DE518503C - Bohrkran fuer verschiedene Bohrverfahren - Google Patents
Bohrkran fuer verschiedene BohrverfahrenInfo
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Description
Es gibt bereits Bohrkräne, bei denen mehrere Trommeln zur Ausführung verschiedener
Bohrverfahren in einem gemeinsamen Rahmen angeordnet sind. Die bekannten
Bohrkräne dieser Art genügen nicht allen praktisch vorkommenden Anforderungen, weil sie einerseits das Bohrloch nicht in der
zum ungehinderten Arbeiten notwendigen Weise frei lassen und andererseits die Einschaltung
der einzelnen Trommeln nicht mit der erforderlichen Einfachheit und Leichtigkeit
ermöglichen. Andererseits sind auch schon Bohrkräne bekannt, bei denen die einzelnen
Wellen für das Schlag- tind Drehbohren sowie die Trommeln abwechselnd
mittels einer Zahnradkupplung mit einer Vorgelegewelle verbunden werden können. Diese
bekannte Ausführung ist durch die Anordnung der Vorgelege welle verhältnismäßig teuer.
Erfindungsgemäß wird deshalb in dem für die einzelnen Seiltrommeln, die Kurbelwelle
zur Erzeugung der Hubbewegimg beim Seilschlagbohren, die Achse mit Leitrolle und
Seilschwinge und den Antrieb für das Rotationsbohren vorgesehenen Rahmen eine durch eine Kupplung mit dem Antriebsmotor
in Verbindung stehende Antriebswelle gelagert, auf welcher verschiebbar angeordnete
Kegelräder so vorgesehen sind, daß jeder der vorgenannten Teile für sich allein oder in
beliebiger Kombination mit einem anderen Teil einschaltbar ist.
Diese Ausführung ermöglicht es, mit einer einzigen Vorrichtung, die in einfachster Weise
und unter geringstem Raumbedarf aufgestellt werden kann, sämtliche Bohrmethoden und
Förderarbeiten auszuführen. Sie ist deshalb für Untersuchungsbohrungen besonders geeignet.
Durch die Verwendung der verschiebbar auf der Antriebswelle gelagerten Kegelräder
zum Einschalten der einzelnen Teik· des Bohrkranes, die zur Kupplung von Trommeln
mit quer zur Trommelachse verlaufenden Wellen an sich bekannt ist. wird die Bedienung
des Bohrkranes außerordentlich erleichtert, so daß der Wechsel der einzelnen
Arbeitsverfahren schnell und ohne Schwierigkeiten vollzogen werden kann. Außerdem
wird dadurch ein einfacher, übersichtlicher Aufbau der Vorrichtung, eine gute Zugänglichkeit
aller Teile und eine einwandfreie Führung der einzelnen Seile gewährleistet.
Bei der Ausführung von Bohrarbeiten erfolgt beim Gegenstand der Erfindung die
Erzeugung der Hubbewegung in bekannter Weise durch eine Kurbelwelle, welche das Bohrseil unter Vermeidung des sonst üblichen
Bohrschwengels beeinflußt. ErfindungsgemäJ.i wird zur Einstellung der Hubhöhe auf der
Kurbelwelle eine exzentrisch gelagerte Leitrolle angeordnet, über die das Bohrseil geführt
wird. Durch Verstellung dieser Leitrolle auf der Kurbelwelle kann der Hub des Bohrgerätes beliebig verändert werden.
