DE53136A - Vorrichtung zum mechanischen Spielen von Tasteninstrumenten - Google Patents
Vorrichtung zum mechanischen Spielen von TasteninstrumentenInfo
- Publication number
- DE53136A DE53136A DE1889P4386 DEP4386 DE53136A DE 53136 A DE53136 A DE 53136A DE 1889P4386 DE1889P4386 DE 1889P4386 DE P4386 DEP4386 DE P4386 DE 53136 A DE53136 A DE 53136A
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- air
- keys
- stencil
- lever
- chamber
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
- 230000000149 penetrating effect Effects 0.000 claims 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 2
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 description 2
- 230000009286 beneficial effect Effects 0.000 description 1
- 230000003247 decreasing effect Effects 0.000 description 1
- 238000004804 winding Methods 0.000 description 1
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE Sl: Musikalische Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. October 1889 ab.
Die Hauptbestandtheile der vorliegenden Vorrichtung sind Elektromagnete, welche auf die
Tonerreger einwirken, ferner die entsprechenden elektrischen Leitungen mit Contacten, dazu
Blasebälge oder pneumatische Tasten, mit welchen diese Contacte verbunden sind, Notenschablonen
und endlich Röhren und Kanäle, welche die Blasebälge mit den Karten verbinden. Bewegt sich die Notenschablone, so
läfst sie, entsprechend ihren Oeffnungen, abwechselnd
Luft zu den verschiedenen Röhren und Kanälen und setzt die zugehörigen Blasebälge
in Thätigkeit;, diese schliefsen einen Strom und erregen dadurch Elektromagnete. Die
Blasebälge werden in einer Kammer oder Windlade ' angeordnet, stehen mit Sauggebläsen in
Verbindung und sind mit Stiften versehen, welche durch den Boden der Windlade zu
den Contacten führen. Wenn durch die Oeffnungen der Karte Luft zu den Blasebälgen tritt,
dehnen sich dieselben unter dem Druck- derselben aus und verbinden mittelst der Stifte
die Contacte; wenn jedoch die nicht durchbohrten Theile der Karte diesen Luftweg verschiiefsen,
ziehen sich die Bälge unter der Einwirkung von Federn zusammen und trennen die Contacte wieder. Die Stifte können auch
an den Contacten befestigt sein. Gewöhnlich erhält dabei der eine von den letzteren die
Gestalt einer Feder, die im Rühezustande über dem anderen liegt und den zugehörigen Stift
trägt.
Was das Instrument betrifft, an welchem die Vorrichtung angebracht werden soll, so sind
Tasteninstrumente am geeignetsten hierfür. Ein solches läfst sich dann ebensowohl mit der Hand
wie mechanisch oder selbstthätig spielen. Im vorliegenden Falle geschieht letzteres mittelst
der Elektromagnete, deren Anker an einem unter den Tasten angebrachten Hebel befestigt
sind. Zweckmäfsig erhält ein solcher Apparat auch einen elektrischen Motor für den Betrieb
der Gebläse mit einem Regulator, sowie einem Windmotor, welcher von den Gebläsen angetrieben
wird und die Notenschablone in Bewegung setzt.
Auf beiliegenden Zeichnungen stellt Fig. 1 die Vorderansicht der Vorrichtung in ihrem
Gehäuse dar, dessen Deckel fortgenommen gedacht ist, Fig; 2 einen senkrechten Schnitt in
gröfserem Mafsstabe, Fig. 3 die hintere Ansicht des Windmotors, Fig. 4 den senkrechten Schnitt
eines solchen in einer in Fig.' 3 durch die punktirte Linie x^x angedeuteten Ebene, Fig. 5
einen Querschnitt durch die Windlade mit den Blasebälgen, die Notenschablonenführung mit
der Nötenschablone und durch die zugehörigen Kanäle und Röhren in vergröfsertem Mafsstabe,
Fig. 6 einen Längsschnitt durch dieselben Theile in Richtung der Linie w-n>
in Fig. 5, Fig. 7 eine Ansicht der Verbindungsröhren zwischen der Windlade Und der Notenschablonenführung.
