DE550095C - Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen - Google Patents

Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen

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DE550095C
DE550095C DET38149D DET0038149D DE550095C DE 550095 C DE550095 C DE 550095C DE T38149 D DET38149 D DE T38149D DE T0038149 D DET0038149 D DE T0038149D DE 550095 C DE550095 C DE 550095C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41BMACHINES OR ACCESSORIES FOR MAKING, SETTING, OR DISTRIBUTING TYPE; TYPE; PHOTOGRAPHIC OR PHOTOELECTRIC COMPOSING DEVICES
    • B41B13/00Equipment specially adapted for photographing mounted characters or the like, e.g. advertisements, lines

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  • Preparing Plates And Mask In Photomechanical Process (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen und besteht darin, daß die Rückseite der Vorlageteile mit einem Klebstoff bestrichen wird und die Vorlageteile dann auf eine ebenfalls mit Klebstoff bestrichene Unterlage aufgesetzt werden.
  • Verfahren zum Herstellen gedruckter Reproduktionsvorlagen kommen für die photomechanischen Arbeitsmethoden der Offset- und Tiefdrucktechniken, insbesondere in Verbindung mit Schreibsetzmaschinen, zur Anwendung. Dabei hat sich gezeigt, daß das Bestreichen der verschieden geformten großen und kleinen Vorlageteile (als solche kommen Bildausschnitte und Satzteile in Betracht) von Hand oder mit dem Pinsel sehr umständlich und zeitraubend ist. Es wurde deshalb bereits vorgeschlagen, das Zusammensetzen der Teile, auch Montage genannt, auf einer Unterlage vorzunehmen, die mit einem nicht trocknenden bzw. sehr langsam eintrocknenden Klebstoff bestrichen ist (z. B. einer Lösung von Bienenwachs in Benzol). Diese Methode hat aber den Nachteil, daß der Arbeiter die Hände nicht aufstützen kann und ständig Gefahr läuft, sich die Hände mit Klebstoff zu verunreinigen. Da in der Regel nicht alle Flächen der klebrigen Unterlage mit Vorlageteilen abgedeckt werden, so ist das Aufeinanderschichten mehrerer fertigmontierter Blätter nicht gut möglich.
  • Auch die umgekehrte Methode: das Bestreichen der Vorlageteile mit dem nick trocknenden Klebstoff, führt nicht zum Ziele Bestreicht man nämlich die Vorlageteile vor dem Zerschneiden derselben mit dem Klebstoff, so kann man sie nicht mehr im Schneidepult oder sonst einer geeigneten Vorrichtung schneiden, weil die klebrige Unterseite an den Maschinenteilen solcher Vorrichtungen haften würde. Bestreicht man sie aber erst nach dem Zerschneiden, so ist man genötigt, eine große Anzahl von Einzelteilen Stück für Stück mit dem Pinsel anzustreichen, was zum mindesten sehr zeitraubend ist, wodurch die wirtschaftliche Brauchbarkeit des ganzen Verfahrens in Frage gestellt wird. Entfernt man ein so bestrichenes Stück zur Vornahme einer Korrektur von seiner Unterlage, so bleibt ein Teil des Klebstoffes auf der Unterlage zurück, so däß auch in diesem Falle der Arbeiter Gefahr läuft, seine Hände oder die Vorlageteile zu beschmutzen. Das Aufschichten fertigmontierter Blätter ist wiederum nicht möglich, weil die Gefahr des Aneinanderklebens besteht.