Zweckmäßig wird die Leitrolle in Kugeln
oder Rollen auf der Kurbelwelle in der Achsrichtung verschiebbar gelagert, so daß das
Bohrseil bei dem mit fortschreitender Tiefe des Bohrloches erfolgenden Nachlassen einwandfrei
von seiner Trommel ab zur Turmkrone geführt wird. Bei der Ausführung von
Seilschlagbohrungen findet eine auf einer feststehenden Welle gelagerte Seilschwinge Verwendung-,
welche vorteilhaft in Kugeln oder ίο Rollen gelagert ist. Der Antrieb dieser Seilschwinge
erfolgt gleichfalls von der Kurbelwelle aus, und zwar kann zu diesem Zweck entweder ein Seil oder eine Zugstange Verwendung
finden. Die Zugstange oder das Seil können in ihrer Länge beliebig eingestellt
werden, um die Seilschwinge in die geeignete Lage zu bringen und um den Hub des Schlagseiles
nach Bedarf zu ändern. Vorteilhaft wird das Seil bzw. die Zugstange mit der exzentrisch gelagerten Leitrolle der Kurbelwelle
λα'Λωι^εη, so daß diese Einstellung des
Hubes durch entsprechende Drehung der Leitrolle leicht ausführbar ist. Zweckmäßig wird
hierbei das auch zur Ausführung von einfachen Seilbohrarbeiten dienende Seil direkt
zur Turmkrone geführt und kann so gleichzeitig als Bohr- und Förderseil dienen.
Der Erfindungsgegenstand ist in der beiliegenden Zeichnung in beispielsweiser Ausführungsform
dargestellt, und zwar zeigt
Abb. ι eine Aufsicht auf den Erfindungsgegenstand in teilweisem Schnitt,
Abb. 2 die Kupplung für den Antrieb der Vorrichtung, wobei der Motor nicht eingezeichnet
ist,
Abb. 3 eine Seitenansicht des Bohrkranes in teilweiseni Schnitt bei der Ausführung von
Seilbohrarbeiten,
Abb. 4 bis 6 eine teilweise Ansicht der Vorrichtung bei der Ausführung von Seilschlagbohrarbeiten.
Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel sind in einem gemeinsamein Rahmen drei Seiltrommeln
gelagert, von denen die Trommel a als Förder- und Bohrseiltrommel, die Trommel
b als Schmandseiltrommel für Trockenbohrungen und die Trommel c zur Aufnahme
des Flaschenzugseiles dient. Vor der Trommel α ist die Welle / fest im Rahmen gelagert.
Sie trägt" eine in Kugel- oder Rollenlagern laufende, frei auf der Welle / verschiebbare
Leitrolle r und eine Seilschwinge w, deren Form besonders aus Abb. 4 bis 6 ersichtlich
ist. Die Kurbelwelle k, die im Rahmen drehbar
gelagert ist, trägt eine weitere Leitrolle S1
die gleichfalls in Kugeln oder Rollen gelagert ist. Der Antrieb der Trommeln α, b, c und
der Kurbelwelle k erfolgt mit Hilfe der Kegelräder p, n, h und q von der gemeinsamen
Antriebswelle aus, und zwar unter Vermittlung der längsverschiebbar gelagerten Kegelräder
υ, ηι und i, welche durch in der Zeichnung
nicht dargestellte Hebel o. dgl, nach Bedarf ein- und ausgerückt werden können. In
entsprechender Entfernung von demBohrkran ist eine Dampfmaschine, ein Elektromotor
1 oder ein Verbrennungsmotor aufgestellt, weleher
(Abb. 2) durch ein Wendegetriebe mit einem Diskusrad χ und zwei verschiebbaren
Planscheiben u mit der Welle g gekuppelt ist.
