DE552535C - Verfahren zur Herstellung tuerkischrotoelaehnlicher Produkte - Google Patents

Verfahren zur Herstellung tuerkischrotoelaehnlicher Produkte

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DE552535C DE1930552535D DE552535DD DE552535C DE 552535 C DE552535 C DE 552535C DE 1930552535 D DE1930552535 D DE 1930552535D DE 552535D D DE552535D D DE 552535DD DE 552535 C DE552535 C DE 552535C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C303/00Preparation of esters or amides of sulfuric acids; Preparation of sulfonic acids or of their esters, halides, anhydrides or amides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung türkischrotölähnlicher Produkte Es wurde beobachtet, daß aus Naphthensäuren, wie sie bei der Alkaliraffination von Erdölen anfallen, bei Anwendung energischer Reduktionsmethoden Produkte erhalten werden, die mit Schwefelsäure, Chlorsulfonsäure usw. leicht in wasserlösliche Schwefelsäurederivate übergehen, die dann ihrerseits wieder in der Textil-, Leder-, Papier- oder Seifenindustrie als Veredlungsmittel, Emulgatoren für wasserunlösliche Substanzen, als Netz-und Durchdringungsmittel u. dgl. ihrer äußerst wertvollen Eigenschaften wegen Verwendung finden können. Für die Reduktion können die Naphthensäuren zunächst auch durch Veresterung neutralisiert werden. zumal wenn als Reduktionsmittel Alkalimetalle bei Gegenwart alkoholischer Lösungsmittel zur Anwendung kommen. Aber auch für die Reduktion der freien Naphthensäuren sind Stoffe, wie z. B. Ameisensäure, Kohlenoxyd u. dgl., in An- oder Abwesenheit von katalytisch wirkenden Substanzen verwendbar.
  • Die so erhältlichen Reduktionsprodukte der Naphthensäuren unterscheiden sich dadurch von den nicht behandelten Naphthensäuren, daß sie im wesentlichen keine Carboxylgruppen mehr enthalten. Sie bestehen vielmehr überwiegend aus cyclischen Alkoholen, denen jedoch noch andersartige cyclische, namentlich ungesättigte Verbindungen beigemischt sein können. Der Siedepunkt dieser Reduktionsprodukte ist um etwa 2o° tiefer als der der Säuren. Im übrigen stellen auch diese Produkte Gemische dar, die innerhalb recht weiter Grenzen sieden und demgemäß aus Komponenten von verschiedenartigster Konstitution bestehen. Das Reaktionsprodukt einer der technischen Erdölraffination entstammenden, im Handel befindlichen Naphthensäure wies beispielsweise folgende Konstanten auf: Spezifisches Gewicht bei 20° = 0,9043, Brechungsindex (2o° D) _--. 1,466o, Acetylverseifungszahl - 2o6 und lieferte bei der Destillation im Vakuum unter 2o mm Ouecksilberdruck je io Vol.-Prozent Destillat bei folgenden Temperaturen: 9o°, 115', 125 ', 136', 143', 150', 155", 160', i70°, i90°, a06° (9501,).
  • Diese Reduktionsprodukte können nun, nachdem sie gegebenenfalls noch von evtl. beigemischten verseifbaren Anteilen durch die üblichen Raffinationsprozesse befreit sind, durch Behandeln mit konzentrierter Schwefelsäure in wasserlösliche Form überführt werden. Unter Umständen ist es zweckmäßig, bei der Sulfonierung Verdünnungsmittel, wie z. B. Tetrachlorkohlenstoff, anzuwenden oder durch Hinzugabe von Essigsäureanhydrid, welches gleichzeitig auch das Reaktionswasser chemisch zu binden vermag, die vollständige Umsetzung im günstigen Sinne zu beeinflussen. Ähnliche Effekte bewirkt auch die Anwendung von anhydridhaltiger Schwefelsäure oder von Chlorsulfonsäure.
  • - Die Sulfonierung verläuft etwa in gleicher Weise wie die von Fettkörpern. Arbeitet man in der Kälte mit Chlorsulfonsäure, so erhält man Sulfonate, die beim Kochen mit Salzsäure die gesamte organisch gebundene Schwefelsäure abspalten. So enthielt ein aus einem Ausgangsprodukt von den oben angegebenen analytischen Konstanten reit 55 Oh, Chlorsulfonsäure bei 2o' erhaltenes Sulfonat nach dem Eindampfen 50 °f0 organische Substanz und 2r,8 °% organisch gebundene Schwefelsäure. Bei höheren Temperaturen treten jedoch noch andersartige Reaktionen hinzu, insbesondere hat die Mitverwendung von wasserbindenden Produkten, wie Essigsäureanhydrid, ferner Anhydrid enthaltende Schwefelsäure zur Folge, daß stabilere Sulfonierungsprodukte von im übrigen ähnlicher kapillar aktiver Wirkung gewonnen werden.
