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Steuereinrichtung für Auswertmaschinen Die Erfindung betrifft eine
Steuereinrichtung für Rechen-, Sortier- oder sonstige Auswertmaschinen mit mehreren
hintereinandergeschalteten Differentialtriebwerken, bei denen das Bogenmaß der auf
die nächste Stufe übertragenen Drehbewegung einen Teil des Bogenmaßes der ursprünglichen
Bewegung beträgt. Bei den bekannten Steuerungseinrichtungen dieser Art stehen die
Differentialtriebwerke lediglich mit meist als Zahnräder ausgebildeten Antriebsmitteln
in Verbindung. Da aber das einzelne Differentialtriebwerk nicht nur bei einer Betätigung
des zugehörigen Antriebsmittels bewegt wird, sondern auch bei einer Verstellung
eines vorgeschalteten Differentialtriebwerkes diese Verstellbewegung an das nächstfolgende
weitergeben soll, wobei diese Verstellbewegung sich fehlerhaft rückwärts auf das
diesem Triebwerk zugeordnete Einstellmittel auszuwirken bestrebt ist, muß eine besondere
Sperrung vorgesehen werden, welche die Rückwirkung der durchzugebenden Verstellbewegung
auf das zugeordnete Einstellmittel verhindert.
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Ist wie bei den vorerwähnten Steuerungsvorrichtungen lediglich ein
beispielsweise als Zahnrad ausgebildetes Antriebsmittel vorgesehen, so muß dieses
Zahnrad entweder unmittelbar oder über weitere vorgeschaltete Antriebseinrichtungen
mittelbar gesperrt werden. Eine in dieser Weise wirkende Steuerungsvorrichtung bedingt
einmal nachteilig einen umständlichen Aufbau, des weiteren eine überflüssige und
nachteilige Beanspruchung des Antriebsmittels und des angetriebenen Teiles des Differentialtriebwerks;
da diese beiden Einrichtungen aus naheliegenden Gründen nicht starr, sondern mit
Spiel ineinander eingreifen. Innerhalb dieses Spieles kann daher der angetriebene
Teil des Differentialtriebwerkes jedesmal der zu unterdrückenden Rückwirkung der
durchzugebenden Verstellbewegung folgen, so daß unnötige relative Bewegungen entstehen,
die naturgemäß einen Verschleiß sowohl des Antriebsmittels als auch des Differentialtriebwerkes
bedingen. Außerdem muß das Antriebsmittel nicht nur für die Antriebskräfte, sondern
auch für die infolge der Fortsetzung zwischen den einzelnen Differentialtriebwerken
die mehrfach größeren Rückwirkungskräfte ausreichend bemessen werden.
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Erfindungsgemäß werden die vorerwähnten Nachteile dadurch vermieden,
daß die Antriebsseite jedes einzelnen Differentialgetriebes, an welche das dem einzelnen
Getriebe zugeordnete Antriebsmittel angreift, mit einer besonderen Sperrvorrichtung
versehen ist, die bei Auslösung des zugehörigen, vorzugsweise durch einen Elektromagneten
bewegten Antriebsmittels gelüftet wird.
Die Abb. i bis 4 zeigen
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. In den Abb. i bis 3 ist ein Differentialgetriebe
im einzelnen und in verschiedenen Ansichten dargestellt, welches sich für die Zwecke
der Erfindung besonders günstig erweist. Abb.4 veranschaulicht schematisch eine
Zusammenstellung von vier derartigen Getrieben zu einer Steuervorrichtung nach der
Erfindung.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht eines Differentialgetriebes. In einem
aus den Platinen 1, 2 gebildeten Gehäuse sind Zahnräder 3, 4 gelagert. Die Platinen
1, 2 sind mit einem mittleren kreisförmigen Teil 5 zusammengefügt, der auf einem
Teil seines Umfanges als Zahnrad ausgebildet ist. Ferner sind in diesem Teil 5 Ausnehmungen
zur Aufnahme der in den Platinen gelagerten, unter sich gleichen Zahnräder .4 und
3 vorgesehen. Die Platinen weisen zentrale Ausnehmungen für Zahnräder 6, 7 auf.