  • Die Verwendung nicht trocknender Klebstoffe hat auch noch folgende Nachteile: Wählt man die Zusammensetzung des Klebstoffes so, daß er in verhältnismäßig kurzer Zeit (etwa innerhalb einiger Tage) trocknet, so lassen sich nach Ablauf der Trockenzeit die aufgesetzten Satz- oder Bildteile nicht wieder entfernen. Dies kann nötig werden, wenn nachVL'ochen oder Monaten noch Autorkorrekturen vorzunehmen sind, zum Beispiel bei wissenschaftlichen Werken, deren Bearbeitung sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Setzt man hingegen den Klebstoff so an, daß er wochenlang nicht trocknet (z. B. durch Zusatz von Glycerin oder Ölen), so läuft man neben anderen Schwierigkeiten Gefahr, daß sich die Vorlageteile beim Einlegen in einen Kopierrahmen während der Negativ- oder Plattenkopie verschieben oder verziehen.
  • Um alle diese Nachteile zu vermeiden, wurde jahrelang nach einem Klebstoff gesucht, welcher sich nicht feucht oder klebrig anfühlt, Hände und Vorlagen nicht beschmutzt und trotzdem so haftet, daß die Satz- oder Bildteile zu jeder Zeit beliebig oft entfernt und ausgewechselt werden können, wie dies in Druckereibetrieben notwendig ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß die geschilderten Schwierigkeiten durch Verwendung zweier Klebstoffschichten zu umgehen sind, wobei die eine Klebstoffschicht auf der Rückseite der Vorlageteile, die andere auf der Vorderseite der Unterlage angebracht wird. Als zweckdienlich erwies sich eine Lösung von Kautschuk in Benzol (gereinigteFahrradgummilösung). DasAufstreichen einer solchen Lösung kann von Hand oder maschinell durch Pinsel oder Bürsten erfolgen. Die Lösung trocknet schnell und fühlt sich in trockenem Zustande nicht klebrig an. Gewöhnliches Papier haftet auf einer solchen Klebschicht nicht, so daß unbeschadet Hunderte von Blättern mit einseitiger Klebschicht oder von fertigmontierten Blättern übereinandergelegt werden können, ohne aneinanderzuhaften.
  • Bringt man jedoch zwei einseitig bestrichene Papiere mit Klebschicht auf Klebschicht gegeneinander, so tritt sofort eine innige Haftung ein. Die Wahl eines Klebstoffes erwähnter Art erlaubt, daß die beiden Papiere sich zu wiederholten Malen gewaltsam voneinander trennen, wobei jedes Papier seine Klebschicht ziemlich unverletzt behält, und wieder gegeneinanderbringen lassen, wobei sie jedesmal von neuem aneinanderhaften.
  • Das Verfahren kann beispielsweise wie folgt durchgeführt werden: Auf einem gewöhnlichen Blatt Papier wird in einer Tiegeldruckpresse oder in einer Schreibsetzmaschine ein vorderseitiger Abdruck eines Bildes oder eines Textes gemacht. Alsdann wird das Blatt auf seiner Rückseite mit der genannten Klebstofflösung bestrichen und trocknen gelassen. Gleichzeitig wird ein als Unterlage dienendes Blatt, welches vorteilhaft durchsichtig oder durchscheinend ist (Pergamin, Cellophane, Celluloid, Glas) mit der gleichen Klebstofflösung bestrichen und trocknen gelassen. Das transparente Unterlageblatt wird alsdann -Klebschicht nach aufwärts gerichtet - über einen mit Paßlinien versehenen Einteilungsbogen gespannt. Die so vorbereiteten, bedruckten bzw. beschrifteten Blätter werden nun von Hand mittels Schere oder Messer oder in einem Schneidepult je nach Bedürfnis zerschnitten bzw. zwischen den Textzeilen ein= geschnitten. Dann werden die Einzelteile in der gewollten Reihenfolge und Anordnung - Klebschicht abwärts gerichtet - über dem Einteilungsbogen auf der aufgespannten transparenten Unterlage befestigt. Sie haften an der Stelle und genau in der Lage, in welcher man sie mit den Fingern auf die Unterlage aufdrückt. Ist der Arbeiter mit der Anordnung nicht zufrieden oder zeigen sich nachträglich noch Fehler, die verbessert werden müssen, so können einzelne Teile bequem entfernt und in einer geänderten Lage oder Reihenfolge wieder aufgesetzt werden. Ebenso können fehlerhafte Satzteile, z. B. einzelne Zeilen, durch fehlerfreie Korrekturzeilen ersetzt werden.
