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Neigungswaage Die Neigungswaage nach Patent 459I63, bei der die Last
mit konstantem Hebelarm an einer mit dem Neigungshebel verbundenen Rolle angreift
und der Antrieb der Anzeigevorrichtung proportional dem Sinus des Pendelausschlages
wirkt, besitzt ein die Zeigerachse antreibendes, belastetes, biegsames Zug; organ,
dessen Zugrichtung annähernd zusammenfällt mit der Sehne der bogenförmigen Bahn,
die von dem Anlenkpunkt des Zugorgans an der Rolle beschrieben wird.
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine besondere Ausführung dieses
Zugorgans, durch welche erreicht wird, daß die Waage nach Patent 459I.6; als fahrbare
Waage gebaut werden kann.
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Da eine fahrbare Neigungswaage auch bei Schiefstellung richtig anzeigen
soll, sind in bekannter Weise zwei um 18o° gegeneinander geschwenkte Neigungshebel
anzuordnen. Steht die Waage schief, so sind dann zwar die Momente der beiden Hebel
verschieden, ihre Summe bleibt aber immer unverändert.
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Vorbedingung hierzu ist, daß die beiden Neigungshebel einer solchen
Waage gleich oder gleichartig sind. Bei gerade stehender Waage muß also in jeder
Ausschlagstellung die Last zu gleichen Teilen von den beiden Neigungshebeln ausgeglichen
werden, sonst ist ein Ausgleich der Momente bei Schiefstellung nicht möglich.
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Bei den bekannten Doppelpendelwaagen, welche die Vertikalbewegung
der Zugstange oder eines anderen Verbindungsgliedes zum Antrieb der Zeigerachse
benutzen, können die Neigungshebel ohne weiteres genau gleichfönnig gestaltet werden.
Die Neigungswaage nach Patent 459I63 besitzt jedoch eine Anzeigevorrichtung, deren
Antrieb am Neigungshebel direkt angreift. Da nur einer der beiden Neigungshebel
einer Doppelpondelwaage mit einer Anzeigevorrichtung versehen werden kann, so ist
die Forderung, beide Hebel gleichartig in bezug auf ihre Momente zu machen, nicht
ohne weiteres zu erfüllen.
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Die Anzeigevorrichtung nach der Erfindung ist nun derartig ausgebildet,
daß die Forderung, beide Neigungshebel in ihrer Momentwirkung gleich zu gestalten,
erfüllt wird, obgleich nur ein Hebel. mit der Anzeigevorrichtung gekuppelt ist.
Das Wesen der Erfindung wird darin gesehen, daß bei Anordnung eines mit einem biegsamen
und zweckmäßigerweise durch Federbelastung gespannten Zugorgan versehenen Gestänges
an .einem der Neigungshebel zum Antrieb des Zeigers der Schwer= punkt dieser Antriebsvorrichtung
durch an sich bekannte Mittel in die Drehachse der
Antriebsvorrichtung
verlegt wird, derart, daß das Eigengewicht der Antriebsvorrichtung in das Gewicht
des betreffenden Neigungshebels mit einbezogen werden kann.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt. Fig.
i zeigt die Anzeigevorrichtung allein, Fig.2 die gesamte Lastausgleichsvorrichtung.
Das Lager i, mit welchem die Anzeigevorrichtung am Arm 2 des Neigungshebels angelenkt
ist, sitzt mittels zweier Spitzenlager 3 und 3a beweglich in einem Gliede 4, welches
an Fortsätzen eine Stange 5 und die Klemmvorrichtung 6 des Zugorgans 7 trägt. In
einem Kloben 8 am freien Ende der Stange 5 ist der andere Klemmbolzen 9 des Zugorgans
7 geführt, die Belastung desselben .erfolgt durch eine Feder i o, die durch eine
Mutter i i reguliert werden kann. Das Antreiben von Zeigern durch von Federn gespannte
Bänder öder Drähte ist bereits bekannt.