Die Räder 6, 7 sind drehbar auf dem Stift 8 angebracht, ebenso Teil 5. Der Achsstift
8 ist gleichzeitig als Träger des ganzen Getriebes an einer Montageplatte io ausgebildet.
Am Rade 6 ist eine Scheibe ii mit Stiften 12, 13 und am Rade 7 ein Zahnsegment 14
befestigt. Das Rad 7 steht im Eingriff zeit dem Rade 4, welches das Rad 6 über das
Rad 3 antreibt. Wird das Zahnsegment 14 in Richtung in die Zeichnungsebene hinein
angetrieben und das Rad 6 festgehalten, so dreht sich das ganze Gehäuse mit seinem
gezahnten Teil 5 in gleicher Richtung, wobei jedoch das Bogenmaß des Weges eines
Punktes auf diesem Teil nur halb so groß ist als das eines Punktes auf dem Segment
14. Der Grund hierfür liegt in der Wahl der Übersetzung i : i der Zahnräder und
darin, daß sich das Rad 4 bei der Drehung des Rades 7 auf diesem abwälzt, wodurch
eine entgegengesetzte Drehbewegung auf den Teil 5 ausgeübt wird. Die Wahl des Verhältnisses
richtet sich nach der Art der anzuwendenden Kombination von Zahlenwerten. In diesem
Falle sind die Kombinationszahlen i, 2, 4, 8 zugrunde gelegt, die in verschiedener
Zusammensetzung sämtliche Zahlenwerte von i bis g ergeben und vier Antriebsysteme
voraussetzen.
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Wie bereits erwähnt, muß das Rad 6 festgehalten werden. Diese Sperrung
darf aber nur wirksam sein, wenn der Antrieb des Differentialgetriebes vom Rade
7 bzw. Segment 14 erfolgt. Es ist aber auch notwendig, daß ein Antrieb vom Rade
6 vorgenommen werden kann. Nach der Erfindung wird daher die Sperrung des Rades
6 nur dann aufgehoben, sobald der zugehörige Antriebselektromagnet in Tätigkeit
tritt. In Abb. 3 ist eine solche selbsttätig bei Anzug des Elektromagnetankers sich
aufhebende Sperrvorrichtung gezeigt. 14 bedeutet das Differentialgetriebe mit der
Scheibe ii und den darauf befestigten Stiften 12, 13. Wie ersichtlich, sind die
Stifte 12, 13 auf aufeinander senkrecht stehenden Radien . der Scheibe ii angeordnet.
Der bei 18 drehbar gelagerte Anker 15 des Elektromagneten 16 ist in entsprechender
Weise mit einer Klaue 17 versehen, die mit einem waagerechten Schlitz ig für den
Stift 13 und mit einem in senkrechter Richtung dazu wirksamen Haken 2o für den Stift
12 ausgerüstet ist. Der Anker wird durch eine Feder 21 in die Abfallstellung gedrückt,
bei der die Sperrvorrichtung wirksam ist. Dadurch, daß die Scheibe mit zwei Stiften
versehen ist, die an nach verschiedener Richtung hin wirkenden Anschlägen des Ankers
ruhen, wird erreicht, daß der Anker durch ein auf die Scheibe wirkendes Drehmoment
aus der aberregten Stellung nicht herausbewegt werden kann, wie es z. B. bei nur
einem in einem Schlitz geführten Stift der Fall sein würde. Wird nun der Anker durch
Erregung des Elektromagneten 16 in die punktiert gezeichnete Stellung gebracht,
so setzt er dabei die Sperrvorrichtung außer Wirkung, da bei einem Druck von oben
auf den Stift 13 dieser nach unten nachgeben kann, weil das Ausweichen des Stiftes
12 nach links durch die ebenfalls nach unten zurückgehende Nase 2o ermöglicht ist.
In der angezogenen Stellung des Ankers nehmen die Stifte die Stellung ia', 13' ein.
