DE52220C - Filter mit Vorrichtung zum Reinigen der festwandigen Filterzellen - Google Patents
Filter mit Vorrichtung zum Reinigen der festwandigen FilterzellenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 85: Wasserleitung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. Mai 1889 ab.
Bei Filtern mit festwandigen röhrenförmigen Filterzellen und ähnlichen Filtrirapparaten zum
Klären grofser Wassermengen verschmieren sich die filtrirenden Flächen sehr rasch; hierdurch
stellen sich der Anwendung dieser Apparate in der Praxis Schwierigkeiten entgegen; noch mehr
zeigt sich dieser Uebelstand beim Filtriren gegohrener Flüssigkeiten u. dergl.
Die Reinigung der zahlreichen und leicht zerbrechlichen Filtrirkörper mittelst der Hand
oder auf mechanischem Wege ist umständlich, zeitraubend, kostspielig und aufserdem selten
vollkommen ausführbar.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf einen Apparat zum Reinigen der Filtrirkörper
der erwähnten Filtrirapparate.
Das Verfahren besteht in der Anwendung von unter Druck stehendem Wasser als Reinigungsmittel.
Das Wasser wird in feinen Strahlen gegen die verschmierten Filtrirkörper
gespritzt, wodurch die daran anhaftenden Niederschläge ohne irgend welche nachtheilige
Einwirkung auf die Filtrirkörper entfernt werden. Dieses Reinigungsverfahren läfst sich noch
erleichtern, indem man auch Wasser, am besten filtrirtes, Dampf oder eine andere Flüssigkeit
durch die Filtrirkörper prefst, und zwar von der inneren Seite nach der äufseren Seite derselben.
Dieses derart durchgeprefste Wasser oder dergleichen unterstützt das Ablösen der Niederschläge
von der Oberfläche der Filtrirkörper. Dem Apparat, der die Wasserstrahlen zur
Reinigung der Filtrirkörper von sich giebt, wird eine rotirende Bewegung ertheilt, entweder
nur in horizontaler Richtung allein oder gleichzeitig in horizontaler und senkrechter
Richtung; dieses geschieht ununterbrochen abwechselnd nach oder mit einander. Wenn für
die Reinigung eine genügende Menge Druckwasser zu Gebote steht, wird eine horizontale
Bewegung des Apparates allein schon den Zweck erfüllen, wenn man aber nur auf eine
spärliche Wasservertheilung angewiesen ist, so riiufs eine senkrechte Bewegung mit einer
rohrenden zusammen angewendet werden.
Zur Erläuterung der Erfindung dienen die beiliegenden Zeichnungen.
Fig. ι ist eine Seitenansicht,
Fig. 2 ein Verticalschnitt,
Fig. 3 ein Horizontalschnitt der Fig. 2,
Fig. 4 ein theilweiser Aufrifs, ähnlich wie Fig. 2, jedoch rechtwinklig zu dieser, d. h.
gleichzeitig ein Schnitt nach der. Linie A-A,
Fig- 3·
α ist ein Gefäfs, welches oben durch den aufgeschraubten Deckel b verschlossen ist. Das
Gefäfs α ruht auf der Basis cc1, auf welcher
ebenfalls das Rohr d befestigt ist. In dem Fufs c befindet sich eine Kammer e, in welche
ein Zuführungsrohr f für das unter Druck zu filtrirende Wasser einmündet, g ist ein Mannlochdeckel,
der abgenommen wird, falls die Kammer untersucht und gereinigt werden soll. Auf dem oberen Ende der Kammer liegt ein
feines Drahtgewebe h zum Zwecke, die grobkörnigen Unreinigkeiten zurückzuhalten, welche
in den Behälter α gelangen und die Wirkung des Apparates verhindern könnten.
In dem Gefäfs α befindet sich eine Anzahl
kreisförmig gebogener Röhren i, welche auf horizontal liegenden und radial angeordneten
Unterlagen j ruhen. Die Filtrirkörper k sind mit den Röhren i mittelst Düsen oder Stutzen /,
die auf letzteren angebracht sind, und kurzer Gummischlä'uche m verbunden. Mittelst der
Ringe η werden die Filtrirkörper k in senkrechter Stellung gehalten. Jede Reihe der
kreisförmig gebogenen Röhren i communicirt, mit einer Sammelröhre ο (s. Fig. ι und 4),
und zwar mittelst der kurzen Rohre ρ (Fig. 1, 3 und 4), welche durch den Boden des Gefäfses
α gehen und dort in passender .Weise abgedichtet sind. Die Sammelröhre 0 nimmt
das filtrirte Wasser auf, welches nach einer passenden Stelle hingeleitet oder gedrückt wird.