  • Die erhältlichen Sulfonate sind den als Türkischrotö1 üblichen Sulfonaten aus Rizinusöl, ungesättigten Fettsäuren u. dgl. weitgehend überlegen, und zwar sowohl was die Beständigkeit ihrer wäßrjgen Lösungen insbesondere gegen Härtebildner des Wassers anbetrifft als auch durch ihr Netzvermögen, das eine augenblickliche Durchdringung des Fasergutes mit der Flotte verursacht.
  • Man hat bereits als Emulgierungs-, Imprägnierungs-, Durchnetzungsmittel usw. die Sulfonierungsprodukte von Naphthensäuren vorgeschlagen, aber auch wiederum mitgeteilt, daß diese Sulfonate gegenüber den üblichen Rizinusölsulfonaten u. dgl. von unzulänglicher Wirkung sind. Die Sulfonierung der Reduktionsprodukte der Naphthensäuren dagegen führt zu Präparaten von sehr viel höherem Durchnetzungsvermögen, als es den Rizinusölsulfonaten eigentümlich ist.
  • Ferner sind bereits Sulfonate der den normalen Fettsäuren entsprechenden Alkohole als wirksame Emulgatoren, Durchdringungsmittel u. dgl. beschrieben worden. Den bisherigen Kenntnissen zufolge ist diese Wirkung jedoch beschränkt auf primäre, rein aliphatische Alkohole mit normaler geradliniger Kette. Demnach war nicht ohne weiteres ein Rückschluß möglich auf die Sulfonate der zu unverseifbaren Produkten reduzierbaren Naphthensäuren, welche ringförmige Komplexe enthalten und chemisch einer ganz anderen Körperklasse zuzuzählen sind, deren komplizierterer Aufbau zudem nicht ohne weiteres einen glatten Reaktionsverlauf erwarten ließ.
  • Beispiel r Eine rohe handelsübliche Naphthensäure (Siedepunkt go bis 23o° bei 13 mm Druck) wird in der doppelten Menge 3°1oiger butylalkoholischer Salzsäure gelöst und q. Stunden lang zum Sieden erhitzt. Butonal und Salzsäure werden danach abdestilliert und Zoo kg der so behandelten Naphthensäure in einem Autoklaven mit 9o kg Natrium und iooo kg Butylalkohol versetzt. Das Ganze wird alsdann während i'/2 Stunden unter ständigem Rühren auf iq.o° erhitzt. Nachdem Abkühlen auf go° wird das Reaktionsgut in Wasser abgelassen, die Unterlauge abgezogen, der Rückstand angesäuert und mehrfach gewaschen. Danach wird über Kalk getrocknet und der überschüssige Butylalkohol durch Destillation entfernt. Das so erhaltene Fertigprodukt siedet unter io mm Druck zwischen 70 und 23o° und besitzt die Acetylverseifungszahl 175, die Jodzahl 22. Es ist frei von verseifbaren Anteilen und löst sich klar in konzentrierter Schwefelsäure. Beim Verdünnen dieser Lösung mit Wasser tritt keine Trübung auf. Die überführung in das Schwefelsäurederivat kann folgendermaßen durchgeführt werden: Zu 5o Teilen des obigen Produktes werden langsam 2o Teile Chlorsulfonsäure und danach 5 Teile Monohydrat gegeben, wobei die Temperatur bis auf q.0° steigt. Danach wird mit Kochsalzlösung gewaschen und neutralisiert. Durch Eindampfen im Vakuum läßt sich das Sulfonat auch in fester, mahlfähiger Form gewinnen.
  • Wie schon eingangs erwähnt, ist es jedoch auch möglich, die Naphthensäuren selbst ohne vorherige Veresterung für den Reduktionsprozeß zu verwenden.
  • Beispiel e Zoo kg rohe handelsübliche Naphthensäure werden langsam und gleichzeitig mit etwa 5oo kg Kohlenoxyd oder den entsprechenden Mengen eines kohlenoxydhaltigen Gases bis etwa 40o° über einen Katalysator geführt, der im wesentlichen aus Manganoxyd und einem Element der sechsten Gruppe des periodischen Systems besteht. Das Reduktionsprodukt wird alsdann bei etwa 2oo° gleichzeitig mit Wasserstoff über einen zureiten Katalyten geleitet, der im wesentlichen Nickel oder Nickeloxyd enthält.
  • Das so erhaltene Endprodukt besitzt eine hohe Acetylverseifungszahl (etwa 2oo) und wird nunmehr etwa bei Gegenwart von Essigsäureanhydrid mit sulfonierenden Mitteln behandelt. Mit Alkalien neutralisiert, entsteht ein in trockenem Zustand festes, mahlfähiges Salz, das in wäßriger Lösung alle Eigenschaften eines hoch netzfähigen Türkischrotöles aufweist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCIi: Verfahren zur Herstellung türkischrotölähnlicher Produkte, dadurch gekennzeichnet, daß man Naphthensäuren oder ihre Ester mit Reduktionsmitteln behandelt und die entstehenden Reduktionsprodukte mit sulfonierenden Mitteln in wasserlösliche Schwefelsäurederivate überführt.
DE1930552535D 1930-02-28 1930-02-28 Verfahren zur Herstellung tuerkischrotoelaehnlicher Produkte Expired DE552535C (de)

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