  • Auf diese Art ist eine Arbeitsweise mit auf Papierstücken abgedruckten Satz- oder Bildteilen möglich, wie sie sonst nur mit Hilfe von Metallbuchstaben, gegossenen Bleizeilen und Klischees in Setzereien üblich war, denn alle Vorlageteile können beliebig oft ausgewechselt, versetzt und ersetzt werden. Das Herstellen von Andrucken in der Abziehpresse fällt weg, weil die in Papier montierten Blätter dem Arbeiter einen unmittelbaren Eindruck von der Satzanordnung in seitenrichtiger Schrift vermitteln. Zudem ist die Arbeitsweise gemäß dem beschriebenen Verfahren sauberer und schneller als die alte Arbeitsweise unter Verwendung von Lettern und Klischees.
  • Werden mehrere Abzüge zum Korrekturlesen oder als sogenannte Bürsten-, Autor- und Revisionsabzüge benötigt, so kann man von den aus Papierteilen montierten Reproduktionsvorlagen beliebig viele Abzüge im Trockenlichtpausverfahren herstellen, ohne die Vorlagen zu gefährden oder zu verändern.
  • Für die Herstellung von Druckplatten oder Druckzylindern kopiert man die montierten Vorlagere entweder direkt auf Metall oder zunächst auf eine Zwischenfolie (Negativfilm oder Pigmentkopie) und von dieser auf das Metall in Anpassung an die bekannten Methoden des Offset- und Tiefdruckes.
  • Eine weitere Ausbildung dieses Verfahrens kann z. B. darin bestehen, daß die zur Reproduktion bestimmten Vorlagen bzw. Folien bereits vor dem Bedrucken rückseitig mit dem Klebstoff bestrichen, alsdann bedruckt, zerschnitten und auf eine ebenfalls mit Klebstoff bestrichene Unterlage aufgesetzt werden. Diese Erweiterung wurde technisch dadurch möglich, daß in neuester Zeit Verfahren zum Überziehen von Folien (Papier, Karton o. dgl.) mit Kautschuklösung bekannt geworden sind (z. B. Patent q.87616, Blomberg). Folien dieser Art sollen im weiteren kurz als paragummierte Papiere be-
    zeichnet werden, worunter auch papierähnliche
    I
    i i
    o e, wie Bergamin, e on, e op ane, ver-
    standen sein sollen. Die maschinell paragummierten Papiere haben zudem den Vorteil, daß der Aufstrich außerordentlich dünn ist. Dadurch erst wurde es möglich, Druckpapiere o. dgl. vorbereitend mit einer Kautschuk- oder Paragummischicht zu überziehen, ohne Schärfenverlust im Tiegel zu bedrucken oder in die Druckvorrichtung oder Hartgummiwalze einer Schreib- oder Setzmaschine einzuspannen und darin zeilenweise zu bedrucken.
  • Die maschinelle Paragummierung hat noch den weiteren Vorteil, daß sie nicht nur das Bestreichen verhältnismäßig dicker und fester Papiere gestattet, sondern auch das Bestreichen sehr dünner und transparenter Papiere, wie z. B. Pergamin. Solche paragummierten Transparentpapiere eignen sich z. B. besonders als Unterlagen für das Korrigieren und Umbrechen der gedruckten und in Einzelteile (Absätze oder Zeilen) zerschnittenen Reproduktionsvorlagen. Dabei kommt das zeitraubende Anstreichen der schon bedruckten Vorlagen in Fortfall; außerdem wird eine Verbilligung durch den geringeren Klebstoffverbrauch und eine größere Sicherheit des ganzen Verfahrens erzielt.