Die Hämmer B (Fig. 2) werden mittelst der Stöfser C gegen die Saiten A bewegt. Die
Stöfser C -empfangen ihren Antrieb von den Tasten D. Die Tasten schwingen um Stifte Z)2
auf einer Schiene D1, das vordere Ende der Tasten liegt hoch.
Unter diesen Vorrichtungen zum Spielen von Hand befinden sich die Theile, die das selbstthätige
Spielen bewirken. An das hintere Ende
der Tasten -D stofsen von unten die Stangen E;
sie stehen auf dem hinteren Hebelarm des Hebels F und der Hebel trägt vorn die Anker G1
der Elektromagnete G. Zu jeder Saite gehört somit aufser der Taste noch ein Elektromagnet
G, ein Anker G1, ein Hebel F und eine Stange E. Wenn ein Elektromagnet G
"erregt wird, so zieht er an dem Anker G1 den
vorderen Hebelarm des Hebels F herab, drückt mit dem hinteren die Stangen E nach oben
gegen die Taste D und bewegt dadurch die Stange C mit dem Hammer B gegen die entsprechende
Saite A.
Die Elektromagnete G werden sämmtlich von der Batterie W5 gespeist, und zwar mittelst
der Leitungsdrähte W1 W'2, von denen je zwei zu jedem· Elektromagneten gehören und die
in die metallische Contacte P1 P2 endigen. Die Contacte liegen, 'wie aus Fig. ι und 2 ersichtlich,
in einer Kammer H. Aus dieser führen Stifte P3, an welche die Contacte P1 anstofsen,
nach oben in die Windlade /, welche die Blasebälge / enthält. In den oberen Theil der
Windlade münden Kanäle a. Dieselben sind auf der einen Seite mit dem Innern der Blasebälge
verbunden und auf der anderen Seite mit den Röhren al, die ihrerseits zu den Kanälen
α2 in der Schablonenführung K führen.
Die Zahl der Blasebälge und Röhren, sowie der Kanäle α al az entspricht der Zahl der Elektromagnete
und demnach auch der der Saiten.
Ueber die Schablonenführung K läuft die Notenkarte L, die mit Durchlochungen, wie
sie das Musikstück verlangt, versehen ist. Wenn eine der Durchlochungen über einen der Kanäle
α2 gelangt, so wird Luft durch diese in
die entsprechende Röhre a1 und den entsprechenden
Kanal a, sowie zu einem der Blasebälge J zugelassen. Die immer nahezu
luftleere Windlade / steht mit den Gebläsen in Verbindung, die beständig von einem Elektromotor
angetrieben werden. Wenn daher Luft zu einem Blasebalg J zugelassen wird, so dehnt
diese denselben unter Atmosphärendruck aus. Der Motor bewegt wiederum den Stift P3 mit
dem Contact P1 gegen den Contact P2 und schliefst den zugehörigen Strom. Derselbe
fliefst durch die Windungen desjenigen Elektromagneten, mit dem die Leitungen verbunden
sind. Der dadurch erregte Elektromagnet zieht den Anker an und verursacht in der schon
beschriebenen Weise das Anschlagen eines Hammers B. Wenn die Notenkarte den Kanal α2
wieder schliefst, so sperrt sie die atmosphärische Luft von dem Blasebalg J auch wieder ab.
Der Rest an Luft, der sich in demselben und in den Kanälen α α2, sowie Röhren a1 dann
noch befindet, wird von dem Gebläse durch die Oeffnungj1 (Fig. 5) abgesaugt und der
Blasebalg wird durch Federkraft geschlossen. Die Austrittsöffnung der Blasebälge ist kleiner
als die Eintrittsöifnung, damit sich die Blasebälge, wenn sie mit der atmosphärischen Luft
verbunden sind, überhaupt ausdehnen können.
Die Notenschablonen werden vor dem Spielen auf eine der beiden Rollen L gewunden und
mit dem freien Ende an der anderen befestigt. Während des Spielens erhalten die Rollen ihren
Antrieb von dem Windmotor M aus. Derselbe besteht aus einer Anzahl Blasebälgen, welche
zunächst die Welle N in Drehung versetzen .und dann mit Hülfe, des Riemens N1 die
Welle iV2, welche mit den Rollen verbunden ist. Die Drehung kann dabei nach der einen
wie der anderen Richtung erfolgen.
