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Vorrichtung zur Herstellung einer Chenille-Vorware o. dgl. mit eineryFörderbandeinrichtung
für die Schußfäden, die zwei Nadelreihen einzeln zugeführt und in Naschenstäbchenreihen
eingebunden werden Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung einer
Chenille-Vorware o. dgl., bei der Eintrag- oder Schußfäden mittels einer Förderbandeinrichtung
zwei Nadelreihen einzeln zugeführt und in Maschenstäbchenreihen eingebunden werden.
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Gemäß der Erfindung wird ein Vielfachfadengreifer angewendet, der
jeweils während des Einbindens einer bestimmten Zahl von Schußfäden abschnittweise
eine ganze Gruppe dieser Fäden erfaßt, vorzieht und auf das Förderband legt. Das
Förderband wird dabei an der Fadenzufuhrseite in Abschnitten und an der Abgabeseite
in kleinen Einzelschritten geschaltet.
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Durch die Erfindung wird es möglich, die Eintrag- oder Schußfäden
mit erheblich größerer Geschwindigkeit zuzuführen, als es bisher möglich war, und
dadurch die Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine wesentlich zu steigern.
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Die Erfindung ist durch die Zeichnung beispielsweise dargestellt,
und zwar ist Abb. i und i a eine Endansicht der Vorrichtung in Verbindung mit einem
Jacquardwerk, Abb. a eine Rückansicht in Zuordnung mit einer Maschenbildungs- oder
Häkelvorrichtung, Abb.3 ein Aufriß eines Teiles der Vorrichtung, wobei Teile ausgelassen
und der Deutlichkeit halber weggebrochen sind; Abb. q. ist ein zugehöriger Grundriß
gleichfalls unter Weglassung von Teilen; Abb. j und 6 geben Aufrisse eines Kurvenscheibengetriebes
; Abb.;, 8 und 9 sind im rechten Winkel zueinander genommene Darstellungen des Oberteiles
einer Auslese- oder Wählvorrichtung Abb. io ist eine Einzeldarstellung, die die
Greifereinrichtung im Grundriß wiedergibt; Abb. i i bis 13 sind Schnitte nach den
Linien XI-XI, XII-XII und XIII-XIII der Abb. io, wobei Abb. ia einige Teile in anderer
Lage wiedergibt; Abb. 1q. und 15 sind Einzeldarstellungen der Förderkette; Abb.
16 ist ein waagerechter Schnitt durch Zwischenteile zweier Wählvorrichtungen, Abb.
i7 ein Schnitt nach LinieXVII-XVII der Abb. 16; Abb. 18, ist ein Schnitt nach Linie
XVIII-XVIII der Abb. 17 und Abb. ig eine Einzeldarstellung der die Fäden
abschneidenden Messer; Abb. 2o bis 23 sind schematische Darstellungen für
die einzelnen Schritte der Maschenbildung.
In den Zeichnungen ist
nur so viel von dem an sich bekannten Jacquardwerk gezeigt, wie für das Verständnis
im Zusammenwirken mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung notwendig ist.
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Das Jacquardwerk (Abb. i a) das im ganzen mit J bezeichnet ist, besitzt
den üblichen auf und ab beweglichen Messerkasten 2o, den waagerecht hin und her
verschiebbaren Kartenzylinder 2i, Nadeln 22 sowie Hakenplatinen 23 mit den Platinenschnüren
24. Beim Betrieb werden alle Nadeln 22 bis auf eine in jeder lotrechten Reihe bei
jedem Hinundhergan:g des Kartenzylinders 21 nach links verschoben, und zwar nach
Maßgabe der jacquardkarten 25, wodurch einer der Haken in einer Stellung belassen
wird, in welcher er durch eins der Messer 26 erfaßt wird, wenn der Messerkasten
2o emporgeht. Der so angehobene Haken wird vom Platinenboden27 abgehoben und nimmt
die zugehörige Platinenschnur 24 mit sich.
