DE527012C - Verfahren zum Beizen von Haar, um es walkfaehig zu machen - Google Patents

Verfahren zum Beizen von Haar, um es walkfaehig zu machen

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DE527012C
DE527012C DEB129963D DEB0129963D DE527012C DE 527012 C DE527012 C DE 527012C DE B129963 D DEB129963 D DE B129963D DE B0129963 D DEB0129963 D DE B0129963D DE 527012 C DE527012 C DE 527012C
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
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    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/06Facilitating unhairing, e.g. by painting, by liming

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beizen von Haar, um es walkfähig zu machen. Die zu diesem Zweck seit langer Zeit allgemein übliche Behandlung mit Salpetersäure und Quecksilbernitrat ist der Kostspieligkeit und Giftigkeit der Quecksilberverbindungen wegen sowie auch deshalb, weil in dieser gebräuchlichen Weise gebeiztes Haar sich mehr oder weniger gelb färbt und bei zu starker Beizung bei längerem Lagern nicht selten spröde wird, schon oft in der Richtung zu verbessern gesucht worden, daß man das Quecksilber durch ein anderes Metall und die Salpetersäure durch ein anderes Oxydationsmittel ersetzte. Außerdem wurden verschiedenartige Stoffe für sich allein oder im Verein mit Salpetersäure oder Wasserstoffsuperoxyd als Beizmittel vorgeschlagen, wie gerbend wirkende Stoffe, Formaldehyd, kaustische Alkalien, Schwefelalkalien u. dgl.
Alle diese Vorschläge führten zu keinem Erfolg. Es ist offenbar, daß die Beizwirkung mit der Einwirkung des Sauerstoffs auf das Haar in innigem Zusammenhang steht. Nun haben aber eingehende Versuche diese Annahme zwar bestätigt, aber zugleich gezeigt, daß die Verwendung von Oxydationsmitteln, wie Salpetersäure oder Wasserstoffsuperoxyd, für sich allein in einer Konzentration, welche für die Erzielung einer guten Beizwirkung erforderlich wäre, deshalb unzulässig ist, weil das Haar beim Lagern bis zur Unbrauchbarkeit nachoxydiert wird.
Die heute allgemein übliche Beize besteht nun aus einer Lösung von Quecksilbernitrat in überschüssiger Salpetersäure. Die Säurekonzentration beträgt etwa 12 bis 15 °/0 HNO3.
Eine genaue Untersuchung der Ursachen der Erscheinung, daß bei Anwesenheit von Quecksilber eine HN03-Konzentration von 15% genügt, um die Walkfähigkeit hervorzurufen, bei Abwesenheit von Quecksilber aber 35 bis 40% HNO3 für denselben Zweck notwendig sind, hat zu der Erkenntnis geführt, daß nicht die Salpetersäure das für sich wirksame Oxydationsmittel ist, sondern das Quecksilbernitrat, das in der Beize in seiner höheren, zweiwertigen Oxydationsstufe vorhanden ist und das sehr leicht vom Haar unter Oxydation des letzteren reduziert wird.
Die Salpetersäure stellt nur den Sauerstoffträger dar, aus dem das zur niedrigeren, einwertigen Stufe reduzierte Quecksilbersalz immer wieder zur höheren, zweiwertigen Stufe aufoxydiert wird, um neuerlich seinen Sauerstoff unter Reduktion zur einwertigen Stufe an das Haar abzugeben. Dieser Vorgang dauert so lange, bis alle Salpetersäure auf diesem mittelbaren Weg zur Oxydation verbraucht worden ist.
Es hat sich bei diesen Untersuchungen auch gezeigt, daß kein Metall, außer Quecksilber, das besonders leicht seine Wertigkeit ändert, bei Gegenwart von Salpetersäure allein diese Sauerstoffübertragung ergibt. Es wurden nun auf
Grund dieser Erkenntnisse Versuche angestellt, den seit langem angestrebten Ersatz der Quecksilberbeize durch eine gesundheitlich einwandfrei und technisch gleichwertige quecksilberfreie Beize dadurch zu erzielen, daß die Salpetersäure durch ein anderes Oxydationsmittel ersetzt wurde, bei dessen Anwesenheit auch mit anderen Metallsalzen, die nicht so leicht ihre Wertigkeit ändern wie Quecksilbersalze, den Effekt der
ίο Sauerstoffübertragung geben.
Dies ist auch in vollem Umfange gelungen.
