DE528676C - Verfahren zur Trennung von Edelgasgemischen durch Adsorption und Austreiben mittels bzw. aus Adsorptionsmitteln - Google Patents

Verfahren zur Trennung von Edelgasgemischen durch Adsorption und Austreiben mittels bzw. aus Adsorptionsmitteln

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DE528676C DE1930528676D DE528676DD DE528676C DE 528676 C DE528676 C DE 528676C DE 1930528676 D DE1930528676 D DE 1930528676D DE 528676D D DE528676D D DE 528676DD DE 528676 C DE528676 C DE 528676C
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Description

Bekannt ist die Gewinnung von Kryptonxenongemischen nach einem Verfahren, das auf Adsorption dieser Gemische beruht. Danach wird krypton- und xenonhaltiges Rohargon mit Holzkohle in Berührung gebracht, die auf — I2O° gekühlt ist, wobei-Krypton und Xenon relativ stark und Argon nur wenig adsorbiert werden soll. Nach einem anderen Verfahren wird der gasförmige, gekühlte
ίο Sauerstoff einer Lufttrennungsanlage über Adsorptionsmittel zur Anreicherung von Krypton und Xenon geleitet, und gemäß einer weiteren bekannten Arbeitsweise werden Gasgemische bei einer Temperatur, die ungefähr dem Siedepunkt des niedrigst siedenden Gases entspricht, mittels Holzkohle adsorbiert, sodann die Temperatur der Holzkohle langsam gesteigert und die Gase, die aus der Holzkohle bei der Temperatursteigerung wieder frei werden, getrennt aufgefangen. Eine quantitative Trennung der Gasgemische wird jedoch durch diese Verfahren ebensowenig erreicht wie durch fraktionierte Destillation. Auch eine kombinierte Verwendung anderer bekannter Verfahren führt nur zu .einer teilweisen Gewinnung der schweren Edelgase.
Durch vorliegende Erfindung ist es möglich, Gasgemische quantitativ in ihre einzelnen Komponenten zu zerlegen unter restloser Gewinnung sämtlicher Bestandteile. Das Wesentliche und Neue des Verfahrens beruht darauf, daß das Gasgemisch bei tiefer Temperatur mittels ausreichender Mengen von Adsorptionsmitteln, z. B. aktive Kohle oder aktive Kieselsäure, adsorbiert wird, und daß die Entfernung der einzelnen Komponenten durch Abpumpen bei stark vermindertem Druck erfolgt, wobei die Temperatur so gewählt wird, daß der. leichter flüchtige Bestandteil schon einen zur restlosen Entfernung aus dem Adsorptionsmittel ausreichenden Druck hat, während der schwerer flüchtige Bestandteil noch keine merkliche Tension über dem Adsorbens aufweist. Von zwei Tatsachen wird bei diesem Verfahren Gebrauch gemacht:
ι. daß die Adsorption eine gewisse Zeit erfordert, so daß beim Überleiten eines Gasgemisches über ein gekühltes Adsorptionsmittel nur bei äußerst langsamer Strömungsgeschwindigkeit eine merkliche Anreicherung der schweren Bestandteile zu erzielen ist. Die Trennung ist nur vollkommen zu erzielen, wenn dazu nicht der Adsorptionsvorgang benutzt, sondern die Entfernung des Adsorbates durch Erwärmen bewirkt wird;
2. daß die Tensionskurven der Gase über dem Adsorptionsmittel einen exponentiellen Verlauf zeigen.
Bei einem hohen Gesamtdruck des Gasgemisches, -wie er z. B. beim Überleiten bei Atmosphärendruck vorhanden ist, also bei den üblichen Verdrängungsverfahren, ist das Verhältnis des Partialdruckes des schwereren zu dem des leichteren Anteils in der Regel so groß, daß bei einer geringen Gesamtmenge des schwereren Anteils dieser restlos mit dem leichteren Anteil verlorengehen kann. Wählt
ίο man dagegen die Temperatur so niedrig, daß der schwerere Anteil über dem Adsorbens noch keinen merklichen Druck besitzt, so ist das Verhältnis des Partialdrucks des schwereren zu dem des leichteren Anteils, was sich auch theoretisch aus dem Verlauf der Tensionskurven ergibt, um ein Vielfaches kleiner. Der Druck des leichteren Anteils kann somit schon zur restlosen Entfernung desselben ausreichend sein, während der schwerere Anteil quantitativ adsorbiert bleibt. Je nach der Art der Gase ist das Temperaturgebiet, in dem eine solche quantitative Trennung möglich ist, größer oder kleiner. Für jedes Gasgemisch ist eine einmalige Ermittlung desselben erforderlich. Für die Trennung Neon-Helium, Argon, Krypton und Xenon haben wir diese Temperaturen wie folgt ermittelt (s. Tabelle):