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Die dargestellten Hauptteile des Maschen-und Einbinde-#verkes K sind
in üblicher Weise eine Reihe von Hakennadeln (latch-needles) 30 und eine
Reihe Lochnadeln 31, durch welche die Kettenfäden t' den Häkelnadelni 30 zugeführt
werden, die zusammen mit einer Reihe von Zuführern 32 arbeiten, die in einer im
folgenden beschriebenen Weise die Schußfadenstücke einzeln den Nadeln
30 vorlegen. Die Bildung der Maschenstäbchenreihen mit den eingebundenen
Schußfäden wird später noch näher erläutert. Der üblichen Barre 33 mit den Lochnadeln
3 1 wird in bekannter Weise eine etwas kreisförmige Bewegung erteilt, die
die Lochnadeln 31 veranlaßt, die Kettenfäden t1 in geeigneter Weise um die Nadeln
3o herumzulegen, um die Maschen zu bilden. Die Nadeln 3o gehen durch Schlitze 34a
der Nadelplatte 34 hin und her, und die fertigen Maschenstäbchen mit den eingebundenen
Schüssen laufen darüber hinweg. Die Bewegungen der verschiedenen Teile der Häkelvorrichtung
werden sämtlich in bekannter Weise von Hubscheiben auf einer umlaufenden Hauptwelle
35 abgeleitet. Die Schußfadenvorleger 32 werden durch Schwingarme 32a auf einer
Schwingwelle 36 abgestützt, die mit Exzenterstangen 37 durch Kurbelarme 36a
verbunden ist, und die Nadeln 3o werden durch eine Stange 3oa auf einer lotrecht
beweglichen Welle 38 vor- und zurückbewegt, die zwischen Exzenterstangen 39 befestigt
ist.
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Die Einrichtung zur Zuführung der Schüsse unter Steuerung des Jacquardwerkes
J zu den Nadelreihen besteht aus der Auslese-oder Wähleinrichtung S (Abb. i) mit
einer Mehrzahl von senkrecht beweglichen Fadenführerstangen 40, einem Greifer G
mit einem Paar Backen 41, 42 und einer Fördereinrichtung C, zu der ein Paar im Abstande
angeordneter Ketten 43, 44 gehört.
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Diese Teile werden durch Seitenrahmen 45 abgestützt, die am Rahmen
46 der Häkelmaschine befestigt sind. Die Stangen 40 sind in ortsfesten Führungsleisten
47 (Abb. 3) und in -beweglichen Führungsleisten 48 geführt. Der Vielfachfadengreifer
G ist auf Führungsklötzen 49, 5o befestigt, welche auf Stangen 51' verschiebbar
sind, die obere Fortsätze 52 der beiden Rahmen 45 überbrücken. Die Förderketten
43, 44 werden durch Paare von Kettenrädern 53, 54, 55 getrieben, die auf Wellen
56 bzw. 57, 58 sitzen, welche sich in Lagern 59 drehen.
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Jede Stange 40 (Fadenzuführer) besitzt am oberen Ende eine Mehrzahl
rechteckiger Öffnungen, in deren jeder eine in einer Richtung sperrende Platte 6o
(s. besonders Abb.7, 8 und 9) um Drehzapfen 61 drehbar gelagert ist. Jede Platte
6o wird durch eine Feder 62 in ihre öffnung gedrückt. Vor der Unterseite jeder Öffnung
ist eine Fadenführungsröhre 63 angebracht. Die Fäden zu', die beispielsweise von
nicht dargestellten Spulen durch irgendwelche Führungsmittel zugeführt werden, werden
durch die rechteckigenöffnungen und die Führungsröhren 63 unter den Verschlußplatten
6o hindurchgeführt und durch die Platten 6o unter Wirkung ihrer Feder 62 gegen den
Öffnungsboden gedrückt. Infolge dieser Anordnung können die Fäden frei durch die
öffnungen unrd die Führungsröhrchen 63 gezogen werden, sind aber gegen Rückwärtsbewegung
gesperrt.
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Die Greifer G besitzen, wie erwähnt, einen unteren Backen 4i und einen
oberen Backen 42 (Abb. io bis i3). In der Darstellung sind einige Enden von mit
w$ bezeichneten Fäden zwischen den Backen eingespannt. Der untere Backen 41 ist
starr an den Führungsklötzen 49, 5o befestigt, während der obere Backen 42 an seinem
Ende in Lappen 64 des Backens 41 drehbar gelagert ist und durch Federn 65 (Abb.