Das Wendegetriebe ermöglicht die Einstellung eines raschen Links- und Rechtsganges und
des Leerlaufes des Motors bei einem sanften Anlassen der Antriebswelle g\
Auf der Welle der Trommel ώ ist ein Zahnrad2,;gegen
Drehung gesichert, längsverschieb'-bar angebracht, welches durch einen nicht
dargestellten Hebel mit dem Zahnrad y in Eingriff gebracht werden kann. Das Zahnrad
y steht in Verbindung mit dem Schneckenradz>',
in welches die durch ein Handrad zu betätigende Schnecke ν eingreift. Das Handrad
für die Bedienung dieser Nachlaßvorrichtung und die Hebel zum Kuppeln der einzelnen
Trommeln werden leicht zugänglich auf einer Seite des Bohrkranes angeordnet. Auf
der Antriebswelle g ist eine Riemenscheibe o. dgl. angebracht, von welcher die Drehbewegung
durch Riemen, Ketten oder ein sonstiges Übertragungsmittel auf die Riemenscheibe
e und deren Welle übertragen werden kann, um die Drehbewegung des Bohrwagens
zur Ausführung von Rotationsbohrungen hervorzurufen.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist .wie folgt:
Zur Ausführung von ,Seilbohrarbeiten wird, wie Abb. 3 zeigt, das auf der Trommel α befindliche
Seil über die exzentrisch gelagerte Leitrolle.? der Kurbelwelle k zu der Leitrolle
r der feststehenden Welle / und von dort in üblicher Weise über die Turmkrone zum
Bohrwerkzeug geführt. Nach Einstellung der erforderlichen Seillänge wird die Nachlaßvorrichtung
durch das Einrücken, des Zahnrades s in das Zahnrad 3; mit der Welle
der Trommel α und das Kegelrad 0 mit dem Antriebskegelrad q der Kurbelwelle gekuppelt.
Das Kegelrad p der Trommel α kommt dabei außer Eingriff mit dem Kegelrad 0, und die
Trommel wird durch die selbsthemmende Wirkung des Schneckengetriebes der Nachlaßvorrichtung
festgelegt. Durch die Drehung der Kurbelwelle wird der zur Ausführung der Bohrarbeiten erforderliche Hub her- »'
vorgerufen, welcher durch entsprechende Einstellung der exzentrisch gelagerten Leitrolle j
nach Bedarf vergrößert werden kann. Das Nachlassen des Seiles erfolgt, dem Fortschreiten
der Bohrung entsprechend, durch Drehung der Trommelwelle mit Hilfe der Nachlaßvorrichtung.
Soll nach der Erreichung einer
bestimmten Bohrtiefe das Bohrgerät aus dem Bohrloch herausgehoben werden, so wird
durch die Ausrückung des Zahnrades ζ die Nachlaß vorrichtung außer Wirkung gesetzt
und die Trommelwelle durch entsprechendes Verschieben des Kegelrades ο mit der Antriebswelle
gekuppelt. Dann kann das bisher als Bohrseil benutzte Seil der Trommel a
gleichzeitig" zum Heben des Bohrgestänges
ίο dienen. Da sowohl die Leitrolle r als auch
die Leitrolle s seitlich verschiebbar sind, ist dabei eine einwandfreie Führung des Seiles
stets gewährleistet. Nach dem Heben des Bohrgerätes erfolgt dann unter \rerwendung
der Trommel b das Fördern des Bohrschmandes durch Löffel o. dgl. Die Bohrschwinge w
bleibt hierbei ausgeschaltet und hängt am anderen Ende der Welle frei herab.
Statt der in der Zeichnung dargestellten durchgehend gekröpften Kurbelwelle könnte
auch eine einfache, nicht gekröpfte Welle Verwendung finden. Hierbei müßte jedoch eine
entsprechend größere, exzentrisch gelagerte Seilrolle,? benutzt werden. Zum Bohren größerer
Tiefen und bei Verwendung größerer Bohrkran typ en wird, wie Abb. 6 zeigt, an der
Kurbelwelle ein Gewichtsausgleich, z. B. ein Preßluftkolben, eine Feder oder ein Gegengewicht
angebracht.
Beim Seilschlagbohren wird das Gestänge in bekannter Weise mit dem Förderseil und
der Seilschwinge in der Turmkrone verbunden, während das Schlagseil am anderen Ende dieser Seilschwinge befestigt wird. Der
Antrieb des Schlagseiles erfolgt von der Bohrschwinge zv aus, welche durch eine Zugstange
t, eine Seilschlinge oder Kette I, welche die Rolle s umspannt, mit der Kurbelwelle
verbunden ist. Die Zugstange bzw. die Schlinge / können in ihrer Länge beliebig eingestellt
werden. Die Hubregulierung erfolgt durch entsprechende Befestigung des Schlagseiles
in den Öffnungen der Seilschwinge w und durch Veränderung des Winkels, den die
Seilschwingew mit dem Schlagseil einschließt. Ferner kann durch Befestigung des einen
Endes der Schlinge I in der Achse / oder in einem sonstigen festen Punkte des Bohrgerätes
eine Hubverdopplung bewirkt werden.