Die Kammern des Windmotors M werden von der Luft im Windkessel O1 angetrieben,
mit welchem sie durch die Röhren O verbunden sind. Zu dem Windkessel gehören
eine Anzahl Gebläse O2; dieselben werden von
dem Elektromotor Q mittelst der Kurbelwelle O3 und Stangen O4 in Gang gesetzt.
Ferner steht mit dem Windkessel O1 die Windlade / in Verbindung, indem ein Rohr O5
nach der Kammer 71 geführt ist, in welcher die Windlade sich befindet. Das Ventil /2
dient zur Regelung der Verbindung zwischen Kammer und Windlade. Es hat die Bestimmung,
den Weg von der Windlade zum Windkessel für diejenige Zeit zu sperren, während
welcher die Notenschablone nach dem Spielen auf die erste Walze zurückgewundeh
wird und der Apparat aufser Thätigkeit sein soll. Die Stange is, die mit diesem Ventil
verbunden ist, hängt auch mit der Vorrichtung zusammen, mittelst welcher die Drehrichtung
der Rollen umgekehrt werden kann.
Die Elektromagnete sind neben einander geschaltet und die Drähte W1 W2 sind nur Abzweigungen
der Hauptdrähte "VF3. Wi, welche
zu der Batterie W5 oder einer anderen Art Elektricitätsquelle führen. Mit dieser Elektrir
citätsquelle W5 wird auch der elektrische. Motor Q mittelst zweier Drähte W6 W verbunden,
die nicht in einem Kreise mit den Leitungsdrähten der Elektromagnete liegen.
In-Fig. ι sind bei S vier Widerstände angedeutet.
Der erste steht an dem einen Ende mit dem Contact sl und an dem anderen mit
dem Contact s2 in Verbindung, der zweite an
einem Ende mit dem Contact s2 und an dem anderen mit dem Contact s3, der dritte entsprechend
mit den Contacten ss und s4, der
vierte mit den Contacten s* und s5. Der Draht We ist hier unterbrochen; er liegt mit
dem einen Ende an dem Contact s5, mit dem anderen an dem Hebel Ws; daher läfst sich
dadurch, dafs man die Stellung des Hebels zu den verschiedenen Contacten verändert, der
Widerstand in der Leitung, welche nach dem elektrischen Motor führt, vergröfsern oder verringern.
Wenn der Hebel den Contact s5 berührt,
so ist kein Widerstand eingeschaltet; wenn er aber den Contact s1 berührt, befinden sich alle
Widerstände in der Leitung, und wenn er irgend einen dazwischen beginnenden Contact
berührt, so wird der Widerstand entsprechend kleiner.
Der Windmotor M läfst sich durch ein
passendes Ventil regeln, z. B. durch das Ventil O6 an der Röhre O, das den Luftweg zwischen
dem Windkessel O1 und Windmotor verengt
oder verbreitert.
Der Hebel W8 und das Ventil O8 können
sowohl direct von Hand, als auch mittelst besonderer Vorrichtungen bewegt werden, und
sind in letzterem Falle so angeordnet, dafs sie bei der Stockung eines Theiles der Vorrichtung
in Thätigkeit treten.
Die Vereinigung der elektrischen Kraft und des Winddruckes wirkt sehr vortheilhaft. Der
elektrische Antrieb bewirkt, dafs die Hammer mit voller Kraft und Schnelligkeit die Saiten
anschlagen, während der Windmotor M die Notenkarte mit derjenigen Leichtigkeit bewegt,
welche zur Regelung des Spiels nothwendig ist.
Der Windmotor M, den Fig. 3 und 4 darstellen, setzt sich aus den vier Gebläsen oder
Kammern ml m2 m3 m4 zusammen.
Die bewegliche Klappe der unteren Kammer ml und die der oberen Kammer m2 besteht
aus einem Stück, ebenso die bewegliche Klappe der unteren Kammer m3 und die der
oberen Kammer m4. Wenn die obere Kammer zusammenklappt, dehnt sich infolge dessen die
untere aus, und umgekehrt.
Die einzelnen Kammern haben durch die Oeffnungen m Verbindung mit der Kammer m5,
von der wiederum die Oeffhung m6 nach der
Röhre O führt. .