  • Eine weitere Verbesserung des bis hierher beschriebenen Verfahrens kann nun darin bestehen, daß die Unterlage nicht unmittelbar über einen Einteilungsbogen gespannt wird, sondern ihrerseits wieder mit den auf ihr haftenden Vorlageteilen zu Satzspalten und Buchseiten zerschnitten und auf eine zweite Unterlage aufgesetzt wird, welche Sammelfolie genannt werden soll. Auch für das Aufsetzen dieser Spalten oder Buchseiten verwendet man vorteilhaft das Selbstklebeprinzip, indem man die Unterlagen mit dem mehrfach genannten Klebstoff rückseitig anstreicht und trocknen läßt, eine zweite Unterlage oder Sammelfolie vorderseitig mit dem gleichen Klebstoff anstreicht, trocknen läßt und dann die beiden trockenen Klebstoffschichten Schicht auf Schicht aneinander bringt.
  • Diese beispielsweise Erweiterung des Verfahrens hat den Vorteil, daß man auf der ersten Unterlage die kleinsten Satzteile (Absätze oder Zeilen) sammeln und zum Zwecke der Korrekturen beliebig oft wechseln kann, während auf der zweiten Unterlage oder Sammelfolie größere Einheiten, z. B. Spalten oder Buchseiten, gesammelt werden, die als Ganzes beliebig oft von der Sammelfolie wieder entfernt werden können, sei es zu Zwecken des Umbrechens, d. h. der Verteilung einer bestimmten Satzmenge über eine vorgeschriebene Anzahl von Seiten oder Bogen, sei es zu Zwecken der Auswechslung ganzer Seiten gegen andere, z. B. bei Katalogen mit wechselndem Text, oder sei es zur Erzielung einer besseren Satzanordnung,
    z. B. bei Inseraten in einer Zeitungsseite. Durch
    r
    ie erwenc(ung von Zweig Ler agen ist es
    demnach z. B. möglich, die Zeilen eines Inserates einzeln auszuwechseln, indem man diese von der ersten Unterlage entfernt und durch verbesserte Zeilen ersetzt, oder aber die erste Unterlage mit allen das ganze Inserat darstellenden Zeilen von der Sammelfolie zu entfernen und das entfernte Inserat durch ein anderes zu ersetzen.
  • Auch dieses Verfahren kann durch die Verwendung vorbereitend paragummierter Papiere vereinfacht und verbessert werden. Dazu verwendet man vorzugsweise als erste Unterlage ein Blatt Papier oder Pergamin, welches auf beiden Seiten mit Paragummischichten überzogen ist, und als Sammelfolie ein Papier- oder Pergaminblatt, welches auf seiner Vorderseite mit einer Paragummischicht überzogen ist und das über einen mit Paßlinien versehenen Einteilungsbogen gespannt wird.
