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Schaltvorrichtung für Nähmaschinenapparate Die vorliegende Erfindung
betrifft eine Schaltvorrichtung für alle Nähmaschinenapparate, insbesondere aber
für Knopflochapparate, die beim Abwärtsgang der Nadelstange dem Schalthebel eine
Zusatzbewegung erteilt, wodurch der nutzbare Schaltwinkel für das Schaltgesperre
vergrößert wird.
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Bei den bisher bekannten Apparaten, wie Zickzack- und Knopflochapparaten,
beispielsweise nach Patent 496678 wird der Stoff vom Apparat dann verschoben,
wenn die Nadelstange aufwärts geht. Dabei wird von der Nähmaschine der Schlung gebildet,
und der Faden liegt beim Aufwärtsgang der Nadelstange um das Schift und wird von
diesem erst freigegeben, wenn die Nadelstange ihre höchste Stellung erreicht hat.
In diesem Moment erfolgt auch vom Fadenhebel der Fadenanzug, der die Verknotung
des Ober- und Unterfadens herbeiführt.
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Ist die Nadel aus dem Stoff herausgetreten, dann wird vom Schaltgesperre
der Stoff für den neuen Nadeleinstich verschoben, wobei der Oberfaden um die Kante
des Stichloches gezogen wird. Beim nachfolgenden Fadenanzug wird dementsprechend
der Oberfaden sehr stark beansprucht und reißt sehr oft, zumal die Oberfadenspannung
beim Knopflochnähen sehr straff sein muß, um den U nterfaden heraufzuziehen. Die
Bildung des Knopflochstiches wird deshalb beim Nähen mit Anbauapparaten auf der
Haushaltmaschine, die nach diesem Prinzip arbeitet, unregelmäßig und unschön. Es
ist deshalb günstiger, wenn der Apparat den Stoff beim Abwärtsgang der Nadelstange
verschiebt. In diesem Falle ist die Stichbildung und der Fadenanzug bereits erfolgt,
und der Oberfaden wird vor dem neuen Einstich der Nadel vom Fadenhebel freigegeben,
wie dies bei jedem Nähen auf der Haushaltmaschine zur Erzielung einer guten Naht
notwendig ist. Erfolgt jetzt der Fadenanzug, dann liegen Nadeleinstich und Stichloch
in einer Flucht, und der Oberfaden kann leicht angezogen werden. Bei dieser Schaltung
bekommt man ganz einwandfreie Knopflöcher, weil die Verschiebung des Stoffes durch
den Apparat zur gleichen Zeit mit der Vorwärtsbewegung des Stoffschiebers der Nähmaschine
erfolgt.
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Bei der Ausbildung des Schaltgesperres stellen sich aber bei dieser
Schaltung erhebliche Schwierigkeiten entgegen, weil der zur Sicherheit erforderlich--
Einklinkweg der Schaltklinke für das Schaltrad vom nutzbaren Schaltwinkel des Gesperres
verlorengeht. Die Steigung der Trommelkurve, welche dem Knopflochapparat die Querbewegung
erteilt, muß dann so klein gewählt werden, daß sich der Knopflochapparat nur schwer
und hart schalten läßt.
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Diese Nachteile sind bei den bekannten Apparaten, die beim Aufwärtsgang
der Nadelstange den Stoff verschieben, nicht vorhanden, weil beim Beginn der Schaltung
des Schaltgesperres die Nadel sich noch im Stoff befindet und der nutzbare Schaltweg
erst dann
kommt, wenn die Nadel den Stoff verläßt. In diesem Falle
kann der nutzbare Schaltweg voll ausgenutzt werden. Diese Apparate haben aber, wie
schon eingangs erwähnt, den Nachteil, daß das Knopfloch sehr unregelmäßig ausfällt.
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Durch die vorliegende Erfindung werden die vorstehenden Nachteile
behoben, indem die Schaltbewegung durch die abwärts gehende Nadelstange erfolgt
und die an der Nadelstange angreifende, entweder gerade oder kurvenförmig ausgebildete
Kulisse des Schalthebels schräg abwärts zum Schwingungsradius des Schalthebels geneigt
ist, wodurch dem Schalthebel eine Zusatzbewegung erteilt wird, die den nutzbaren
Schaltwinkel für das Schaitgesperre vergrößert.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung dienen die Abbildungen auf der
Zeichnung: Abb. i eine Ansicht des Schaltgesperres, Abb.2 die Nadelstange in höchster
Stellung, Abb.3 die Nadelstange beim Einstich in den Stoff, Abb. ¢ die Nadelstange
in tiefster Stellung, Abb.5 eine schematische Darstellung des Schalthebels mit gerader
Kulissenstellung, Abb.6 eine schematische Darstellung des Schalthebels mit schräger
Kulissenstellung, Abb. 7 .Teil eines Sc halthehels mit kurvenförmiger Kulisse.
