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Verfahren zum Zurückführen des die Bogenvorschubbewegung regelnden
Fühlers bei Druck-, Falz- und ähnlichen Maschinen Bei denjenigen Maschinen mit automatischer
Bogenzuführung, bei denen der Vorschub von der Papierkante beeinflußt wird, sind
Fühler vorhanden, die durch die von der Streichvorrichtung vorgeschobene vordere
Bogenkante geöffnet werden und die dadurch die Streichvorrichtung außer Wirkung
setzen. Sie springen dadurch auf und schließen sich zur gegebenen Zeit wieder durch
ihr eigenes Gewicht. Dieses freie Herunterfallen und das dadurch hervorgerufene
Zittern der Fühler braucht bis zur Beruhigung eine gewisse Zeit. Früher darf der
Fühler nicht gespannt, d. h. in der das Ausschalten der Streichperiode bewirkenden
Stellung gehalten werden, da er sonst leicht von selbst, ohne Berührung durch den
nächsten Bogen, wieder aufspringt. Diese notwendige Zeit setzt sich zusammen aus
dem Abstand, den die laufenden Bogen voneinander haben, und der Zeit, die zur Beruhigung
der vom laufenden Bogen abgeglittenen Fühler notwendig ist.
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Bekannt sind schon Zugfedern, die das Herunterfallen der Fühler beschleunigen
sollen, die aber den Fühlee ständig belasten und daher die Öffnungsbewegung des
Fühlers eischweren.
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Dadurch ist man an gewisse Leistungszahlen gebunden, die nicht überschritten
werden können, d. h. die Tourenzahl der Maschine kann nicht beliebig erhöht werden.
Hierin liegt ein großer Mangel, den die Erfindung dadurch zu überbrücken sucht,
daß im Augenblick des Abrutschens des Fühlers vom Bogen von außen her eine Schließverstärkung
erfolgt, die einmal die Zeit des freien Falles der Fühler verkürzt und zum anderen
das Nachzittern ganz beseitigt. Diese Schließverstärkung besteht aus einer zusätzlichen
Kraft, mit der der Fühler in die durch einen Anschlag bestimmte Grundstellung bewegt
wird und die nur während seiner Rückkehrbewegung in die Grundstellung wirkt. :Sie
tritt von außen im geeigneten Augenblick hinzu und kann auf mannigfaltige Art erfolgen,
z. B. kann irman eine kleine Luftpumpe einschalten oder bei pneumatisch wirkenden
Anlegern durch Abzweigen eines gesteuerten Luftstroms einen kurzen Luftstrahl gegen
die Fühlerfläche wirken lassen, der den gewollten Effekt herbeiführt.
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Eine andere Möglichkeit dafür bietet z. B. ein Elektromagnet, der
mit dem Gegenhalter für den Fühler verbunden sein kann und durch entsprechende Steuerung
einen kurzen Stromstoß erhält, so daß der Gegenhalter magnetisch wird und dadurch
den Fühler, der in diesem Falle als Anlenker wirkt, anzieht, seinen Fall also beschleunigt
und das -Nachzittern verhindert.
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Eine dritte Möglichkeit unter vielen anderen ist die mechanische Steuerung
durch
Kurve und Hebelübertragung. Durch die Schließverkürzung der
Fühler, gleichviel auf welche Art sie herbeigeführt wird, wird die Leistung der
Maschine stark erhöht, einmal weil das Herunterfallen des Fühlers schneller erfolgt
und dann das Nachzittern, d. 1i. die Zeit bis zu dessen vollständiger Beruhigung,
ganz fortfällt. Die Bogen können also in kürzeren Interwallen einander folgen, und
vor allen Dingen kann die Tourenzahl der ganzen Maschine dadurch beträchtlich gesteigert
werden: Aus dieser dritten Art, die auch beliebig gestaltet sein kann, ist als Ausführung
ein Beispiel in der Zeichnung gewählt, und zwar stellt Fig. i die Seitenansicht;
Fig. 2 die Einrichtung von vorn dar; während die Fig. 3; 4, 5 Einzelheiten
und verschiedene Stellungen der Teile zueinander bei ihrer Wirkung zeigen.
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Es ist als Beispiel eine bekannte Fühlerbauart gewählt: a ist derBögenstapel
(Fig.i), der durch das Streichrad b in der Pfeilrichtung Periodisch vorgestrichen
wird, bis die Vorderkante des obersten Bogens c gegen den Fühler d stößt und diesen
vorschiebt, also öffnet. Letzterer ist bei e leicht drehbar, und gegen den an ihm
angebrachten locken f legt sich mit ganz leichtem Druck die Rolle g des Hebels h
(Fig. 3), der von einer nicht dargestellten Kurvenvorrichtung von der Welle i,'
aus regelmäßig gesteuert wird und in der Berührungsstellung zwischen f und g (also
in der Anfangsstellung) frei beweglich ist, wenn die Bogenkante wirksam wird. Dadurch
rutscht die Rolle g, wenn sich d dreht, von Nocken f ab, und der Hebel h macht einen
Ausschlag nach links, der die Streichradwirkung in beliebiger Übertragung aufhebt.