13) gegen den Backen 41 gedrückt wird; die Stärke der Federandrückung kann durch
Muttern 66 geregelt werden. Der obere Backen 42 besitzt eine Fangnase 67, die mit
einem Abzug oder Sperrhaken 68 zusammenwirkt, der verschwenkbar in einer Aussparung
einer Haube 69 des Führungsklotzes 50 liegt und den ständig eine Feder
70 in einer Richtung gesperrt hält. Die Zusammenarbeit des Hakens 67 und
des Abzuges 68 ist derart, daß bei Anheben des oberen Backens 42 durch eine Stange
7 i der Haken 67 in der in Abb. 12 veranschaulichten Weise am federnden Abzug 68
v orbeigleitet und sich dann einhakt. Der Abzug 68 arbeitet
ferner
mit einem festen, aber einstellbaren Widerlager 72 (Abb. 1, .4) zusammen, das den
Abzug 68 erfassen und so verstellen kann. (laß der Haken 67 ausgelöst wird, wodurch
dem Backen 42 gestattet wird, sich in Richtung auf den Backen 41 unter Wirkung der
Feder 65 schließend zu bewegen (Abb. 13).
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Die Förderketten 43, 4.4 bestehen aus Paaren von Gliedern 8o, 81 und
verbindenden Bolzen 8-a (Abb. 14, 15). Die Glieder 8o an der äußeren Seite jedes
Paares sind mit einem Vorsprung 83 versehen, der eine Aussparung 84 zur Aufnahme
der Enden der Fadenlängen besitzt. Schienen 85 (Abb. 2) dienen zum Stützen und Führen
der unteren Kettentrume. Die Ketten bewegen sich gemeinsam aufwärts um die Kettenräder
53, danach unter den Führungsstangen 51 entlang, weiter über die Kettenräder 54,
sodann abwärts um die Kettenräder 55 an den Nadelreihen vorbei und kehren dann über
die Schienen 85 zu den Rädern 53 zurück.
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Die Höhenlagen der einzelnen Stangen 4o «-erden durch ein Jacquardwerk,
und zwar durch eine Anzahl von Anschlägen go bestimmt, die mit Fortsätzen q1 der
Platinenschnüre 24 verbunden sind. Diese Verlängerungsschnüre 9i sind über Schnurführungen
92a, 92, 92c geleitet. Jeder Fadenzuführer 4o besitzt etwa inmitten seiner
Länge eine Schulter 93 (Abb.18), die mit einer senkrechten Reihe derAnschlägego
zusammenarbeitet. Jeder dieser Anschläge wird waagerecht in einer Aussparung in
einer Platte 9.l geführt und ist mit einer hakenartigen Stange 95 ausgerüstet, die
frei durch eine Stirnplatte 96 hindurchgeht und an der die Schnur 91 angreift. Die
Anschläge go werden durch Federn 97, die die zugehörigen Stangen 95 umschließen,
nach rückwärts gedrückt. Wenn eine Stange 4o auf eine bestimmte größte Höhe durch
die Führungen 47, 48 angehoben und dann fallen gelassen wird, geht er so weit nach
unten, bis -seine Schulter 93 den betreffenden Anschl.aggo trifft, der im
betreffenden Augenblick durch die entsprechende Schnur g1 gerade nach vorn gezogen
ist. Dadurch kann. jedes Führungsröhrchen 63 mit seinen vorspringenden Fadenenden
Zt"2 in die Ebene der Greiferbacken 41, 42 gebracht werden.
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Die einzelnen Teile der Vorrichtung werden von einer Nockenwelle ioo
und einer zweiten -Nockenwelle ioi (Abb. 2 und 4) angetrieben. Beide Nockenwellen
werden von der Hauptwelle 35 der Häkelmaschine k aus mit verringerter Geschwindigkeit
angetrieben, und zwar die Welle ioo durch die Schraubenräder 102 bis los und eine
Vorgelegewelle loh (Abb. 4) und die Welle ioi durch ein Schneckenradgetriebe
107, 1o8. Die Nockenwelle ioo besitzt sechs Nocken log bis 1114 (Abb. 5 und
6), die Nockenwelle ioi nur einen einzigen Nocken 115.
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Der Nocken log hat der Förderkette C schaltweise Bewegungen zu erteilen,
um aufeinanderfolgende Abschnitte der Ketten 43, 44 in Deckung mit den Fadenträgerstangen4o
zu bringen. Der Nocken log arbeitet mit einer Rolle 12o eines Hebels 121 zusammen,
der an seinem unteren Ende an ein feststehendes Lagerauge 122 angeschlossen ist
(Abb. 2) ; die Rolle iao wird durch eine Feder 123 in Anlage am Nocken gehalten.
