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Brutschrank Die bekannten Brutschränke waren zwar mit Heizeinrichtungen,
jedoch nicht mit Mitteln versehen, um die Druckverhältnisse und die Füllung in ihrem
Innern ändern zu können. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Züchtung mancher
Bakterienarten nur unter vollkommenem Sauerstoffabschluß möglich ist. Derartige
Bakterien ließen sich in den bekannten Brutschränken daher nicht entwickeln, sondern
konnten nur in solchen Brutschränken gezüchtet werden, die mit besonderen Einrichtungen
zum Evakuieren und zum Nachfüllen von Gasen versehen waren.
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Durch die Erfindung sollen Mittel vorgesehen werden, die es möglich
machen, einen Brutschrank gewöhnlicher Bauart zur Behandlung von Bakterienkulturen
unter verschiedensten Druckverhältnissen und Füllungen zu verwenden, ohne daß eine
besondere bauliche Ausgestaltung des Brutschrankes dazu erforderlich ist.
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Dies geschieht d, adurch, daß in den Brutschrank eine herausnehmbare
Trommel eingebracht wird, die mit Rohranschlüssen zur Änderung der Füllung und der
Druckverhfiltnisse im Innern der Trommel versehen ist. Selbstverständlich muß die
Trommel vollkommen luftdicht abgeschlossen sein, damit der erreichte Druck und Füllungsgrad
unverändert aufrechterhalten werden kann.
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Diese Abdichtung wird dann am vollkommensten erreicht werden, wenn
die innerhalb des Brutschrankes liegenden Teile der Trommel unlösbar miteinander
verbunden sind, so daß das Anschließen der Rohre außerhalb der Trommel geschehen
kann, wo es zuverlässiger durchzuführen ist. Zweckmäßigerweise wird die Trommel
mit einem einzigen Anschlußstutzen versehen, der an ein außerhalb des Brutschrankes
anzuschließendes Verteilungsstück führt, an dein mehrere Ventile sitzen. Diese sind
mit einer Lufptumpe zum Evakuieren der Trommel und mit einer Gasbombe zum Füllen
der Trommel mit einem beliebigen Gas verbunden.
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Ferner ist an dem Verteilungsstück noch eine in das Innere des lufterfüllten
Brutschrankes führende Leitung angeschlossen, die dem Trommel innern nach Beendigung
der Keimentwicklung Luft zuführt. Die Luft wird deshalb aus dem Brutschrank und
nicht aus der Atmosphäre entnommen, weil sie nahezu die gleiche Temperatur hat wie
das Trõmmelinnere uiid daher dort keine Abkühlung und keine Kondensation bewirkt.
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Der Brutschrank kann wahlweise mit oder ohne eine Trommel benutzt
werden. Im letzteren Falle können die Durchbrüche für die nicht benutzten Rohrleitungen
durch Iilappen o. dgl. verschlossen werden.
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Trotz gleichzeitiger Anwesenheit der Trommel im Innern des Brutschrankes
können seine übrigen Teile in üblicher Weise zur Entwicklung von Kulturen anderer
Art herangezogen werden. Die Zahl der gleichzeitig in einen Brutschrank eingebrachten
Trommeln ist nur durch die Abmessungen des Brutschrankes bestimmt, so daß in ein
und
demselben Brutschrank gleichzeitig Kulturen unter den verschiedensten Bedingungen
zur Entwicklung gebracht werden können.
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In der beiliegenden Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in
einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Abb. I zeigt einen Brutschrank nebst Trommel im Schnitt, Abb. 2 ist
eine schaubildliche Ansicht einer einzelnen Trommel.
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Der Brutschrank ist in bekannter Weise mit Doppelwandungen I und
2 versehen und mit hier nicht dargestellten Heizmitteln ausgestattet. Das Innere
des Brutschrankes enthält die gleichfalls bekannten durchlochten Einsätze 3 zum
Aufstellen der Kulturschalen.
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Ein Steg 4 an der Vorderseite des Brutschrankes dient zu seinem dichten
Abschluß durch eine zweiflügelige Tür. Die Trommel 5 hat die Gestalt eines länglichen
Prismas und ist ausgebaucht, um von außen wirkenden Überdrücken besser Widerstand
leisten zu können. Sie wird durch eine hier nicht dargestellte Tür verschlossen
und ist in ihrem Innern ebenso wie der Brutschrank mit mehreren übereinander angeordneten
Einsätzen 6 zum Tragen der Kulturschalen ausgestattet. Ein Rohrstutzen 7 ist seitlich
aus der Trommel herausgeführt und kann durch eine in den Wandungen I und 2 des Brutschrankes
vorgesehene Öffnung durchgesteckt werden. Die Länge des Stutzens ist so bemessen,
daß sein Ende in diesem Falle außerhalb des Brutschrankes liegt. An den Stutzen
7 schließt sich ein kurzes Rohrstück 8, ein Manometer 9 sowie ein Verteilungsstück
Io, das mit Ventilen II, 12 zum Anschluß an eine Luftpumpe bzw. Gasbombe versehen
ist.
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Ferner ist an das Verteilungsstück 10 noch eine weitere Leitung 13
angeschlossen, die durch die Wandungen 1 und 2 des Brutschrankes hindurch in den
lufterfüllten Raum geführt ist. Der Rohrstutzen 7 und die Leitune 13 sind an den
Durchtrittsstellen mit geeigneten Dichtungen 14 versuchen.
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Wenn die Züohtung von Kulturen im Innern einer Trommel erfolgen soll,
so wird diese nach dem Aufsetzen der Kulturschalen auf die Einsätze 6 in das Innere
des Brutschrankes eingeführt, derart, daß ihr Stutzen 7 herausragt. Hierauf wird
das vorbeschriebene Leitungsnetz angeschlossen, die Trommel mittels der Luftpumpe
evakuiert und evtl. ein beliebiges Gas aus der Bombe eingeleitet. Nach der für die
Entwicklung der Kulturen erforderlichen Zeit wird über die Leitung I3 Luft von gleicher
Temperatur, wie sie im Inneren der Trommel herrscht, eingeleitet, so daß keine Abkühlung
und keine I (on1dens, ation eintreten kann.