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Fangvorrichtung Es sind Fangvorrichtungen für Förderkörbe bekannt,
bei welchen keilförmige Messer der Fänger bei Korbabstürzen in die Spurlatten eindringen
und dadurch den Korb abbremsen sollen. Diese Einrichtungen haben sich aber in der
Praxis nicht durchsetzen, können. Zunächst ergeben sich außerordentlich große Spurlattenbeanspruchungern,
die zur völligen Zerstörung führen können. Ein besonderer Nachteil besteht auch
darin, daß diese Fänger die bei Spurlattenverschleiß eintretende Bremskraftverminderung,
die 50 bis 5 5 % und mehr betragen kann., nicht ausgleichen. Bei verschlissenen
Spurlatten sind also diese bekannten Einrichtungen nicht in der Lage, den Korb abzubremsen.
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Man bat versucht, diesem Übelstand durch Amvendung eines Hobelfängers
abzuhelfen, bei welchem die Schneidzähne rost- oder gitterartig mit durchgehenden
Zwischenräumen ausgebildet sind, so daß die abgelösten Späne unmittelbar nach außen
abgeführt werden. Im Gegensatz zu den erst behandelten Messerfängern werden also
bei diesen Hotelfängern Späne von den Spurlatten abgehobelt. Diese Bauart stellt
aber auch noch keine vollkommene Lösung dar. Die abgehobelten Späne können leicht
zu Verstopfungen führen, wodurch unter Umständen die ganze Bremswirkung aufgehoben
wird. Auch hat sich bei Versuchen gezeigt, daß die Fanghobel in solchen Fällen,
wo zwischen den Spurlatten und Korbfübrungsschuhen ein größeres als normales Spiel
vorhanden ist, nur mit entsprechend geringerer, teilweise kaum halber Schueidbreite
zur Wirkung gelangen. Die Bremskraft der Hobelfänger geht damit im gleichen Ausmaß
zurück und reicht nicht mehr aus, um die Sturzenergie des sich abwärts bewegenden
Förderkorbes rechtzeitig und sicher abzubremsen.
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Im übrigen ist auch bei diesen Hobelfängern der Bremskraftverminderung
durch Spurlattenverschleiß nur in unvollkommenem Male Rechnung getragen. Es findet
nur ein Ausgleich von etwa 2o bis 30 % der Gesamtverminderung von .5o bis 55 % statt.
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Zur Beseitigung der geschilderten Nachteile greift die Erfindung auf
die ursprünglichen Einrichtungen zurück, bei welchen die Abbremsung des Korbes ohne
Spanbildung durch Messer erfolgt, die an beiderseits der Spurlatte angeordneten,
schwenkbaren Fangklauen angeordnet sind. Neu ist, daß an Fängern von vergleichsweise
großer Höhe mehrere parallele und in Eingriffsstellung etwa senkrecht stehende Messer
von an sich bekanntem, etwa keilförmigem Querschnitt, über etwa die ganze Fängerhöhe
sich :erstreckend, angeordnet sind, die einen Oberteil. etwa gleichbleibender Tiefe
und daran anschließend einen Unterteil besitzen, der sich verjüngend in einem spitzen
Winkel nahe dem Schwanzende des Fängers in die gegen die
Spurlatte
anliegende Grundfläche desselben ausläuft. Durch diese besondere Formgebung der
Messer und die Erstreckung über etwa die ganze Fingerhöhe wird der Vorteil erreicht,
daß die Größe der in die Spurlatte eindringenden Messerfläche sowohl bei neuen als
auch bei verschlissenen Spurlatten stets gleichbleibt, so daß auch die Bremswirkung
konstant gehalten wird.
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Bei der Erfindung wird ferner ein bei Hobelfängern an sich bekannter
Schleißballen am unteren Teil des Fängers benutzt. Bei der Erfindung laufen die
Messer am unteren Ende dieses Schleißballens im spitzen Winkel aus. Ferner soll
der ebenflächig ausgebildete Schleißballen annähernd die Höhe der sich verjüngenden
Messerunterteile erhalten. Zweckmäßig ist es ferner, den Schleißballen in seiner
Höhe vergleichsweise groß zu bemessen, und zwar mindestens etwa entsprechend 1/s
der Gesamtmesserhöhe. Auf "diese Weise liegt der Schleißballen mit einer ziemlich
großen ebenen Fläche an den; Spurlatten an, so daß ,er infolge der starken auftretenden
Reibung wirksam zur Abbremsung mit herangezogen wird. Bei den -Schleißballen der
bekannten Hobelfänger handelt es sich um vergleichsweise klein bemessene Schleißballen,
die den Nachteil besitzen, daß sie sich leicht in das Spurlattenholz eindrücken.
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Die parallelen Messerzähne selbst sollen zur Senkrechten eine geringe
Neigung erhalten, derart, daß sie beim Eingreifen in die Latte einen Anzug der Spurlatten
in Richtung zur Schachtmitte bewirken, wodurch. bei fortschreitendem Bremsweg die
Spurlatten dauernd fest an den Förderkorb herangerückt werden und der Eingriff mit
der ganzen Breite der Fänger sichergestellt wird. Durch dieses Anziehen der Spurlatten
wird auch das in Förderschächten vielfach vorhandene größere Spiel zwischen den
Spurlatten und Förderkorbführungen schon nach kurzem Bremsweg ausgeglichen.
