DE54599C - Verfahren zur Darstellung von rothen Substantiven Farbstoffen aus Ortho-meta-Tolidin und Mono-metamethyl-Benzidin - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von rothen Substantiven Farbstoffen aus Ortho-meta-Tolidin und Mono-metamethyl-Benzidin

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DE54599C
DE54599C DENDAT54599D DE54599DA DE54599C DE 54599 C DE54599 C DE 54599C DE NDAT54599 D DENDAT54599 D DE NDAT54599D DE 54599D A DE54599D A DE 54599DA DE 54599 C DE54599 C DE 54599C
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    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • C09B35/00Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
    • C09B35/02Disazo dyes
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    • C09B35/08Disazo dyes characterised by the tetrazo component the tetrazo component being a derivative of biphenyl
    • C09B35/10Disazo dyes characterised by the tetrazo component the tetrazo component being a derivative of biphenyl from two coupling components of the same type
    • C09B35/14Disazo dyes characterised by the tetrazo component the tetrazo component being a derivative of biphenyl from two coupling components of the same type from hydroxy compounds

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Mono - metamethyl - Benzidin.
Die in der Literatur verzeichneten Thatsachen in Bezug auf die Verwendbarkeit von m-substituirten Benzidinen zur Darstellung von substantiven Farbstoffen lassen die Gesetzmäfsigkeit hervortreten, dafs diese m-Derivate hierzu nicht befähigt sind.
Nicht nur durch Einführung von Chlor, Carboxyl und Sulfoxyl (Schultz, Chemie des Steinkohlentheers, S. 258), sondern auch von Methyl in die m-Stellung (Weingärtner, Chem. Zeit., 1888, No. 25) verliert das Benzidin die Eigenschaft, substantive Farbstoffe zu bilden; überdies sind die Combinationen dieser m-substituirten Benzidine mit Naphtionsäure, im Gegensatz zu denen der o-substituirten Benzidine, ausnahmslos orangegelb bis orange.
Vorliegende Erfindung beruht nun auf der Beobachtung, dafs obige Gesetzmäfsigkeit nicht in den Fällen zutrifft, bei welchen nur eine einmalige Substitution von Methyl in der m-Stellung vorliegt.
Diese Benzidin-Homologen geben mit Naphtionsäure werthvolle rothe substantive Farbstoffe, ein Effect, welcher mit dem ungenügenden Färbevermögen der entsprechenden orangegelben Combination des zweifach m-substituirten Benzidins im unerwarteten Widerspruche steht.
Ein derartiges Homologes des Benzidins, das o-m-Tolidin, ist von G. Schultz schon im Jahre 1885 (Ber. d. d. eh. Ges., XVII, S. 471) beschrieben worden, hat aber eine technische Verwerthung bis jetzt nicht gefunden; das im vorliegenden Falle zur Darstellung von Farbstoffen benutzte Mono-m-methylbenzidin war bisher unbekannt.
I. Farbstoff aus o-m-Tolidin.
10 kg o-m-Tolidinsulfat werden mit 18,5 kg Salzsäure (25 pCt. H Cl), 300 kg Wasser und 100 kg Eis angerührt bezw. gelöst und mit einer Lösung von 4,5 kg Natriumnitrit (96 pCt. Na N O2) in 9 kg Wasser diazotirt, zu welchem Zweck man nach dem Einlaufen der Nitritlösung noch 2 Stunden lang bei o° rührt.
Die Disazoverbindung wird hierauf in eine auf o° abgekühlte Lösung von 22,6 kg krystallisirtem naphtionsauren Natron und 20 kg krystallisirtem Natriumacetat in 450 kg Wasser eingetragen. Nach ι Stunde fügt man 9 kg calcinirte Soda hinzu.
Nach 3 bis 4 tägigem Rühren ist die Farbstoffbildung vollendet. Man fällt mit Kochsalz, prefst und trocknet den. Farbstoff, welcher eventuell durch wiederholtes Lösen und Ausfällen mit Kochsalz gereinigt wird. Der Farbstoff bildet ein rothbraunes, in Wasser leicht lösliches Pulver. Derselbe färbt Baumwolle in alkalischem Bade ohne Hülfe von Beize mit lebhaft gelbrother Nuance.
II. Farbstoff aus Mono-m-methylbenzidin.
a) Darstellung des Mono - m - methylbenzidins.
