen, zusammengebracht werden. Dabei wird bei Temperaturen unterhalb i50° Eisen, bei höheren Temperaturen Retortenkohle als Kontakt benutzt.
- Wir haben gefunden, daß Chlorkupfer ein besonders geeigneter Katalysator für die Durchführung dieser Reaktion ist, obwohl dieser Katalysator die Vereinigung erst bei einer höheren Temperatur (oberhalb 150') hervorruft als das Eisen, welches schon wenig über Raumtemperatur die Bildung von Acett-lenchlorverbindungen ermöglicht. Eisengibt jedoch unterhalb i 5o0 vorzugsweise Tetrachloräthan, sofern man nicht einen sehr großen überschuß an Acetylen über das. Chlor anwendet (vgl. die Tabelle in Patent 25¢ o69). Bei höheren Temperaturen als 150', für welche bessere Di@chloräthylenausbeuten angegeben werden, ist aber Eisen (offenbar wegen der Verflüchtigung des Eisenchlorids), wie die gleiche Patentschrift angibt, nicht mehr andwendbar. Die weniger wirksame Retortenkohle, welche oberhalb i 5o' angewendet werden soll, ergibt, wie wir feststellten, erhebliche Nebenproduktebildung und Verrußung. Diese Nachteile zeigt das Chlorkupfer nicht. Es ist oberhalb 25o° ohne Nachteile anwendbar.
- Beispiel i Ein vertikal in einem Ölbade stehendes Kupferrohr von q.0 mm Durchmesser und 6oo mm Länge wurde mit Raschigringen aus Kupfer von 7 mm ganz angefüllt. Am oberen Ende wurde durch getrennte Einführungsröhren Chlor und Acetylen ins Innere der Rasdhigringschicht geleitet; unten wurde das Reaktionsprodukt abgeführt. Das Rohr wurde auf 400 mm Länge beheizt. Zunächst wurde durch Hindurchleiten von Chlor bei 166-das Kupfer mit Kupferchlorid überzogen und danach unter Aufrechterhaltung einer Temperatur von Zoo bis 2¢0° Acetylen und Chlor im Verhältnis 2: i hindurchgeleitet. Dabei war Kühlung erforderlich. Bei einer Chlorgeschwindigkeit von 301 stündlich ging eine chlorfreie Mischung von etwa 6o bis 75 % Dichloräthylen und ¢o bis 25 % Tetrachlor.äthan über, die in einem Kühler kondensiert wurde. Die Salzsäurebildung, welche in der Anfangszeit etwa 8 % des angewandten Chlors betrug, fiel nach mehreren Stunden auf unter 3 %. Die Rußbildung war sehr gering. Die Fraktionierung ergab, daß das Dichloräthylen fast ganz aus dem niedrig bei q.9° siedenden Isomeren bestand. Penta-und Hexachloräthan war nicht nachweisbar. Der Versuch wurde unter sonst gleichen Verhältnissen in .einem -Eisenapparat mit Raschigringen aus E_ isen als Katalysator angestellt. Dabei trat bald Verstopfung durch übersublimiertes Eisenchlorid auf. Reichliche H C1-Entwicklung zeigte erhebliche Nebenproduktebildung an. Bei Anwendung von Elektrodenkohle von etwa 5 mm Korngröße als Füllung eines gläsernen Reaktionsrohres von gleichen Dimensionen gingen bei 24o° etwa % des angewandten Chlors unverbraucht durch den Apparat.
- Beispiel e Es wurde wie bei Beispiel i verfahren, jedoch mit dem Mengenverhältnis Chlor zu Acetylen = i : i, nämlich 6o1 Chlor auf 6o l Acetylen stündlich. Bei 2q.0° ging eine Mischung von 65 % Dichloräthylen und 35 % Tetrachloräthan chlorfrei über. 2,3 % des Chlors traten als H Cl auf.
- Beispiel 3 Es wurde wie nach Beispiel i und 2 gearbeitet, jedoch mit 3o1 Chlor und nur 261 Acetylen stündlich. Temperatur 23o°. Eine Mischung von* 6o % Dichloräthylen und ,.o % Tetrachlaräthan ging chlorfrei über. 5 % vom Chlor erschienen als H CL Das Chlorkupfer kann auch auf Bimsstein, Carborundum und anderen Trägern aufgetragen verwandt werden; indessen hat die Anwendung von massivem Kupfer den Vorteil einer guten Wärmeabführung aus dem Innern der Apparatur. Das überschüssige Acetylen kann in einem zweiten Apparat nochmals für die Reaktion verwandt werden; es kann aber äüch zur Tetrachloräthanfabrikation nach alten bekannten Verfahren oder zu anderen Zwecken verwendet werden.
- Das Schweizer Patent 103 59o hat ein Verfahren zum Gegenstande, bei dem Chlor auf Acetylen in Gegenwart von Wass.exdampf und Katalysatoren, z. B. CUC12, bei hoher Temperatur einwirken gelassen wird. Bei diesem Verfahren .entsteht eine Mischung von Dichloräthylen, Trichloräthylen und Tetrachloräthan. Bei dem Verfahren nach der Erfindung entsteht demgegenüber kein Trichloräthylen, sondern mit sehr guter Ausbeute eine Mischung von Tetrachloräthan mit überwiegend Dichloräthylen. Es wird also durch die Ausschließung des Wasserdampfes ein erheblicher, nicht vorauszusehender technischer Fortschritt erzielt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von Dichloräthylen, dadurch gekennzeichnet, da.ß Acetylen und Chlor bei Abwesenheit von Wasserdampf, vorteilhaft unter Anwendung eines Acetylenüberschusses, bei erhöhter Temperatur in Kontakt mit Chlorkupfer gebracht werden.
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| DE555373T | 1930-05-10 |
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| DE1930555373D Expired DE555373C (de) | 1930-05-10 | 1930-05-10 | Verfahren zur Darstellung von Dichloraethylen |
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- 1930-05-10 DE DE1930555373D patent/DE555373C/de not_active Expired
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