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Eine Verstopfung wie bei den bekannten Hobelfängern ist bei den neuen
Fängern nach der Erfindung nicht möglich, da eine Spanabhebung nicht stattfindet.
Die Spurlatten werden unter Erzeugung einer erheblichen Bremswirkung, die noch durch
den Schleißballen verstärkt wird, durch die fast senkrecht angeordneten Zähne wegen
der besonderen Form nur aufgefurcht, so daß der äußere Spurlattenquerschnitt seine
für die Korbführung notwendige rechteckige Form auch nach dem Bremsvorgang beibehält.
Ein seitliches Abspalten wird erfindungsgemäß auch dadurch verhindert, daß die Schneidkante
der äußeren Messer so verlegt ist, daß die Spurlatte stirnseitig umfaßt wird. In
der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Fig. i zeigt die Fänger im Aufriß in Fangbereitschaft.
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Fig. 2 zeigt die Fänger im Eingriff an neuen Sp urlauen.
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Fig.3 zeigt die Fänger im Eingriff an normal verschlissenen Spurlatten.
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Fig. ¢ ist ein Querschnitt.
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Fig. 5 zeigt in größerem Maßstabe die Eingriffsstellung der Fänger
bei. neuen und verschlissenen Spurlatten.
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Fig.6 ist eine Seitenansicht der Messerfänger.
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Der,- Spurlatte i sind Fänger 2 zugeordnet, die :eine etwa dreieckige
Grundform besitzen und in bekannter Weise um Bolzen 3 schwenkbar sind. Jeder Fänger
trägt eine Anzahl paralleler Messer q. von keilarügem Querschnitt, die einen Oberteil
etwa gleichbleibender Breite x und daran anschließend einen Unterteil besitzen,
der sich verjüngend in einem spitzen Winkel a nahe dem Schwanz-,ende des Fängers
in die Grundfläche desselb en ausläuft.
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Bei Korbabstürzen, etwa bei Seilbruch, werden die Fänger in. irgendeiner
beliebigen Weise freigegeben, so daß sie die in Fig. 2 dargestellte Stellung einnehmen,
mit ihren Messern q. also in das Holz der Spurlatte eindringen und so nach einem
gewissen Bremsweg den Korb zum Stillstand bringen:. Fig. 2 zeigt die Stellung der
Fänger bzw. Messer bei neuen, also unverschlissenen Latten. Die Eingriffstiefe wird
durch den am Schwanzende dies Fängers vorgesehenen und vorspringenden Schleißballen
5 bestimmt, der sich bei der Stellung nach Fig. 2 nur mit seinem oberen Teil gegen
die Spurlatte anlegt. Sind die Spurlatten um das Maß y gemäß Fig. 3 verschlissen,
so schwingen die Fänger in ihrem unteren Teil weiter einwärts, bis der Schleißballen
5 auf seiner ganzen Höhe zur Anlage an die Spurlatte kommt. Im übrigen wird die
Einwärtsbewegung der Fänger durch den Anschlag 6 begrenzt. Die Schleißballen haben
eine vergleichsweisse große Höhe, und zwar- mindestens 1/g der Gesamtmesserhöhe.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel entspricht die Höhe des Schleäßballens
etwa der des sich verjüngenden Messerunterteils. Trotzdem die Spurlatten um ein
Drittel der Eingriffstiefe der Fänger verschlissen sind, hat die :eindringende Messerfläche
in Fig.3 die gleiche Größe wie in Fig. 2, seine Erscheinung, die auf die besondere
Formgebung der Messer zurückzuführen ist.
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In Fig. 5 ist dieser Ausgleich der durch den Spurlattenverschleiß
gegebenen Bremskraftverminderung in größerem Maßstabe dargestellt,
und
zwar ist mit ausgezogenen Linien die Stellung der Messer und des Fängers bei verschlissenen
Spurlatten veranschaulicht, während die strichpunktierten Linien die Stellung bei
neuen Spurlatten zeigen. Man erkennt zunächst bei dieser Zeichnung deutlich, wie
der vorspringende Schleißballen 5 die Eingriffstiefe regelt. Ferner ist aus der
Zeichnung zu erkennen, daß die Größe der eindringenden Messerflächen bei neuen und
verschlissenen Spurlatten und damit auch die Bremswirkung konstant bleibt.
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Die Messerzähne 4 selbst besitzen eine keilförmige Grundform und sind
an der Schneide etwas zugeschärft.
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Aus Fig.6 geht hervor, daß die Messerzähne zur Senkrechten eine geringe
Neigung besitzen, und zwar derart, daß sie einen Anzug der Spurlatten in Richtung
zum Förderseil, also zur Schachtmitte, bewirken, wodurch die Spurlatten dauernd
fest an den Förderkorb herangezogen werden. Diese Schrägstellung ist in Fig. 6 daran
zu erkennen, daß der Abstand a der Messer vom äußeren Rande von oben nach unten
geringer wird.
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Um ein Abspalten der Spurlatten zu verhindern, ist die Schneidkante
7 des äußeren Zahnes (vgl. Fig.4) so angeordnet, daß die Spurlatbe stirnseitig umfaßt
wird.