  • Das abgeänderte und erweiterte Verfahren wird nun im einzelnen beispielsweise wie folgt ausgeführt: Auf ein Blatt Kunstdruckpapier, welches rückseitig mit einer dünnen und farblosen Kautschuk- oder Paragummischicht überzogen ist, wird in einer Druckerpresse, einer Schreibmaschine oder einer Zeilensetz- und Druckmaschine ein vorderseitiger Abdruck eines Bildes oder eines Textes genommen. Dadurch entsteht eine zur Reproduktion geeignete Bild-oder Textvorlage. Diese wird nun von Hand mittels Schere oder Messer oder in einem Schneidepult zu Zeilen oder Absätzen zerschnitten oder so zwischen den Textzeilen eingeschnitten, daß sie nur noch an den Rändern aneinanderhängen. Die so entstandenen Vorlageteile werden auf ein Blatt Pergamin gelegt, welches auf seiner Vorderseite und auf seiner Rückseite mit Paragummischichten versehen ist. Die Vorlageteile haften auf dieser ersten Unterlage unverrückbar, lassen sich aber gleichwohl zu jeder Zeit und beliebig oft wieder von der Unterlage entfernen. Um das Zusammensetzen der Vorlageteile zu erleichtern, kann die Unterlage provisorisch über einen Einteilungsbogen gespannt werden. Die Unterlage mit den auf ihr haftenden Vorlageteilen dient nun unmittelbar als erster Korrekturabzug, kann aber nach einem bekannten Trockenlichtpausverfahren auch vervielfältigt werden, sofern mehrere Korrekturabzüge verlangt werden. Gefundene Fehler werden dadurch korrigiert, daß man die falschen Zeilen von der Unterlage entfernt und durch nachträglich richtig gedruckte Zeilen oder Vorlageteile ersetzt, die naturgemäß ebenfalls auf rückseitig paragummiertem Papier hergestellt sein müssen. Durch das Lichtpausverfahren können nach jeder Änderung wieder beliebig viele Vervielfältigungen oder Abzüge hergestellt werden. Nach Beendigung der Korrekturen beginnt der Umbruch. Dieser besteht darin, daß nach Festlegung der Seitenformate die doppelseitig paragummierten ersten Unterlagen mit den auf ihnen haftenden Satzteilen zu größeren typographischen Einheiten (Satzspalten, Seiten, Inseraten o. dgl.) zugeschnitten werden. Diese Einheiten müssen nun ihrerseits auf einer Sammelfolie gesammelt werden. Als Sammelfolie dient eine der ersten Unterlage ähnliche transparente Folie aus Pergamin, Cellophane, Cellon, Celluloid o. dgl., die auf ihrer Vorderseite mit einer Paragummischicht überzogen ist und nun - Schicht aufwärts - über einen mit Paßlinien versehenen Einteilungsbogen gespannt wird. Auf die Sammelfolien werden alsdann die genannten Einheiten der Reihe nach aufgesetzt, wobei die rückseitige Klebstoffschicht der Einheiten unverrückbar auf der vorderseitigen Klebstoffschicht der Sammelfolie haftet. Gleichwohl lassen sich die Einheiten als Ganzes zu jeder Zeit und beliebig oft von der Sammelfolie entfernen und durch andere Einheiten ersetzen.
  • Es ist einleuchtend, daß auch in diesem Stadium der Verarbeitung nachträglich entdeckte Fehler oder nachträglich gewünschte Änderungen korrigiert werden können, indem einzelne Vorlageteile von der auf der Sammelfolie. haftenden ersten Unterlage entfernt und durch richtiggestellte neue Vorlageteile ersetzt werden können.
  • Ebenso einleuchtend ist es, daß aus einer so aufgebauten Form nicht nur einzelne Teile, sondern sogar einzelne Buchstaben innerhalb der Zeilen mit einem scharfen Messer herausgestochen werden können. Es wird also diejenige Beweglichkeit und Auswechselbarkeit der einzelnen typographischen Elemente erreicht, die seither nur mit Hilfe körperlicher metallener Lettern, Gußzeilen und Klischees und in beschränktem Maße bei aufgenadelten Umdruckbogen vorhanden war.
  • Die so gewonnene Form eignet sich nicht nur zur Vervielfältigung im Lichtpausverfahren, sondern auch zur Herstellung von mittelbar oder unmittelbar kopierten Offset- oder Tiefdruckformen.
  • Eine andere Ausbildung des erstbeschriebenen Verfahrens besteht darin, daß die zur Reproduktion bestimmten Vorlagen bzw. Folien bereits vor dem Bedrucken auf die Unterlage aufgesetzt und alsdann bedruckt und zugeschnitten werden, was auf der Erkenntnis beruht, daß es möglich ist, auf eine aus zwei aneinanderhaftenden Folien bestehende Doppelfolie zu drucken und dieselbe nachträglich so einzuschneiden, daß aus der oberen bedruckten Folie Teile entfernt werden können, ohne daß die als Unterlage dienende untere Folie verletzt wird.