Durch die Schieber n1 n2 n3 n4 wird die Verbindung
zwischen den Kammern m1 to2 to3 to4
und der Kammer m5 geregelt; die Schiebern1
und η2 sind an einer Leiste n5, die Ventile n3
und w4 an einer Leiste n6 befestigt.
Die beweglichen Klappen der Kammern sind mittelst der Stangen o1 und o3 mit der Kurbelwelle
N, deren Kurbeln einander gegenüber liegen, verbunden und drehen dieselbe, wenn
sie durch die Luft des Windkessels in Gang gesetzt werden. Da die Stangen o1 und o3
dabei zugleich die Ventile η1 η 2M3 η4 auf- und
niederschieben, so kommen die Gebläse der Reihe nach zur Wirkung und die Kurbelwelle
N erhalt eine beständige Drehung.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine Vorrichtung zum mechanischen Spielen von Tasteninstrumenten mittelst durch-Jochter Notenblätter, gekennzeichnet durch von Federn geschlossene pneumatische Tasten J, welche in einer Kammer /, die durch ein beständig angetriebenes Gebläse ol o2 o3 o4 immer luftleer erhalten wird, angeordnet sind und von denen Kanäle bis unter die Notenschablone führen, so dafs die Tasten J sich unter dem Druck der äufseren Luft öffnen, so oft sich bei der Fortbewegung der Notenschablone eine Durchlochung derselben ' über die Kanäle legt, und sich unter Einwirkung jener Federn schliefsen, wenn der undurchlochte Theil der Notenschablone die Kanäle wieder absperrt und das Gebläse die dann noch in den Blasebälgen vorhandene Luft durch eine kleine OeffnungJ1 absaugt, in Verbindung mit den Contacten P1 P2, die bei dem Oeffnen der Tasten J durch einen Stift P3 in Berührung gebracht werden und dadurch den Strom von Elektromagneten G schliefsen, die mittelst eines Hebels F und einer Stange E die Taste D und dadurch den Hammer B bewegen, wobei zu jedem Hammer ein Elektromagnet G und eine Taste J gehört.
- 2. Ein Windmotor zur Fortbewegung der Notenschablone bei der unter 1. angegebenen Vorrichtung, der durch die in dem Windkessel O1 des Gebläses O1 O2 0s Oi enthaltene Luft angetrieben wird und aus vier Kammern m1 m2 ni3 m4 besteht, deren bewegliche Klappen für je zwei durch ein einziges Brett gebildet werden und mittelst der Hebel o1 03 sowohl mit der Welle N als auch mit den Stangen ^1Jj3 der Doppelschieber n1 n2 und n5 rc4 verbunden sind, so dafs die durch die Kanäle w6 m5 m eindringende Luft die Kammern abwechselnd öffnet und schliefst und dadurch eine fortgesetzte gleichmäfsige Drehung der Welle N bewirkt.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE53136A true DE53136A (de) |
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2125672A1 (de) | Vorrichtung zum blatt weisen Abziehen der Blatter eines Blatterstapels | |
| DE901546C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Abtasten von Lochstreifen fuer Telegraphiesender | |
| DE53136A (de) | Vorrichtung zum mechanischen Spielen von Tasteninstrumenten | |
| DE238196C (de) | ||
| DE158681C (de) | ||
| DE232427C (de) | ||
| DE192949C (de) | ||
| DE207667C (de) | ||
| DE1044116B (de) | Schreibautomat | |
| DE302141C (de) | ||
| DE183973C (de) | ||
| DE352971C (de) | Maschine zum Lochen von Notenbaendern | |
| DE138818C (de) | ||
| DE266961C (de) | ||
| DE110783C (de) | ||
| DE328309C (de) | Sortiervorrichtung fuer Karten, Briefe und andere flache Gegenstaende | |
| DE51235C (de) | Einrichtung zum mechanischen Anschlagen der Tasten von Pianinos, Harmoniums u. dergl. Instrumenten | |
| AT49405B (de) | Betonungsvorrichtung für selbstspielende Klaviere. | |
| DE160702C (de) | ||
| US517752A (en) | Perfo rating-machine | |
| DE172539C (de) | ||
| DE205497C (de) | ||
| DE151747C (de) | ||
| DE240139C (de) | ||
| DE211013C (de) |