Der Reinigungsapparat besteht aus einem T-förmigen Rohr q, dessen senkrechter Arm,
welcher zur besseren Führung eine ringförmige Haube trägt, in die Röhre d hineinreicht, s ist
ein Dichtungsstulp zur Herstellung einer wasserdichten Verbindung in üblicher Weise.
Das untere Ende des verticalen Armes des T-förmigen Rohres q ist offen, und in einiger
Entfernung von diesem Ende befinden sich mehrere Oeffnungen f, deren Gesammtquerschnitt
mit dem Querschnitt des Rohres q übereinstimmt. Der horizontale Arm von q ist
etwas kürzer als der innere Durchmesser des Behälters α und an jedem Ende mittelst eines1
Pfropfens u geschlossen.
Der senkrechte Arm des Rohres q ist mit der Schraubenspindel ν verbunden, welche in
einer auf dem Deckel b des Behälters fest angebrachten Mutter w beweglich ist. Die
Schraubenspindel besitzt eine lange Nuth x, in welche ein — in der Zeichnung weggelassener
— Keil eingreift, der an einem Schneckenrad y befestigt ist. Letzteres steht mit der Schraubenspindel
ν im Eingriff und erhält seine Bewegung durch eine .endlose Schraube (ebenfalls
in der Zeichnung weggelassen), welche an der mittelst eines gewöhnlichen Handrades beweglichen
Triebwelle \ befestigt ist.
Das T-förmige Rohr q ist mit einer Anzahl herabhängender Röhren 1 versehen, deren
untere Enden einen passenden Verschlufs 2 besitzen. Jeder dieser Verschlüsse 2 hat zwei
oder mehr Oeffnungen von solcher Gröfse, Gestalt und Richtung, dafs das Wasser auf
alle Punkte des Filtrirkörperumfanges gespritzt wird. 3 ist ein Manometer und 4 ein Ventil,
um Luft in den Apparat zu führen und denselben zu schliefsen, wenn er voll Wasser ist.
Der Arbeitsgang ist folgender:
Die Triebwelle \ wird in Umdrehung gesetzt
und dadurch mittelst der Zwischentheile ywunav das T-förmige Rohr q gedreht und
gleichzeitig in die Höhe geführt, bis das untere Ende der Schraubenspindel ν gegen die untere
Fläche der Mutter w stöfst. Der Hahn 5 des Einlafsrohres / und ebenfalls das Ventil 4
sind geöffnet, das zu filtrirende Wasser dringt in die Kammer e ein, steigt in der Röhre d
in die Höhe und gelangt durch die Oeffnungen t des senkrechten Armes der T-förmigen
Röhre q in das Innere des Behälters a. Die Oeffnungen t sind dann oben über dem'
oberen Theil der Röhre d, wie mit punktirten Linien in Fig. 2 gezeichnet ist. Sobald der
Apparat mit Wasser gefüllt ist, geht das Ventil 4 in die Höhe und schliefst sich selbsttätig.
Darauf ist das Wasser gezwungen, durch die Filtrirkörper k zu gehen und wird so filtrirt.
Das filtrirte Wasser tröpfelt an der Innenseite der Filtrirkörper herab,. fliefst durch die kreisförmig
gebogenen Röhren i (s. Fig. 4) und gelangt in die Sammelröhre 0.
Nach einer gewissen Zeit nimmt die Menge
des von dem Filter abgegebenen Wassers ab, weil die Filtrirkörper verschmiert werden.
Dann ist es nöthig, das Filter zu reinigen.
Zu diesem Zwecke wird der Einlafshahn 5 geschlossen und das in dem Apparat enthaltene
Wasser durch ein — in der Zeichnung weggelassenes — Ablafsrohr entfernt, indem man
durch das Ventil 4 Luft eintreten läfst. Sobald der Apparat leer ist, wird der Hahn der
Ablafsröhre 6 geschlossen und der. Hahn 5 wieder geöffnet und gleichzeitig der Reinigungsapparat
mittelst des mit der Triebwelle ^ verbundenen Handrades in Bewegung gesetzt.