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Abb. 4 zeigt vier Differentialgetriebe 22, 23, 24, 25 mit ihren Elektromagneten
26, 27, 28, 29 und den Ankern 30, 31, 32, 33 auf einem nicht dargestellten Gestell
vereinigt. Die Differentialgetriebe sind durch Zahnräder 34, 35, 36 untereinander
in der Weise verbunden, daß das vorangehende Getriebe mit dem in Abb. 1 gezeigten
gezahnten Teil 5 mit dem Übersetzungszahnrad (34 bzw, 35 bzw. 36) und dieses mit
dem Zahnsegment (Abb. i, Pos. 14) des folgenden Getriebes in Eingriff steht. Das
letzte Getriebe 25 wirkt auf ein Zahnrad 37 ein, an dem ein auf einer Skala 38 spielender
Zeiger 39 angebracht ist. Die vier Elektromagnete 26 bis 29 werden von je
einer nicht gezeichneten, durch Fühlhebel oder Tasten betätigten Kontaktanordnung
gesteuert. Die vier Fühlhebel eines Magnetsatzes können in bekannter Weise an der
Unterseite der Kartenführung der Maschine angeordAet sein. Diese vier Fühlhebel
sind ebenso wie die zugehörigen Elektromagnete 26 bis 29 beispielsweise für die
vier Kombinationswerte i, 2, 4 und 8 bestimmt, aus denen die Zahlenwerte von i bis
g gebildet werden können. Dabei ist der Elektromagnet 26 dem Fühlhebel oder der
Taste für den Wert i, der Magnet 27 dem Fühlhebel oder der Taste für den Wert 2
und der. Magnet 28 dem Fühlhebel oder der Taste für' den Wert 4 usw. zugeordnet.
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Die neue Steuereinrichtung wirkt in folgender Weise. Wird der Elektromagnet
26 erregt, so zieht sein Anker 30 an und dreht das Differential
um
einen Betrag in der eingezeichneten Pfeilrichtung. Diese Bewegung des Teiles 5 des
Differentials wird durch das Zahnrad 34 auf das Segment 14 des nächsten Getriebes
23 übertragen. Infolge der Differentialwirkung dreht sich der Teil s dieses Getriebes
nur um die Hälfte der Bewegung, der auf den Teil 1q. vom Getriebe 22 übertragen
wurde. Beim nächsten Getriebe 24. wird von dieser Bewegung wiederum nur die Hälfte,
also ein Viertel der ursprünglichen Bewegung auf das letzte Getriebe 25 übergeführt,
und dieses übermittelt davon die Hälfte, also ein Achtel dem Zahnrad 37. Die Skala
38 ist so geteilt, daß der Zeiger bei der eben übertragenen Bewegung sich auf den
Zahlenwert i einstellt. Wenn man den Elektromagneten 27 erregt, so wird der Zeiger,
wie leicht einzusehen, sich auf die Zahl 2 einstellen, da die Bewegung der Anker
sämtlicher Elektromagnete gleich groß ist, aber in diesem Falle eine Halbierung
durch das erste Differential 22 nicht stattfindet. Würde man den Elektromagneten
28 erregen, so wird die Bewegung seines Differentials nur einmal durch das folgende
und letzte Differential 25 geteilt, so daß sich der Zeiger auf den Wert 4. einstellt.
Das letzte Differential stellt bei Erregung seines Elektromagneten 29 den Zeiger
auf 8, da die Bewegung ohne Teilung auf den Zeiger übertragen wird. Mittels der
Kombinationszahlen =, 2, q, 8 läßt sich jeder Zahlenwert von i bis 9 zusammenstellen.
Will man z. B. den Zeiger39 auf denWV ert3 einstellen, so wird der Elektromagnet
26 und 27 erregt. Der erste überträgt mittels des Getriebes 22 den Wert i, zu dem
die Einstellung 2 des Getriebes 23 addiert wird. Den Zahlenwert 5 erzielt man durch
Bewegen der Getriebe 22 plus 2q., den Zahlenwert 6 durch Getriebe 23 plus 2.4, den
Zahlenwert 7 durch Getriebe 22 plus 23 plus 24 USW.
Zur Übertragung von Minuswerten
können zwischen Zahnrad 37 und dem vorangehenden Differential umsteuerbare Wende-
oder Differentialgetriebe vorgesehen werden. Es ist auch möglich, die Elektromagnete
oder deren Anker so einzurichten, daß eine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung der
Differentialgetriebe erreicht werden kann.