Der Hebel 121 ist am oberen Ende durch einen Lenker 124 mit einem Arm 125 verbunden,
der frei in einem Lagerauge 126 drehbar ist. Der Arm 125 ist mit einem kleinen Gehäuse
127 versehen, in welchem sich ein unter Federwirkung stehender Kolben 128 befindet,
der mit einem gekerbten oder verzahnten Ring 129 (Abb. 4) eines Zahnrades 13o zusammenwirkt.
Zahnräder 131, 132 auf den Wellen. 56, 57 der Kettenräder 53, 54 von dem Übersetzungsverhältnis
2 : i sind mit dem Stirnrad 130 in Eingriff. Der Arm 125, der vom Nocken log Schwingbewegungen
empfängt, die über 45° umfassen, erteilt dem Ring 129 und dem Stirnrad 13o wiederkehrende
Schrittschaltbewegungen um 450 in Richtung des Pfeiles, so daß den Stirnrädern 131,
132 und den Kettenrädern 53, 54 Drehungen um 9o° in entgegengesetzter Richtung erteilt
werden.
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Die Aufgabe des Nockens i io (Abb. 1, 2) ist die Steuerung von zwei
Preßstangen 14o, 141, die auf die vorgezogenen Fadenteile w3 pressend einwirken,
welche zwischen den Backen 41, 42 erfaßt sind; sie zwingen diese Teile dadurch,
in die Aussparungen 84 in den Gliedern der Ketten44 einzutreten, die zu der betreffenden
Zeit in Deckung mit den Fadenauswählstangen 4o liegen. Die Eindrücker 14o, 141 werden
durch Paare von Armen 142 einer Welle 143 getragen, welche in Lagern 144 einer Stütze
145 drehbar ist, das die Rahmenverlängerungen 52 an der Hinterseite des Rahmens
überbrückt. Die Welle 143 besitzt eine Kurbel 146 (Abb.2), die durch einen Lenker
147 mit einem Ende eines Winkelhebels 148 verbunden ist. Das andere Ende dieses
Hebels, der bei 149 an dem Seitenrahmen 1.15 gelagert ist, trägt eine Rolle
150
(Abb. 2), die durch eine Feder 151 gegen den Nocken i io gepreßt wird.
Bei jedem vollen Umlauf des Nockens iio werden die Stangen 40 und 141 oberhalb der
Teile z& gesenkt und gehoben..
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Der Nocken i i i hat das Öffnen des Greifers G zu bewirken. Gegen
den Nocken i i i liegt eine Rolle 16o an, die an einem Ende des Winkelhebels 161,
der bei 162 an dem Seitenrahmen 45 gelagert ist und der am anderen
Ende
an der Stange 7 1 angelenkt ist. Die Feder 151, welche die Hebel 148 und 161 verbindet,
drückt die Rolle 16o gegen den Nocken i i i. Die Stange 71 ist in einer ortsfesten
Buchse 163 geführt. Bei jeder Bewegungsfolge läßt der Nocken 11i die Stange 71 emporgehen
und einen Vorsprung 164 am oberen Backen42 treffen, wodurch dieser vom unteren Backen
41 abgehoben wird.
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Der Nocken (Kurvennutscheibe) 112 hat einen Satz Messer 170 (Abb.
3, 4 und i9) zu steuern, um die Fäden w2 abtrennen zu können, nachdem sie durch
die Führungsröhrchen 63 hindurch um das volle Maß der Bewegung des Greifers G vorgezogen
sind. Die Messer sind an einer Stange 171 (Abb. i9) befestigt, die in einem Schlitz
einer Schiene 172 gleitet. Sie arbeiten mit Zähnen 173 der Schiene 1722 zusammen.
Die Gleitstange 171 ist durch einen Lenker 174 mit dem Oberende eines bei 176 an
den Stirnseitenrahmen gelagerten Hebels 175 verbunden. Das untere Ende des Hebels
175 ist einstellbar mit einem Gabelhebel 177 verbunden, dessen Gabel 177a (Abb.
6) die Welle ioo bügelartig umgreift und eine Rolle 178 trägt, die in die Kurvennut
i i2a eingreift. Die Kurvennut bewegt bei jedem Arbeitsgange die Messer 17o einmal
hin und her an den Zähnen 173 vorbei. Dadurch werden die Fäden w2, welche in den
Vertiefungen zwischen den Zähnen liegen, abgeschnitten, so daß frische, Fadenenden
aus den betreffenden Führungsröhrchen 63 vorspringen.