Die Erfindung besteht nun darin, dem zum
Beizen verwendeten Oxydationsmittel, das aus Wasserstoffsuperoxyd besteht oder doch solches neben Salpetersäure enthält, einen wasserlöslichen Stoff zuzusetzen mit Ausschluß von Quecksilbersalzen, der im nachfolgenden als Sauerstoffübertrager bezeichnet wird und die Aufgabe hat, den Übergang des Sauerstoffs von dem Sauerstoffträger, nämlich Wasserstoffsuperoxyd und gegebenenfalls auch Salpetersäure, auf das Haar zu erleichtern. Als Sauerstoffübertrager können alle wasserlöslichen Salze von Metallen dienen, welche mindestens zwei Oxydationsstufen besitzen, von denen die oberen Sauerstoff verhältnismäßig leicht abgeben, oder die, wie z. B. Silbersalze, von organischen Substanzen leicht zu Metall reduziert werden. Der Vorgang beim Beizen könnte in diesem Falle etwa so erklärt werden, daß die Sauerstoffträger aus den Sauerstoffübertragern zunächst Salze der höheren Oxydationsstufen bilden, die dann Sauerstoff bereitwillig an das Haar abgeben und dabei wieder in Salze der niederen Oxydationsstufe übergehen. Sauerstoffübertrager dieser Art sind wasserlösliche Salze von Eisen, Nickel, Kobalt, Blei, Zirkon, Wismut, Mangan, Cadmium, Cer und Kupfer, Chrom, Molybdän und Wolfram. Es kann aber der Sauerstoffübertrager ein Salz sein, das durch leicht eintretende Hydrolyse einen höchst fein oder auch kolloidal verteilten Niederschlag auf dem Haar bildet, der die Zersetzung des Wasserstoffsuperoxyds und dadurch den Übergang des Sauerstoffs im Entstehungszustand auf das Haar nach Art eines Katalysators befördert. Hierzu gehören z. B. Aluminiumsalze.
Infolge der Begünstigung des Sauerstoffüberganges vom Sauerstoffträger auf das Haar durch den Sauerstoffübertrager kann man selbst bei einem verhältnismäßig geringen Gehalt der Beize an Wasserstoffsuperoxyd mit oder ohne Zusatz von Salpetersäure die Oxydation des Haares bis zur erforderlichen Grenze treiben, wobei aber eine Schädigung des Haares, wie sie bei zu hoher Konzentration des Oxydationsmittels durch Nachoxydation beim Lagern entsteht, verhütet wird.
Als Sauerstoffübertrager können vorteilhaft auch die Chloride der vorgenannten Metalle verwendet werden.
Das vorliegende Verfahren empfiehlt sich auch für geschnittenes Haar und gestattet, mittels Bäder von außerordentlich niederer Konzentration eine sehr gute Beizung zu erzielen, wodurch sich die Kosten für die Beize und die Anschaffung und Instandhaltung der dazu nötigen Anlagen außerordentlich verbilligen.
Ausführungsbeispiele
1. Die Felle werden, wie üblich, mit einer Lösung, die 6% bis 10% Wasserstoffsuperoxyd und 10I0 bis 2°/0 Wismut, Kobalt, Cer, Wolfram oder Molybdän in Form eines ihrer wasserlösliehen Salze enthält, bestrichen und, wie gebräuchlich, bei 70 bis 100° getrocknet, worauf sie zur weiteren Verarbeitung gelangen.
2. Die Felle werden mit einer Lösung, enthaltend 5% bis io°/0 Salpetersäure, 3% bis 5% Wasserstoffsuperoxyd und i°/0 bis 2% Silber, Blei, Zirkon, Wismut, Mangan, Nickel, Kobalt, Eisen, Cadmium, Cer, Wolfram, Molybdän in Form eines ihrer wasserlöslichen Salze, am besten der Chloride, wie üblich, bestrichen und bei 70 bis ioo° getrocknet, um weiterverarbeitet zu werden.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Beizen von Haar, um es walkfähig zu machen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Haar mit Wasserstoffsuperoxyd und einem als Sauerstoffübertrager dienenden Schwefmetallsalz mit Ausschluß von Quecksilbersalzen in neutraler oder saurer Lösung behandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß -man dem Wasserstoffsuperoxyd Salpetersäure zusetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Sauerstoffübertrager ein Metallchlorid verwendet.
DEB129963D 1927-02-09 1927-02-26 Verfahren zum Beizen von Haar, um es walkfaehig zu machen Expired DE527012C (de)

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