Nachdem der Bogen unter dem Fühler durchgelaufen, fällt der Fühler -nieder frei
gegen die Anlage k. Vorher hat schon durch die zwangsläufige Steuerung der Hebel
1a sich wieder nach rechts bewegt, so daß die Rolle g sich wieder auf die hohe Stelle
des Nockens f legen kann, also für das nächste Spiel eingestellt ist, wenn nicht
infolge Nachzitterns des Fühlers d ein vorzeitiges Abrutschen eintritt, das bisher
bei einer bestimmten Geschwindigkeitsüberschreitung vorkam.
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Fest auf- der Welle i; um die das Streichrad b schwingt, sitzt ein
Nocken 2 mit einer Blattfeder 3. Ferner sitzt auf ihr fest ein Bolzen 4, auf dem
sich ein Klötzchen 5 lose dreht und an dem auf der Unterseite eine leichte Feder
6 sitzt, die unter einen auf dem Nökken f sitzenden Stift 7 fassen kann. Das Lilötzchen
5 hat auf der oberen Seite zwei unter einem stumpfen Winkel zusammenstoßende Flächen
:x-, y, so daß es in zwei verschiedenen Stellungen durch die Feder 3. festgehalten
wird, j e nachdem die eine oder andere dieser Flächen unter dieser Feder 3 liegt.
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An dem ortsfesten Halter an ist ferner ein feststehender Stift
8 angebracht, der den Ausschlag der Feder 6 begrenzt.
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Die Wirkungsweise ist folgende: In der Anfangsstellung ist der Fühler
d bei k zur Anlage gekommen. Die Feder 6 ist in diesem Augenblick - wie weiter unten
noch beschrieben - unwirksam, liegt also weder an 7 noch an 8 an (Fig. 3), die Rolle
g liegt- leicht auf dem Nocken f und =springt nach links, sobald d geöffnet wird.
Das Streichrad b wird dadurch außer Wirkung gesetzt und geht in die Höhe, wobei
sich auch der Stift 4 und die Feder 3 mit nach links drehen (Fig. 4). 5 und 6 machen
die Bewegung auch mit, Feder 6 legt sich dabei an den festen Stift 8, das Klötzchen
wird dadurch um 4 - entgegen der anderen Bewegung -nach rechts gedreht, und die
Feder 3 legt sich auf die Fläche x (Fig. 5); so daß die Feder 6 wieder frei wird
(Fig. 3 und 5).
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Die Feder 6 liegt dadurch in dieser Stellung indifferent zwischen
7 und 8 (Fig.3), und der Fühler d kann, wenn er den Bogen verlassen hat, frei fallen.
Nun geht das Streichrad (Fig. i) wieder abwärts, die Teile 3, 4, 5, 6 wandern wieder
nach rechts. Die Feder 6 legt sich unter 7, kann von da ab die Drehung also nicht
mehr mitmachen und hält den Fühler auf kürze Zeit fest, wobei die Feder 3 infolge
des Widerstandes auf die andere Schrägfläche v springt Ti g« 3). Die Berührung
zwischen 6 und 7 wird dadurch -wieder gelöst. Dies kurze Antasten der Feder 6 an
dem Stift 7 des Fühlers genügt, um letzteren vollständig zur Ruhe zu bringen. Der
Bolzen 7 -wird nun wieder frei, und -wenn das Streichrad in seiner Tiefstellung
die Bogen vorzustreichen beginnt, steht der Fühler wieder wirkungsbereit. Die Feder
6 wird also ab-vechselnd entweder an den Stift 7 ge- 1 legt und hält dadurch den
Fühler vorübergehend fest oder an den Stift 8, -wodurch das Klötzchen 5 um 4 gedreht
wird und dann drittens dadurch die Feder 6 in eine zwischen 7 und 8 frei schwebende
Lage gelangt, wenn die 1 Bogenkante auf den Fühler einwirkt: Es ist ohne -weiteres
klar, daß an Stelle des mechanischen Druckes auf den Fühler auch ein Windstoß oder
magnetische Einflüsse die gleiche Wirkung haben, -wenn sie entsprechend der 1 für
die mechanische Wirkung erforderlichen Weise gesteuert werden.