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Der Nocken 113 (Abb. 5) hat sämtliche Wählerstangen 4o zu senken,
damit die Fäden, die ausgewählt worden sind, in die Aussparungen zwischen den Zähnen
173 gesenkt und gleichzeitig in die benachbarten Aussparungen 84 der Kette 43 hineingezogen
werden. Auf den Nocken 113 läuft eine Rolle 18o (Abb. 5) an einem Ende eines bei
182 an einem lotrecht zwischen den Stirnseitenrahmen 45 sich erstreckenden Träger
183 gelagerten Hebels 181. Die Rolle i8o wird durch eine Feder 184 in Anlage am
Nocken gehalten. Das andere Ende des Hebels 181 ist durch Langloch und Stift 185
mit der unteren Querschiene 186 der Führungsplatten 94, 96 für die Anschläge 9o
verbunden. An der oberen Seite werden die Platten von einer Querschiene 187 getragen,
die zusammen mit der Tragstange 186 auf senkrechten Stangen 188 gleitbar sind. Die
Schultern 93 der Wählerstangen 4o sitzen für gewöhnlich auf den Anschlägen 9o auf,
so daß durch Senken der Anschläge, das durch den Nocken 113 bei jeder Umdrehung
der Welle ioo einmal erfolgt, auch die Fadenauswahlstangen 4o gesenkt werden.
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Der Nocken 114 (Abb. 5) hat sämtliche Stangen 4o einmal bei jedem
Arbeitsgang auf ihre größte Höhe zu heben und sie dann fallen zu lassen, bis ihre
Schultern 93 auf die Anschläge 9o treffen, die vom Jacquardwerk ausgewählt sind.
Mit dem Nocken, 114 arbeitet die Fühlrolle igo (Abb. 5) an einem Ende des Hebels
igi zusammen, der bei 192 in einem vom oberen waagerechten Träger 45 an der Stirnseite
abwärts reichenden Lagerteil 193 drehbar ist. Die Rolle igo wird durch eine Feder
194 gegen den Nocken gedrückt. Der Hebel i9@i hat am anderen Ende eine einstellbare
Langloch- und Stiftverbindung 195 (Abb. 3) mit einer Platte 196, die an der schon
erwähnten Führungsleiste 48 sowie einer unteren Querschiene 197 befestigt ist. Die
Schienen 48 und 197 sitzen verschiebbar auf den Stangen 188. Wie -dargestellt, besitzt
jeder Wähler 40 eine Nase 198, die mit der Schiene 48 zusammenwirken kann. Wenn
der Nocken 114 die Schiene 48 emporgehen läßt, so wirkt diese auf die Nasen 198
und hebt die Wähler aus den Stellungen empor, in denen sie durch die Anschläge 9o
festgehalten werden.
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Die Nockenscheibe i 15 (Abb. 2, 4) hat den Greifer G längs Führungen
51 hin und- her zu bewegen. Zu diesem Zweck sind die Führungsklötze 49, 5o die die
Greifbacken 41, 42 tragen, je mit einem Klemmstück Zoo versehen, durch das einer
von zwei Zugdrähten toi an dem betreffenden Klotz befestigt ist. Jeder Draht toi
führt um Führungsrollen 2o2 zu einem von zwei Rädern 2o3, um die er herumgeschlungen
ist. Die Räder 2o3 sitzen auf einer Welle 204 fest, die in ruhenden Lagern 2o5 (Abb.
i) drehbar ist. Offenbar wird eine Vor- und Rückwärtsbewegung der Welle 204 und
der Räder 2o3 zu einem Hinun.dhergang der Greifer G führen. Ein auf der Welle 204
angeordnetes Stirnrad 2o6 ist in Eingriff mit einem verzahnten Sektor
207, der bei 2o8 drehbar gelagert ist (Abb. i). Ein am Sektor 207
befestigter Arm 2o9 ist mit einer Gabelstange 2io in Verbindung, deren Gabelende
2ioa die Welle ioi bügelförmig umgreift. Eine Rolle 2i i am Ende 21oa spurt in der
exzentrischen Kurvennut i i5a. Bei jeder Umdrehung wird der Sektor 2e7 und mit ihm
das Zahnrad 2o6 hin und her gedreht, und der Greifer wird infolgedessen von einem
Ende zum andern der Führungen 51 hin und her bewegt.