Bei größerer Bohrtiefe kann gleichfalls wie beim Seilbohren ein Gewichtsausgleich Verwendung
finden. WTird das Seil der Trommel α unter Vermeidung der Leitfolien r und .?
direkt zur Turmkrone geführt, so kann es gleichzeitig als Bohr- und Förderseil dienen.
Es kann aber auch auf die Trommel α ein besonderes kurzes Bohrseil aufgelegt werden.
Das Schmanden erfolgt beim Trockenbohren : unter Benutzung der Trommel b, während die
Flaschenzugsarbeiten von der Trommel c aus ausgeführt werden. Beim Spülbohren dagegen
tritt statt der Schmandtrommel b eine Spülpumpe in Tätigkeit.
Beim rotierenden Bohren erfolgt der Antrieb des Bohrwagens von der Riemenscheibe ti
aus über Riemen oder Ketten entweder direkt oder unter Verwendung der Scheibe e. Zur
Förderung dient die Trommel a, während die Spülung in bekannter Weise durch eine Spülpumpe
betätigt wird. Auf ähnliche Weise lassen sich auch sonstige Arbeiten, z. B. Fräsen
im Bohrloch, Verschraubungsarbeiten, das Schneiden der Bohrrohre im Bohrloch oder das Anschneiden von Gewinde am gerissenen
Gestänge im Bohrloch u. dgl. m., ausführen.
Zum Fördern von Flüssigkeit mit dem Schöpflöffel oder dem Rohrkolben dient
ebenso wie zum Schmanden die Trommel b, während der Tiefpumpenantrieb über die Seilschwinge
w erfolgt.
Claims (3)
1. Bohrkran mit mehreren in einem gemeinsamen Rahmen angeordnetenTrommein
und Wellen zur Ausführung verschiedener Bohrverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß in dem für die einzelnen
Seiltrommeln (a, b, c), die Kurbelwelle (Ve) zur Erzeugung der Hubbewegung
beim Seilschlagbohren, die Achse (/) mit Leitrolle (r) und Seilschwinge (zv) und
den Antrieb (e) für das Rotationsbohren vorgesehenen Rahmen eine durch eine
Kupplung mit dem Antriebsmotor in Verbindung stehende Antriebswelle (g) lagert,, auf welcher verschiebbar angeordnete
Kegelräder (i,m,o) so vorgesehen sind, daß jeder der vorgenannten Teile für
sich allein oder in beliebiger Kombination mit einem anderen Teil einschaltbar ist.
2. Bohrkran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Welle
(g) angetriebene exzentrische Kurbelzapfenwelle (Ic) eine exzentrisch auf dieser
Welle gelagerte Leitrolle (s) trägt.
3. Bohrkran nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrisch
auf der Kurbelzapfenwelle (k) gelagerte Leitrolle (Y) zum Antrieb der auf
der Welle (/) angeordneten Seilschwinge (w) Verwendung findet, und zwar mit
Hilfe einer Zugstange (t), eines Seiles (I) oder anderer Übertragungsorgane, deren
Länge zur Veränderung der Hubhöhe einstellbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK114166D DE518503C (de) | 1929-04-05 | 1929-04-05 | Bohrkran fuer verschiedene Bohrverfahren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK114166D DE518503C (de) | 1929-04-05 | 1929-04-05 | Bohrkran fuer verschiedene Bohrverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE518503C true DE518503C (de) | 1931-02-16 |
Family
ID=7242950
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK114166D Expired DE518503C (de) | 1929-04-05 | 1929-04-05 | Bohrkran fuer verschiedene Bohrverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE518503C (de) |
-
1929
- 1929-04-05 DE DEK114166D patent/DE518503C/de not_active Expired
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