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Der Schalthebel i schwingt um den im Apparat befindlichen Lagerbolzen
2, auf dem die bekannte Trommelkurve für die Querbewegung des Knopflochapparates
befestigt ist. Fest mit dem Lagerbolzen verbunden ist das Schaltrad 3, das von der
Schaltklinke q angetrieben wird. Die Feder 5 drückt dabei die Schaltklinke q. immer
in das Schaltrad hinein. Der Schalthebel i erhält seine schwingende Bewegung von
der auf- und abwärts gehenden Nadelstange 6, die den Schalthebel durch den Nadelhalter
7 antreibt. Der zylindrische Ansatz 8 greift dabei in die Kulisse 9 des Schalthebels
ein und gleitet entsprechend dem Kreisbogenausschlag in der, Kulisse, Der zur Verfügung
stehende Nutzweg I für die Schaltung des Gesperres ist gleich der Entfernung zwischen
der höchsten Stellung der Nadelstange (Abb.2) und der Stellung, wo die Nadel beim
Abwärtsgang auf den Stoff trifft, der auf der Stichplatte 12 des Apparates liegt
(Abb. 3). In dieser Zeit kann nur der Stoff durch die Trommelkurve -des Apparates
verschoben werden. Dieser Weg muß so groß als möglich sein, um die anderen Konstruktionselemenfe
in ihren Abmessungen günstig zu gestalten, während der= weitere Weg II der Nadelstange
bis zur tiefsten Stellung (Abb. ¢) klein sein kann, da ja hier keine Verschiebung
des Stoffes vorgenommen werden darf, weil die Nadel im Stoff und in der Stichplatte
13 der Nähmaschine eingetreten ist. Die in Abb. i gestrichelt gezeichneten
Stellungen des Schalthebels zeigen die entsprechenden Nadelstangenstellungen der
Abb.3 und q. an.
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Zeigt nun die Kulisse 9 in der Verlängerung in den Drehpunkt i i (Abb.
5), der dem Lagerbolzen 2 (Abb. i) entspricht, dann ist der Nutzweg I und der Leerweg
II gleich, wenn der Drehpunkt i i des Schalthebels i in der Mitte des Gesamtweges
liegt. Demzufolge sind auch die beiden Schaltwinkel a gleich.
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Steht aber die Kulisse 9 schräg abwärts zum Schwingungsradius des
Schalthebels, wie Abb.6 zeigt, dann bekommt der Schalthebel eine Zusatzbewegung,
die den Schaltwinkel b für den Nutzweg I vergrößert, während der Schaltwinkel c
für den Leerweg II verkleinert wird. Je schräger nun die Kulisse zum Schalthebel
geneigt ist, je größer also der Winkel a ist, um so größer ist auch der Schaltwinkel
b für den Nutzweg I. Die Grenze für die Vergrößerung des Schaltwinkels ist dann
erreicht, wenn der Angriff in der Kulisse zum Drehpunkt i i und zur senkrechten
Abwärtsbewegung der Nadelstange einen rechten Winkel bildet. Bei der Weiterschaltung
über den ' rechten Winkel bleibt der Schaltwinkel c des Schalthebels relativ zurück;
weil der Angriff der Nadelstange in der Kulisse sich in der abwärts geneigten Kulisse
ausläuft. Würde z. B. die Kulisse so geneigt sein, daß sie in Richtung der abwärts
gehenden Nadelstange verläuft, dann würde der Schalthebel i überhaupt nicht mehr
geschaltet werden können.
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Die in der Abb.7 abgebildete kurvenförmige Kulisse würde also im ersten
Teil der Abwärtsbewegung der Nadelstange dem Schalthebel eine Zusatzbewegung erteilen
und bei der weiteren Abwärtsbewegung im letzten Stück überhaupt keine Bewegung des
Schalthebels mehr herbeiführen, weil die Kurve im letzten Teil fast parallel zur
Nadelstangen bewegung gerichtet ist. Würde die Kurve in Abb. 7 aber so verlaufen,
daß sie einen Kreisbogen bildet, dann würde der Schalthebel auch noch im letzten
Stück bewegt werden, weil die Kurve noch nicht mit der abwärts gehenden Nadelstange
parallel läuft, sondern immer noch einen bestimmten Winkel bildet.
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Durch diese verschiedene kurvenförmige Ausbildung der Kulisse ist
es möglich, daß der Nähmaschinenapparat der Eigenart jeder Maschine angepaßt werden
kann.