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Die Kettenräder 55, die die Förderketten C an der Knüpfvorrichtung
K vorbeizuführen haben, erhalten eine schrittweise Drehbewegung, welche die Gliederpaare
jeder Kette in Aufeinanderfolge in eine Linie mit den Nadelreihen bringt. Wie die
Abb.4 zeigt, ist die Welle 58 der Kettenräder 55 mit einem Schaltrad 22o versehen,
das durch eine
Klinke 22r schrittweise fortgeschaltet werden kann.
Die Klinke ist an einem Ende eines Hebels 222 drehbar, der sich frei auf der Welle
58 drehen kann. Am andern Ende ist der Hebel .L/22 mit einem Gabelglied 223 verbunden,
das bügelförmig die Hauptwelle 35 umgreift und eine Rolle 224 trägt, die in einer
Kurvennut eines Exzenters 225 der Welle 35 spurt. Der Hebel 222 empfängt eine regelmäßige
Schwingbewegung vom Nocken, und infolgedessen werden die erforderlichen Drehbewegungen
auf die Kettenräder 55 übertragen. AmSchaltrad22o greift, wie üblich, eine Gegenklinke
226 an. Die Schaltung ist derart, daß die Kettenräder so viel Schaltschrittbewegungen
bei jeder Arbeitsfolge erfahren, wie Wähler 4o vorhanden sind (im Beispiel acht).
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Es sei nunmehr eine Arbeitsfolge beschrieben: Der -Nocken 114 hebt
alle Wählerstangen .Io in ihre Höchstlage. Eine Jacquardkarte 25 wird durch das
Kartenprisma 2i gegen die Nadeln 22 gedrückt. Danach hebt sich der Messerkasten
2o an und zieht einen ausgewählten Anschlag, z..B. goa (Abb. i), einer jeden senkrechten
Anschlagsreihe in Arbeitslage. -Nach einer kurzen Pause, während welcher die erwähnte
Anschlagsauswahl erfolgte, gestattet der Nocken 114 den Wählern, langsam zu fallen,
bis ihre Schultern 93 die ausgewählten Anschläge treffen und sich darauf
aufsetzen. Bei dieser Stellung der Wähler ist eine waagerechte Reihe von Führungsröhrchen
63 in der Ebene des Greifers G, der in der Zwischenzeit, gesteuert durch den Nocken
i 15, mit offenen Greifhacken gegen die Wähler vorrückt. Gerade wenn der
Greifer G im Begriff ist, seine Bewegungsrichtung zu ändern, trifft der Abzug 68
den Anschlag 72, was bewirkt, daß der Greiferbacken 42 gegen den Backen 41 niederschnappt
und die kurzen Fadenenden w= erfaßt, die aus den Führungsröhrchen 63 der eingestellten
Reihe nach vorn ragen. Der Greifer G wird nunmehr zurückgezogen und zieht die Fadenenden,
die er erfaßt hat, durch die verschwenkbaren Sperrplättchen 6o hindurch. Wenn der
Greifer G das hintere Ende seiner Bahn erreicht, kommt er zum Stillstand. Dabei
«-erden die Druckstangen 140, 141 durch ihren Nocken iio veranlaßt, -sichauf die
ausgezogenen Schußfäden w3 zu senken und ihre vorderen Enden in die Aussparungen84
der Kette44 zu drücken. Gleichzeitig werden alle Wähler 4o durch den Nocken 113
um ein kurzes Stück gesenkt, und infolgedessen werden die Schußfäden kurz vor den
Wählern 4o in die Aussparungen 84 der Kette 43 und auch in die Lücken zwischen den
Zähnen 173 gezogen. Gleich danach gleiten die Messer i7o über die Zähne
173 unter Einwirkung des Nockens zig, und auf diese Weise werden die Schußfäden
w3 abgetrennt, und es bleibt eine frische Reihe von Fadenenden z& für die nächste
Arbeitsfolge. Unmittelbar nach Abtrennung der Schußfäden werden die Greiferbacken
durch den Nocken i i i geöffnet, und die -vorderen Enden der Stücke zu' werden freigegeben.