Der senkrechte Arm des T- förmigen Rohres q beginnt herunterzugehen, gelangt in den Dichtungsstulp
s und allmälig in die hohle Achse d, wodurch das durch das Einlafsrohr f zugeführte
unfiltrirte W7asser durch den senkrechten und horizontalen Arm des Rohres q
und in die herabhängenden Röhren 1 gelangt, aus welchen das Wasser unter Druck in Form
von Strahlen ausgespritzt wird, welche auf die Filtrirkörper treffen und dieselben von den
darauf abgelagerten Niederschlägen und Unreinigkeiten befreien. Wenn der Reinigungsapparat seine tiefste Stellung erreicht hat, wird
die Bewegung der Triebwelle \ umgekehrt und dadurch der Apparat wieder auf seinen
Ausgangspunkt zurückgebracht, wie dies mit punktirten Linien in Fig. 2 angedeutet ist. In
diesem Augenblick wird der Hahn des Ablafsrohres 6 geschlossen, und das unfiltrirte Wasser
tritt wieder aus den Oeffnungen t in den Apparat, und das Filtriren geht wieder voran,
sobald das Ventil 4 aufs Neue geschlossen ist. Wenn wünschenswert!! oder wenn das Filter
Flüssigkeiten behandelt hat, welche einen Niederschlag von zäher, klebriger Natur auf den
Filtrirkörpern hinterlassen, kann das Reinigungsverfahren erleichtert werden, indem man zu
gleicher Zeit, während der Reinigungsapparat sich in Wirkung befindet, Wasser aus dem
Innern der Filtrirkörper nach deren Aufsenseite prefst. Dieses Wasser, am besten filtrirtes,
kann aus der Sammelröhre ο genommen wer-
den, um ein mit einem Rohr 8 und Hahn 9 versehenes Reservoir 7 (s. 'Fig. 4) zu füllen.
Das Reservoir 7 mufs genügend hochstehen, damit das Wasser unter hinreichendem Druck
durch die Wand der Filtrirkörper von innen nach aufsen gehen kann. Gerade vor dem
Reinigen der Filtrirkörper k wird der nicht gezeichnete Hahn in der Sammelröhre 0 geschlossen
und der Hahn 9 geöffnet, wodurch das Reservoir 7 bald mit Wasser gefüllt wird. Ist das Reservoir voll, so wird das Reinigungsverfahren
in vorher beschriebener Weise vorgenommen.
Genügt der Druck des Wassers nur, um das zu filtrirende Wasser in den Apparat zu
treiben, nicht aber, um die Filtrirkörper zu reinigen, so kann eine Druckpumpe oder dergleichen
zur Ausführung der Reinigungsoperation benutzt werden. In solchem Falle würde die Basis c eine besondere —, in der Zeichnung
nicht vorhandene — Oeffnung für den Anschlufs an das Druckrohr der Pumpe haben.
Der Apparat lä'fst sich in halb- oder viertelkreisförmiger Gestalt ausführen, anstatt die
Form eines cylindrischen Körpers zu haben. Die kreisförmig gebogenen Röhren i können
gereinigt werden, indem man dieselben aus dem Apparat nimmt und in angesäuertes
Wasser taucht. Auch kann man die Filtrirkörper k mit heifsem oder angesäuertem Wasser
bespritzen, während sie sich im Apparat befinden.
Claims (1)
- Patent-Ansp r u;c η :Filter mit Vorrichtung zum Reinigen der festwandigen Filterzellen, bestehend aus dem Behälter α mit dem Untersatz c c1 und dem Drahtgewebe h, dem T-förmigen, von aufsen beweglichen Rohr q, welches in 'einer· Führung s r d wasserdicht angebracht und mit Spritzröhren ι versehen ist, so dafs die auf den Röhren i, welche in eine Sammelröhre 0 münden, concentrisch angeordneten Filterzellen k abgespült werden können, wobei man gegebenenfalls Wasser durch die Filterzellen von innen nach aufsen preist.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52220C true DE52220C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=326948
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT52220D Expired DE52220C (de) | Filter mit Vorrichtung zum Reinigen der festwandigen Filterzellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52220C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1044842B (de) * | 1957-05-23 | 1958-11-27 | Hans Guenther Hirschberg Dipl | Abscheider zum Reinigen von Luft, Gasen oder Daempfen |
-
0
- DE DENDAT52220D patent/DE52220C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1044842B (de) * | 1957-05-23 | 1958-11-27 | Hans Guenther Hirschberg Dipl | Abscheider zum Reinigen von Luft, Gasen oder Daempfen |
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