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Das Zugorgan 7 ist mehrmals um die Scheibe 12 geschlungen, die mit
der Zeigerachse und dem Zeiger 13 in bekannter Weise ausgeglichen. ist. Da die Scheibe
12 zwecks genauer Führung des Drahtes 7 mit Gewinde versehen ist, so wandert der
Draht 7 beim Ausschlag der Waage an der Scheibe in axialer Richtung entsprechend
der Ganghöhe des Gewindes. Damit die Anzeigevorrichtung ohne Klemmen des Drahtes
dieser Bewegung nachgibt, sind die beiden Spitzenlager 3, 3a vorgesehen. Die Achse
dieser Lagerung verläuft senkrecht zu der Zugrichtung des Drahtes, so daß ein Verdrehen
der Anzeigevorrichtung in anderer Richtung ausgeschlossen ist.
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In der bisher beschriebenen Ausführungsform entspricht die Anzeigevorrichtung
der im Patentanspruch des Patents 459 163 gekennzeichneten Form; lediglich die Gewichtsbelastung
des Zugorgans durch das Gewicht ist in vorliegendem Falle durch die Federbelastung
9, i o, i i ersetzt.
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An dieser Anzeigevorrichtung ist nun in an sich bekannter Weise ein
Gegengewicht 14 angebracht, durch welches der Schwerpunkt der ganzen Vorrichtung
in die Achse des Lagers i verlegt wird. Die Vorrichtung ist also in bezug auf die
Drehachse des Lagers i indifferent aufgehängt, der Angriffspunkt ihres Eigengewichtes
liegt im Aufhängepunkt.
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In Fig.2 sind I und II die beiden Neigungshebel der Waage. Die durch
die Zugstange i9 von der Unterwaage her übertragene Last wird durch einen Bügel
18 auf die beiden Lastbänder 17 und 17 a der zwei Neigungshebel übertragen.
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Von den beiden Hebeln dieser an sich bekannten Anordnung wird nun
der eine, beispielsweise Hebel I, mit der oben beschriebenen Anzeigevorrichtung
gekuppelt, das Lager i wird an einem Fortsatz 2 des Hebels l angebracht.
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Da der Schwerpunkt der Anzeigevorrichtung in der Achse des Lagers
i liegt, so kann ihr Eigengewicht als zum Neigungshebel I gehörig betrachtet werden,
mit dem Angriffspunkt SA. Der Schwerpunkt des Neigungshebels I liegt in S1, so daß
der gemeinsame Schwerpunkt von S,4 und S, in SG liegt. Der Neigungshebel II ist
so gebaut und montiert, daß die Schwerpunkte SII und So in gleichen Abständen von
den Mittelpunkten MII und Ml liegen und in gleichen Ausschlagswinkeln durch den
Bügel 18 gekuppelt sind, so daß sie bei Geradestellung der Waage jeweils gleiche
Momente ergeben. Die Hebel gleichen dann jeder die Hälfte der durch den Bügel 18
übertragenen Last aus, und zwar in jeder Ausschlagsstellung der Waage. Bei Schiefstellung
der Waage bleibt die Summe dieser beiden Momente, wie in der Einleitung beschrieben,
dieselbe, so daß die Waage auch dann noch richtig anzeigt.
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Damit der Anzeigedraht 7 durch die beim Fahren der Waage auftretenden
Erschütterungen nicht beschädigt wird, ist am Kloben 8 ein Loch 16 vorgesehen, durch
welches mit Spiel ein Führungsdraht 15 hindurchläuft. Diese Führung ist entsprechend
der Bahn des Loches 16 bei der Bewegung der Waage ausgebildet, die Genauigkeit der
Waage wird also nicht durch Reibung beeinträchtigt. Durch diese Vorrichtung werden
die Schwingungen der Anzeigevorrichtung wirksam abgeschwächt.