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Wäschepresse Die Erfindung bezieht sich auf Wäschepressen, bei welchen
die auszudrückende Wäsche, in einen zylindrischen, gelochten Behälter eingebracht,
durch einen in den Behälter eingeführten Kolben zur Entfernung des Wassers zusammengedrückt
wird. Bei diesen Pressen ist es bekannt, den Preßdruck hydraulisch zu erzeugen,
wobei entweder der die Wäsche enthaltende Behälter oder der Preßkolben relativ zueinander
durch einen aus der Wasserleitung gespeisten Druckzylinder gespeist wird. Die Druckverhältnisse
in dem Wasserleitungsnetz sind aber sehr erheblichen Schwankungen ausgesetzt, und
sie sind auch im Netz selbst unterschiedlich. Die bekannten, aus dem Wasserleitungsnetz
betriebenen Pressen mit einfachem Kolben oder Teleskopkolben ergeben also je nach
dem herrschenden Leitungsdruck einen diesem entsprechenden, sich stets ändernden
größten Preßdruck. Um eine entsprechende Anpassung an verschiedene Druckverhältnisse,
insbesondere bei niedrigen Leitungsdrücken, zu ermöglichen, ist z. B. auch vorgeschlagen
worden, einen oder mehrere Druckzylinder in Nebenanordnung zu benutzen. Ein einwandfreier
Betrieb ist auf diese Weise jedoch nicht gewährleistet, da die Druckschwankungen
des Leitungsnetzes einen sich stets ändernden Enddruck der Presse ergeben, der entweder
zum ordnungsmäßigen Ausdrücken des Preßgutes nicht ausreicht oder aber einen unzulässig
hohen Wert erreicht. Die Erfindung bezweckt nun, diese Nachteile zu beheben und
insbesondere auch bei dem Vorliegen eines niedrigen Druckes in der Speiseleitung
die Erreichung eines gewollten bestimmten Preßdruckes zu sichern.
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Dieser Zweck wird für an die Wasserleitung anzuschließende Wäschepressen
gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß der in dem Preßzylinder durch den Hauptkolben
erzeugte Preßdruck durch einen Differentialkolben erhöht wird, der in dem als Preßzylinder
ausgebildeten Hauptkolben gelagert ist, und beide Kolben nacheinander durch den
Wasserdruck gegenläufig bewegt werden, wobei sich der Differentialkolben mit seinem
im Durchmesser kleineren Kolben unmittelbar in den Zylinderraum des Hauptkolbens
hineinbewegt und auf das in diesem Hauptzylinder abgeschlossene Wasservolumen wirkt
und den Hauptkolben weiterbewegt. Zweckmäßig wird der Hauptkolben als Rohrzylinder
ausgebildet, dessen eines Ende durch einen Zylinderboden abgeschlossen ist und dessen
anderer Zylinderboden, in der Mitte abgedichtet, den im Hauptkolben gelagerten Differentialkolben
mit seinem kleineren, gleichfalls als abgeschlossenen Zylinder ausgebildeten Kolben
durchläßt. Um eine ausreichende zusätzliche Bewegung des Hauptkolbens durch den
Differentialkolben zu erreichen, wird der Hauptzylinder mit einer Zylinderhaube
versehen, in welche der Differentialkolben eintauchen kann. Der an seinem einen
Ende die
Kolbendichtung tragende Rohrschaft des Hauptkolbens wird
in seinem Druckzylinder so geführt, daß ein schmaler Mantelraum gebildet wird, der
am Stirnende des-Druckzylinders gegen den Zylinder des Hauptkolbens abgedichtet
und über ein Absperrorgan an die Wasserleitung angeschlossen ist, so daß durch Füllung
des Mantelraumes ein Rücklauf der Kolben nach dem Preßgang zwangläufig durch den
Wasserdruck erfolgt. Die Leitungswege der Kolbenräume sind so geführt, daß durch
ein als Mehrweghahn ausgebildetes Steuerorgan, an welches die Leitungswege angeschlossen
sind, in dessen einer Endstellung der Wasserzufluß der Speiseleitung abgesperrt
und die Zylinderräume mit dem Auslauf verbunden sind, während in der nächsten Stellung
der Wasserzufluß zum Hauptdruckzylinder freigegeben ist, die Verbindung des Zylinderraumes
vom Differentialkolben mit dem Auslauf aber bestehen bleibt und in einer dritten
Stellung der Zylinderraum des Hauptzylinders abgesperrt und der Zufluß zum Zylinderraum
des Differentialkolbens freigegeben ist.
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Auf der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise
dargestellt. Abb. i zeigt eine Wäschepresse, von der Seite gesehen, im Mittelschnitt
durch die hydraulische Vorrichtung. Abb. a ist eine Seitenansicht der Abb.i. Abb.
3 und q. zeigen das Steuerorgan für die Wasserwege in Vorderansicht und im Grundriß
mit Andeutung der Anschlüsse. Abb. 5 zeigt die hydraulische Vorrichtung für sich
in gegenüber der Abb. i etwas geänderter Ausführung. Abb. 6 zeigt die hydraulische
Vorrichtung nach der Abb. 5 in ihrer Endstellung.