Wenn der Greifer G wieder vorrückt, veranlaßt der Nocken zog eine Drehung der Kettenräder
53, 53 und 54, 54 um go°. Auf diese Weise wird der Förderabschnitt mit den abgeschnittenen
und die Schüssewl bildenden Fäden um einen Schritt in Richtung auf die Knüpfvorrichtung
K vorgerückt; dabei wird ein frischer Förderabschnitt in Deckung mit den Wählern
vorgerückt, wo er bereit ist, frische Schußfäden w3 aufzunehmen. Inzwischen ist
ein Förderabschnitt, der gerade vor dem liegt, der in dem beschriebenen Augenblick
die Schußfäden w3 empfangen hat, Glied für Glied an der Häkelvorrichtung vorbeigeführt
worden. Jedesmal wenn einer der bei w4 angedeuteten Schußfäden sich in der Linie
der Fadenvorleger 32 befindet, rücken diese vor und erfassen den Schußfaden als
Ganzes und führen ihn vor bis gegen die Kettenfäden t1,, von denen er wie nachstehend
eingebunden wird.
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In den Abb.2o bis 23 sind vier verschiedene Stufen der Maschenbildung
veranschaulicht.
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Abb. 2o zeigt, wie der Schuß ze,4 von dem vorrückenden Fadenzuführer
32 erfaßt ist. Die Nadel ist von der Schlinge L des Kettenfadens t' am Ende des
Maschenstäbchens t= erfaBt. Es werden gleichzeitig mehrere Maschenstäbchenreihen
nebeneinander gebildet.
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In Abb. 2i ist der Schuß w4 vom Zuführer 32 in die vorderste Lage
vorgeschoben worden. Die -Nadel 30 ist zwischen den beiden auseinanderstehenden
Armen 3:2a des Zuführers 32 emporgegangen und im Begriff, den fortlaufenden Kettenfaden
t' zu erfassen.
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In Abb. 2-2 ist der Kettenfaden t1 von dem Haken der Nadel 3o erfaßt
worden, die abwärts durch die Schlaufe l niedergeht,, die allmählich die Zunge 3oa
der Nadel 30 in die Schließlage bringt. Dadurch hat die abwärts gehende Nadel
einen Teil t2 des Kettenfadens um den Schußfaden w4 herumgezogen.
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In Abb. a3 nähert sich die Nadel 30 ihrer tiefsten Lage. Sie
hat den Teil t2 durch die Schlaufe L um den Schuß w4 herumgezogen, der damit völlig
in die Maschen eingeknüpft ist. Die Zunge 30a ist völlig geschlossen, öffnet sich
aber wieder, wenn die Nadel durch die neu gebildete Schlaufe L hindurchgeht.
Der
Zuführer 32 ist inzwischen wieder zurückgegangen. Darauf beginnt das Spiel von neuem.
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Mit w5 sind die in die Maschenstäbchenreihen eingebundenen Schußfadenlängen
bezeichnet.
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Das fertige Gebilde f kann in beliebiger üblicher Weise zwischen den
Maschenstäbchenreihen in Streifen zu Chenille-Vorware zerschnitten werden.
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Es ist hier eine Vorrichtung zur Herstellung von Chenille-Vorware
in allen Einzelheiten beschrieben worden. Doch kann sie allgemein für die Herstellung
von verschiedenen Gewebe- oder Maschengebilden verwendet werden, bei welchen Schüsse
durch adeln eingebracht werden.
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Zur Herstellung von Chenille-Vorware oder von sonstigen i\laschengebilden
einfacher Bemusterung kann statt eines Jacquardwerkes eine andere Auslesevorrichtung
verwendet werden, z. B. eine Stiftkartenkette.
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Bei der Herstellung einfarbiger oder gestreifter Ware kann die jacquardsteuereinrichtung
außer Wirkung gesetzt und die Fäden können durch eine ausgerichtete Reihe von Führungsröhrchen
63 in den Wählern geführt werden. Infolgedessen wird eine Anzahl von Fadenenden
in bestimmtem Abstand und in einer Linie dargeboten werden, und jedesmal. wenn der
Greifer vorrückt, wird er die Fäden erfassen und vorwärts ziehen, so daß sie auf
der Förderkette abgelegt, auf Länge geschnitten und dann zu den Nadeln gefördert
werden.
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Die Kettenfördereinrichtung kann nach Wunsch schmal oder breit sein.
Dementsprechend ist die Greif- und Schneidvorrichtung so angeordnet, daß kürzere
oder längere Schüsse nach Wunsch und nach Maßgabe der herzustellenden Ware entstehen.
Für lange Schüsse können mehrere Ketten oder sonstige Träger in der Fördereinrichtung
sowie entsprechende Vorleger zur Übergabe der Schußfäden an die Nadeln vorgesehen
sein.