  • . Die Haftung der beiden Folien (Druckfolie und Unterlage) kommt wiederum dadurch zustande, daß jede der beiden Folien mit mindestens einer ihre Oberfläche bedeckenden Kautschuk- oder Paragummischicht überzcgen ist. Die als Reproduktionsvorlage bestimmte Druckfolie wird also bereits vor dem Bedrucken mit der Unterlagefolie verbunden. Dabei besteht die Druckfolie vorteilhaft aus einem rückseitig paragummierten Kunstdruckpapier, während die Unterlagefolie vorteilhaft aus einseitig oder doppelseitig paragummiertem Pergamin besteht. Natürlich können die Folien auch aus anderen geeigneten Stoffen, wie Cellophane, Cellon, Celluloid o. dgl., bestehen und im weitere voll unter Doppelfolie jede beliebige Kombination zweier mit Paragummischichten aneinanderhaftenden Folien bezeichnet und verstanden werden. Die Kautschuk- oder Paragummischichten werden vorteilhaft maschinell auf die Folien aufgebracht.
  • Besteht z. B. die Doppelfolie aus einer einseitig paragummierten Druckfolie (z. B. Kunstdruckpapier) und einer doppelseitig paragummierten Unterlagefolie (z. B. Pergamin), wobei Druckfolie und Unterlagefolie mit Klebschichten aneinanderhaften, so zeigt die Doppelfolie einen rückseitigen Paragummistrich, mit welchem sie ihrerseits auf eine Sammelfolie o. dgl. mit vorderseitigem Paragummistrich aufgesetzt werden kann. Nach Vornahme der Korrektur an der Druckfolie auf der Unterlagefolie können also die Doppelfolien als Ganzes zu Zwecken des Umbruchs zu größeren typographischen Einheiten, wie Satzspalten, Buchseiten oder Inseraten, zugeschnitten und auf der Sammelfolie gesammelt werden. Sie haften unverrückbar auf der Sammelfolie, können aber gleichwohl jederzeit und beliebig oft von dieser entfernt und durch andere Einheiten ersetzt werden, was namentlich für das Formatmachen von Zeitungen von großer Bedeutung sein kann.
  • Natürlich könnte auch die Sammelfolie beidseitig paragummiert und mit den auf ihr haftenden Einheiten und den auf den Einheiten haftenden Einzelteilen auf einen Montagebogen o. dgl. aufgesetzt werden. Das erweiterte Verfahren wird nun im einzelnen beispielsweise wie folgt ausgeführt: Ein Blatt Kunstdruckpapier, welches rückseitig mit einer dünnen und farblosen Kautschuk-oder Paragummischicht überzogen ist, wird gegen ein Blatt Pergamin gepreßt, welches beidseitig mit einer Kautschuk- oder Päragummischicht überzogen ist. Beide Schichten zusammen bilden eine Doppelfolie, die auf der Vorderseite einen Kreidestrich und auf der Rückseite einen Paragummistrich trägt. DieseDoppelfolie wird nun in einer Schreibmaschine beschrieben oder einer Zeilensetz- und Druckmaschine vorderseitig bedruckt. Der Aufdruck kann aber auch in einer Druckerpresse erfolgen. Auf diese Weise entsteht eine zur Reproduktion geeignete Bild- oder Textvorlage. Diese wird nun von Hand mit einem Federmesser oder sonst einem geeigneten Instrument auf einer Glasplatte kreuz und quer mit verschiedenen Einschnitten von begrenzter Tiefe so eingeschnitten, daß die obere oder Druckfolie bis in die Paragummischicht durchschnitten wird, daß aber die untere oder Unterlagefolie vom Messer nicht getroffen wird. Die Schnitte verlaufen natürlich nicht wahllos, sondern werden nur dort angebracht, wo Änderungen oder Korrekturen vorzunehmen sind, z. B. über und unter einer fehlerhaften Textzeile und an beiden Enden dieser Zeile. Man kann auf diese Weise ganze Absätze, einzelne Zeilen, Worte oder Buchstaben umschneiden, auswechseln und durch andere, auf paragummiertes Papier gedruckte Satzelemente usw. ersetzen. Durch ein bekanntes Lichtpausverfahren können nach jeder Änderung beliebig viele Abzüge von der korrigierten Doppelfolie gepaust werden.