30
Temperatur-·
gebiet
Optimale
Tem
peratur
Zwischen 0,0 r und
ίο mm Hg über dem
Adsorptionsmittel
nicht
entfernbar
35
—.129 bis — 920
— 92 bis — 720
40 — 72 bis + 6o°
— 185°
- 93°
— 780
+ 6o°
quantitativ
abtrennbar
Ar1Kr1X
Kr1X
X
Ne-He
Ar
Kr
X
Auf welche Weise bzw. mittels welcher Adsorptionsmittel die Adsorption erfolgt, ist gleichgültig. Mit besonderem Vorteil verwendet man aktive Kieselsäure oder Adsorptionskohle, die während des Luftverflüssigungs- oder -trennungsprozesses an geeigneten Stellen der Rektifikationsapparatur eingebracht wird.
Ausführungsbeispiel 1
Ein Gemisch von 100 Teilen Argon, 1 Teil Krypton und 0,1 Teil Xenon wird bei der Temperatur der flüssigen Luft von 3 g aktive Kohle für je 100 cm3 Gasgemisch adsorbiert und unter dauerndem Pumpen die Temperatur der Kohle (z. B. mit Hilfe eines Aluminiutnblockthermastaten) allmählich erhöht. Bei etwa —930 wird die Temperatur so lange konstant erhalten, bis sich kein Gas mehr abpumpen läßt. (Als Pumpe wird zweckmäßig eine Quecksilberdiffusionspumpe verwendet, die je nach der zu fördernden Gasmenge eine rotierende Ölkapselpumpe oder eine Quecksilberhubpumpe als Vorvakuum hat.) Das bis —930 abgepumpte Gas ist reines Argon, das bis — 780 abgepumpte Gas ist reines Krypton, der Rest reines Xenon. Die Operation läßt sich je nach der verwendeten Menge Adsorptionsmittel und der Menge Gasgemisch in 1J2 bis 3 Stunden zu Ende führen.
Ausführungsbeispiel 2
Ein aus 40,4 cm3 reinem Argon und 10,4 cm3 reinem Krypton hergestelltes Gasgemisch jwurde bei — 1850 an iog aktive Kohle adsorbiert. Es wurde bei —930 und bei —780, wie bei Ausführungsbeispiel 1, abgepumpt. Bei — 930 wurden 40,5 cm3 eines Gases mit der Dichte 1,378 (Argon), bezogen auf Luft= ι, beimit der Dichte 2,82 erhalten.
-780 10,3 cm3 Krypton
Ausführungsbeispiel 3
100 cm3 flüssiges Argon mit einem theoretisch angenommenen Gehalt von 0,01 °/0 Krypton undo.ooi "/„Xenon werden bei—1850 mit iog Adsorptionskohle in Berührung gebracht und 1J2 Stunde- damit in Berührung gelassen. Dann wird durch Pumpen mit einer Ölpumpe Argon abgepumpt, wobei darauf geachtet wird, daß die Temperatur der Adsorptionskohle nicht über —930 steigt. Der Rest des adsorbierten Gases besteht aus fast reinem Krypton und Xenon, die sich wie oben trennen lassen.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Trennung von Edelgasgemischen durch Adsorption mit Adsorptionsmitteln bei tiefen Temperaturen und Wiederaustreiben durch Erwärmen, gekennzeichnet durch fraktionierte Austreibung des adsorbierten Gasgemisches bei stark vermindertem Druck und solchen Temperaturen, bei denen die Tension des einen Adsorbates nahezu Null ist, während die des anderen Adsorbates zu seiner Entfernung aus dem Adsorptionsmittel ausreicht.
2. Verfahren zur Trennung von Argon, Krypton und Xenon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus den mit diesen Gasen angereicherten. Adsorptionsmitteln bei stark vermindertem Druck,
z. B. 0,1 mm Hg zunächst das Argon bei einer Temperatur zwischen — 1290 und — 920, sodann das Krypton bei einer
Temperatur zwischen — 920 und — 780 und schließlich das Xenon bei höherer Temperatur abgepumpt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial für die Gewinnung von Krypton und Xenon Adsorptionsmittel verwendet werden, die in bekannter Weise an geeigneter Stelle von Luftverflüssigungs- und Luftrektifikationsapparaten mit schweren Edelgasgemischen angereichert sind.
DE1930528676D 1930-01-08 1930-01-08 Verfahren zur Trennung von Edelgasgemischen durch Adsorption und Austreiben mittels bzw. aus Adsorptionsmitteln Expired DE528676C (de)

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US1906917A (en) 1933-05-02

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