Eine abgekühlte Mischung von 10 kg Anilin und 42,5 kg Salzsäure (25 pCt.) wird mit 20 kg Eis versetzt und unter Kühlung mit
einer Lösung von 7,8 kg Natriumnitrit (96 pCt. NaNO2) in 20 kg Wasser diazotirt.
Die Diazobenzolchloridlösung wird in 60 kg o-Toluidin eingetragen und 12 Stunden bezw. so lange gerührt, bis eine Probe, mit Salzsäureüberschufs erhitzt, keine Stickstoffentwickelung mehr zeigt.
Hierauf wird der Ueberschufs von o-Toluidin mit Dampf abgetrieben.
Das so entstandene Amidoazobenzoltoluol bildet eine braune krystallinische Masse. Dasselbe enthält wechselnde .Mengen von o-Amidoazotoluol; für die weitere technische Verwendung ist die Abtrennung desselben nicht nöthig.
10 kg des wie vorstehend erhaltenen Amidoazobenzoltoluols werden dann in 100 kg Sprit (95 pCt.) gelöst, die Lösung wird mit 12,5 kg Schwefelsäure (66° B.) unter Kühlen und beständigem Rühren versetzt. Zu dem auf o° abgekühlten Brei giebt man eine Lösung von 3,4 kg Natriumnitrit (96 pCt. Na NO2) in 4,5 kg Wasser.
Nach Zusatz derselben rührt man noch einige Stunden unter Kühlen und erhitzt schliefslich unter beständigem Rühren im Wasserbad am Rückflufskühler bis zur Beendigung der Stickstoffentwickelung.
Der Alkohol wird hierauf abdestillirt, der Rückstand mit Ligroin extrahirt und der in demselben gelöste Azokörper nach dem Verjagen des Ligroins durch Destillation mit überhitztem Dampf gereinigt. Durch Waschen des Destillats mit verdünnter Salzsäure werden kleine Mengen primärer Basen entfernt. Das so gewonnene Azobenzoltoluol bildet ein orange-rothes OeI, welches nicht ohne Zersetzung destillirt werden kann.
10 kg dieses Azobenzoltoluols werden dann in 20 kg Sprit (95 pCt.) unter Erwärmen gelöst; die warme Lösung wird in eine Lösung von 26 kg Zinnchlorür (Sn Cl2 + 2 aqj in 60 kg Salzsäure (25 pCt. HCl) allrhälig eingetragen. Man erhitzt auf dem Wasserbade, bis die Mischung durch Ausscheidung von Krystallen des entstandenen m-Methylbenzidinchlorhydrats eine weifse Färbung angenommen hat. Durch Rückflufskühlung wird einem Verflüchtigen des Alkohols vorgebeugt. Nach dem Abkühlen wird die ausgeschiedene Substanz von der Zinnlösung getrennt, mit Salzsäure (25 pC. HCl) gewaschen und geprefst.
Den Prefskuchen löst man in 60 kg warmen Wassers und entzinnt die Lösung desselben durch Zinkblech. Die zinnfreie Lösung versetzt man mit einer Lösung von 20 kg Glaubersalz in 40 kg Wasser, wodurch das Sulfat des m-Methylbenzidins als weifser krystallinischer Niederschlag ausfällt; derselbe wird geprefst und getrocknet.
Das so erhaltene Sulfat löst sich im Verhältnifs ι :24ο in siedendem Wasser, aus der erkalteten Lösung scheidet es sich zum grofsen Theil krystallinisch ab. Dasselbe enthält o-m-Tolidinsulfat, ist dagegen frei von Benzidinsulfat.
Die Base konnte nicht in krystallisirtem Zustande erhalten werden.
b) Darstellung des rothen Naphtionsäure-Farbstoffes.
Man verfährt wie unter I. beschrieben, mit der Modification, dafs auf 10 kg Mono-mmethylbenzidinsulfat 20 kg Salzsäure (25 pCt. HCl) und 5 kg Nitrit für die Darstellung der Disazoverbindung und 24 kg krystallisirtes naphtionsaures Natron und 21 kg krystallisirtes essigsaures Natron für die Darstellung des Farbstoffes verwendet werden.
Der Farbstoff stellt ein braunrothes, in Wasser leicht lösliches Pulver dar. Derselbe färbt ungeheizte Baumwolle in alkalischem Bad ohne Hülfe von Beize lebhaft roth, von mehr bläulicher Nuance als der unter I. beschriebene.

Claims (2)

  1. Pa te nt-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung rother substanz tiver Azofarbstoffe, indem nach dem durch Patent No. 28753 geschützten Verfahren:
    ι. die Disazoverbindung des o-m-Tolidins mit
  2. 2 Molecülen Naphtionsäure,
    2. die Disazoverbindung des Mono-m-methylbenzidins mit 2 Molecülen Naphtionsäure combinirt wird.
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