  • :`ach Beendigung der Korrekturen an den Doppelfolien werden diese umbrochen, d. h. zu Spalten, Buchseiten, Inseraten o. dgl., beschnitten und auf eine über einen Einteilungsbogen gespannte, an ihrer Vorderseite paragummierte Sammelfolie aufgesetzt. Es entsteht wiederum eine Form, welche sowohl in ihren kleinsten Elementen als auch in größeren typographischen Einheiten auswechselbar und zur Herstellung kopierter Druckformen geeignet ist.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite der Vorlageteile mit einem Klebstoff bestrichen wird und die Vorlageteile dann auf eine ebenfalls mit demselben Klebstoff bestrichene Unterlage aufgesetzt werden, wobei der Klebstoff derart beschaffen ist, daß eine damit bestrichene Stelle nur auf einer gleichbestrichenen Stelle haftet, auf anderen Stellen aber nicht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien bereits vor dem Bedrucken mit dem Klebstoff bestrichen, alsdann bedruckt, zerschnitten und auf eine ebenfalls mit Klebstoff bestrichene Unterlage aufgesetzt werden. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien bereits vor dem Bedrucken auf die Unterlage aufgesetzt und alsdann bedruckt und zugeschnitten werden. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Klebstoff eine Lösung von Kautschuk in Benzol verwendet wird. 5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man den Klebstoff vor dem Aufsetzen der Vorlageteile trocknen läßt. 6. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Unterlage eine wenigstens durchscheinende Folie verwendet wird. 7. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorlageteile durch Ausschneiden zwischen gedruckte Zeilen eingepaßt werden. ä. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorlageteile auf einer durchsichtigen Unterlage über einem mit Paßlinien versehenen Einteilungsbogen zusammengesetzt werden. g. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß schnell trocknende Kautschuklösungen als Klebstoff verwendet werden. io. Verfahren nach Ansprüchen i und 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die paragummierten Folien mittels einer Schreibsetzmaschine oder einer Zeilensetz- und Druckmaschine beschriftet werden. ii. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlagen mit den darauf haftenden gedruckten Satzteilen zu Buchseiten darstellenden Einheiten zugeschnitten werden. 12. Verfahren nach Ansprüchen i und 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite der Unterlage ebenfalls mit einem Klebstoff versehen und zum Zwecke des Umbrechens gedruckter Satzspalten auf eine zweite, ebenfalls mit Klebstoff versehene Sammelfolie aufgesetzt wird. 13. Verfahren nach Ansprüchen i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Folien auf der Unterlage ohne Verletzung der letzteren mittels einer auf genaue Schnittiefe einstellbaren Schneidvorrichtung so eingeschnitten werden, daß zum Zwecke des Korrigierens Teile der Folien von der Unterlage entfernt werden können. i4.. Verfahren nach Ansprüchen i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die aus Folie und Unterlage bestehenden Doppelfolien zu Buchseiten darstellenden Einheiten beschnitten werden. 15. Verfahren nach Ansprüchen 12 oder i4., dadurch gekennzeichnet, daß als Sammelfolie ein transparenter Stoff verwendet wird, der über einen mit Paßlinien versehenen Einteilungsbogen gespannt wird.
DET38149D 1930-01-11 1931-01-11 Verfahren zum Herstellen zusammengesetzter, gedruckter Reproduktionsvorlagen Expired DE550095C (de)

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DE (1) DE550095C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1293587B (de) * 1964-03-06 1969-04-24 Alfaphote Ltd Verfahren zur Herstellung von UEbertragungsmaterial

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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