DE550655C - Saatgut-Beizverfahren - Google Patents
Saatgut-BeizverfahrenInfo
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- Pretreatment Of Seeds And Plants (AREA)
Description
Als Saatgut-Beizverfahren wurden bisher in der Hauptsache das alte Benetzungs- und
Tauchverfahren angewendet. Hierbei werden die zu beizenden Saatgutmengen in eine dünne
wäßrige Lösung des Beizmittels eingetaucht oder damit überbraust (Benetzungsverfahren).
Neuerdings hat sich die Trockenbeizung von Saatgut vielfach eingeführt, wobei die Saatgutbeize
in Form trockenen Pulvers, also ohne jederlei Wasserzusatz, mit dem Saatgut gleichmäßig durchmischt wird. Dies bietet
den Vorteil, daß der Landwirt das Saatgut vor der Aussaat iiicht zurückzutrocknen
braucht bzw. das gebeizte Saatgut unbeschränkt lange aufbewahren kann. In allerletzter
Zeit wird ein sogenanntes Kurznaßbeizverfahren in Vorschlag gebracht, welches darin besteht, daß das zu beizende Saatgut
mit einer nur geringen Menge einer wäßrigen
so Auflösung von Beizmittel getränkt wird, so daß keine wesentliche Nässung des Saatgutes
stattfindet. Das letztere Verfahren hat gegenüber dem Trockenbeizverfahren den Vorteil,
daß während des Beizvorganges keinerlei Stäubung stattfindet, die im Hinblick auf den
Giftgehalt der Beizmittel nicht ganz ungefährlich ist und das Personal zu Vorsichtsmaßregeln,
z. B. Aufsetzen von Staubschutzmasken usw., zwingt. Der gleiche Vorteil wird für ein anderes Verfahren behauptet, bei dem
während der Durchmischung des Saatgutes mit dem Trockenbeizmittel geringe Mengen
Flüssigkeit zugesetzt werden. Jedoch besitzen diese beiden Verfahren den großen Nachteil,
daß beim Kurzbeiz-verfahren die gleichmäßige > Vermischung der geringen Flüssigkeitsmenge
mit dem zu beizenden Saatgut und eine gleichmäßige Verteilung des Trockenbeizmittels
bei der Vermischung des Saatgutes mit Flüssigkeiten während der Trockenbeize schwierig
ist, so daß eine völlige Abtötung der dem Getreidekorn anhaftenden Sporen bei diesen
Verfahren nicht immer gewährleistet ist.
Es wurde nun gefunden, daß man durch eine Nachbehandlung trockengebeizten Saatgutes
mit geringen Wassermengen zu einer sehr geeigneten Saatgutbeizung gelangen kann. Man beizt das Saatgetreide mit einem
geeigneten Beizmittel nach der bisherigen Trockenbeizmethode, zweckmäßig in einer gut
schließenden und gut durchmischenden Drehapparatur. Nach erfolgter Durchmischuiig
wird durch eine geeignete Vorrichtung (Einspritzdüse bzw. durchlöcherte Achse) eine geringe
Wassermenge oder gegebenenfalls auch eine wäßrige Lösung von Beizmittel usw., möglichst ohne die Drehapparatur zu öffnen,
eingespritzt. Dabei genügt bereits 1^ derjenigen
Menge an Flüssigkeit, welche bei dem Kurznaßbeizverfahren oder für die Zugabe
*) Von dem Patentsucher sind als-die Erfinder angegeben worden:
Dr. Adolf Steindorff, Dr. Kaspar Pfäff und Dr. Nikolaus Malmus
in Frankfurt a. M.-Höchsi.
von Flüssigkeiten während der Durchmischung des Saatgutes mit dem Trockenbeizmittel bisher
in Vorschlag gebracht worden ist, um eine äußerst feine, häuchartige, gleichmäßige Benetzung
des gesamten Saatgutes herbeizuführen. Hierdurch wird erreicht, daß jedes Stäuben des Saatgutes und damit auch jedes
Abstäuben von Beizmittel vermieden wird. Infolgedessen läßt sich ohne die geringste
ίο Staubentwicklung das gebeizte Saatgut aus
der Apparatur in den Sack entleeren bzw. aus dem Sack in die Drillmaschine überführen.
Auch bei der Ausdrillung des derartig gebeizten Getreides findet keinerlei Abstäuben
*5 von Beizmittel mehr statt. Das nach dieser Methode gebeizte Saatgut ist so weit trocken,
daß es ohne weiteres drillfähig ist, also irgendeiner besonderen Nachtrocknung nicht mehr
bedarf. Ferner kann das Saatgut beliebig aufbewahrt werden, ohne daß Schimmelbildung
oder sonstige nachteilige Erscheinungen eintreten. Auch bei der Verwendung einer kontinuierlichen
Trockenbeizmaschine kann das vorliegende Verfahren verwendet werden, indem eine geeignete kontinuierliche Zubringung as
von Wasser oder wäßriger Flüssigkeit kurz vor dem Austreten des gebeizten Saatgutes
stattfindet.
Die nachträgliche Befeuchtung von trockengebeiztem Saatgut ist bereits vorgeschlagen
worden, um Krähenschutzmittel auf das trockengebeizte Saatgut aufbringen zu können,
jedoch erfolgt diese Befeuchtung, abgesehen davon, daß viel größere Wassermengen
zur Anwendung kommen als bei der hier beschriebenen Behandlung trockengebeizten Saatgutes zum Zwecke der Vermeidung des
Stäubens, lediglich zur besseren Wirkung des Krähenschutzmittels.
Claims (1)
- Patentanspruch:Saatgut-Beizverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß das trockengebeizte Saatgut nachträglich mit einer geringen Menge Wasser oder wäßrigen Lösung eines Fungizids angefeuchtet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEI31700D DE550655C (de) | 1927-07-17 | 1927-07-17 | Saatgut-Beizverfahren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEI31700D DE550655C (de) | 1927-07-17 | 1927-07-17 | Saatgut-Beizverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE550655C true DE550655C (de) | 1932-05-14 |
Family
ID=7187949
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEI31700D Expired DE550655C (de) | 1927-07-17 | 1927-07-17 | Saatgut-Beizverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE550655C (de) |
-
1927
- 1927-07-17 DE DEI31700D patent/DE550655C/de not_active Expired
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