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Mit dem Gestellrahmen a der Presse ist der aus einem Rohr b bestehende
Hauptdruckzylinder verbunden, der unten -durch den Zylinderboden c abgeschlossen
ist, in welchem zentral eine Zylinderhaube d vorgesehen ist. In dem Hauptzylinder
b bewegt sich der gleichfalls als Zylinder e ausgebildete Hauptkolben, dessen untere
Stirnwand f durch dieManschetteg gegen die Zylinderwand b abgedichtet ist. Der zylindrische
Kolbenschaft e ist oben durch die Platte h dicht verschlossen. - In dem zylindrischen
Kolbenschaft e des Hauptkolbens befindet sich der durch eine Manschette i abgedichtete
Kolben k, der mit- seinem. am Stirnende abgeschlossenen Rohrzylinderschaft l einen
Differentialkolben bildet. Der Kolben l ist in einer zentralen Ausnehmung des Zylinderbodens
f des Hauptkolbens durch die Manschetteg des Hauptkolbens abgedichtet geführt. Der
Raum des Druckzylinders b ist durch die Leitung m mit dem als Mehrweghahn
n ausgebildeten Steuerorgan verbunden. Der Raum des Zylinders e ist durch
die nachgiebige Leitung o; die auch aus teleskopartig ausziehbaren Rohren bestehen
kann, gleichfalls mit dem Mehrwegbahn n verbunden. An den Mehrweghahn n ist die
Wasserzuleitung p, beispielsweise durch einen Schlauch, angeschlossen. Ferner ist
mit den Steuerwegen des Hahnes n noch die Auslaufleitung q verbunden. Die
Abschlußplatte h des Zylinders e bildet gleichzeitig die Grundplatte für
die Ablaufschale y, auf welche der die auszudrückende Wäsche aufnehmende, mit gelochten
Wandungen und Handhaben s' versehene Behälter s aufgestellt wird. Die Platte h wird
durch ein mit ihr verbundenes Gleitstück t an den parallel verlaufenden Teilen des
Rahmengestelles a geführt. An dem oberen Gestell ist die Druckplatte u vorgesehen,
welche beim Anheben des Behälters s in diesen eintaucht und die Wäsche zusammendrückt.
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Bei der in den Abb. 5 und 6 gezeigten Ausbildung der hydraulischen
Vorrichtung ist der zwischen den Zylindern b und e gebildete Ringraum
durch die an dem oberen Rand des Zylinders b vorgesehene Manschette v gegen den
Zylinderkolben e abgedichtet. Der Mantelraum ist mit einem Anschluß w versehen,
der mit der Druckleitung über ein Absperrorgan verbunden werden kann, so daß beim
Einströmen von Druckwasser in den Mantelraum der Kolben e, der an seinem unteren
Ende eine Gegenmanschette x trägt,inseine tiefsteStellungzwangläufig zurückbewegt
werden kann. Bei der in Abb. i gezeigten Ausführung ist angenommen, daß sich die
Teile durch ihr Eigengewicht in die Ursprungslage zurückbewegen. Der Druckraum des
Druckzylinders b ist mit einem Überdruckventil y versehen, welches beispielsweise
in die Leitung m eingeschaltet ist, und welches" beim Erreichen des gewünschten
maximalen Preßdruckes im Zylinderraum diesen nach außen öffnet.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende Die Wegführungen in
dem Mehrweghahn n sind so ausgebildet, daß in der gezeichneten Stellung I (Abb.
3) des Steuerhebels z die Räume der Zylinder b und e über die Leitungen
m und o mit dem Auslaufrohr q verbunden sind. In der Schaltstellung II wird
der Wasserzufluß aus der Leitung.p über die Leitung m in den Zylinderraum b freigegeben,
so daß sich der Kolben e anhebt. In dieser Stellung II des Steuerorgans ist der
Zylinderraum e. mit dem Auslauf verbunden, so daß durch das in den Hauptzylinder
einströmende Wasser der Differentialkolben in seiner Anfangsstellung gesichert oder
in diese geführt wird. Hat der-Kolben bei dem gegebenen Wasserdruck durch Zusammendrücken
des in dem Behälter s befindlichen Preßgutes seine höchste Stellung erreicht, so
wird der Steuerhebel z in die Stellung III bewegt. Hierdurch werden die Leitung
m und somit der Zufluß zu dem Zylinderraum b abgesperrt und der Zylinderraum gleichzeitig
geschlossen. Die Zuflußleitung p ist dann über die Leitung o
mit
dem Zylinderraum e verbunden, der Kolben k, l bewegt sich nach unten, und,
da er als Differentialkolben ausgebildet, mit seinem im Durchmesser kleineren Kolbenteil
l in den Zylinderraum b eindringt, erzeugt er in diesem Raum einen entsprechenden
weiteren Überdruck, so daß der Kolben e durch den hierdurch erzeugten größeren Preßdruck
weiter nach oben bewegt wird. Je nach der Menge und Zusammendrückbarkeit des Preßgutes
wird in. der Endlage der Kolbenzylinder e eine entsprechende Höhe in dem Zylinder
b einnehmen. Um diese Hubhöhe innerhalb der praktisch vorkommenden Grenzen zu sichern,
ist durch die Zylinderhaubed dem Kolben l die Möglichkeit gegeben, bei tieferer
Stellung des Kolbens e in diese Zylinderhaube einzutauchen, so daß die erforderliche
Hubhöhe des Kolbens e und die Erreichung des maximalen Preßdruckes ermöglicht wird.
Ist dieser maximale Preßdruck erreicht, so öffnet sich das Überdruckventil y. Der
Rücklauf der Teile kann durch ihr Eigengewicht oder aber zwängläufig erfolgen, indem
über den Anschluß w der Mantelraum zwischen dem Zylinder b und Kolben e mit der
Wasserleitung verbunden wird.
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Bei dem Ausführungsbeispiel ist angenommen, daß die hydraulische Einrichtung
unten im Gestell angeordnet ist und der Behälter nach oben gegen die in ihn eintauchende
Druckplatte u bewegt wird. Die Anordnung kann natürlich auch so getroffen werden,
daß die hydraulische Vorrichtung unmittelbar auf die Druckplatte u wirkt, wobei
dann der Behälter s auf eine feststehende Ablaufschale aufgesetzt wird.